{"id":172,"date":"2013-12-28T00:01:16","date_gmt":"2013-12-27T23:01:16","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=172"},"modified":"2021-10-19T21:56:23","modified_gmt":"2021-10-19T19:56:23","slug":"reisebericht-von-der-elfenbeinkueste-i-abidjan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=172","title":{"rendered":"Bericht von der Elfenbeink\u00fcste 1985 ( I ) Abidjan &#8211; Bouna"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: center;\"><em><strong>Vorwort<\/strong><\/em><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-style: normal;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\">In China, Kenya, Senegal und Algerien war ich bereits gereist, aber dieses Mal zog ich allein los. Ich fuhr im Juli und August 1985 ohne festen Plan mit Bus und Buschtaxi durch die Elfenbeink\u00fcste (C\u00f4te d\u2019Ivoire). Ich\u00a0<\/em><\/em><\/span><\/em><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\">besuchte niemanden, wurde nirgends erwartet und f\u00fchlte mich doch\u00a0<\/em><\/em><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\">sicher, zumindest<\/em><\/em><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\">\u00a0au\u00dferhalb der Metropole Abidjan.<\/em> <\/em><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\">Damals lebte man auf dem flachen Land\u00a0<\/em><\/em><em style=\"font-style: italic;\"><em><em>noch beschaulich.\u00a0<\/em><\/em><em style=\"font-style: italic;\">Die Polizei schien der einzige Unsicherheitsfaktor zu sein. \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<img decoding=\"async\" title=\"Weiterlesen \u2026\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/wordpress\/img\/trans.gif\" alt=\"\" \/><\/em><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-style: normal;\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"line-height: 23px;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\">Heute verfolge ich auch mit Interesse, wie der knapp \u00fcber Vierzigj\u00e4hrige,\u00a0<\/em><\/em><\/em><\/em><\/em><\/span><span class=\"Apple-style-span\" style=\"line-height: 23px;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\">den man gelegentlich f\u00fcr einen amerikanischen Studenten hielt, auf neue\u00a0<\/em><\/em><\/em><\/em><\/em><\/span><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\">Situationen reagierte<\/em><\/em><\/em><\/em><\/em><\/span>, nicht nur\u00a0<\/em><\/em><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\">die &#8218;politischen&#8216; Eindr\u00fccke, die mir damals so wichtig waren<\/em><\/em><\/em><\/em><\/em><span class=\"Apple-style-span\" style=\"line-height: 23px;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\"><em style=\"font-style: italic;\">.\u00a0<\/em><\/em><\/em><\/em><\/em><\/span><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Aus den Reisenotizen lie\u00df sich nach mehr als drei\u00dfig Jahren und mehreren vergeblichen Anl\u00e4ufen eine Folge von Szenen montieren. Sie werfen kr\u00e4ftige Schlaglichter, doch nicht alles l\u00e4sst sich mehr kl\u00e4ren.\u00a0 <\/em><em><em>Manchmal helfen noch die Bilder.<\/em>So sagt dieses Stilleben einiges \u00fcber meine Gem\u00fctsverfassung : Ein gigantisches schlabbriges Gep\u00e4ck, das Schneckenhaus, das ich mit mir trage, der von diversen Fl\u00fcgen verdreckte Rucksack, das Daypacker-Urmodell und das Zelt im blau-roten Sack.\u00a0 Daneben steht ein symboltiefes Vanitasbild in \u00d6l: eine verhei\u00dfungsvolle Afrikanerin mit flauschigem Badetuch. I<\/em><em style=\"font-style: italic;\">n das skelettierte Spiegelbild der Sch\u00f6nen ragt eine dornige rote Rose&#8230;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0061Gepa\u0308ckBouna.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8866\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0061Gepa\u0308ckBouna-900x602.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0061Gepa\u0308ckBouna\" width=\"625\" height=\"418\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0061Gepa\u0308ckBouna-900x602.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0061Gepa\u0308ckBouna-360x241.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0061Gepa\u0308ckBouna-624x417.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0061Gepa\u0308ckBouna.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>\u00a011. Juli 1985 : \u00a0Start auf der \u201eStartbahn West\u201c<\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Airbus also. Ein alter Kahn der Iberia. Die Scheiben sind dreckig. Graue Schleier \u00fcber uns, als wir auf Flugh\u00f6he steigen. Unter den sp\u00e4rlich gestreuten Passagieren einige Philippinos, auch eine alte spanisch aussehende Dame. Transit durch Spaniens verschlissene Gr\u00f6\u00dfe.Die Stewardessen schauen drein, als ob sie morgen entlassen w\u00fcrden. Deutsche Ansagen kommen vom Band.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(13.50). Die Zigarette beruhigt nicht. Ich wechsele auf die rechte Seite, verzichte auf die Stewardess mit dem lustigen Mund, weg vom Notausstieg. Friedliches Rauschen. Schlaf mein Prinzchen schlaf ein. Ein Kerl wie ein Viehhirte legt sich quer \u00fcber drei Mittelsitze. Ich mache zwei Skizzen von ihm. Die Stewardessen rollen die Wagen zum Start.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(13.58) Werde ich etwa vergessen? Babygeschrei. Endlich der Rotwein. Der Genfer See! Nach links wechseln! Die Alpen! Ich bin in einem Luftschiff. Die Voralpen sind dunkle Delphinr\u00fccken. Das erste Dia von vielen, gewiss noch im <i>Todesstreifen<\/i>. Dann liegt Matjes auf dem Teller! Unter dem rechten Fenster <i>La France..<\/i>!<i> <\/i><a title=\"\" href=\"#_ftn2\"><i>[2]<\/i><\/a> Noch ein paar Eiskristalle an der Au\u00dfenseite. Hecken und Wege, H\u00e4user wie Fliegenschiss. Da unten kann man leben. Und ich im hohen Bogen dar\u00fcber weg. In Abidjan werde ich mein schweres Gep\u00e4ck mit den Unw\u00e4gbarkeiten des Hinterlandes rechtfertigen. Rechtfertigen! F\u00fcr einen Moment sollte ich loslassen und ein Nickerchen machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Transit Madrid<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heftiger Abstieg \u00fcber Spanien. Wenigstens die Kinder lachen beim Schaukeln. Transitbereich Madrid. Spricht hier jemand eine Fremdsprache mitten im internationalen Verteiler?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei blonde Jungen, Finnen mit Pagenfrisur, stehen vor <i>Puerta 8. <\/i>Ihre Mutter, mit Bubikopf und langbeinig auf hohen Abs\u00e4tzen, verschwindet kurz im <i>Duty Free<\/i>. Sie\u00a0 kehrt zur\u00fcck, ihrer Wirkung auf M\u00e4nner sichtlich bewusst. Stress beim Hingucken. Ein Neger erscheint mit Strohhut, Sonnenbrille und \u2013 Blumen . Er fliegt tats\u00e4chlich nach Helsinki, ebenso wie zwei Chinesen. Auch mir blinkt eine Einladung, zur R\u00fcckkehr nach Frankfurt. Beim Abschied ist K. vor meinem Wangenkuss zur\u00fcckgezuckt. Warum f\u00e4llt mir das jetzt wieder ein? Ich werfe den Rest vom Schinkenbrot endlich weg und probiere den <i>Sony<\/i> aus. Er ist im Airbus hingefallen. Der Aufnahmeknopf\u00a0 klemmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Der Marokkaner <\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Nachbar, der Marokkaner Ahmed Lux, Jahrgang 1939, kennt die H\u00e4rte des Lebens. Zehn Monate des Jahres lebt er ohne Familie. Oder er bekommt sie sowieso nicht zu sehen. Sein Dienst geht von acht Uhr fr\u00fch bis elf Uhr Nachts. Wenn er L\u00e4nder miteinander vergleicht, vergleicht er die Konsumentenpreise. Er kennt sie. Und er legt wert darauf, mir zu erkl\u00e4ren, was alles verboten sei : Alkohol, Schweinefleisch&#8230; Er steht voll dahinter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir die Lichter von\u00a0 \u201eAbidjan\u201c sehen, sind es die von Lagos. \u201e<i>Trop dur\u201c, <\/i>zu hart, sagt er \u00fcber Nigeria, und f\u00fcgt an, dass sie in Afrika nicht arbeiten. Marokko sei mit allen \u00fcberkreuz . Ich habe Durst, bin m\u00fcde, im Ohr s\u00e4uselt die US-Schmonzette des Bordkinos. \u201eL\u00e4cherlich, ein Kinderfilm\u201c, meint Ahmed. \u201eEin Film soll zu denken geben.\u201c &#8211; zum Beispiel? &#8211; Nach langem Z\u00f6gern sagt er rasch, wie beil\u00e4ufig : Kriegsfilme.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Pastor Kra<\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn4\"><b>[4]<\/b><\/a><b><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lichter von <i>Abidjan<\/i> waren die von Lagos. Es ist bereits halb zw\u00f6lf nachts. Ich habe Durst und eine amerikanische Schnulze auf den Ohren. Ich bin m\u00fcde. Mein neuer Nachbar ist ein schmaler vornehmer Mann aus Abidjan. Er kehrt aus Genf von einer Welttagung der Adventisten zur\u00fcck. Als er ich ihm erz\u00e4hle, dass ich mitten in der Nacht an der Pforte der Eglise Notre-Dame im Quartier Treichville anklopfen will, l\u00e4dt er mich sofort ein, in seinem Haus zu wohnen. Ich nehme bereitwillig an, wei\u00df noch nicht, wie streng das h\u00e4usliche Reglement sein wird und dass ich es trotzdem eine Woche dort aushalte. Man trinkt keinen Kaffee, raucht nicht, isst kaum Fleisch, Alkohol ist verp\u00f6nt. Der Gottesdienst am Sonntag dauert Stunden. Es ist reiner Wortgottesdienst mit Bibellesungen und Schriftauslegung. Ich warte blo\u00df auf das Ende der Veranstaltung. Einziger Lichtblick sind G\u00e4ste aus Ghana. Deren melodi\u00f6ses Englisch ist Musik in meinen Ohren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pastor strahlt Autorit\u00e4t und Ruhe aus, pers\u00f6nliche Bescheidenheit und Verl\u00e4sslichkeit. Mit ihm assoziiere ich erst <i>Fr\u00fchchristentum <\/i>und <i>Gemeindebischof<\/i>, dann aber vor allem <i>traditionelles afrikanisches Patriarchat<\/i>. G\u00e4ste aus der Gemeinde sind erschienen, auf ihr seri\u00f6ses Erscheinungsbild bedacht. Sie erwarten Kra im n\u00e4chtlichen Salon. Als ich mich um drei Uhr zur\u00fcckziehe, werfe ich mir schon<i> falsche <\/i>S\u00e4tze vor: In Europa und Amerika sei wohl das Christentum lau \u2013 eine viel zu allgemeine Ebene f\u00fcr ihre Erfahrungen. Und gilt das \u00fcberhaupt f\u00fcr Freikirchen?<a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Kra hat mir wohl das Stichwort schon im Flugzeug in seiner Erz\u00e4hlung aus Genf gegeben. Er macht sich keine Illusionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jemand beginnt zu klagen : \u201eWir sind arm\u201c. \u201eUnd ich bin m\u00fcde\u201c, entgegne ich, erg\u00e4nze aber beg\u00fctigend: \u201eein andermal gern!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Augenzeugenbericht aus Obervolta (jetzt Bourkina Faso)<\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn6\"><b>[6]<\/b><\/a><b><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kra hat Besuch von einer Dame, der Gattin eines vom Revolutionsregime entlassenen hohen Beamten und ihrem franz\u00f6sischen Freund (Seelenfreund?). Sie berichtet lebhaft, zeigt Spass an der absurden Seite der Dinge, als ob sie manche Gedanken bereits zum Lachen reizen, bevor man sie ausspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Revolution. Ihr Mann habe noch Gl\u00fcck gehabt. Sie erl\u00e4utert den existentiellen Unterschied zwischen <i>mise en retraite<\/i> (Ruhestand) und <i>licenciement<\/i>, einer Entlassung unter Verlust aller Anspr\u00fcche, egal wie lange man im \u00f6ffentlichen Dienst gearbeitet habe. Die Lage im Land lasse aber auch Freiheiten. So h\u00e4tten sich Jugendliche, die Sammelb\u00fcchse f\u00fcr die neue \u00f6ffentliche Bed\u00fcrfanstalt in der Hand, bei ihr entschuldigt. Man m\u00fcsse auch nicht zu den allen Funktion\u00e4ren freitags verordneten sportlichen \u00dcbungen und nicht zu den Arbeitseins\u00e4tzen gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von der Entlassung ihres Mannes habe Sie im Radio erfahren, damals seien noch keine <i>Begr\u00fcndungen<\/i> hinzu gef\u00fcgt worden wie das bei den <i>licenciements<\/i> jetzt der Fall sei, etwa \u201e<i>unverbesserliches konterrevolution\u00e4res Element\u201c <\/i>\u00a0oder \u201e<i>antirevolution\u00e4re Bemerkungen in Bouak\u00e9\u201c <\/i>(C.I.!). Deshalb \u00fcberall\u00a0 der <i>deutsche Blick <\/i>und ein \u201ceh &#8230;eh&#8230; ca va\u201c (\u201emmh, es geht so\u201c). Sie habe nach der Radiomeldung sofort ihren Mann im B\u00fcro angerufen. Ein Kollege sei von seinem Nachfolger im Amt informiert<i> <\/i>worden. Emp\u00f6rend, wie umstandslos man die besten Leute entlassen habe, w\u00e4hrend die Entlassung eines <i>Boy<\/i>, eines Kochs jetzt teuer komme, umgerechnet etwa tausend Mark. Diese Leute h\u00e4tten jetzt \u00fcberhaupt Oberwasser. Der Entlassene habe sich in erpresserischer Absicht bei ihr gemeldet, als ihr Gatte in Ouagadugu nicht mehr gesehen wurde und folglich wohl ins Ausland geflohen<i> <\/i>war. Er war aber in Bobo Dioulasso.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man spendet sich Trost in der Runde: Das Land verliere seine besten Leute. Ki-Zerbo, der renommierte Historiker, wurde genannt. Der sei an der Sorbonne. Auch die \u00fcbrigen f\u00e4nden sofort eine Arbeit, blo\u00df nicht im Lande, da es selbst den internationalen Organisationen und den ausl\u00e4ndischen Botschaften in Ouaga verboten sei, die Entlassenen einzustellen. Ihr Mann warte auf seinen <i>\u00c4ckern<\/i> in Bobo darauf, dass das Regime sich m\u00e4\u00dfigt oder vielleicht &#8230; Eines Nachts sei sie in Ouaga von starkem Donner aufgewacht \u2013 noch immer herrsche zwischen null und f\u00fcnf Uhr Sperrstunde. Von einem Gewitter sei es nicht gewesen und auch von knatternden Maschinengewehrsalven klar unterscheidbar gewesen. Da habe sie das Telefon ausprobiert. Es funktionierte, also kein Putsch. Das Radio sendete zu so sp\u00e4ter Stunde ja nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die Frage nach dem\u00a0 Charakter des neuen Regimes sagt Madame: Der Pr\u00e4sident vermeidet jede Anspielung auf Kommunismus und Sozialismus, aber praktiziere sie. Es seien jede Menge Berater aus Kuba, der Sowjetunion und der DDR &#8211; nicht aus Albanien, wohl aber aus Nordkorea\u00a0 im Land. Er bereite wohl das Volk auf so ein Regime vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man diskutiert am Tisch \u00fcber den Charakter der Voltaer. Denen sei alles zuzumuten, die n\u00e4hmen alles mit einem Achselzucken hin. Die <i>Geschassten<\/i> (<i>licenci\u00e9s<\/i>) seien gegangen, die \u00fcbrigen warteten wohl ab und dienten unterdessen als abschreckende Beispiele <i>bourgeoiser <\/i>\u00a0Lebensart und Denkweise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich frage mich (leise): Sind sie es denn nicht?\u00a0 Ein Blick auf die Uhr: fast dreiundzwanzig Uhr. Die Temperatur im Raum ist angenehm, 24 Grad Celsius, Trommeln in der Ferne, die Grillen nah und deutlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bezeichnenderweise wohnt Madame in einem <i>quartier<\/i>, das heute schon Tabuzone ist. Einmal gelangte sie nur in Polizeibegleitung mit dem Wagen zu ihrem Haus zur\u00fcck. \u00dcberhaupt sei ihr Haus f\u00fcr den CDR der Beweis bourgeoisen Lebensstils. Man fragte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; <i>Ist das Ihr Haus?\u00a0 &#8230;<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>&#8211; Wieviel R\u00e4ume?<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>&#8211; 3 Zimmer, Salon, K\u00fcche, 2 B\u00e4der<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>&#8211; Mit wem wohnen Sie darin?<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>&#8211; mit meinem Mann und 2 Kindern, beide 14<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>(finstere Gesichter und die R\u00fcckfrage)<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>&#8211;\u00a0 Keine Cousinen? Keine Onkel? Keine Tanten?<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hausbesitzer erhalten keine Mieten mehr. Ausl\u00e4nder m\u00fcssen sie an die Staatskasse (<i>tr\u00e9sor<\/i>) zahlen. Die Eigent\u00fcmer werden jedoch zu Reparaturen aufgefordert. Ich m\u00f6chte wissen, ob sie schlie\u00dflich nachgeben und erhalte die Antwort, in Bobo sei das Klima noch ganz anders &#8211; \u201eOuaga ist der Tod, Bobo ist das Leben\u201c \u2013 da w\u00fcrden auch die Mieten noch gezahlt. Die Hausbesitzer machten ihren Mietern klar, dass sie sonst andere Wege finden w\u00fcrden. Gel\u00e4chter in der Runde. Kra redet immer wieder einmal vom Beten, ist spontan so oder so anger\u00fchrt, schr\u00e4nkt ein, dass die Revolution nicht nach der C\u00f4te d\u2019Ivoire kommen werde \u2013 ich denke dabei: nach Cocody ?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Wenn die Hefe des Volkes&#8230;\u00a0 <\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sch\u00f6n gesagt. Vor dem Fernseher zollt Kra ja auch <i>seinem Pr\u00e4sidenten <\/i>bei dessen Moralpredigten Beifall!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>&#8230; das Sagen hat, wenn jeder Koch sich gleich bei der Arbeitsinspektion beschweren kann, wohin soll das f\u00fchren? <\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mindestlohn von umgerechnet 5000 CFA erregt im Kreise Heiterkeit. Die Geh\u00e4lter der h\u00f6heren Funktion\u00e4re \u2013 \u00fcber 50.000 CFA &#8211; seien um die betr\u00e4chtlichen Zulagen gek\u00fcrzt worden. Die Ma\u00dfnahmen gegen die Privilegierten h\u00e4tten auch schlechte Auswirkungen auf das Volk. Viele h\u00e4tten ihre Bediensteten entlassen m\u00fcssen. Beispielsweise sei der bisher unbezahlbare Koch eines Ministers nach drei Monaten ohne Anstellung f\u00fcr F\u00fcnftausend zu haben. Kopfsch\u00fctteln. \u2013 Was f\u00fcr ein System, das den Luxus Weniger als sozial n\u00fctzlich erscheinen l\u00e4sst!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Farbensinfonie <\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder tr\u00e4gt dazu bei, aber die Frauen mehr als die M\u00e4nner, bei denen sich wei\u00dfe Hemden und beige Hosen durchsetzen. Die Muster des <i>Boubou<\/i> umh\u00fcllen die ganze Gestalt, scheinen besonders auf Fernwirkung berechnet. Manche leuchten wie exotische Blumen, andere bieten Zwischent\u00f6ne, ged\u00e4mpft wie bei farbigen Erden. Das Abendlicht spielt dabei mit.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Ich warte auf Clementine in einem libanesischen Lokal, das warme Gebl\u00e4se im Nacken. Teigtaschen duften. Von der R\u00fcckwand blickt vom Jahreskalender ein schwarzer B\u00fcrgermeister mit Sch\u00e4rpe und Glanzlichtern im Gesicht. Der Chef schnalzt mit der Zunge. Sein Weib, Drusin mit Kopftuch, kommt herein, setzt sich schweigend, lehnt sich gegen die Wand und kr\u00e4chzt mit einem Mal.\u00a0St\u00e4ndiges Hupen auf der Stra\u00dfe, man ist in Eile. Der gleichm\u00e4\u00dfige Ger\u00e4uschpegel lullt mich ein. Was, wenn es pl\u00f6tzlich stille w\u00e4re?<\/p>\n<p>Die meisten St\u00e4dter wollen nicht zur\u00fcck aufs Land. Ich ahne, warum. Erst die Stadt setzt Ziele, im <i>quartier<\/i> und dar\u00fcber hinaus. Der Kult des Geldes ist ein Kult der Potenz. \u2013 Eben jagt ein solcher erfolgreicher St\u00e4dter einem Groschen nach, der ihm weggerollt ist. Seine junge Begleiterin prangt im wei\u00dfen Kittelkleid. Clementine? Nein, die Z\u00fcge sind zu fein und ernst. Wie sie wohl heute aussieht? Gestern war sie grell getigert, ganz abgesehen von den immer frechen Z\u00e4hnen. Ich sehe aber auch ganz sch\u00f6n wild aus in Armeehose, gelbem Hemd, Muschelschmuck (Seegew\u00fcrm) und meinem frischen Bart.<\/p>\n<p>Ein Pfund Kaffee wird gemahlen. Die b\u00e4urische Drusin bewacht das l\u00e4rmende Mahlwerk.<\/p>\n<p>Da, die erste Ratte! Will doch wirklich den Stuhl hoch!<\/p>\n<p>D\u00e4mmerung. Neonlicht gegen\u00fcber. Ein korpulenter Libanese mit gepflegtem Schnauzbart zieht ab. Er hat mich lange skeptisch betrachtet. Heute Morgen hielt mich ein Passant schon f\u00fcr einen Libanesen. \u2013 \u00dcber hundert Jahre Kolonisation. Wie viele verr\u00fcckte Wei\u00dfe hat dieser Landstrich schon gesehen! Im Nachmittagsprogramm des Fernsehens trat heute wieder so einer dieser unersetzlichen wei\u00dfen Onkel auf und\u00a0 schlug vor, erst einmal \u2013\u2013 Schulen zu gr\u00fcnden, nicht zu viele, und dann k\u00f6nne man beginnen, \u201eEntwicklungshilfe\u201c zu leisten.<\/p>\n<p>Wo kommt der kleine blasse Junge pl\u00f6tzlich her? Eine schwarze <i>bonne<\/i> bringt ihn. Auf dem <i>Plateau<\/i> sah ich bereits heute fr\u00fch\u00a0 eine Schwarze mit einem wei\u00dfen Baby im Tragetuch.<\/p>\n<p>Dreiviertel Sieben. Ich habe keinen Hunger mehr, bleibe aber noch sitzen und mache weiter Notizen. Die Cola ist lau.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter: Auf einem Hocker neben einer libanesischen Kofferauslage im Halbdunkel sitzen, Reggae im Ohr. Dann auf dem <i>Ancien March\u00e9 <\/i>am <i>Boulevard du 7 Septembre<\/i> das Urbild einer s\u00e4ugenden Mutter beobachten. In den Wohnungen im 1. Obergeschoss stehen die Fenster weit offen. Neonr\u00f6hren beleuchten den kargen Wandschmuck und europ\u00e4isch blasse Tapeten.<i> Sans mousquetaire<\/i>! (Ohne Moskitonetz) \u2013 Und schon setzt sich mir was auf die Nase.<\/p>\n<p>Ich habe mir dieser Tage eine Schallplatte<a title=\"\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> (oder war es eine <i>Raub-<\/i>Kassette?) gekauft: \u201eBurning Spear No.1\u201c TT29 Stereo. Ich denke, ich werde nach drei Wochen Provinz gern in die Metropole zur\u00fcckkehren \u2013 die Leute hier stehen mir sicher n\u00e4her.<\/p>\n<p><i>\u201eStop that train, I\u2019m leaving \/ I\u2019m got to leave it, I can\u2019t take it \/ It won\u2019t be too long, whether I\u2019m right or wrong \/ Stop it for me, Stop it for me&#8230;\u201c<\/i><\/p>\n<p>Trauer und Zorn des <i>Burning Spear<\/i> treffen auch den Nerv meiner Nachbarn an der (alkoholfreien) <i>buvette.<\/i><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0043-Buvette.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8867\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0043-Buvette-900x602.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0043 Buvette\" width=\"625\" height=\"418\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0043-Buvette-900x602.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0043-Buvette-360x241.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0043-Buvette-624x417.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0043-Buvette.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_8869\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0026Treichville.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8869\" class=\"size-large wp-image-8869\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0026Treichville-900x601.jpg\" alt=\"Treichville, quartier populaire\" width=\"625\" height=\"417\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0026Treichville-900x601.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0026Treichville-360x240.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0026Treichville-624x417.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0026Treichville.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8869\" class=\"wp-caption-text\">Treichville, quartier populaire<\/p><\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0036Tr.Gassen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-8868 size-large\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0036Tr.Gassen-900x594.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0036Tr.Gassen\" width=\"625\" height=\"413\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0036Tr.Gassen-900x594.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0036Tr.Gassen-360x238.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0036Tr.Gassen-624x412.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0036Tr.Gassen.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Im Hof von Kra auf dem Plateau <a title=\"\" href=\"#_ftn10\"><b>[9]<\/b><\/a><\/h3>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Image-C.-I.-1.3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1576\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Image-C.-I.-1.3.jpg\" alt=\"Image C.-I. 1.3\" width=\"999\" height=\"673\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Image-C.-I.-1.3.jpg 999w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Image-C.-I.-1.3-300x202.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Image-C.-I.-1.3-624x420.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 999px) 100vw, 999px\" \/><\/a><\/p>\n<p><b><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Image-C.-I.-1.5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1577\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Image-C.-I.-1.5.jpg\" alt=\"Image C.-I. 1.5\" width=\"1000\" height=\"674\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Image-C.-I.-1.5.jpg 1000w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Image-C.-I.-1.5-300x202.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Image-C.-I.-1.5-624x420.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><br \/>\n<\/b><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frauen des Hauses von <i>pasteur <\/i>Kra wirtschaften, schw\u00e4tzen in ihrem Hof hinter der K\u00fcche, r\u00e4keln sich und lachen miteinander.\u00a0 Daher haben sie die Kraft, mit der sie die gestressten oder gar frustrierten M\u00e4nner stabilisieren! Sie halten sie in Schwung. Die jungen Frauen hier sind \u00fcberhaupt sch\u00f6n und rund, wenn sie nicht zu viel Schul- und Repr\u00e4sentationsdrill hinter sich haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was Afrika schw\u00e4cht, glaube ich bereits zu wissen. Was es am Leben erh\u00e4lt, m\u00f6chte ich genauer kennen lernen, nicht nur atmosph\u00e4risch sp\u00fcren. Ich stelle Benjamin Kra diese Frage gleich im Hof . Spontan nennt er die zwischenmenschlichen Beziehungen und gibt daf\u00fcr Beispiele:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vater erh\u00e4lt mit seiner Arbeit diese ganze Familie, samt der \u201eCousinen\u201c, die hier arbeiten. (&#8230;)Jeder habe so etwas in Afrika. Um seinen Vater, um seine Mutter k\u00fcmmere man sich bis zu ihrem Tode, hole sie zu sich. Jeden Sonntag treffe Vater die Dorfgenossen, die in Abidjan leben. Man mache Geldsammlungen, bespreche Probleme u. s. w..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bild, das ich von Europa entwerfe, ist vielleicht etwas krass, aber ich frage dann auch, wie man in Afrika Bettler werden k\u00f6nne. Er hat mehrere Antworten: 1. als Bettler geboren werden, 2. ohne Verwandtschaft dastehen, als Einwanderer aus dem Norden,\u00a0 ohne Qualifikation sein 3. behindert sein, etwas vernachl\u00e4ssigt werden und vielleicht zum Betteln losgeschickt werden. Die Bettler seien meist Moslems, und der Islam beg\u00fcnstige auch das Betteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Benjamin sieht in seiner Badehose jungenhaft aus, ist aber bei unserem Gespr\u00e4ch sehr ernst, wie ausgewechselt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Zweiter Ausflug solo <\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn10\"><b>[10]<\/b><\/a><b><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich suche Clementine auf, wieder in der Schule der Vorstadt SANS FIL, \u00fcberrede sie zu einer Limonade im \u201ealpha 2\u201c . Die Flasche ist erst halb leer, da sucht sie der Chef schon auf der Stra\u00dfe, wegen irgendwelcher \u201eBilanzen\u201c. Sie bricht \u00fcberst\u00fcrzt auf. Drei K\u00fcsse, einer auf den \u00fcppigen Mund. Ich schreibe gleich noch zehn Postkarten, um sie nachher beim Umsteigen auf dem <i>PLATEAU<\/i> einzuwerfen. Dort erreiche ich gerade noch den Anschluss der Linie 7, die auch am fr\u00fchen Abend selten befahren wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wozu habe ich mich beeilt? Kra bleibt bald als einziger im Salon \u00fcbrig, versunken in den franz\u00f6sischen Historienfilm, \u201eLes deux orphelins\u201c, wo auf absto\u00dfende Weise unglaublich reine Unschuld geopfert wird. Kra\u2019s Kommentar: <i>L\u2019homme sans Dieu est comme une b\u00eate, <\/i>der Mensch ohne Gott sei wie ein wildes Tier<i>.<\/i> Danke, Kra. \u2013 Die Nachricht im Fernsehen: B\u00f6ll ist tot. (17.7.)<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><b>17.7. \u2013 Zitate aus Ansichtskarten<\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn11\"><b>[11]<\/b><\/a><b><\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">An K.H.Krieg: <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kra ist ein weit gereister, offener\u00a0 Mann, der die \u00f6de Adventistenmoral auf l\u00e4ndliche, also traditionelle Weise realisiert, ein Gegensatz zu den amerikanischen und franz\u00f6sischen Missionaren, die sich hier festgesetzt haben. Ich bin weich gelandet. Sogar eine Reisebegleiterin k\u00f6nnte haben ich aus einem der tristen B\u00fcros.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">An Paul:<\/span> Farben, W\u00e4rme, Ger\u00fcche von Menschen, die einander nicht absto\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">An Karin, an Heidi G.:<\/span> Mir ist, als h\u00e4tte ich die bewussten Stiefel an<a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">An Edith W.:<\/span>\u00a0 Ich habe mich lange nicht gemeldet. Ich suche wieder einmal meinen Weg. Die f\u00fcnf Wochen an der Elfenbeink\u00fcste, ganz auf mich und die Freundlichkeit der Menschen gestellt, ist Teil dieser Suche.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Quellen\u00a0<\/strong>:\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0gro\u00dfes Notizbuch\u00a0 2-01 11.7. 1985 <a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0zum Zwischenstop in Madrid\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0 \u00a0ebd. 2,03 \u00a0 \u00a0\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0aus dem Ged\u00e4chtnis, gro\u00dfes Notizbuch\u00a0 2-04 \/11.7. 1985\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0 gro\u00dfes Notizbuch\u00a0 2-03 \u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0gro\u00dfes Notizbuch\u00a0 2-05 bis 08 \u00a0\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a>\u00a0ebd. 1,12\u00a0\u00a0 26.7. 18.10 im Cafe \u00a0\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> oder eine <i>Raub<\/i>kassette?\u00a0Es war wohl die verbogene Schallplatte aus der einzigen Plattenfabrik an der C.I. \u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a>\u00a0\u00a0ebd. 1,21-23\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> ebd. 25\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a>\u00a0 ebd. 24\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> \u00a0\u201eSiebenmeilenstiefel\u201c, mein Kinderbuch von 1948<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>BOUNA : Kleinstadt im Nordosten, eingezw\u00e4ngt zwischen der Grenze zu Ghana und dem Naturreservat<\/strong><\/h3>\n<p><b>\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/08\/Image-C.-I.-3.2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-475\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/08\/Image-C.-I.-3.2-300x202.jpg\" alt=\"Image C.-I. 3.2\" width=\"618\" height=\"417\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/08\/Image-C.-I.-3.2-300x202.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/08\/Image-C.-I.-3.2-624x420.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/08\/Image-C.-I.-3.2.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 618px) 100vw, 618px\" \/><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Issa<\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn1\"><b>[1]<\/b><\/a><\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, warum es dar\u00fcber keine Notiz gibt: Issa f\u00fchrt mich im Kreis durch die kleine Stadt. Ich bemerke das nicht<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a>. So kehren wir kurz vor dem Ziel um und gehen die ganze Strecke zur\u00fcck.<\/p>\n<p>20.Juli. Es ist ein r\u00fchriger, etwas abgerissener <i>Abidjanais <\/i>aus dem Viertel <i>Adjam\u00e9 <\/i>neben dem Kino <i>Libert\u00e9<\/i>, der sich so durchs Leben schl\u00e4gt, ein Schnorrer, der gar keine Geschenke machen kann, der mein Empfehlungsschreiben\u00a0 mitbenutzt, das er ja kennt, der sich vor mir gro\u00df aufbaut, aber bei den anderen nur als mein <i>\u00a0copain <\/i>durchgeht. Bei der Lahmheit der Lehrer und den vielen Verpflichtungen Kouassis\u00a0 ist er mir n\u00fctzlich, <i>auf freundschaftlicher Basis<\/i>, und das<i> <\/i>hei\u00dft konkret: hier ein Kontakt, da ein Essen, Unterhaltung, Zigaretten, Anerkennung, Erfolg. Dass er nicht <i>dazugeh\u00f6rt<\/i> und mich als <i>Eintrittskarte<\/i>n\u00fctzt, bekam ich erst einmal gar nicht mit. als ich es merke, bin ich ver\u00e4rgert. Und dass er damit als Verg\u00fctung zufrieden sein wird, nehme ich ihm noch nicht ab, so wenig wie die erkl\u00e4rte<i> honte<\/i> wegen der verpatzten Kuppelei. Ich habe \u00fcbrigens keine Probleme damit.<\/p>\n<p>21.Juli. Als wir die junge Frau aufsuchen, sind wir schon wieder vers\u00f6hnt. Und ich sage ihm in <b><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/08\/Image-C.-I.-2.3-202x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/08\/Image-C.-I.-2.3-202x300.jpg\" alt=\"Image C.-I. 2.3\" width=\"202\" height=\"300\" \/><\/a><\/b>aller Freundschaft, er sei der erste und der letzte <i>guide<\/i>, von dem ich mir etwas gefallen lasse. Bis dahin habe ich aber noch einiges zu lernen: meine eigenen Entscheidungen zu treffen &#8211; das wird einfach erwartet &#8211; mich aber nicht unter Druck zu setzen. Und ich muss fremde W\u00fcnsche auch klar abwehren, wenn sie mir zu weit gehen, ohne mir deswegen Vorw\u00fcrfe zu machen.<\/p>\n<p>Issa erkl\u00e4rt mir auf meine Frage, dass er augenblicklich zwei Herren diene, dass er heute vormittag Geldgesch\u00e4fte mit dem soignierten Herrn \u2013 erkennbar an seinem auff\u00e4lligen Z\u00e4hnefletschen \u2013 get\u00e4tigt habe. Man erwarte gerade f\u00fcnfhundert S\u00e4cke aus Abidjan, der Bus habe aber heute keinen Platz gehabt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Vier Lehrer<\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn3\"><b>[3]<\/b><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese armen, sozusagen strafversetzten Baule! \u00a0Zu viert bewohnen sie ein Haus. Kouassi erkl\u00e4rt mir auf meine Fragen hin, die Lehrer h\u00e4tten im Zeichen der Krise die kostenlosen H\u00e4user verloren, dagegen erfolglos gestreikt. Nun mieteten sich sich wie diese Junggesellen etwas gemeinsam und seien unzufrieden. Deshalb t\u00e4ten sie nichts an den H\u00e4usern. Ich finde, dass sie es damit \u00fcbertreiben: Nicht einmal ein gemeinsamer Spiegel im Bad, auf jeden Fall in der K\u00fcche, im <i>salon<\/i> und in meinem Zimmer keine Fliegengitter, vor der T\u00fcr der beiden besseren Zimmer Putzt\u00fccher, wohl gegen die M\u00fccken.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Image-C.-I.-2.5.1-6BounaLehrer..jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8865\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Image-C.-I.-2.5.1-6BounaLehrer.-900x607.jpg\" alt=\"Image C.-I. 2.5.1-6BounaLehrer.\" width=\"625\" height=\"422\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Image-C.-I.-2.5.1-6BounaLehrer.-900x607.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Image-C.-I.-2.5.1-6BounaLehrer.-360x243.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Image-C.-I.-2.5.1-6BounaLehrer.-624x421.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Image-C.-I.-2.5.1-6BounaLehrer..jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a>In der Arbeit treffen sie mit Europ\u00e4ern zusammen. Nguessan Login meint, die k\u00e4men doch nur, <i>pour s\u2019enrichir. <\/i>Es gibt keine Bibliothek. Lozin beklagt fehlende <i>documentation.<\/i>Frauen kriegen sie hier im Norden keine. In den Ferien wagen sie sich nicht nach Hause, weil sich dann die Forderungen aller Verwandten \u00fcber sie ergie\u00dfen.<\/p>\n<p>Emanuel liest Konan aus der <i>Fraternit\u00e9 Hebdo <\/i>vor \u2013 oder umgekehrt. Was ich h\u00f6re, sind \u00f6de Phrasen. Eine Kostprobe<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a>:<\/p>\n<p>\u201ePremiere Semaine du Houphouetisme Ivoirien &#8211;\u00a0Th\u00e8me:\u00a0 Contribution de la jeunesse au maintien de la paix. \u00a0&#8230; Aider nous aider nos n\u00e9cessiteux par vos dons de v\u00eatements\u00a0et chaussures\u201c <a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0 (Beitrag der Jugend zur Erhaltung des Friedens &#8230;\u00a0Helft uns, die Notleidenden durch Kleiderspenden zu unterst\u00fctzen)<\/p>\n<div>\n<p>Die Schulabg\u00e4nger haben schlechte Berufsaussichten. Man l\u00e4sst neuerdings viele von ihnen in den Abschlusspr\u00fcfungen durchfallen, f\u00fcnfundzwanzig Prozent das letzte Mal. Die Anweisung\u00a0dazu sei \u201evon ganz oben\u201c gekommen.<\/p>\n<\/div>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Yao Kuao Victor, Police Fronti\u00e8re Bouna B.P.137<\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn6\"><b>[6]<\/b><\/a><\/p>\n<p>Victor sagt, ich sei f\u00fcr einen Touristen zu intelligent.\u00a0 Meinen silbernen Ohrstecker \u2013 f\u00fcr afrikanische M\u00e4nner \u201eundenkbar\u201c \u2013 h\u00e4lt er f\u00fcr ein Symbol oppositioneller Haltung. Damit g\u00e4be ich der Jugend ein schlechtes Beispiel. Bildung, <i>instruction<\/i>, ist f\u00fcr ihn gleichbedeutend mit Liebe zum Vaterland, Treue zur Regierung und dem <i>sacrifice de la vie <\/i>im Kriegsfall. Er entschuldigt sich wegen seiner \u201eZudringlichkeit\u201c oder der Direktheit seiner Fragen. Er nimmt sie offenbar sehr ernst und denkt nach. Von der Polizei sagt er, ihre Reife wachse mit der der Bev\u00f6lkerung. \u201e<i>Si je te dis, ton passeport n\u2019est pas en ordre, tu ne l\u2019accepteras!\u201c<\/i> Mangelnde Bildung sei das gr\u00f6\u00dfere Problem als die Einsch\u00fcchterung. Die anderen am Tisch glauben ihm nicht. Ich komme ihm mit dem Argument zur Hilfe, jede unbeschr\u00e4nkte, unkontrollierte Macht werde missbraucht. Er hat wieder Oberwasser und wendet sich an einen Nachbarn, als es um das Befolgen m\u00f6glicherweise ungerechter Befehle geht: \u201edu drehst den Leuten ja auch den Strom ab, wenn sie die Rechnung nicht bezahlt haben.\u201c<\/p>\n<p>Ein draufg\u00e4ngerisch wirkender junger Mann mokiert sich \u00fcber den <i>flic<\/i> und sagt, Victors Vater \u2013 als Soldat ohnehin \u201eM\u00f6rder\u201c \u2013 sei verdienterma\u00dfen im Krieg umgekommen. Womit er sein Geld verdient, will er mir nicht sagen. Er l\u00e4chelt vielsagend. Schmuggel? Er hat \u00fcbrigens M\u00fche mit meinem Namen:<i> von Maier, Monsieur Hitler, Monsieur Hitler-von Maier<\/i>\u00a0 &#8211; bis ich ihm <i>Graeve <\/i>auf den Tisch schreibe. <i>Gr\u00e8ve<\/i>, wirft Victor ein, das traue er mir zu, das passe zu mir. Das Bier zu 300 die Flasche trinkt sich von alleine. Den jungen Draufg\u00e4nger kommt seine Frau abholen. Sie ist klein, energisch \u2013 und bereits sauer. Doch sie l\u00e4sst sich f\u00fcr einen Moment zum Hinsetzen bewegen und gibt mir beim Abschied sogar die Hand.<\/p>\n<p>Dass ich schon lange verheiratet bin und schon wieder geschieden, beeindruckt den Kleinen. Ob er vielleicht zu fr\u00fch geheiratet habe, fragt er mich. Das m\u00fcsse er schon selbst herausfinden. Morgen besuche ich ihn auf der Station.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>M\u00e4nnerprobleme<\/b><\/p>\n<p>\u201e<i> J\u2019ai\u00a0 mis ton m\u00e9dicament au lit\u201c, <\/i>t\u00f6nt es in afrokubanischer Verpackung aus dem Radio.\u00a0Bei den Lehrern im K\u00fchlschrank finde ich eine gro\u00dfe Packung Valium und Multivitamine!<\/p>\n<p>Kouassi r\u00e4umt generall Probleme mit Frauen ein, nicht nur mit denen, die selber Geld <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/C.I.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1574 alignright\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/C.I-201x300.jpg\" alt=\"C.I\" width=\"336\" height=\"500\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/C.I-201x300.jpg 201w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/C.I-624x927.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/C.I.jpg 672w\" sizes=\"auto, (max-width: 336px) 100vw, 336px\" \/><\/a>verdienen. Seine\u00a0 <i>femme illettr\u00e9 <\/i>\u00a0aber sei zwar folgsam, \u201eversteht den Mann jedoch nicht\u201c.\u00a0Kouassi hat eine <i>camarade <\/i>aus Bourkina, wohl um das Junggesellenelend zu vermeiden, und von ihr zwei neue Blagen (Rotznasen), eins und drei.\u00a0 Er hat n\u00e4mlich schon vier Kinder zu versorgen: einen Sechsj\u00e4hrigen\u00a0 mit Nabelbruch, zwei tanzfreudige T\u00f6chter und eine ernste Vierzehnj\u00e4hrige. Die Frauen sind hier eben appetitlich und fruchtbar. Die Br\u00fcste der jungen M\u00fctter sind bei der Hitze nur leicht umwickelt. Der \u00e4lteste Junge im Haushalt ist \u00fcbrigens ein Neffe, den er aus Familienverpflichtung \u00fcbernommen hat.<\/p>\n<p>Die aufgerissene Plastikhaut der Sesselgarnitur scheint niemanden zu st\u00f6ren. Die Kinder haben wohl noch mit den Fingern im Schaumstoff\u00a0 gepuhlt. Ich puhle schon selber.\u00a0Nebenan eine K\u00fcche voller Leben. Die Frauen a\u00dfen gerade, als ich allein hereinkam. Kouassi stellte das Auto noch ab.<\/p>\n<p>Getrennte Welten! So kann der Vater sein Geld versaufen. Ich bringe au\u00dfer Bier \u2013 \u201ewir M\u00e4nner trinken zu viel\u201c \u2013 auch Sirup mit. Auch der wird weggeschlossen in den <i>Frigidaire<\/i>, der \u00fcbrigens v\u00f6llig vereist ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>En brousse\u00a0<\/strong><\/em>mit Moniteur Joseph\u00a0<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-admin\/post.php?post=172&amp;action=edit#_ftn7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Am Beginn der Tagestour steht ein l\u00e4ngeres Arbeitsgespr\u00e4ch mit den Mitarbeitern des St\u00fctzpunkts. Woran ich mich noch erinnere, ist einmal der junge Mann in der Mitte, der selbstbewusst Forderungen anmeldet (Ging es auch um Vorschuss?) <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/C.I.-Dia-0085-Verhandl..jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1575\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/C.I.-Dia-0085-Verhandl.-300x202.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0085 Verhandl.\" width=\"580\" height=\"391\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/C.I.-Dia-0085-Verhandl.-300x202.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/C.I.-Dia-0085-Verhandl.-624x420.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/C.I.-Dia-0085-Verhandl..jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a>Dann der Bauer, der f\u00fcr ein Medikament gegen den Malaria-Anfall gekommen ist. Er wird uns den ganzen Tag \u00fcber als Bild bescheidenenen Jammers\u00a0 begleiten, bis wir endlich bei seinem Feld vorbeikommen und er die verabredeten K\u00fcrbisse holen kann. Dann gibts auch die Tabletten.<\/p>\n<p>Einmal muss Joseph den Bauer f\u00fcr das Monitoring erst holen. Man setzt mich mitten im Dorf\u00a0 bei den Stra\u00dfenverk\u00e4ufern ab. Es ist, als ob ich mich neben eine Ameisenstra\u00dfe gesetzt h\u00e4tte. Ich kaufe kleine s\u00fc\u00dfe Brote. Eine alte Frau kommt, l\u00fcftet ihr Obertuch und zeigt mir ihren von vielen Geburten schlaffen Bauch, sie l\u00e4chelt. Ich gebe ihr eins ab mit der Geste\u00a0 der Austeilung. Ein Radler fragt nach Geld. &#8211; \u201eIch bin selber nicht reich.\u201c &#8211; \u201ePas un franc, pas 25 francs?\u201c Er f\u00e4hrt gru\u00dflos weiter, mit der Fahrradschelle die Kinder beiseite scheuchend. Die kleinen Kinder haben eher dicke B\u00e4uche, aber normale Glieder . Ich bin kein Experte, aber werde immer Nahrung in der Tasche haben! Eine Frau hat ihr Kind kurz auf den Boden gesetzt, jetzt quengelt es ein wenig auf ihrem R\u00fccken. Ein anderer Mann kommt vorbei und fragt mich nach meinem <i>carnet de touriste<\/i>. Er m\u00f6chte die L\u00e4nder wissen, die ich <i>gemacht <\/i>\u00a0h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Ein wenig mit dem <i>Sony <\/i>zu spielen vermittelt einen Moment der Entspannung. Bei Sonne funktioniert das Radio eigentlich schlecht, doch nun bringt es \u201e<i>Je suis femme liber\u00e9e\u201c. <\/i>Na<i> <\/i>also.<\/p>\n<p>Rauchen, um Besch\u00e4ftigung vorzut\u00e4uschen. Zwei-, dreimal unauff\u00e4llig die Leute aus der Entfernung fotografieren. Mopeds rauschen vorbei. Ohne Mitfahrerpedal, notiere ich. Von ferne h\u00f6re ich die Motoren auf der Piste. Vorhin hat unsere <i>camionette <\/i>fast hundert Stundenkilometer geschafft und eine riesige Staubfahne hinter sich hergezogen. Im Sonnenschein fallen ein paar Regentropfen. Es ist jetzt gegen zehn Uhr k\u00fchl, vielleicht 22 Grad.<\/p>\n<p>Eine B\u00e4uerin hat einen Nackedei auf dem Arm. Kinder rufen einem vor\u00fcber fliegenden Hubschrauber nach. Debela, der zweite Bauer, auf den wir warten , kommt nicht, also gehen wir mit dem, der gekommen ist, weg.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Dia-C.I.Instruktor.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-3446 alignleft\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Dia-C.I.Instruktor-300x189.jpg\" alt=\"Dia C.I.Instruktor\" width=\"300\" height=\"189\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Dia-C.I.Instruktor-300x189.jpg 300w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Dia-C.I.Instruktor-1024x646.jpg 1024w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Dia-C.I.Instruktor-624x394.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/1985\/07\/Dia-C.I.Instruktor.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><b><i>\u201eTaper un peu, et on peut semer\u201c<\/i><\/b><\/p>\n<p>Kinder spielen. Wenn ein Kleiner schreit, wird sofort von ihm abgelassen oder eine Schwester kommt herbei. <i>Mami<\/i>, der zweitgr\u00f6\u00dfte, vielleicht drei, erbettelt bei der Mutter ein paar K\u00f6rner und rennt wieder zu den Geschwistern. Mutter regiert von ferne. Ein Hund erscheint.<\/p>\n<p>Jetzt um elf Uhr ist es bereits heiss, trotz leicht verhangener Sonne. Es wird in Reihe ges\u00e4t. Es geht um die <i>richtige <\/i>Verteilung der D\u00fcngerk\u00f6rner ????im Boden. Mit einer Astgabel, mit der Machete grob zurecht zu hauen, den Abstand f\u00fcr die <i>Aussaat<\/i> festlegen, ein wenig in den Boden dr\u00fccken und dann das K\u00f6rnchen s\u00e4en. Joseph f\u00fchrt vor. Die B\u00e4uerin staunt. Die vorbereiteten St\u00f6cke sind zu gro\u00df geraten, zu dick. Dennoch: \u201eIl faut tous mobiliser!\u201c \u2013 \u201eMan muss sie alle mobilisieren!\u201c \u2013 Ich denke nur: Muss man jetzt schon den Bauern das S\u00e4en beibringen? Neue Kinder sind dazu gekommen, eins davon spielt die ganze Zeit \u00fcber mit einer Hacke. Die zeichne ich: Sie ist aus einem gebogenen Ast geschnitten. Der\u00a0Dorfschmied\u00a0 hat in einen nat\u00fcrlichen Knubbel vorn eine Eisenklinge geschlagen.<\/p>\n<p>Der <i>Moniteur <\/i>Joseph, ein Baule, ist erst seit zwei Monaten am Ort, war die ersten\u00a0 zwei Jahre in diesem Job in Boundoukou. Er hat noch Schwierigkeiten mit der Sprache, kann nur wenig Dioula. In diesem Dorf leben Koulango und Lobi. &#8211; Ich habe mir gestern bereits ein Arbeitsthema f\u00fcr ein Lizenziat notiert, \u201ein f\u00fcnf Wochen zu schaffen\u201c: \u201eEthnien und Stadtgeografie Bounas \u2013 Koulango, Dioula, Lobi\u201c.<\/p>\n<p>Joseph hat \u00fcbrigens eine Studie (als Leitfaden?) von der Weltbank dabei, aus der ich mir die verheerende Bilanz abschreibe. \u00dcber den \u00fcbrigen Inhalt vermag ich nichts zu sagen (2010):<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">\u201eVulgarisation Agricole \u2013 Le Systeme de Formation et des Visites\u201c <\/span>von Daniel Benor et James Q.Harrison, Banque Mondiale, Mai 1977, 1818 H Street, N.W.Washington D.C. 20433,U.S.A. &#8211;\u00a0Die Autoren nennen schonungslos die Probleme, die sie nach den ersten drei Jahren Erprobung 1977 festgestellt haben:<\/p>\n<p>Der <i>Moniteur <\/i>habe vor allem zu viele Vorgesetzten. Er m\u00fcsse h\u00e4ufig zwei oder sogar drei Vorgesetzten Bericht erstatten, die untereinander um die Kompetenzen stritten. Er habe zu viele Nebenaufgaben, man betraue ihn &#8211; mindestens f\u00fcr kurze Zeit \u2013 mit Aufgaben, die nichts mit der Landwirtschaft zu tun h\u00e4tten, weil er eben einer der ganz wenigen Regierungs-funktion\u00e4re sei, die auf lokaler Ebene arbeiteten. Die Autoren nennen besonders Versorgung (approvisionements) und die \u201eexzessive\u201c Sammlung von statistischen Daten <i>\u201epour n\u2019importe qui\u201c, <\/i>f\u00fcr alle m\u00f6glichen Leute.\u00a0Die <i>agents de vulgarisation <\/i>betreuten \u00fcberdies zu gro\u00dfe\u00a0 Zust\u00e4ndigkeitsbereiche. Dabei stehe ihnen h\u00e4ufig nicht einmal ein eigenes Fahrzeug zu Verf\u00fcgung. Deshalb m\u00fcssten viele ihre Bem\u00fchungen auf die gr\u00f6\u00dften Agrarproduzenten <i>(\u201eexploitations agricoles les plus importantes\u201c<\/i>) beschr\u00e4nken.\u00a0Gew\u00f6hnlich h\u00e4tten sie keinen Arbeitsplan und wenn doch, seien die Zielvorgaben vorab festgelegt und nicht den lokalen Bedingungen angepasst, dabei entweder unrealistisch oder so vage, dass die nicht zur Bewertung (<i>evaluation<\/i>) der erzielten Ergebnisse taugten.\u00a0Sie seien schlecht bezahlt, erhielten eine schlechte Ausbildung und seien von der Forschung abgeschnitten.<\/p>\n<p>Nun l\u00e4uft das Programm also schon zehn Jahre und es sieht hier in Bouna nicht so aus, als ob sich irgendetwas daran zum Besseren ge\u00e4ndert h\u00e4tte. Was ich vor mir sehe, bleibt mir als Farce und als typischer Fall von <i>Entwicklungshilfe <\/i>im Ged\u00e4chtnis<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Busbahnhof<\/strong><a title=\"\" href=\"#_ftn8\"><span style=\"text-decoration: underline;\">[8]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Sie bringen mich fr\u00fchmorgens zum Busbahnhof (\u201e<i>gare routiere<\/i>\u201c), Issa und die Anderen. Da sitzen sie nun zusammen, jeder mit seiner beruflichen Misere: die Lehrer , deren Diplome den Sch\u00fclern keine Perspektive er\u00f6ffnen und der Agronom, dem Weltbank und Regierung Berichte abverlangen, die sie jedoch nicht zu lesen scheinen. Sie sitzen und schlagen die leere Zeit tot. M\u00e4nnerwelt!<\/p>\n<p>Noch ein Bier <i>\u00e0 la gare. <\/i>Eine gewisse Spannung Der gro\u00dfe Lange muss noch etwas loswerden. Er hat es \u00fcbel vermerkt, dass ich ihn \u201eradikal\u201c (wenn auch scherzhaft) nannte, als er den <i>flic <\/i>herabputzte. Er spricht mich beim Eintreten mit \u201eMonsieur Graeve\u201c an und kommt gleich darauf zu sprechen. . Im Weggehen fertige ich sie schroff ab. Sie ziehen mich nur ein bisschen wegen meiner Taschenlampe auf. Ein Birnchen daf\u00fcr gebe es wohl nur in Abidjan. Die Brauen hochgezogen, sage ich so arrogant wie nebul\u00f6s: \u201equ\u2019il faut s\u2019adapter qu\u2019on est en Afrique\u201c. (\u201eMan muss sich in Afrika an die Gegebenheiten anpassen\u201c)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Der kleine\u00a0<i>instituteur<\/i><\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn2\"><b><i>[10]<\/i><\/b><\/a><\/p>\n<p>Der kleine\u00a0<i>instituteur<\/i>\u00a0Patrice wartet mit mir in Sichtweite des\u00a0<i>camion\u00a0<\/i>nach Ferk\u00e9, ein etwas zu stiller, herumh\u00e4ngender Typ. Gestern h\u00e4ngte er sich noch in seiner Mimik an den gro\u00dfen Adou. Mit meiner Energie kriegen wir auch noch zwei Gl\u00e4ser zur Dose Ananassaft. Patrice st\u00f6hnt \u00fcber den Preis und l\u00e4sst dem Kind an der Theke keinen Sou extra. In den vier Jahren Bouna ist er \u00fcber Telimi nicht hinausgekommen. Seine<i>\u00a0camarade<\/i>\u00a0geht noch zur Schule. Erst danach will er sie heiraten. (Na, auf keinen Fall eher!)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Ein Sinnbild Afrikas<\/b><\/p>\n<p>Eine Bretterbude, auf der Frontseite ein Schaufenster, mit Unterhaltungselektronik, Firlefanz und Medikamenten gef\u00fcllt. Und hinter der Bude ein kahles, mit Abf\u00e4llen \u00fcbers\u00e4tes Grundst\u00fcck.<a title=\"\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a020.7. sp\u00e4t\u00a0 ebd.33 \u00a0 \u00a0\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0ein Ergebnis von Dunst und hochstehender Sonne \u00a0 \u00a0\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0ebd. 34 \u00a0 \u00a0\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0ein paar Tage fr\u00fcher notiert \u00a0ebd. 08 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0kl.Notizbuch 1, 08-19 \u00a0 \u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a>\u00a0\u00a0 ebd. 38-39 \u00a0\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a>\u00a01- 48bis 51 \u00a0 \u00a0\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a>\u00a0\u00a01-46-47 \u201e12.Tag, 23.7. 7.45\u201c \u00a0 \u00a0\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a>\u00a01-45 unten \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[10]<\/a>\u00a0\u00a01-54\u00a0 Mi. 24.7.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0104-Komoe\u0301Park.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-8864\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0104-Komoe\u0301Park-360x241.jpg\" alt=\"C.I. Dia 0104 Komoe\u0301:Park\" width=\"620\" height=\"415\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0104-Komoe\u0301Park-360x241.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0104-Komoe\u0301Park-900x602.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0104-Komoe\u0301Park-624x417.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/C.I.-Dia-0104-Komoe\u0301Park.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><em>Como\u00ea &#8211; einer der seltenen landschaftlichen H\u00f6hepunkte, in wenigen Augenblicken \u00fcberquert<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0\u00a0 ENDE DES ERSTEN TEILS &#8211; neu 29.3.2018<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorwort In China, Kenya, Senegal und Algerien war ich bereits gereist, aber dieses Mal zog ich allein los. Ich fuhr im Juli und August 1985 ohne festen Plan mit Bus und Buschtaxi durch die Elfenbeink\u00fcste (C\u00f4te d\u2019Ivoire). Ich\u00a0besuchte niemanden, wurde nirgends erwartet und f\u00fchlte mich doch\u00a0sicher, zumindest\u00a0au\u00dferhalb der Metropole Abidjan. Damals lebte man auf dem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,243],"tags":[],"class_list":["post-172","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reisebilder","category-cote-divoire-elfenbeinkueste-kamerun"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=172"}],"version-history":[{"count":42,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/172\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13438,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/172\/revisions\/13438"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}