{"id":15334,"date":"2024-01-29T17:19:04","date_gmt":"2024-01-29T16:19:04","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=15334"},"modified":"2024-04-13T22:59:46","modified_gmt":"2024-04-13T20:59:46","slug":"max-liebermann-der-deutsche-impressionist-1995-lektuere","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=15334","title":{"rendered":"&#8222;Max Liebermann &#8211; der deutsche Impressionist&#8220; (1995)  Lekt\u00fcre"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span style=\"color: #ff0000;\">F\u00dcR EINEN ZWEITEN BLICK AUF MAX LIEBERMANN \u2013 VOM MALERISCHEN HER.<\/span><\/h3>\n<p><strong>Bis auf die beiden letzten Abs\u00e4tze meiner Reportage habe ich mir nichts vorzuwerfen<\/strong>. Der Bericht (<strong><span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=522\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a><\/span> zu &#8222;Zu Max Liebermann an den Wannsee in Berlin&#8220;<\/strong> (2009) gab eben den Besuch eines radikalen \u2018Kunstkommissars\u2019 an einer gro\u00dfb\u00fcrgerlichen \u2018Pilgerst\u00e4tte\u2019 wieder.<\/p>\n<p>Malerproblemen stand ich immer wieder fremd gegen\u00fcber. Der intime Umgang mit Fritz Wiegmanns kleinformatigen Landschaften veranlasst mich, seine Maltechnik mit Hilfe unterschiedlicher Perspektiven von K\u00fcnstlern einzukreisen und damit besser zu \u2018verstehen\u2019 <strong>(<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=14635\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<\/strong>.<\/p>\n<p>Da kommt <strong>eine Monographie<\/strong> gerade recht, die ich in einem Antiquariat aufst\u00f6bere: \u201c<em><strong>Nichts tr\u00fcgt weniger als der Schein\u201d <\/strong><\/em><strong>Max Liebermann der deutsche Impressionist<\/strong> <strong>\u2013 Ausstellung in der Kunsthalle Bremen vom 16.Dezember 1995 bis 24. M\u00e4rz 1996\u2033 (Verlag Hirmer).<\/strong> <!--more--><strong>Ich verschiebe das kunsttheoretische Kapitel<\/strong> voll von pr\u00e4gnanten Formulierungen, die Fritz Wiegmann vermutlich unterschrieben h\u00e4tte &#8211; den <strong>Essay von Andreas Kreul \u201c<\/strong><em><strong>Graue Natur in bunter Theorie\u201c<\/strong><\/em><strong> bietet<\/strong> \u201c<strong><em>Notizen zum pers\u00f6nlichen Impressionismus Max Liebermanns<\/em><\/strong>\u201c &#8211;\u00a0\u00a0 an <strong>die zweite Stelle<\/strong>, weil der Text nicht mit Illustrationen aufzulockern ist.<\/p>\n<p>Zudem habe ich den Autor Kreul\u00a0 zweimal vergeblich angeschrieben. Ob er an meinem Vorgehen keinen Gefallen findet oder an seinem fast zwanzig Jahre alten Text nicht mehr interessiert ist, kann ich nicht beurteilen.\u00a0 Zu seinem Trost: in den zehn verflossenen Wochen wurde er gerade 9 x angeklickt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">\u00a0<strong>Gv. 13. April 2024<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h2>FARBE UND LICHT &#8211; DER GARTEN DES K\u00dcNSTLERS 1916-30\u00a0\u00a0 Dorothee Hansen,<\/h2>\n<p><em>Die Bilder und die Beobachtungen stehen im Vordergrund. Die kompakten Einleitungen zu Liebermanns malerischen Themen gehen die auf reichlich angebotene Abbildungen ein. Hansen veranschaulicht Liebermanns kunsttheoretischen Anspruch, dass Kunst und Handwerk identisch sind: \u201eNicht in der Idee, sondern in der Ausf\u00fchrung der Idee liegt die Kunst.\u201c (222)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><u>\u00a0<\/u><u>Hansen:<\/u> (208) &#8230;. Am sommerlichen Garten &#8230;. interessierte Liebermann die volle Kraft der satten Farben. <span style=\"color: #ff0000;\">Die verschiedenen Ansichten malte er meist in mehreren Versionen.<\/span>. Die Bilder haben dann zuweilen fast seriellen Charakter. Es kommt dem Maler dabei vor allem auf die Malerei an, obwohl er immer von dem Gesehenen ausgeht. <span style=\"color: #ff0000;\">\u201e<em>Was in den Wannseebildern wirkt, ist die St\u00e4rke der malerischen \u00dcbersetzung.<\/em>\u201c<\/span> (<u>Erich Hanke)<\/u><\/p>\n<p><u>Hansen:\u00a0<\/u> Liebermann entwickelte in den Gartenbildern eine \u00e4u\u00dferst variable Pinselschrift. Bisweilen malte er mit d\u00fcnnerer Farbe in breiten gro\u00dfen Strichen (1923 Kat.65 49,5x 74,5). Vor allem liebte er aber die pastose Farbe, die er in kurzen Pinselhieben oder mit dem Spachtel auftrug (um 1928 <strong>Kat<\/strong>.<strong>67<\/strong> 1928 74,5&#215;76,5) \u2013 (<em>trocken, bewegt, wei\u00df oder rot zuletzt aufgetragen? )<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_15345\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0001-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15345\" class=\"size-large wp-image-15345\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0001-1-900x676.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0001-1-900x676.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0001-1-360x270.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0001-1-624x469.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0001-1.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15345\" class=\"wp-caption-text\">Kat. 67. p.216 Wannseegarten 1928 (Abb. rechts und links leicht beschnitten)<\/p><\/div>\n<p>Und was ist das Ergebnis seiner \u201e\u00dcbersetzung\u201c ?<\/p>\n<p><u>Hansen:<\/u> Er unterwirft nicht wie Monet oder die Sp\u00e4timpressionisten die gesamte Bildfl\u00e4che einer gleichm\u00e4\u00dfigen Struktur; die Richtung der Pinselstriche und die Spachtelf\u00fchrung sind bei ihm gegenstandsgebunden. (<em>Der Wind f\u00e4hrt schr\u00e4g durch Gras, Laub und Str\u00e4ucher). <\/em>Wege sind in breiten horizontalen Strichen angelegt, Hauswand oder B\u00e4ume mit senkrechten Strichen. Bei einer B\u00f6schung steigt auch die Pinself\u00fchrung an. Blumen und B\u00fcsche erhalten <span style=\"color: #ff0000;\">durch kurze rhythmische Schraffuren eine raschelnde Bewegung<\/span>, wobei die einzelnen Bl\u00fcten und Bl\u00e4tter in <span style=\"color: #ff0000;\">eine abstrakte Pinselschrift aufgel\u00f6st werden<\/span><strong>.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Liebermann schafft einen tiefen Bildraum durch dominante Tiefenlinien, verbunden mit beleuchteten und schattigen Partien. Kann aber in <strong>Kat.67<\/strong> den Blick auch &#8218;bremsen&#8216; durch \u00fcppige Vegetation.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Vergleich zu Wiegmann L 65 (Berner Oberland)<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>B\u00e4ume werden zu dunklen senkrechten kurzen Strichen, ansteigend dar\u00fcber gelegt bei B\u00f6schungen, H\u00e4ngen; wei\u00df und graue \u00dcbermalung des Himmels; das Haus besteht aus waagrechten Unterteilungen. Ich entdecke nun auch Punktfiguren im Bild! <\/em><em>Auch Wiegmann &#8218;bremst&#8216; , in <strong>L65<\/strong> durch Bergriegel und tiefh\u00e4ngende Wolken, die an einer Stelle sich abregnen und opak verbunden sind mit der Fortsetzung im lichtlosen Wald links.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_15346\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-65-P9040122-Kopie-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15346\" class=\"size-large wp-image-15346\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-65-P9040122-Kopie-1-900x686.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"476\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-65-P9040122-Kopie-1-900x686.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-65-P9040122-Kopie-1-360x274.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-65-P9040122-Kopie-1-624x475.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-65-P9040122-Kopie-1.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15346\" class=\"wp-caption-text\">Wieg L65 (Pinselstriche)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">&#8218;Ateliers&#8216;<\/h3>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Kat.70<\/strong> &#8222;Selbstbildnis im Atelier um 1930&#8243;(218)<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0003.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-15348\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0003-900x727.jpg\" alt=\"\" width=\"551\" height=\"445\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0003-900x727.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0003-360x291.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0003-624x504.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/IMG_20240129_0003.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 551px) 100vw, 551px\" \/><\/a><u>Hansen<\/u> bemerkt dazu: &#8222;Sicher arbeitete er viel in freier Natur, aber er hatte die Welt seines Gartens auch in der Phantasie vor Augen. Bei dem &#8222;Selbstbildnis im Atelier&#8220; schaut er sich selbst \u00fcber die Schulter. Er zeigt sich bei der Arbeit an einem Gartenbild, das er im Goldrahmen beendet. Das Fenster ist verh\u00e4ngt, um blendendes Licht fernzuhalten, so da\u00df er die Natur nicht vor Augen hatte. Nur der Betrachter sieht die lichtdurchfluteten Bl\u00e4tter, die aus dem Garten hineinschauen. (208)<\/p>\n<div id=\"attachment_15364\" style=\"width: 354px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15364\" class=\"wp-image-15364\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt-275x360.jpg\" alt=\"\" width=\"344\" height=\"451\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt-275x360.jpg 275w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt-687x900.jpg 687w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt-624x817.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-36-oben-Atelierwhg.-Frankfurt.jpg 840w\" sizes=\"auto, (max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15364\" class=\"wp-caption-text\">L 36 (oben) in einer Ecke der Frankfurter Atelierwohnung.<\/p><\/div>\n<p>Mich befremdete dies &#8218;Atelier&#8216; bei jedem der beiden Besuche am Wannsee.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von Wiegmann wusste ich: Er bedauerte die Bedingungen manchmal in Beatenberg, auf jeden Fall in Frankfurt. Aus Fritz Wiegmanns sp\u00e4ten &#8218;Ateliers&#8216; ist nur dieses Foto im Dachgeschoss der Gustav-Freytag-Str. 42 in Frankfurt\/Main erhalten. Die untere Landschaftsskizze auf der Staffelei ist zwar mit der \u00d6lskizze L 76 nicht identisch, aber wohl aus derselben Folge, mit breitem Pinsel und stark verd\u00fcnnter Farbe.<\/p>\n<div id=\"attachment_15365\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-76_30x40-Papier.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15365\" class=\"size-large wp-image-15365\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-76_30x40-Papier-900x583.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"405\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-76_30x40-Papier-900x583.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-76_30x40-Papier-360x233.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-76_30x40-Papier-624x404.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/L-76_30x40-Papier.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15365\" class=\"wp-caption-text\">L 76_ auf 30&#215;40-Papier<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Beobachtungen an fr\u00fcher entstandenen Bildern Liebermanns<strong><u><br \/>\n<\/u><\/strong><\/h1>\n<h2 style=\"text-align: center;\">&#8222;Reiten, Tennis, Polo &#8211; Elegantes Freizeitvergn\u00fcgen &#8230;\u00a0 1901-1914&#8220;<\/h2>\n<p><strong><span style=\"color: #808080;\">Kat. 56<\/span><\/strong> (S.157) \u201e<span style=\"color: #808080;\"><strong>Tennisplatz 1913<\/strong><\/span>\u201c: Die <span style=\"color: #ff0000;\">Reduktion auf \u201eabstrakte Pinselschrift\u201c<\/span> in Form von \u201eSchraffuren\u201c verschiedener L\u00e4nge und Richtung (nach dem Modell der \u201eWolken\u201c) .<\/p>\n<p>Sie scheint sich <span style=\"color: #ff0000;\">der Praxis der Kreideskizzen zu verdanken <\/span><span style=\"color: #ff0000;\">und <\/span><span style=\"color: #ff0000;\">etwa 46&#215;38 cm <\/span><span style=\"color: #ff0000;\">kleinen \u00d6lskizzen auf Pappe, <\/span>1911 (<strong><span style=\"color: #808080;\">Kat.24<\/span><\/strong> und <strong><span style=\"color: #808080;\">Kat.25<\/span><\/strong> &#8211; S.154f.)<strong><span style=\"color: #808080;\">Tennisspielerinnen am Meer<\/span>).<\/strong> Figuren und Kleider mit senkrechter Strichf\u00fchrung :\u201c<span style=\"color: #ff0000;\">zwei Spielerinnen mit wenigen Pinselstrichen in ihrer Bewegung treffend charakterisiert\u201c<\/span> ( D.H.= Doroth\u00e9e Hansen S.152)<\/p>\n<div id=\"attachment_15350\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Reiter-am-Strand-1900-S.153.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15350\" class=\"wp-image-15350\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Reiter-am-Strand-1900-S.153-360x320.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"320\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Reiter-am-Strand-1900-S.153-360x320.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Reiter-am-Strand-1900-S.153-900x800.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Reiter-am-Strand-1900-S.153-170x150.jpg 170w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Reiter-am-Strand-1900-S.153-624x555.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Reiter-am-Strand-1900-S.153.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15350\" class=\"wp-caption-text\">Liebermann Reiter am Strand 1900 (S.153)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\"><em><strong>Kat. 22 Reiter am Strand<\/strong> 45&#215;46 cm &#8211; Liebermann zeigt sich als Pferdekenner und meistert die Bewegung des Wassers!\u00a0\u00a0 &lt;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>P.S.<\/strong> Ich finde in GRISEBACH &#8222;Vorschau &amp; R\u00fcckblick&#8220; vom Sommer 2023\u00a0 unter &#8222;<em>Millionenzuschl\u00e4ge und internationale Bietergefechte<\/em>&#8220; auch &#8222;Max Liebermanns &#8222;<em>Reiter am Meer <u>nach rechts<\/u><\/em>&#8222;. 1912, taxiert mit &#8222;\u20ac 300.000 &#8211; 500.000 und zugeschlagen f\u00fcr 805.000&#8220; &#8211; Darf ich Wiegmanns Skizzen \u00fcberhaupt auf derselben Seite abbilden, ohne dass man mich f\u00fcr unversch\u00e4mt h\u00e4lt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">&#8222;D\u00fcnen, Strand und Meer &#8211; Badeleben in Noordwijk und Scheveningen 1896-1914&#8220;<\/h2>\n<p><strong>Kat. 52 Badende Knaben &#8211; <\/strong>Figuren, Wasser, Horizont, Wolken \u2013 jeweils angemessene Strichf\u00fchrung\u00a0 !<\/p>\n<div style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Badende-Knaben-1910-S.-143.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-15351\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Badende-Knaben-1910-S.-143-900x635.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"441\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Badende-Knaben-1910-S.-143-900x635.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Badende-Knaben-1910-S.-143-360x254.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Badende-Knaben-1910-S.-143-624x440.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Liebermann-Badende-Knaben-1910-S.-143.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Liebermann Badende Knaben 1910 (S. 143) 35x49cm<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Beobachteter Alltag &#8211; Holland 1880-1900\u00a0 (Anne R\u00f6ver-Kann)\u00a0 S.110<\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">Nur ein paar Stichpunkte daraus:<\/p>\n<ul>\n<li>Sorgf\u00e4ltige Vorbereitung f\u00fcr gro\u00dfe Gem\u00e4lde im Atelier<\/li>\n<li>Mit der \u00fcberall in Europa sp\u00fcrbare antiakademischen und realistischen, bzw. naturalistischen Str\u00f6mung verbunden<\/li>\n<li>\u201eItalien ist zu pittoresk, Holland dagegen erscheint auf den ersten Blick langweilig: Wir m\u00fcssen erst die heimlichen Sch\u00f6nheiten entdecken&#8230;..\u201c 1901<\/li>\n<li><span style=\"color: #ff0000;\">Eine erste Idee f\u00fcr ein Bild<\/span> kam ihm grunds\u00e4tzlich vor der Natur, nicht aus einem vorgefassten Gedanken. <span style=\"color: #ff0000;\">Festgehalten in Skizzenb\u00fcchern oder in einer schnell gemalten \u00d6lstudie<\/span>; Pr\u00e4zisierungen folgten in Form von Detailstudien f\u00fcr einzelne Figuren und in Kompositionsstudien, in denen er die Verteilung der Massen, die Perspektive und die Hell-Dunkel-Wirkungen f\u00fcr das geplante Bild kl\u00e4rte. Im Verlauf solcher Bildvorbereitungen entstanden <span style=\"color: #ff0000;\">nicht selten auch mehrere Fassungen einer Bildidee in Form der \u00d6lstudien<\/span>, ehe eine endg\u00fcltige L\u00f6sung im Atelier gefunden wurde. Gerade diesen \u201aVorstufen\u2019 ist in der Ausstellung mit Bedacht gro\u00dfe Bedeutung beigemessen. <span style=\"color: #ff0000;\">In ihrem lockeren, offenen Pinselduktus<\/span>, der deutlich das Vorbild des &#8230; wiederentdeckten und von Liebermann hochverehrten Frans Hals bezeugt &#8230;. verweisen sie auf die sp\u00e4teren Freilichtbilder, &#8230;., um so den fl\u00fcchtigen, schnell wechselnden Eindruck etwa einer Standszene oder eines Polospiels einzufangen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><\/h2>\n<h1>A. Kreul, pp. 97-100\u00a0 : Aus dem Kapitel \u201eGraue Natur in bunter Theorie<\/h1>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Die rote Einf\u00e4rbung dient der raschen Aufnahme des nicht bildgest\u00fctzten Essays.\u00a0\u00a0\u00a0<\/span> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Liebermanns \u201e<em>Phantasie<\/em>\u201c-Begriff im Schaffensprozess und Courbet<\/strong><\/p>\n<p><u>Gustave Courbets \u00c4u\u00dferungen u\u0308ber die Imagination in der Kunst<\/u>: <em>Ich halte ebenso die Malerei fu\u0308r eine grundlegend konkrete Kunst und sie kann nicht anders als in der Wiedergabe der realen und existierenden Dinge bestehen. Sie ist eine vollsta\u0308ndig physische Sprache, die sich anstelle der Worte, aus allen sichtbaren Gegensta\u0308nden zusammensetzt; ein abstrakter, ein nicht sichtbarer, nicht existierender Gegenstand geh\u00f6rt nicht in den Bereich der Malerei<\/em>.<\/p>\n<p><u>Liebermann<\/u> schreibt: ,,<em>Je naturalistischer eine Malerei ist, desto phantasievoller mu\u00df sie sein, denn die Phantasie des Malers liegt nicht &#8211; wie noch Lessing annahm &#8211; in der Vorstellung von der Idee, sondern in der Vorstellung von der Wirklichkeit<\/em> (. . .).&#8220;<\/p>\n<p><u>Kreul:<\/u> Mu\u00df der Maler also vor jedem Gegenstande jeweils neu seine Phantasie entz\u00fcnden, will er ein origin\u00e4res Kunstwerk schaffen, ist nur die <em>Phantasie<\/em> (mit den \u2028Worten Courbets die<em> imagination<\/em>) Ma\u00dfstab seines K\u00f6nnens.<\/p>\n<p>Die untadelige (aber geistlose) Kopie des Akademikers wie die blo\u00dfe Suche nach dem malerischen Sujet sind deshalb untaugliche Versuche in der Kunst; es gilt die Natur malerisch neu zu erfassen und nicht nach malerischen Dingen in der Natur zu suchen; deshalb mu\u00df auch die Phantasie innerhalb der sinnlichen Anschauung des K\u00fcnstlers gegen\u00fcber der Natur liegen &#8211; und dies unabh\u00e4ngig von der Art und Qualit\u00e4t des Gegenstandes: Mit der Gleichwertigkeit der Sujets <em>Madonna<\/em> oder <em>Mohrr\u00fcbe<\/em> hat dies Liebermann b\u00fcndig umschrieben. Nicht ohne jedoch die <em>Modernit\u00e4t seines Ansatzes <\/em>gleich wieder einzuschr\u00e4nken:,,<em>Die gutgemalte R\u00fcbe ist ebenso gut wie die gutgemalte Madonna. Wohlgemerkt als rein malerisches Produkt, denn zur Beruhigung frommer Gem\u00fcter sei&#8217;s gesagt, es f\u00e4llt mir beileibe nicht ein, zwei \u00e4sthetisch so ungleichwertige Gegenst\u00e4nde miteinander vergleichen zu wollen. Auch wei\u00df ich wohl, da\u00df die Darstellung einer Madonna noch andere als rein malerische Anspr\u00fcche an den K\u00fcnstler stellt, und da\u00df sie als Aufgabe schwerer zu bew\u00e4ltigen ist als ein Stilleben<\/em>.&#8220; 26<\/p>\n<p><u>Kreul:<\/u> <span style=\"color: #ff0000;\">Dieser Naturalismus in der Kunstauffassung Liebermanns steht nun aber in einem ungebrochen engen Verh\u00e4ltnis zu der seines Impressionismus.<\/span><\/p>\n<p>Eine Leistung des Impressionismus in Frankreich war es, \u201aunvoreingenommen&#8216; der Natur, dem einfachen Ding &#8211; sei es in Form von Landschaft und Kathedrale, T\u00e4nzerin oder Frucht &#8211; begegnet zu sein. (28) Liebermann betont, da\u00df es sich nun nicht um eine neue Richtung in der Malerei, sondern um <span style=\"color: #ff0000;\">eine Weltanschauung<\/span> handele, <span style=\"color: #ff0000;\">bei der jeder K\u00fcnstler sein Verh\u00e4ltnis zur Natur neu zu deuten habe (3o) Nur so ist es Liebermann auch m\u00f6glich, Diego Velazquez und Frans Hals neben Edouard Manet und Claude Monet zu stellen.<\/span> (31) Die klassische Form ist bei jedem K\u00fcnstler gleich neu. (32) Unzweifelhaft ist es f\u00fcr Liebermann aber ebenso, da\u00df sich die Phantasie nicht nur an der Natur, sondern wie im Falle Manets, auch einmal an einer Photographie (Erschie\u00dfung Kaiser Maximilians) entz\u00fcnden kann. (33)<\/p>\n<p><u>Kreul:<\/u>\u00a0 Die franz\u00f6sischen Impressionisten, die mit der <em>st\u00e4rksten Phantasie<\/em> (34) die Welt erobert hatten, gingen zudem naiv (im Sinne Friedrich Schillers) an ihre Objekte heran&#8230;. Naiv oder sentimental hei\u00dft hier, wie Emile Zola von der Naivit\u00e4t Manets berichtet: ,,<em>Ich sage, wie es ist. Manets Stil ist ganz naiv: Er hat sich einfach vor die Natur gestellt und hat einzig nach dem Ideal, sie in ihrer Wahrheit und Kraft darzustellen, gestrebt<\/em>. &#8211; Der sentimentalische K\u00fcnstler (der Ideenmaler) dagegen ist ,,immer au\u00dferhalb der Grenzen der lebendigen Form&#8220;. (37) Dies relativiert ohnehin Liebermanns\u00a0 Bekenntnis \u00fcber die Gleichwertigkeit der realen oder nur vor dem geistigen Auge stehenden Eindr\u00fccke, da Liebermann &#8211; im Zweifelsfall &#8211; die Anschauung vor der Natur immer wichtiger ist, als diejenigen Gebilde, die nur Erfindungen sind. (38) &#8230;.. Es ist daran zu erinnern, da\u00df sich hieraus auch eine nicht unbetr\u00e4chtliche Legitimation der ,Rebellion&#8216; Liebermanns gegen die etablierte Kunst herleiten l\u00e4\u00dft, mu\u00df doch der naive K\u00fcnstler (bei Schiller) in einem <em>k\u00fcnstlichen<\/em> (d. h. modernen) <em>Weltalter wild laufen<\/em>, da diese neue Welt seine Existenz radikal in Frage stellt. Die latente Schwierigkeit Liebermanns, gerade literarische Themen k\u00fcnstlerisch umzusetzen, belegt hier ein weiteres Mal seine Engf\u00fchrung der Phantasie hin zum Ph\u00e4nomen und nicht zur Ideenmalerei.<\/p>\n<p><u>Meine spontane Zwischenfrage : <\/u>Hat Max Liebermann f\u00fcr Wiegmann erst mit den Landschaftsthemen der 1960er Jahren die gro\u00dfe Bedeutung gewonnen &#8211; \u00fcber dessen Portr\u00e4ts hinaus, von denen unter uns nur einmal die Rede war (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=697\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>) ? Bis in die F\u00fcnfziger Jahre tendierte Wiegmann offensichtlich zu Stilleben und symbolisch aufgeladenen fig\u00fcrlichen Themen.<\/p>\n<p><u>Kreul:<\/u>\u00a0 In seiner sp\u00e4ten Rezension der Gespr\u00e4che Joachim Gasquets mit Paul C\u00e9zanne erkennt Liebermann den ihm verwandten Ansatz C\u00e9zannes, mit Hilfe der Malerei dem Wesen der Natur nachzusp\u00fcren und ihr gleichzuziehen: \u201e<em>Er wollte Sch\u00f6pfer sein einer neuen Welt, die er nach seinem Ebenbilde gestaltete. Wie Goethe Spinozist, der \u00fcberall, in jedem Grashalm, in jeder Pflanze Gott sah, zu dem jeder Stein sprach, wollte C\u00e9zanne das Leben malen, unter der Oberflache die lebendige Materie, und in manchen Landschaften hat er den Odem Gottes zu gestalten gewu\u00dft wie keiner vor ihm.&#8220; <\/em>(48)<\/p>\n<p><u>Kreul:<\/u>\u00a0 Liebermann identifiziert dar\u00fcber hinaus die Unergr\u00fcndlichkeit des Kreationsprozesses des Kunstwerkes mit dem nat\u00fcrlichen Zeugungsproze\u00df: ,,<em>Auch ist es gut so, denn wenn wir ihr [der Kunst] Geheimnis ergr\u00fcndeten, w\u00e4re es mit ihr vorbei. Den k\u00fcnstlerischen Zeugungsproze\u00df kann man ebensowenig ergr\u00fcnden wollen\u2028 wie den physischen<\/em>.&#8220; (50) Anl\u00e4\u00dflich seines Kommentars zu zwei HoIzschnitten von Manet f\u00fchrt er (in Bezug auf die ihm so wichtige Form der Skizze) diese Parallele in entschieden doppeldeutigen Worten aus: ,,<em>In der Skizze feiert der K\u00fcnstler die Brautnacht mit seinem Werke; mit der ersten Leidenschaft und mit der Konzentration aller seiner Kr\u00e4fte ergie\u00dft er in die Skizze, was ihm im Geiste vorgeschwebt hat, und er erzeugt im Rausche der Begeisterung, was keine M\u00fche und Arbeit ersetzen k\u00f6nnte.\u201c <\/em>(51)<\/p>\n<p><u>Kreul:<\/u> Aus dieser Vorstellung werden die Differenzen zum Impressionismus etwa eines Claude Monet deutlich. Monets Aufl\u00f6sung der Naturerscheinung in den momentanen Licht- bzw. Farbeindruck, die Anbindung an den fl\u00fcchtigen Augenblick, die Aufspaltung der Farben, entsprechen in keinem Fall der Malerei Liebermanns; seine Lichtflecke sind grunds\u00e4tzlich anderer Natur als die in der franz\u00f6sischen Malerei; ein Umstand, der bereits fr\u00fch von herausgestellt worden ist:<\/p>\n<p><u>Hans Rosenhagen (1927)<\/u>: <em>Es ist durchaus falsch, Liebermanns gro\u00dfz\u00fcgige Art, die Natur darzustellen, impressionistisch zu nennen; denn seine Darstellung beruht keineswegs auf einem blo\u00df optischen Erlebnis, hat auch nichts mit dem momentanen Eindruck zu tun, sondern ist <span style=\"color: #ff0000;\">bis zu einem gewissen Grade Stilisierung des Wirklichen, das Zusammenfassen vieler Einzelbeobachtungen zu einem gro\u00dfen \u00fcberzeugenden Eindruck, zu einer Wahrheit, die den Sinn der nat\u00fcrlichen Erscheinung zum Ausdruck bringt.<\/span><\/em>&#8220; (Zitiert S. 99))<\/p>\n<p>Und <u>Max J. Friedl\u00e4nder (1924)<\/u> schreibt drastisch: ,,<em>Ihr [der franz\u00f6sischen Maler] Schmelz, ihren Duft, ihre reine Farbigkeit hat er bewundert, aber niemals erstrebt. Manet Iiebkost die Leinwand, Liebermann peitscht sie. [. . .l Die franz\u00f6sische Metiermeisterschaft bietet, nach \u00dcberwindung von M\u00fche und Verwischung der Arbeitsspur, ein wohlig ruhendes Dasein gl\u00fccklich gesellter Farbenfl\u00e4chen: Liebermanns fegender Vortrag ber\u00fchrt uns wie Tat und aktiv m\u00e4nnliches Streben.&#8220; <\/em>(zitiert S.99)<\/p>\n<p><u>Kreul:<\/u> Max Liebermann selbst hat durch seine <span style=\"color: #ff0000;\">Historisierung des Impressionismus<\/span> &#8211; d. h. lmpressionismus nicht als eine besondere Richtung der Malerei im ausgehenden 19. Jahrhundert zu betrachten, sondern <span style=\"color: #ff0000;\">ihm eine Art k\u00fcnstlerische Konstante durch alle Jahrhunderte zuzugestehen<\/span> &#8211; mit Bezug etwa auf Paolo Veronese oder Frans Hals (55) (insbesondere hinsichtlich der Technik der Farbflecken), diese grundlegenden Differenzen zwischen der \u00e4lteren und neueren Koloristik gleichzeitig verwischt und erhellt. Nur so ist seine \u00c4u\u00dferung im Gespr\u00e4ch mit Erich Hancke gegen die Technik der franz\u00f6sischen Impressionisten zu verstehen: <span style=\"color: #ff0000;\">&#8222;<em>Wissen Sie, das mit den zerlegten Farben, das ist alles Unsinn. Ich habe es jetzt wieder gesehen, die Natur ist einfach und grau<\/em>\u201c.<\/span> (56) Diese graue Natur (die dennoch aus farbigen Flecken bestehen kann!) garantiert gegen\u00fcber dem trennenden Kolorismus der franz\u00f6sischen Impressionisten den Zusammenhalt von Malerei und Natur: ,,<em><span style=\"color: #ff0000;\">Der Maler hat nur die Farbenskala von Schwarz und Wei\u00df auf der Palette: aus ihr soll er Leben, Licht und Luft auf die Leinwand zaubern, ein paar Striche, ein paar unvermittelt nebeneinandergesetzte Farbenflecke<\/span> sollen <span style=\"color: #ff0000;\">aus der richtigen Entfernung dem Beschauer den Eindruck der Natur suggerieren.&#8220; <\/span><\/em>(57) Mit einer gewissen Berechtigung, kann man dies vorherrschend<em> n\u00fcchterne Licht <\/em>in Anlehnung an <u>Wolfgang Sch\u00f6ne<\/u> als die <span style=\"color: #ff0000;\">R\u00fcckgewinnung der<em> dienenden Funktion<\/em> der Farbe beschreiben<\/span>.<\/p>\n<p>Von der &#8211; mein kunsthistorisches Verst\u00e4ndnis leider \u00fcbersteigenden &#8211; Bilanz des Autors m\u00f6chte ich nur zweierlei referieren, die Beobachtung einer &#8222;zum Teil schwebenden Diktion, die der enthusiasmierte Schreiber zumeist mit Absicht setzt&#8220; Und: &#8222;In Liebermanns Schriften ist es nicht sinnvoll,\u00a0 die Begriffe Impressionismus und Realismus von seinen allgemeinen Kunstvorstellungen zu trennen; sie erfahren von hier ihre Rechtfertigung wie ihre Einbettung in einen begr\u00fcndeten Zusammenhang&#8220;. Es ist der eines <span style=\"color: #ff0000;\">,,pers\u00f6nlichen Impressionismus&#8220;<\/span> (64).<\/p>\n<p>Wiegmanns konzeptionelle N\u00e4he zu Liebermann bis in die Details ist f\u00fcr mich auff\u00e4llig.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">&#8222;Liebermann als Zeichner&#8220; wird vertagt.\u00a0\u00a0 29.1.24<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; F\u00dcR EINEN ZWEITEN BLICK AUF MAX LIEBERMANN \u2013 VOM MALERISCHEN HER. Bis auf die beiden letzten Abs\u00e4tze meiner Reportage habe ich mir nichts vorzuwerfen. Der Bericht (LINK zu &#8222;Zu Max Liebermann an den Wannsee in Berlin&#8220; (2009) gab eben den Besuch eines radikalen \u2018Kunstkommissars\u2019 an einer gro\u00dfb\u00fcrgerlichen \u2018Pilgerst\u00e4tte\u2019 wieder. 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