{"id":15662,"date":"2024-03-22T15:38:55","date_gmt":"2024-03-22T14:38:55","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=15662"},"modified":"2024-04-08T20:25:25","modified_gmt":"2024-04-08T18:25:25","slug":"wiegmanns-berglandschaft-einfuehrung-in-die-realistische-topografische-betrachtungsweise","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=15662","title":{"rendered":"Wiegmanns  \u201arealistische\u2019 Behandlung der Berglandschaft"},"content":{"rendered":"<p>Die Berglandschaft \u00a0&#8211; Einf\u00fchrung in die \u201arealistische\u2019, topografische Betrachtungsweise\u00a0\u00a0 2.12.23<\/p>\n<p>Mein Dachfenster in der Berner Studentenklause an der Bantigerstra\u00dfe ging direkt nach S\u00fcden. Von dort aus schwebten Eiger, M\u00f6nch und Jungfrau in dunstiger Ferne , bei gutem Wetter, wie das bei Viertausendern \u00fcblich ist.<\/p>\n<p>Als ich dem altvertrauten Kunstlehrer auf dem Bahnhofsvorplatz begegnete und ihn auch in Beatenberg \u00fcber dem Thunersee besuchte, waren die Berge des Berner Oberlands ganz nah und m\u00e4chtig.<!--more--><\/p>\n<div id=\"attachment_15364\" style=\"width: 285px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15364\" class=\"size-medium wp-image-15364\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt-275x360.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt-275x360.jpg 275w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt-687x900.jpg 687w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt-624x817.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt.jpg 840w\" sizes=\"auto, (max-width: 275px) 100vw, 275px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15364\" class=\"wp-caption-text\">L 36 (oben) Ecke in der Frankfurter Atelierwohnung.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe Wiegmanns Aufenthalte im Hessischen Ferienhotel nur zwischen 1968 und 1972 rekonstruieren k\u00f6nnen. nach unserer Korrespondenz\u00a0 in Beatenberg.<\/p>\n<p>Manchmal war der Firnis noch nicht durchgetrocknet, wenn der ihm gew\u00e4hrte Aufenthalt zu Ende ging, In der ebenso beengten Atelierwohnung in Frankfurt setzte er die Arbeit an seinen Entw\u00fcrfen und Bildern fort. Wir unterhielten uns dort \u00fcber die Bilder auf der Staffelei; leider machte ich mir dazu keine Notizen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unsere Freundschaft hatte eine \u201echinesische\u201c Schlagseite. Romane, Schattenspiel, die 1937 mitgebrachte Sammlung an Neujahrsdrucken (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2207\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>) und Anekdoten und Fotos unterf\u00fctterten unsere Sympathien f\u00fcr das vom Imperialismus gebeutelte Land. Die atemberaubend steilen Schluchten des Huashan-Massivs, die wie Nester angeklebten Kl\u00f6ster und die knorrigen Bergkiefern genossen wir auf den Papierabz\u00fcgen der Fotografin Hedda Hammer, Wiegmanns Nachbarin in Peking oder wie es damals hie\u00df Peiping.<\/p>\n<p>Ich erbte von ihm eine antike Malschule \u201eSenfkorngarten\u201c aus China. In seinem Nachlass fanden sich 2017 programmatische Notizen zur klassischen Landschafts-Malerei. Die hatte er 1936 als Assistent des franz\u00f6sischen Sammlers J-P. Dubosc studiert. Der Maler Wang Yuan-ji (Wang Lu-ting) wurde sein Alter Ego.<\/p>\n<p>Die Wiederentdeckung der Landschaftsstudien Wiegmanns kann also direkt an seinen chinesischen Notizen ankn\u00fcpfen und sich mit entprechenden Fotos verbinden, aber auch an Wiegmanns Vorbildern an Landschaftsmalern Europas: Cezanne, Max Liebermann u.a.. Ich bin f\u00fcr jeden bisher \u00fcbersehenen Bezug dankbar.<\/p>\n<p>Von meiner Reise 2010 auf seinen Spuren\u00a0 brachte ich touristische Panoramen von verschiedenen lokalen Bergbahnen mit. Sie zeigen das Massiv des Niederhorns \u00fcber Beatenberg, die Umgebung des \u201eDreigestirns\u201c Jungfrau, Eiger und M\u00f6nch, sowie die Bergketten s\u00fcdwestlich des Thuner Sees in unterschiedlichen Vogelperspektiven. Sie erlauben belastbare Hypothesen zu den auf den Bildern dargestellten Gipfeln und Bergmassiven.<\/p>\n<p>Ich war bald erstaunt, wie realistisch Wiegmanns \u00d6lstudien die Topografie der Region in seine Kompositionen transponiert hat. Angesichts seines freien Umgangs mit den sich je nach fiktivem Standpunkt ver\u00e4ndernden Proportionen, etwa der Wasserfl\u00e4che des Thuner Sees, hatte ich einen \u201aphantasievolleren\u2019 Umgang mit den topografischen Realit\u00e4ten erwartet. So aber erweist sich diese au\u00dfergew\u00f6hnliche Umgebung als sein \u201aLabor\u2019.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Berglandschaft \u00a0&#8211; Einf\u00fchrung in die \u201arealistische\u2019, topografische Betrachtungsweise\u00a0\u00a0 2.12.23 Mein Dachfenster in der Berner Studentenklause an der Bantigerstra\u00dfe ging direkt nach S\u00fcden. 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