{"id":2243,"date":"2014-06-05T13:04:28","date_gmt":"2014-06-05T12:04:28","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2243"},"modified":"2020-05-21T11:35:14","modified_gmt":"2020-05-21T09:35:14","slug":"5x-rock-der-chinesischen-avantgarde-1994","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2243","title":{"rendered":"China 1994: Rock der Avantgarde"},"content":{"rendered":"<p><b>Rock der chinesischen Avantgarde. ARTE-Mitschnitt eines Konzerts im Haus der Kulturen der Welt Berlin 1994 \u2013 5 Gedichte &#8211; \u00a0Abschrift der Untertitel\u00a0 (<\/b>Vid 547)<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Cui Ran: Der falsche M\u00f6nch<\/span><\/b><\/p>\n<p>Ich will vom S\u00fcden nach Norden gehen<\/p>\n<p>Ich will vom Wei\u00dfen ins Schwarze gehen<\/p>\n<p>Damit alle Welt mich sieht,<\/p>\n<p>aber nicht wei\u00df wer ich bin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn du siehst, da\u00df ich m\u00fcde bin<\/p>\n<p>So reiche mir ein wenig Wasser<\/p>\n<p>Und solltest du mich jemals lieben,<\/p>\n<p>So k\u00fcsse meine Lippen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe zwei F\u00fc\u00dfe und zwei Beine<\/p>\n<p>Hunderte von Bergen und tausende Fl\u00fcsse.<\/p>\n<p>Ich habe alles, was ich jemals haben wollte.<\/p>\n<p>Ich will nicht bereuen und nicht hassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn du mich lieben willst, so empfinde keine Reue.<\/p>\n<p>Der Tag wird kommen, an dem ich sehr hoch fliege.<\/p>\n<p>Ich will nicht an einem Ort bleiben.<\/p>\n<p>Ich will niemanden hinter mr herschleppen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich will vom S\u00fcden nach Norden gehen<\/p>\n<p>Ich will vom Wei\u00dfen ins Schwarze gehen<\/p>\n<p>Damit alle Welt mich sieht,<\/p>\n<p>aber nicht wei\u00df wer ich bin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich will nur deine Sch\u00f6nheit sehen.<\/p>\n<p>Von deinem Kummer will ich nichts wissen.<\/p>\n<p>Ich will alles Wasser des Himmels,<\/p>\n<p>doch nicht die Tr\u00e4nen deiner Augen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich will nicht an Ungeheuer glauben,<\/p>\n<p>und noch weniger will ich Feinde haben.<\/p>\n<p>Versuche nicht herauszufinden, wer ich bin.<\/p>\n<p>Und sieh auch meine Scheinheiligkeit nicht.<\/p>\n<p>Lelelelelelelelelel<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">COBRA\u00a0\u00a0\u00a0 Eine T\u00fcr, eine Wand, ein Grab<\/span><\/b><\/p>\n<p>Meine jetzige Stimmung kann ich nicht beschreiben<\/p>\n<p>Durch meinen ganzen K\u00f6rper str\u00f6mt das Blut.<\/p>\n<p>Meine jetzige Stimmung kann ich nicht beschreiben<\/p>\n<p>Es ist wie ein R\u00fcckfall in meine Kindheit.<\/p>\n<p>Du willst mir helfen<\/p>\n<p>Ich hatte fast vergessen, da\u00df ich auch B\u00f6ses tun kann.<\/p>\n<p>La\u00df mich bitte los. Ich will alleine gehen.<\/p>\n<p>La\u00df mich bitte los! Es gibt kein Problem.<\/p>\n<p>Wenn es aus ist zwischen uns dann macht das nichts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist der Himmel, es ist die Erde<\/p>\n<p>In der Finsternis\u00a0\u00a0 sehe ich dich nicht.<\/p>\n<p>Es ist das Ungl\u00fcck, es ist das Gl\u00fcck<\/p>\n<p>Lach nicht und sag nicht, da\u00df es schon gehen wird.<\/p>\n<p>Sprich nicht mehr von unserer Liebe.<\/p>\n<p>La\u00df sie leise und leicht ausklingen.<\/p>\n<p>La\u00df mich zu mir selber finden.<\/p>\n<p>Ist es ein Traum, ist es eine Illusion?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist der Himmel, es ist die Erde.<\/p>\n<p>Diese \u00c4ngste mu\u00dften kommen.<\/p>\n<p>Es ist das Ungl\u00fcck, es ist das Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>N\u00e4he, jemand, der mir seine Sehns\u00fcchte offenbart.<\/p>\n<p>Wo bin ich? Zerst\u00f6re nicht die Kette meiner Gedanken.<\/p>\n<p>Bis in die Tr\u00e4ume, ohne Spur und Schatten.<\/p>\n<p>Alles ist von diesen Wahnvorstellungen verschleiert.<\/p>\n<p>Und ich wu\u00dfte, da\u00df es nur ein Traum war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Durch die Atmosph\u00e4re&#8230; habe ich mich t\u00e4uschen lassen.<\/p>\n<p>Da habe ich gesp\u00fcrt, da\u00df es keine Leidenschaft mehr war.<\/p>\n<p>Ich kann nicht mehr sagen, wie oft<\/p>\n<p>ich diese Niedergeschlagenheit gesp\u00fcrt habe.<\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr mich nur noch eine Illusion<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Mein eigenes Paradies\u00a0\u00a0 Zi ji de tian tang\u00a0 <\/span><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich bin wie die Verr\u00fcckten,<\/p>\n<p>ich habe mein eigens Paradies.<\/p>\n<p>(mehr wird nicht \u00fcbersetzt )<\/p>\n<p>Hai!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Cui Ran: Die rote Augenbinde<\/span><\/b><\/p>\n<p>Cui Ran erl\u00e4utert im Interview: Die rote Augenbinde ist in erster Linie ein Liebeslied. Viele Jugendliche und sogar Erwachsene ziehen es vor, der Wahrheit nicht ins Gesicht zu sehen. So haben sie ein gutes Gef\u00fchl. Wenn man hinschaut, sieht man die Wahrheit und kann sich nichts vormachen. Viele Gesellschaften sind so: Sobald sie sich betrachten, f\u00fchlen sie sich dekadent und veraltet. Sie finden, das Leben sei zu kompliziert und zu langweilig und es w\u00e4re besser, sich die Augen zu verbinden. <span style=\"text-decoration: underline;\">Wenn man nicht hinschaut, ist man gl\u00fccklich.<\/span><\/p>\n<p>Dieses Lied hat zwei Bedeutungen: eine kulturelle und eine gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfige. Es ist nicht nur ein politisches Lied, sondern dr\u00fcckt auch mein Gef\u00fchl aus.<\/p>\n<p>Viele Freunde oder Reporter fragen, ob Kunst politisch ist. Gew\u00f6hnlich antworte ich dann, da\u00df Kunst etwas mit Verantwortung zu tun hat, aber keinen politischen Zweck verfolgt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Eine rote Augenbinde<\/span><\/b><\/p>\n<p>An dem Tag, als du ein St\u00fcck roten Stoff nahmst,<\/p>\n<p>um mir die Augen und den Himmel \u00fcber uns zu verh\u00fcllen<\/p>\n<p>Hast du mich gefragt, was ich sehe.<\/p>\n<p>Ich sagte, ich sehe das<b> Gl\u00fcck<\/b>.<\/p>\n<p>Auf diese Weise f\u00fchle ich mich so richtig wohl.<\/p>\n<p>Ich vergesse, da\u00df ich keinen Platz zum Wohnen habe.<\/p>\n<p>Du fragst mich, wohin ich gehen will.<\/p>\n<p>Und ich sage: &#8222;Ich will mit dir gehen.&#8220;<\/p>\n<p>Ich sehe dich nicht mehr, ich sehe nicht, wohin ich gehe.<\/p>\n<p>Deine Hand h\u00e4lt meine fest.<\/p>\n<p>Du fragst mich, woran ich denke.<\/p>\n<p>Ich sage, du sollst entscheiden.<\/p>\n<p>Ich sp\u00fcre, da\u00df du nicht aus Eisen bilst,<\/p>\n<p>obwohl dein Profil Kraft verr\u00e4t.<\/p>\n<p>Ich sp\u00fcre, wie das Blut durch deinen K\u00f6rper str\u00f6mt,<\/p>\n<p>denn du hast warme H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Auf diese Weise f\u00fchle ich mich so richtig wohl.<\/p>\n<p>Ich vergesse, da\u00df ich keinen Platz zum Wohnen habe.<\/p>\n<p>Du fragst mich, wohin ich gehen will<\/p>\n<p>und ich sage:&#8220; Ich will mit dir gehen&#8220;.<\/p>\n<p>Didididididia&#8230;\u00a0 (lange Soli. Cui Ran nimmt das Tuch ab )<\/p>\n<p>An dem Tag, als du ein St\u00fcck roten Stoff nahmst,<\/p>\n<p>um mir die Augen und den Himmel \u00fcber uns zu verh\u00fcllen<\/p>\n<p>Hast du mich gefragt, was ich sehe.<\/p>\n<p>Ich sagte, ich sehe das Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Internationale<\/span><\/b><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Tang Dynasty <\/span>\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Im Interview:<\/p>\n<p>Vor 10 Jahren fingen wir an Musik zu schreiben. Es war 1982\/83<\/p>\n<p>Wir wu\u00dften nicht was wir wollten\u00a0 &#8230; (dann Kontakt mit ausl\u00e4ndischen Studenten) &#8230;. Rock ist direkt&#8230;.. Wir geh\u00f6ren zu der Generation, die w\u00e4hrend der Kulturrevolution aufwuchs.In unseren St\u00fccken sagen wir also wirklich was wir denken und was uns Kopfzerbrechen bereitet. Sicherlich haben wir mit der heutigen Jugend einige Gemeinsamkeiten. Die Jugendlichen wissen nicht was sie jeden Tag tun\u00a0 sollen, wie sie sich einordnen sollen. F\u00fcr die Gesellschaft ist das auch nicht ganz klar. Deshalb haben wir diese Richtung eingeschlagen.<\/p>\n<p>&#8230; (Verst\u00e4ndigung) .. Wir wollen der chinesischen Jugend Hoffnung geben und ihr zeigen, dass sie \u00fcber die chinesische Geschichte ihre Wurzeln und neuen Auftrieb gewinnen kann. Da\u00df sie wieder Selbstvertrauen gewinnt und so lebt wie sie es will.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Tang Dynasty: &#8222;Neunvierteltakt&#8220; Wer bietet mir ein Glas bitteren Wein an<\/span><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(&#8230;.)<\/p>\n<p>Ich will dir meine St\u00e4rke zeigen<\/p>\n<p>Ich will mein wahres Selbst nicht mehr begraben<\/p>\n<p>Meine Minderwertigkeitsgef\u00fchle habe ich hinter mir gelassen.<\/p>\n<p>Die Leidenschaft zeigen, damit sie nicht erlischt.<\/p>\n<p>Glauben, ich sei es gewohnt, mich bei Tag zu zeigen.<\/p>\n<p>La\u00dft mich meine Gef\u00fchle preisgeben.<\/p>\n<p>Ich will in das str\u00f6mende ewige Licht des Mondes eintauchen,<\/p>\n<p>will diesen Geist sp\u00fcren und die zuk\u00fcnftigen \u00dcberlebenschancen.<\/p>\n<p>Mondschein!<\/p>\n<p>Der Mondschein geh\u00f6rt mir!<\/p>\n<p>Mondschein!<\/p>\n<p>Der Mondschein verschmilzt mit meinem Schein.<\/p>\n<p>( ekstatisches Gitarrenrocksolo )<\/p>\n<p>Ich will mein Leben mit dir teilen.<\/p>\n<p>Niemals mehr werde ich meine empfindlichen Nerven verdrehen.<\/p>\n<p>Ich glaube nicht, da\u00df Selbstmord die L\u00f6sung ist.<\/p>\n<p>Als ich aufwuchs, hatte ich schon genug&#8230;<\/p>\n<p>von dem schwarzen Himmel und der schwarzen Erde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rock der chinesischen Avantgarde. 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