{"id":1492,"date":"2012-08-23T01:01:50","date_gmt":"2012-08-23T00:01:50","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=1492"},"modified":"2014-02-20T12:02:09","modified_gmt":"2014-02-20T11:02:09","slug":"gespraech-ueber-fontcuberta","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=1492","title":{"rendered":"Gespr\u00e4ch \u00fcber Joan Fontcuberta 2012 (mit 4 Abb.)"},"content":{"rendered":"<p><em>Frankfurt am Main am 21. Mai 2012. Die Flusser Studies 13 sind erschienen. Zwei gew\u00f6hnlich boshafte und manchmal missgelaunte Freunde \u2013 wir nennen sie der Einfachheit halber A und B &#8211; haben sich den Aufsatz von Andrea Soto Calderon und Rainer Guldin \u00fcber Vilem Flusser und den spanischen, nein katalanischen Fotografen Joan Fontcuberta\u00a0 vorgenommen.<\/em><img decoding=\"async\" title=\"Weiterlesen \u2026\" alt=\"\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/wordpress\/img\/trans.gif\" \/><\/p>\n<p><!--more--><em>Sie sind bis zur Seite zw\u00f6lf vorgedrungen.<\/em> \u00a0<span class=\"Apple-style-span\" style=\"line-height: 14px;\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"line-height: 23px;\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/calderon-guldin-to-document-fs13.pdf\">calderon-guldin-to-document-fs13<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erste Unterhaltung<\/strong><\/p>\n<p>A\u00a0kommt versp\u00e4tet, schwenkt einen Computerausdruck und poltert sofort los:<\/p>\n<p>Ich dachte, Flussers Sprachgenie h\u00e4tte Guldin f\u00fcr sich eingenommen und nun scheint es doch seine sperrige Doktrin zu sein.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Erst einmal die Kernpunkte:\u00a0In Flussers Augen empfiehlt sich Fontcuberta dadurch, dass er verstanden habe, worum es \u201e<em>in der Fotografie<\/em>\u201c gehe: n\u00e4mlich \u201c<em>to document something that does not exist<\/em>\u201c. Die Mehrdeutigkeit von \u201edocument\u201c wird sofort feinsinnig durch die digitale Nulldimension wie durch ein Nadel\u00f6hr gezogen, nach Flussers Modell.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Undiskutiert bleibt aber die grobschl\u00e4chtig formulierte Alternative zwischen <i>existierenden und nicht existierenden<\/i> \u2013 na was wohl \u2013 <i>somethings,<\/i> Dingen.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Wie die alte Metaphysik! Die nahm bekanntlich nicht einmal die Existenz &#8218;Gottes&#8216;\u00a0von dieser schlechten Angewohnheit aus, wo wir doch ehrlicherweise nur den &#8218;Saum seines Gewandes&#8216;\u00a0f\u00fcr einen fl\u00fcchtigen Moment erhaschen, wenn wir uns da nicht irren. Mir fehlt das philosophische Handwerkszeug, um das schnoddrig hingeworfene \u201e<em>does (not) exist<\/em>\u201c fachgerecht auseinander zu nehmen. Was das Gewand Gottes aber mit unserer Frage zu tun haben soll, kann nur jemand fragen, der den &#8218;Tod der Fotografie&#8216; blind betrieben oder hingenommen hat. Er argumentiert bereits vom Hades aus, wei\u00df aber nicht, dass er sich da befindet&#8230;.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>&#8230; also ein typischer Post-Fotograf. Aber Hades?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Bekanntlich haben dessen Bewohner ihre letzten Gedanken st\u00e4ndig wiederholt, gem\u00e4\u00df dem Flusserschen Begriff von Programm. Das Programm ist der Tod. Sagt Flusser. Auch <i>Gegen<\/i>programm ist Programm. Das hat er \u00fcbersehen. Oder wollte es. Denn auch Strategen im Bereich der Kunst, von denen er einer war, brauchen etwas Berechenbares zum Steuern, zum Programmieren, um Vorschriften zu machen.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Ach wieder Feyerabend, wie er gegen die konventionelle Wissenschaftstheorie w\u00fctete.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Nein, schlimmer! Und paradoxerweise ist es ein verbaler Diskurs, der avantgardistisch konfektionierte Fotografien erst kalkulierbar macht, ihre Konzepte gnadenlos freilegt.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Doch wie dankbar sind diese Kunstrevolution\u00e4re f\u00fcr ein erkl\u00e4rendes Wort, das sie ihren Werken wie ein Banner voran tragen k\u00f6nnen, auch Fontcuberta zeigt das.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum &#8218;Gewand Gottes&#8216;\u00a0welches Mystiker und sogenannte Weise in allen Kulturen am besten kennen, doch sie erfahren sie durch Momente der &#8218;Erleuchtung&#8216;.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Jetzt h\u00e4ngst du aber deine Argumentation zu hoch! Das gibt der Anlass nicht her.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich \u00fcbertreibe ich, aber auf solche Momente arbeitet der Fotograf hin, soweit er nicht unfreie, nicht blo\u00df sozial oder technisch standardisierte Bilder macht. Sieh doch: Die Emulsion ist leer, bis auf ein Grundrauschen im Korn, desgleichen der Speicherchip. Und niemand kann vorhersagen, was beim Ausl\u00f6sen passiert. \u201eNimm genug Film mit, und mindestens zwei Kamerasysteme\u201c, ist der Rat der Erfahrenen.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Erfahren. Flusser?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Klar, Fotografie ist Abenteuer, das geht an die Nieren. Und dann \u2013 und wenn es heute vielleicht nur Sekunden sp\u00e4ter geschieht &#8211; muss es \u201eprozessiert\u201c werden. Wer m\u00f6chte behaupten, es gebe mit der Digitalisierung keine unwiderruflichen Zeitfenster mehr?<\/p>\n<p>Stattdessen betet der Text die ollen Kamellen von Flussers Doktrin herunter, zu denen schon so viel gesagt worden ist, nicht zuletzt in den Flusser-Studies. So auch die schiefe Formulierung auf Seite 4 unten: \u201c<em>The camera is not faithful to the reality&#8230;<\/em>\u201c In gewisser Hinsicht ist sie es schon,\u00a0auf der physikalischen oder chemischen Ebene, ganz ohne Ironie.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Das alles sind Finger\u00fcbungen, sie k\u00f6nnten eine Kolumne in der \u00fcberregionalen Zeitung f\u00fcllen, mehr nicht.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Es waren allerdings Sandkastenspiele in einer Zeit, wo man noch glauben konnte, man k\u00f6nne etwas bewirken. Flusser wird vielleicht heute der Ahnherr aller \u00dcberl\u00e4ufer zum neuen Totalitarismus. Denn wenn er eine akademische Zukunftsperspektive hat, dann hier.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Nu\u2019 mach \u2019mal halblang: Flussers \u2013 meinetwegen &#8211; Tunnelblick auf Equipment und Distribution besticht doch erst einmal mit der auch nach drei\u00dfig Jahren zutreffenden Situationsanalyse. Er versagt halt wie so mancher Prophet \u2013 wie Karl Marx \u2013 in seinem L\u00f6sungsansatz. Es hat etwas Chiliastisches, wenn Fontecoberta auf Seite 11 von der \u201e<em>Tyranny of the object<\/em>\u201c spricht. Tyrannei ist \u00a0etwas anderes!<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Ich habe wirklich Zweifel daran, dass die k\u00fcnftigen Perspektiven der Fotografie mit den Mitteln und im Horizont abgetretener Generationen aufzukl\u00e4ren sind. Wir sind zwar als Flusserianer&#8230;<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>&#8230; Das h\u00f6ren die aber gar nicht gern, obwohl, es gibt sogar noch Opelianer in R\u00fcsselsheim und Bochum &#8230;&#8230;<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>&#8230; mittlerweile darauf programmiert, aus Flusser-Texten von der L\u00e4nge einer Schreibmaschinenseite den Nektar der Erkenntnis zu saugen, oder aus Interviews oder l\u00fcckenhaften Briefwechseln, das wundert mich schon. Worte des Gro\u00dfen Vorsitzenden?<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Vergiss deine Empfindlichkeiten! Fontecuberta fordert eine\u00a0 \u201e<em>triple subversion<\/em>\u201c\u00a0des \u201e<em>Avantgarde-Fotografen<\/em>\u201c: bei der dritten geht es um\u00a0 \u201e<em>the usual meaning of the concept of freedom<\/em>\u201c (11).<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Wow, also volle Freiheit, also auch von jeder unbequemen Bestimmung von Freiheit: Wird unterwandert! Die achtziger Jahre in Spanien bleiben im ganzen Artikel unerw\u00e4hnt<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Es war ein echter &#8218;Aufbruch&#8216;\u00a0auf allen Gebieten. In Barcelona, in Katalonien war er nicht zu \u00fcbersehen.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Blieb \u00fcbrigens der \u201e<em>daytrip<\/em>\u201c durch Israels \u201e<em>occupied territories<\/em>\u201c ohne Spuren, au\u00dfer ein paar geknipsten Erinnerungsfotos?<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Ich sehe sie schon auf dem Flyer f\u00fcr das MMK (Museum f\u00fcr Moderne Kunst) in Frankfurt.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Hat wenigstens die Tagung in Israel dem pathetisch klingenden\u00a0 Titel \u201e<em>The Persistence of Memory<\/em>&#8220; mehr Tiefe gegeben? Wie engagiertwar im Vergleich dazu die auch in fs 13 vorgestellte Rosangela Renno! Eben am Menschlichen interessiert. Freiheit hat doch damit zu tun. Und dann macht das Wort \u201eEthik\u201c, das auf der Seite zehn vorkommt, Sinn. Was soll eine Ethik <span style=\"text-decoration: underline;\">der<\/span> Technik? Was f\u00fcr eine Verflachung der Begriffe!<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Apropos \u201eAvantgarde-Fotografen\u201c. F\u00fcr wen eigentlich Avantgarde? F\u00fcr die Knipser, die nicht mehr ihre Erinnerungsfotos machen d\u00fcrfen sollen oder \u2013 speziell in Deutschland &#8211; nur mit schlechtem Gewissen?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Heute redet ja keiner mehr \u00fcber Avantgarde, heute spricht man von Exzellenz!<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Ah, die Creme de la Creme! Der Hochadel der Fotografie!<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Verdienstadel!<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Du hebst auf die Geisteshaltung ab, wie ich annehme, die Geisteshaltung von Fotografen.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Ich vermisse im Text ein Gesp\u00fcr f\u00fcr die Zeit und die Situation des Fotografen. Des freien Fotografen! Ich habe mich immer gewundert, dass man so zur\u00fcckhaltende, ja unaufdringliche,\u00a0 ich w\u00fcrde sagen: Leica-Fotografen wie den Salomon, wie Brassai, Cartier-Bresson, die von Magnum und seit den f\u00fcnfziger Jahren der FAZ, zuletzt Barbara Klemm&#8230;.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>&#8230; auch den Brasilianer Salgado nicht vergessen &#8230;.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>&#8230;. verehrt. Ich fragte mich immer: was haben <span style=\"text-decoration: underline;\">sie<\/span> denn Besonderes\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">gemacht<\/span>, es ist ihnen doch wie einem geduldigen Angler zugefallen&#8230;<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Du musst fragen, was sie <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> gemacht haben! Und dann erkennst du, dass sie <span style=\"text-decoration: underline;\">die<\/span> Fotografie gegen den Apparatismus am Leben gehalten haben. Und nicht nur sie. Auch heute werden \u00a0solche Fotografen entdeckt und publiziert.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Die Geduld, von der du sprichst, ist eine Geisteshaltung. Darf ich \u00fcbertreiben? Sie ist eine der Liebe zur Welt, wie sie ist. Wir sind als Menschen von wunderbaren Eindr\u00fccken und Bildern umgeben, von denen wir nicht wissen, ob sie \u201eexistieren\u201c oder nicht. Wie viele Fotob\u00fccher habe ich gesehen, die sich am am unaufl\u00f6slichen Widerspruch zwischen grauenerregenden Realit\u00e4ten, wie Atompilzen, Kriegszonen, No Go Areas, Tagebau- und Industriebrachen, der Verw\u00fcstung von Menschen auf allen Kontinenten einerseits und andererseits der unerkl\u00e4rlichen Sch\u00f6nheit der Bilder abarbeiten.\u00a0 Die Gro\u00dfen der Fotografie lachen doch \u00fcber die angebliche \u201e<em>Tyrannei des Objekts<\/em>\u201c und die kurzatmige Gegenstrategie von diplomierten K\u00fcnstlern, \u201e<em>nicht-existierende<\/em>\u201c Dinge zu dokumentieren. Deren \u201e<em>ontologische<\/em>\u201c Bedeutung ist doch schei\u00dfegal, die ethische auch. Ab ins Museum zur Retrospektive! Und ins Depot!<\/p>\n<p>B \u00a0 \u00a0(Pause. Nach einer Weile:)<\/p>\n<p>Das scheinen hyperaktive Netzwerker gewesen zu sein. \u201eUma mao lava a outra\u201c. Ich kann nach der Lekt\u00fcre einiger Briefwechsel Flussers dieses \u201e<em>I am flattered and filled with pride<\/em>\u201c nicht mehr h\u00f6ren \u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/flusser-fontcuberta-1984-88-korrespondenz.pdf\">flusser-fontcuberta-1984-88-korrespondenz<\/a><\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Und beide sind rastlos zwischen Kontinenten unterwegs, sie repr\u00e4sentieren wie Schmetterlinge ein farbenpr\u00e4chtig schillerndes akademisches Prekariat. (3, 5)\u00a0Fontecuberta steht doch \u2013 sagt mir der Briefwechsel \u2013 immer unter Strom und ist zu seinem Gl\u00fcck auf Monate ausgebucht.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Ihr Geisteszustand ist auch nicht besser als der engagierter Funktion\u00e4re im Apparat.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Das Ganze ist doch recht witzig und dient dem Flusser zur Illustration seiner Konzepte. Das freut ihn. Das freut einen doch immer, vor allem wenn man es nicht erwartet hat.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/fs13-Fontcuberta-Typhatata_pulcra.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1496\" alt=\"fs13-Fontcuberta-Typhatata_pulcra\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/fs13-Fontcuberta-Typhatata_pulcra-213x300.jpg\" width=\"213\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/fs13-Fontcuberta-Typhatata_pulcra-213x300.jpg 213w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/fs13-Fontcuberta-Typhatata_pulcra-624x877.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/fs13-Fontcuberta-Typhatata_pulcra.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a><em>fs13-Fontcuberta-Typhatata_pulcra<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Zweite Unterhaltung<\/b><\/p>\n<p><em>Nach ihren Urlaubsreisen in verschiedene Himmelsrichtungen treffen sie sich im August wieder. B hat inzwischen eine l\u00e4ngere Rezension \u00fcber ein Buch von \u00fcber hundertachtzig Seiten fertig gestellt. A hat nicht weiter gelesen.<\/em><\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Wo waren wir stehen geblieben?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Tut wenig zur Sache. Ich habe unsere Argumente ohne es zu merken weiter gedacht.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Dann w\u00fcrde ich vorschlagen, auf Seite 11 einzusetzen, wo wir abgebrochen haben.\u00a0Dort ist unten davon die Rede, dass Fontcuberta etwas radikal in Frage stellt, n\u00e4mlich den\u00a0\u201e<em>traditional belief<\/em>&#8222;,\u00a0dass sich im Foto der Gegenstand sozusagen selber abbilde.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Typisch, nicht die Aussage, sondern das ungestalte Gegen\u00fcber \u201e<em>traditional belief<\/em>&#8220; beziehungsweise Vorurteil! Gegen das kann man freilich gefahrlos zu Felde ziehen.<\/p>\n<p>Aber das ist bei ihm wohl im Bauch entstanden. Was setzt er denn dagegen?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>\u201e<em>To take pictures is a reinvention of reality<\/em>\u201c<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Ebenso schief, aber es eignet sich gut f\u00fcr Reden auf Vernissagen und f\u00fcr den Katalog. Es ist sinnstiftend. Schlie\u00dflich macht es ganz sch\u00f6n viel M\u00fche, zu Kunstwerken etwas Sinnhaftes zu sagen, wo doch die K\u00fcnstler es meist nicht k\u00f6nnen. Obschon, bei der Konzeptkunst?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Wer sagt denn, dass er die S\u00e4tze selbst erfunden hat? Daf\u00fcr hat man doch den Dozenten der Kunsthochschule. Das hat k\u00fcrzlich wer noch mal im Merkur \u00a0geschrieben.\u00a0Auch Marcel Marburger spricht in seinem Vorwort zur Diss von der Theoriebed\u00fcrftigkeit der Kunst.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Witold Gombrowicz hat das \u00fcbrigens bereits 1956 formuliert, in Argentinien, mit einer Leidenschaft, die wir von Vilem Flusser kennen. Ich hole mal das Buch.<\/p>\n<p>Seite 660: \u201e <i>Werden\u00a0 wir \u2013 die K\u00fcnstler \u2013 den Menschen der Wissenschaft endlich im Namen eines glanzvolleren Menschentums attackieren k\u00f6nnen? &#8230;<\/i><\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>ein typischer polnischer Geist, Jahrgang 1904, immer etwas Don Quichotte! &#8230;<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Und er f\u00e4hrt fort:<\/p>\n<p>\u201e<i>Attackieren \u2013 aus welcher Position? Mit welchen Mitteln? Sind wir \u00fcberhaupt zum Angriff f\u00e4hig? In den letzten Jahrzehnten hat die Kunst sich sch\u00e4big benommen \u2013 hat sich imponieren lassen, fast auf den Knien gelegen, dem Gegner gierig alles aus der Hand gerissen; ihr fehlte der Stolz, ja sogar der normale Selbsterhaltungstrieb. Die Folgen?<\/i><\/p>\n<p><i>Die Malerei \u00fcberfahren von Abstraktion und anderen Formkonzeptionen \u2013 alles von Wissenschaft inspiriert \u2013 immer weniger Individualit\u00e4t, Gr\u00f6\u00dfe, Talent in dieser Kunst, immer \u201ademokratischer\u2019\u00a0<\/i><i>und\u201a objektiver alles, was da geschaffen wird.<\/i><\/p>\n<p><i>Die Musik korrumpiert von Theorie und Technik, daher Pers\u00f6nlichkeitsverfall und so heftiges Schrumpfen der Komponisten, dass man bald nicht mehr wei\u00df, wie man diese Zwerge nennen soll.<\/i><\/p>\n<p><i>Und die sch\u00f6ne Literatur<\/i> .. sein eigenes Gebiet ..<i> b\u00f6s und brutal geworden &#8230; geradezu wutentbrannt\u00a0 &#8211; oder kotzend \u2013 oder steif und trocken \u2013 analytisch, soziologisch, ph\u00e4nomenologisch, verschwitzt, langweilig, verfehlt\u201c <\/i>und er endet diesen Eintrag mit dem Satz: \u201e <i>Das Individuum ist eine so harte Nuss, an der bricht sich jede Theorie die Z\u00e4hne aus. Deshalb ist eure Niederlage durch nichts zu entschuldigen, ihr T\u00f6lpel!\u201c<\/i><\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Dieser Fontcuberta, was hat er vor diesen Fotoserien gemacht? Was hat er eigentlich gelernt? Welche Erfahrungen im Franco-Spanien, diesem ungeheuren Friedhof? Wann ist er \u00fcberhaupt geboren?<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Das h\u00e4ttest du ja einmal in Wikipedia nachschlagen k\u00f6nnen. &#8211; Und du meinst, das sei erheblich, f\u00fcr das was er tut?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich. Doch die beiden Autoren scheinen das nicht zu denken, sonst h\u00e4tten sie etwas dar\u00fcber mitgeteilt. Wir haben aber begonnen mit eigent\u00fcmlichen Theoremen, die jetzt auch noch im biografischen und historischen Nebel verschwinden.<\/p>\n<p>Wenn ich recht verstanden habe, geht es den beiden um die Beziehung Fontcubertas zu Flusser, aber der hat sich \u2013 wie er noch einmal von Marcel M. bescheinigt bekommt &#8211; keinen Deut daf\u00fcr interessiert, was in den K\u00f6pfen der K\u00fcnstler vorging, es sei denn, er h\u00e4tte ihnen den Geist selbst eingeblasen.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Aus seiner Autobiografie wei\u00df ich aber ein Gegenbeispiel: Mira Schendel in Sao Paulo!<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Bei intimen Freunden mag es anders sein, aber gibt es hier Anzeichen einer solchen Freundschaft? Im Mai haben wir von einem Zweckb\u00fcndnis gesprochen!<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Warum schauen wir uns nicht die gebotenen Argumente an? Mehr haben wir doch nicht als Diskussionsgrundlage.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Was soll ich denn mit einer Formulierung wie der \u2013 Originalzitat &#8211; \u201e<em>the umbilical cord between image and object is broken<\/em>\u201c anfangen? Soll ich wie die Autoren dankbar sein, dass er damit auf\u00a0 \u201e<em>Fragilit\u00e4t aller Bedeutungen<\/em>\u201c zeige, und dann weiter sein didaktisches Programm der \u201e<em>systematischen Bildmanipulation<\/em>\u201c &#8230;<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>im Labor&#8230;<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>&#8230; ausbreiten, unter Zuhilfenahme von Flussers Diktum: \u201ej<em>e gr\u00f6\u00dfer der Grad der Unwahrscheinlichkeit , desto gr\u00f6\u00dfer die m\u00f6gliche Freiheit<\/em>\u201c? Eine Labor-Freiheit!\u00a0 Allerdings eignen sich Bilder \u201e<em>nicht immer<\/em>\u201c f\u00fcr gewisse abstrakte Themen, &#8222;<em>etwa Ausbeutungsverh\u00e4ltnisse, Klassenkampf, kollektive Zielsetzungen oder Ungerechtigkeiten<\/em>\u201c (12). Das habe Bert Brecht gesagt.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Hat der je einen Fotoapparat in die Hand genommen?\u00a0 Er lie\u00df doch fotografieren&#8230;.\u00a0 Ist Fontcuberta eigentlich links? Das bedeutet sogar heute in der tief zerkl\u00fcfteten Situation Spaniens noch etwas.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Hier wird nur sein Hinweis auf Brecht, vermittelt durch Benjamin, \u00fcbernommen. Im n\u00e4chsten Abschnitt folgt auch schon das Beispiel der Dadaisten, die mit dem Zufall spielten und das Publikum mit \u00e4sthetischem\u00a0 \u201e<em>Ger\u00e4usch<\/em>\u201c provozierten \u2013 ein Terminus, der f\u00fcr Fontcuberta\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">und<\/span> Flusser wichtig war.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Also wollen die Autoren von Fontcuberta aus die Fototheorie nicht neu erfinden. Wohl nur seine k\u00fcnstlerische Position und deren Schnittmenge mit Flusser sichtbar machen?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Es ist bei Fontcuberta auch noch vom \u201e<em>k\u00e4mpferischen Gestus der Zur\u00fcckweisung und der W\u00fcrde, gegen das Programm zu opponieren<\/em>\u201c die Rede, sich nicht als Funktion\u00e4r des Apparats zu betrachten und dessen Routinen zu \u00fcbernehmen, selbst wenn die entstandenen Produkte einen manchmal beeindrucken m\u00f6gen. Wichtiger als alle Resultate sei die symbolische Schlacht an sich, &#8222;<em>aufzustehen und seine Freiheit zu verteidigen&#8220;.<\/em>\u00a0Punkt.\u00a0 Fontcuberta 1997. (13)<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Da bin ich doch versucht, auch aufzustehen, mich zu erheben. Veteranenveranstaltungen haben mich schon immer beeindruckt. Doch eigentlich erhalten nur die Veteranen von Siegerm\u00e4chten die Gelegenheit.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Du irrst, im zivilisierten Nachkriegsdeutschland haben wir gelernt, diese Ehren unter bestimmten Umst\u00e4nden auch auf die Verlierer auszudehnen. Was hast du eigentlich gegen Veteranen guter positiver Bewegungen?<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Vielleicht verwechsle ich da etwas, aber nur ich? Individueller Widerstand \u2013\u00a0 gerade auch k\u00fcnstlerischer \u2013 braucht keine theoretische Absicherung, im Gegenteil. Fontcuberta heftet sich die theoretische Legitimation durch Flusser wie einen Orden an die Brust.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Nun \u00fcbertreib mal nicht: Flusser hat ihn inspiriert, motiviert, von Legitimation war damals nicht die Rede. Wer war Flusser denn? Welche Autorit\u00e4t hatte er zu bieten?<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Klar, aber er vertrat <span style=\"text-decoration: underline;\">Theorie<\/span>, eine humanistische Theorie, die ja auch Normen setzte. F. musste nur Vertrauen haben. Ich denke an Gombrowicz\u2019 Vorwurf innerer Abh\u00e4ngigkeit des K\u00fcnstlers und an\u00a0Fontcubertas\u00a0eigenartigen Satz von der \u201efalschen\u201c &#8211; wie ihm der Kopf sage \u2013 \u00dcberlegenheit der Produkte\u00a0 \u00e4sthetischer Unterwerfung unter den Apparat.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Da scheint es f\u00fcr den Widerst\u00e4ndigen doch gar keine andere Alternative zu geben, als sich Flussers Theorie in die Arme zu werfen.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Na na&#8230; ich kenne dich, du willst mich aufs Glatteis f\u00fchren. Meinst du etwa, er sei \u00a0\u201aalternativlos\u2019 ?\u00a0Wenn das f\u00fcr ihn zutrifft, dann sollte er vielleicht wieder ein konventionelles Fotostudio in seinem Stadtviertel betreiben oder den Beruf wechseln. Wir wissen ja nicht einmal, ob sich die Kunst finanziell f\u00fcr ihn ausgezahlt hat. Die wenigen Fotos, die ich von ihm kenne, zeigen \u00fcberwiegend dasselbe Konzept. Ich wei\u00df:\u00a0 Wiedererkennungswert, m\u00f6glichst durch Alleinstellungs-Merkmale, ist eine Forderung des Kunstbetriebs. Die wenigsten k\u00f6nnen sich ihr heute entziehen. Ich verstehe seine Argumentation wohl, aber\u00a0 sollte die \u201eGeste\u201c \u2013 des Widerstands &#8211; wirklich wichtiger sein als das Ergebnis (\u201e<em>the result<\/em>\u201c)? Meinte Gombrowicz das etwa mit dem verschwundenen Selbsterhaltungstrieb der Kunst und damit, dass die K\u00fcnstler in seinen Augen T\u00f6lpel seien?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>\u201aGeste\u2019 habe ich mit Flusser differenziert zu verstehen gelernt, aber hier steht vor meinem inneren Auge blo\u00df die erhobene Faust oder Churchills gespreizte Finger. Wie dem auch sei, ich bin f\u00fcr eine Kaffeepause, vielleicht sogar eine Vertagung der restlichen sieben Druckseiten, die sich Vilem Flusser zuwenden und der Frage, was er denn der ironischen Pseudo-Botanik eines Fontecuberta abgewinnen konnte.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, dass wir auch den Aufsatz noch nicht abschlie\u00dfend bewerten.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a022.08.12\u00a0\u00a0 gegen ein Uhr nachts &#8211;<\/p>\n<p>Einige Tage sp\u00e4ter fanden die beiden im Nachlass eines Freundes \u00fcberraschend drei separate Kunstdrucke, die mit &#8218;art &#8211; Portfolio&#8216; bezeichnet sind und das Datum 1976 bzw. 1977 tragen und \u00a0andere Facetten von Fontcubertas Konzept und Bildsprache zeigen. Ob sie die Einw\u00e4nde gegen ihn entkr\u00e4ften, habe ich die beiden noch nicht gefragt. \u00a0&#8211; \u00a014.12.2013 &#8211;<\/p>\n<p>(<em>Vergr\u00f6\u00dferung durch Anklicken der Bildfl\u00e4che<\/em>)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/IMG-Fontcuberta-1976-7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"IMG Fontcuberta 1976-7\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/IMG-Fontcuberta-1976-7-231x300.jpg\" width=\"231\" height=\"300\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/IMG-Fontcuberta-1976-7_0002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"IMG Fontcuberta 1976-7_0002\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/IMG-Fontcuberta-1976-7_0002-223x300.jpg\" width=\"223\" height=\"300\" \/><\/a>\u00a01976\/1977<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/IMG-Fontcuberta-1976-7_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1505\" alt=\"IMG Fontcuberta 1976-7_0001\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/IMG-Fontcuberta-1976-7_0001-221x300.jpg\" width=\"221\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/IMG-Fontcuberta-1976-7_0001-221x300.jpg 221w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/IMG-Fontcuberta-1976-7_0001-624x845.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/IMG-Fontcuberta-1976-7_0001.jpg 739w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankfurt am Main am 21. Mai 2012. Die Flusser Studies 13 sind erschienen. Zwei gew\u00f6hnlich boshafte und manchmal missgelaunte Freunde \u2013 wir nennen sie der Einfachheit halber A und B &#8211; haben sich den Aufsatz von Andrea Soto Calderon und Rainer Guldin \u00fcber Vilem Flusser und den spanischen, nein katalanischen Fotografen Joan Fontcuberta\u00a0 vorgenommen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14,10],"tags":[],"class_list":["post-1492","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fotografie","category-flusser_vilem-leben"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1492"}],"version-history":[{"count":20,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1492\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1901,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1492\/revisions\/1901"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}