{"id":15016,"date":"2023-09-25T00:33:58","date_gmt":"2023-09-24T22:33:58","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=15016"},"modified":"2024-02-11T23:29:06","modified_gmt":"2024-02-11T22:29:06","slug":"streit-ueber-afrikanische-kunst-dank-kommentarfunktion","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=15016","title":{"rendered":"Streit \u00fcber afrikanische Kunst &#8211; dank Kommentarfunktion"},"content":{"rendered":"<p><em>Der folgende Disput entbehrt nicht der Komik. Ein kurzer Leserkommentar zu meinem bereits 2014 erschienenen Beitrag bietet als Schmankerl &#8218;Volkes Stimme&#8216; in Reinkultur. Genial, dass dazu keine Sachkenntnis mobilisiert werden muss. Ich behandle den Autor wie einen vorlauten Sch\u00fcler und darf bereits vierzig Minuten sp\u00e4ter meinerseits eine Zurechtweisung lesen. Ich bin \u00fcber die Sch\u00e4rfe des Tons \u00fcberrascht, weniger \u00fcber das demonstrative \u00dcbergehen von Argumenten. Das ist auf &#8217;sozialen&#8216; Plattformen heute normal. Schon deshalb meide ich sie.<\/em><em> Ihre Unruhe st\u00f6rt konzentriertes Arbeiten. <\/em><em>Hinter dem folgenden Wortgepl\u00e4nkel versteckt sich aber wahrscheinlich echter Richtungsstreit. Also lohnt es die Lekt\u00fcre. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gv.\u00a0 am 24. September<\/em><!--more--><\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\"><em>Word Press 18.09.23, 16:26<\/em><\/h4>\n<p><em>Ein neuer Kommentar zum Beitrag <\/em>\u201e<em><span style=\"color: #ff0000;\">Yanda-Figur der Azande, die erste<\/span><\/em>\u201c<em> (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2663\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a> zu &#8222;Yanda-Figur der Azande, die erste) wartet auf Ihre Freigabe.<\/em><\/p>\n<p>Guten Tag,<\/p>\n<p>sehr ambitioniert beschrieben, interessant.<\/p>\n<p>Sie wissen nat\u00fcrlich, dass 99 Prozent dieser angebotenen Artefakte Nachbildungen, bzw. f\u00fcr den Verkauf angefertigt worden sind, und somit nicht authentisch im Sinne von im Kult verwendet worden sind.<\/p>\n<p>mfg. Klaus Scheuringer<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>21.09.23, 16:42<\/h4>\n<h4><em>Ihr Blogkommentar, meine Antwort per Email: 21.09.23, 15:56<\/em><\/h4>\n<p>Sehr geehrter Herr Scheuringer,<\/p>\n<p>Man kann sich fremden Kulturobjekten auf ganz verschiedene Weise n\u00e4hern. Doch Ihr Kommentar scheint mir im doppelten Sinne aus der Zeit gefallen und Ihr Lob ironisch gemeint. Mich w\u00fcrde interessieren, was Sie konkret zur Wortmeldung veranlasst hat. Sind Sie h\u00e4ufiger auf den \u00fcblichen Plattformen unterwegs?<\/p>\n<p>Ich antworte Ihnen nur, weil Sie mir Gelegenheit bieten, das Konzept des Afrika-Blog noch einmal zu erkl\u00e4ren, vor allem Sammlern.<\/p>\n<p>Wenn Sie Sammler w\u00e4ren &#8211; was ich nicht glaube \u2013 dann wohl einer der Art, die sich von Experten &#8211; um nicht zu sagen \u201aP\u00e4psten\u2019 &#8211; wie Sch\u00e4dler und Himmelheber haben einsch\u00fcchtern lassen. Die dominierten in Deutschland und \u00d6sterreich mindestens ein halbes Jahrhundert, ungeachtet zur pers\u00f6nlichen N\u00e4he zum Kunsthandel. Sch\u00e4dler firmierte mit sichtbarem Stolz als durch eine Handelskammer geadelter Gutachter.<\/p>\n<p>Ich empfehle Ihnen dazu meinen Post von 2019: \u201e<em>Deutsche Sammler : \u00c4ngste \u2013 Autorit\u00e4ten \u2013 Allergien , 26. August 2019 | dvg<\/em>&#8220; (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10580\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<\/p>\n<p>Darin erw\u00e4hne ich ein &#8222;K\u00fcnstlern&#8220; unterstelltes &#8222;magisches Auge&#8220;. Sie nehmen so etwas offensichtlich nicht in Anspruch.<\/p>\n<p>Dann gab und gibt es noch Paris und Br\u00fcssel mit ber\u00fchmten Namen wie Raoul Lehuard oder Francois Neyt. Sie konnten wenigstens als kunsthistorische \u201aSchule\u2019 argumentieren.<\/p>\n<p>Sie nennen meinen Artikel von 2014 h\u00f6flicherweise &#8222;ambitioniert\u201c und &#8222;interessant&#8220;<\/p>\n<p>Was dann folgt, zeigt, dass Sie meinem Blog nicht weiter gefolgt sind, nicht einmal dem kaum sp\u00e4ter erschienenen Beitrag \u201e<em>EX Die zweite Yanda-Figur der Azande Informationen!<\/em> <em>29. November 2014<\/em> \u201c (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=2627\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK)<\/a> . Darin bereiteten weitere Informationen und \u00dcberlegungen schlie\u00dflich meine R\u00fcckgabe (\u201e<em>EX<\/em>\u201c) dieser Figur vor.<\/p>\n<p>Die Objektbeschreibungen sollen die St\u00fccke oder den Verfasser nicht ungeb\u00fchrlich \u201einteressant\u201c machen, sondern haben sich \u00fcber die Jahre als Basis f\u00fcr die pers\u00f6nliche Beziehung zu den fremden Dingen und ihre Untersuchung bew\u00e4hrt. Wer als Sammler daf\u00fcr sich nicht die Zeit nehmen kann oder will, bleibt im Stadium des Zusammenraffens gefangen. Manche ber\u00fchmten Sammler haben diese Aufgabe an H\u00e4ndler oder akademische Fachleute delegiert.<\/p>\n<p>Als Beispiel mag der Abschnitt \u201e<em>Die Afrika-Sammlung von Han Coray in Schweizer Museen \u2013 Ein \u00dcberblick<\/em>\u201d in \u201e<em>Ch\u00e9ri Samba trifft Werke \u201csch\u00f6pferischer Ahnen\u201d bei Han Coray , 10. Mai 2020&#8243; <\/em>dienen. (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=11324\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Ein Aspekt, den Sie vielleicht nicht aussprechen wollten, ist der \u201aFlohmarkt\u2019 mit seinen \u00fcberwiegend afrikanischen &#8218;fliegenden H\u00e4ndlern&#8216;. Ich bin mit diesem Ort immer wieder bewusst an die \u00d6ffentlichkeit gegangen, weil f\u00fcr Museen und Galerien die Aufrechterhaltung der &#8217;seri\u00f6sen&#8216; gesellschaftlichen Fassade die l\u00e4ngste Zeit \u00fcber zentral gewesen ist. Erst die aktuelle \u201eDekolonisierung\u201c hat sozusagen den ersten Pflasterstein in die Schaufenster der Museumssammlungen geworfen und das Wort \u201eKunstraub\u201c gesellschaftsf\u00e4hig gemacht, egal ob im Einzelfall berechtigt oder nicht.<\/p>\n<p>Objektbezogen scheinen mir die Interessen an \u201eRestitution\u201c sich auff\u00e4llig auf relativ wenige Objekte von internationalem Prestige zu fokussieren, vielleicht auf die von Ihnen vorgeschlagenen \u201e1 %\u201c. Die allermeisten Objekte haben ihr erstes Leben in afrikanischen Gesellschaften endg\u00fcltig hinter sich, und die wenigstens davon eine Karriere als \u201eKunst\u201c vor sich.<\/p>\n<p>Was Sie vielleicht nicht wissen: Der internationale Markt f\u00fcr afrikanische Kuriosa oder Kunst ist gewiss zwei Jahrhunderte alt.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis von afrikanischem Handwerk zu rituellen (oder repr\u00e4sentativen) Funktionen war und ist nicht anders als bei uns etwa im \u201aScho\u00df\u2019 der Heiligen Katholischen Kirche:<\/p>\n<p>Die zahlungskr\u00e4ftigen Auftraggeber stellen Anforderungen im Rahmen der lokal g\u00fcltigen Beschr\u00e4nkungen, sie \u00fcbernehmen, modifizieren und &#8218;weihen&#8216; erst die bestellte Ware. Kranke Individuen und gef\u00e4hrdete Familien lassen sich Heilfiguren vom traditionellen Heiler \u201averschreiben\u2019, wie zum Beispiel diese Yanda-Puppen. Entsprechende Auftr\u00e4ge geben auch lokale T\u00e4nzer f\u00fcr ihre Auftritte, D\u00f6rfer, ausw\u00e4rtige H\u00e4ndler, lokale Kolonialbeamte u.s.w.. Nur die magischen Eigenbau-Objekte der \u00e4rmsten Randgruppen waren meist nicht verk\u00e4uflich.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Wer w\u00fcrde sich Gedanken machen \u00fcber den \u201akommerziellen\u2019 Aspekt alpenl\u00e4ndischer Herrgottsschnitzerei.<\/p>\n<p>Ich bin belgischen und amerikanischen Afrikanisten und Kunstethnologen \u00fcberaus dankbar f\u00fcr ihre historischen Feldforschungen zu Geschichten, Kontexten und Formen. Als Pension\u00e4r kann ich mir manchmal noch Zeit nehmen f\u00fcr wissenschaftliche Literatur, die in Bibliotheksregalen vor sich hind\u00e4mmert.<\/p>\n<p>Mit freundlichem Gru\u00df\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Detlev v. Graeve<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>21.09.23, 16:42<\/h4>\n<h4>AW: Ihr Blogkommentar, meine Antwort:<\/h4>\n<div>Sehr geehrter Herr von Graeve,<\/div>\n<div>ohne auf ihre Unterstellungen und belehrenden Ausschweifungen einzugehen wollte ich nur darauf hinweisen, Sie empfinden das wohl als eine pers\u00f6nliche Anma\u00dfung, dass Ihr Zande Fetish eine Touristenware und deshalb kein Kultobjekt ist. \u00dcber meine pers\u00f6nlichen Autorit\u00e4ten m\u00f6chte ich Sie nicht informieren, da Sie lediglich beleidigt\/beleidigend reagieren.<\/div>\n<div>Ambitioniert finde ich ihren Beitrag dennoch. Ich bin im \u00fcbrigen mit internationalen Sammlern und H\u00e4ndlern in fast t\u00e4glichen Kontakt und Wissensaustausch.<\/div>\n<div>Da ich mit Sicherheit davon ausgehe dass sie Facebook verschm\u00e4hen,\u00a0 empfehle ich ihnen anmassenderweise trotzdem folgende Facebook Gruppen.<\/div>\n<div>Deal or not Deal. In dieser Facebook Gruppe wird von Sammlern und H\u00e4ndlern nur authentische afrikanische Stammeskunst angeboten.<\/div>\n<div>Great or Fake. In dieser Gruppe werden die Objekte von Sammlern bewertet bzw. als authentisch oder f\u00fcr uns gemacht bezeichnet.<\/div>\n<div>Diese beiden Gruppen werden von renommierten Sammlern und Fachleuten moderiert.<\/div>\n<div>Die Zande stellten, sofern ich dar\u00fcber informiert bin, ab den 50er Jahren ihre eigene Produktion ein. Alle sp\u00e4teren Yanda sind f\u00fcr uns gemacht.<\/div>\n<div>In meiner Sammlung befinden sich \u00fcbrigens 7 Yanda Fetische.<\/div>\n<div>Dadurch dass ich Zeit f\u00fcr meinen Blogbeitrag und der R\u00fcckmeldung verwende, sollten sie schon verstehen dass ich ein gewisses Interesse f\u00fcr ihre Passion empfinde.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Mit den besten Gr\u00fc\u00dfen<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Von Samsung-Tablet gesendet<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<h4>25.09.23\u00a0 0:10 \u00a0 Herr Sch. soll sich nicht mehr \u00e4rgern. Diese\u00a0 Antwort steht nur noch im Blog<\/h4>\n<p>Ich hatte das Milieu von Selbsthilfegruppen wie \u201e<em>Great oder Fake<\/em>\u201c (d\u00e4mlicher Titel!) nicht mehr im Blick, war selber ein Jahr lang (passiv) im von einem Galeristen im Elsass organisierten Kreis! \u201e<em>Deal or not Deal<\/em>\u201c klingt pragmatisch, aber ich habe kein Interesse an Kapitalanlagen. In Mailand verspricht ein Institut, durch technische Analysen die qu\u00e4lende Sorge um \u201eAuthentizit\u00e4t\u201c im Einzelfall zu beenden oder wenigstens zu lindern, Ich bekam k\u00fcrzlich die privilegierte Chance einer kleinen Materialanalyse durch ein Institut in Amerika. Die Herkunftsregion der ungew\u00f6hnlichen Pende-Figur wurde wie erwartet best\u00e4tigt, aber wozu? In Kinshasa konnten oder wollten die befragten Pende-Honoratioren nichts zu deren Identit\u00e4t sagen, obwohl sie der Forscherin ihre pers\u00f6nliche Wertsch\u00e4tzung\u00a0 \u00e4u\u00dferten. Grund m\u00f6gen das \u00fcbernommene Christentum sein (&#8222;I<em>n these Christian days, it&#8217;s hard to find anyone willing to admit knowing a diviner.<\/em>&#8222;) und vielleicht ein Erstaunen \u00fcber immer neue Therapiepraktiken und \u00e4sthetische Formen.<\/p>\n<p>Die Restauratorin Leslie Bone hat durch ihre Arbeit an richtig teurem Material Erfahrungen gewonnen, die sie in <em>\u201aA Conservator\u2019s View of African Sculptur<\/em>e\u2019 schildert (<a href=\"http:\/\/www.tribalartmagazine.com\/\">Tribal Art Magazine<\/a>, unter: people_188, deutsch im Blog vom 8. Mai 2016 (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4429\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>).<\/p>\n<p>Die starke Kapitalisierung und Politisierung der Kunstsph\u00e4re sowie versch\u00e4rfte akademische Konkurrenz zwingen zur Absicherung in alle Richtungen. An wen k\u00f6nnen neugierige Sammler sich also noch wenden, um nachvollziehbare, aber immer auch hypothetische Antworten\u00a0 auf &#8218;Sinnfragen&#8216; zu bekommen? Dem interessierten Laien wird individuelle Neugier schnell als st\u00f6rende Donquichotterie angekreidet. Bin ich schon ein Querdenker?<\/p>\n<p>Eine spie\u00dfige Selbstbezogenheit bei Sammlern ist immer noch verbreitet &#8211; &#8218;Euro-zentrismus&#8216; ist ein Euphemismus. Ihre Fremdheit zu &#8222;afrikanischen&#8220; Normen ist immer noch sehr gro\u00df, schon weil der meist niedrige Status afrikanischer Zuwanderer nicht zur Auseinandersetzung zwingt und &#8218;Politik&#8216; wie Medien lieber auf bequeme, aber verlogene Sprachregelungen setzen.<\/p>\n<p>Afrikanische Traditionen haben sich w\u00e4hrend fast zwei Jahrhunderten der Umw\u00e4lzungen zur Unkenntlichkeit ver\u00e4ndert oder sind verschwunden. Dem steht auch heute noch bei uns untergr\u00fcndig eine rudiment\u00e4re V\u00f6lkerpsychologie aus der Kolonialzeit gegen\u00fcber. Oft scheint man bei der Phantasterei eines Carl Einstein (1915) stehen geblieben zu sein:<\/p>\n<p>Dazu in: <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4098\">http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4098<\/a> &#8211; <em>Wieder zu \u2018Negerplastik\u2019 \u2013 nun in Z. S. Strother\u2019s Begleitung<\/em><\/p>\n<p>Kunstgeschichtlich war die Zeit unmittelbar vor den Kolonialeroberungen alles andere als eine &#8218;Goldene Epoche&#8216; der afrikanischen Kulturen, sondern der Beginn massenhafter Zerst\u00f6rungen, materiell und mental, und des Kunstraubs, von dessen &#8218;Schn\u00e4ppchenjagd&#8216; heute noch Teile des Kunsthandels profitieren. Die Antwort darauf darf nicht in &#8222;epochalen&#8220; Jahreszahlen wie &#8222;1897&#8220; (Benin&#8220;) oder einer chronologischen &#8218;Kellertreppe&#8216; handwerklicher Qualit\u00e4t bestehen, etwa:&#8220;<em>erste H\u00e4lfte zwanzigstes Jahrhundert<\/em>&#8222;.<\/p>\n<p>Drei Beispiele:<\/p>\n<p><em>\u2018Making History\u2019 \u2013 Eine Fanfare! (Ogbechie &amp; Benin) \u2013 aktuell!\u00a0 <\/em><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=3319\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(2021, LINK:)<\/a><\/p>\n<p><em>Charles Ratton \u2013 schlechte und gute Provenienz im Kunsthandel <\/em><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9345\">2. September 2018<\/a> (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9345\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<\/p>\n<p>Die Erfahrungen von <em>Owen D. Mort jr. <\/em>zur vom Experten Patrick Claes befeuerten Obsession f\u00fcr \u201eauthentische\u201c Kunst im Kinshasa (nach 1970) (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13277\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>) :<\/p>\n<p>Andererseits sind Formen eines \u00e4sthetischen Widerstands auch im 20. Jahrhunderts aktiv gewesen, wie Zo\u00e9 Strother (Columbia University) an einem Beispiel zeigt:<\/p>\n<p><em>Das war das 20. Jahrhundert zwischen Kwilu und Kasai \u2013 Die PENDE , <\/em><em>20. Sept. 2017<\/em> <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7997\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(LINK)<\/a><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Yanda-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2664 alignright\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Yanda-1-224x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Yanda-1-224x300.jpg 224w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Yanda-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Yanda-1-624x832.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Yanda-1.jpg 825w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a><\/em>Mir bleibt schleierhaft, warum Sch. f\u00fcr seine Wortmeldung ausgerechnet eine \u201eAzande\u201c-Puppe ausgesucht hat, ein kunstloses, unpr\u00e4tenti\u00f6ses und kaum normiertes Gebrauchsobjekt, das schon \u00e4u\u00dferlich nichts hergibt. &#8211; Mich \u00fcberzeugt es aber. Und das Beschreiben verlangt \u00dcbung.<\/p>\n<p>Die Azande hatten die kleineren V\u00f6lker n\u00f6rdlich und s\u00fcdlich des Ubangi-Flusses unterworfen, ihre Eliten beuteten sie aus, ein halbes Jahrhundert lang als arabisierte \u201eSultane\u201c im Dienst der \u201eSudanesen\u201c. Die Azande selbst hatten keine nennenswerte Figurentradition. Jan-Lodewyk Grootaers spricht von der ganzen Gegend als \u201eKontaktzone\u201c (in \u201e<em>Ubangi\u201c<\/em>, <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=12346\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>).<\/p>\n<p>Und von dort aus \u2013 angeblich der Ortschaft Rafai (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=12832\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>) \u2013 breitete sich um 1900 der \u201eMani-Kult\u201c mit seinen &#8222;Yanda&#8220; aus. Gr\u00f6\u00dfere Figuren dienten dann als diplomatische Geschenke von Kultvertretern an Tochtergesellschaften in verb\u00fcndeten D\u00f6rfern.<\/p>\n<p>Momentan versuche ich mehr \u00fcber die Geschichte von Stammes-Identit\u00e4ten in Zentralafrika zu erfahren, am Beispiel der \u201aTetela\u2019: <em>Luc de Heusch erz\u00e4hlt uns die Geschichte der Tetela (Nacherz\u00e4hlung) <\/em><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=14617\">20. April 2023<\/a> | (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=14617\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<\/p>\n<p>Meine Informationsquellen sind \u00fcbrigens seit Jahren oder Jahrzehnten publiziert, manchmal auf Franz\u00f6sisch, meist auf Englisch. Es gibt an den Figuren und Masken aus noch Vieles zu entdecken. Man muss sich nur daf\u00fcr interessieren.<\/p>\n<p>Was heute in Afrika als \u201eauthentisch\u201c gelten kann, ist au\u00dferhalb der Reichweite der Urteile westlicher Kunstautorit\u00e4ten. Es ist Verhandlungssache vor Ort.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der folgende Disput entbehrt nicht der Komik. Ein kurzer Leserkommentar zu meinem bereits 2014 erschienenen Beitrag bietet als Schmankerl &#8218;Volkes Stimme&#8216; in Reinkultur. Genial, dass dazu keine Sachkenntnis mobilisiert werden muss. Ich behandle den Autor wie einen vorlauten Sch\u00fcler und darf bereits vierzig Minuten sp\u00e4ter meinerseits eine Zurechtweisung lesen. Ich bin \u00fcber die Sch\u00e4rfe des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[267],"tags":[],"class_list":["post-15016","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-experten"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15016"}],"version-history":[{"count":15,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15016\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15031,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15016\/revisions\/15031"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}