{"id":14635,"date":"2023-06-08T23:41:33","date_gmt":"2023-06-08T21:41:33","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=14635"},"modified":"2024-03-31T21:36:44","modified_gmt":"2024-03-31T19:36:44","slug":"fritz-wiegmann-unterschiedliche-perspektiven-ausprobieren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=14635","title":{"rendered":"FRITZ WIEGMANN &#8211; UNTERSCHIEDLICHE PERSPEKTIVEN AUSPROBIEREN &#8211; Sieben Lekt\u00fcren"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center;\">Vorwort<\/h4>\n<div id=\"attachment_14918\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0007.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14918\" class=\"size-medium wp-image-14918\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0007-270x360.jpg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0007-270x360.jpg 270w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0007-674x900.jpg 674w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0007-624x833.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0007.jpg 824w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14918\" class=\"wp-caption-text\">Wohnzimmer April 2023<\/p><\/div>\n<p>Die Reihenfolge der Lesenotizen ist chronologisch, der Bezug zur Person und den Bildern Fritz Wiegmanns unterschiedlich. Er steht mir momentan bei jeder Besch\u00e4ftigung mit Kunst im Hintergrund, auch bei jeder Kunstlekt\u00fcre. Die dort aufgeworfenen Fragen werden oft zu Fragen an ihn. Die Betrachtung seiner Bilder kann sich auch auf biografische Archivstudien (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7737\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>) st\u00fctzen.<\/p>\n<p>Jede Lekt\u00fcre ver\u00e4ndert die Perspektive auf ihn, als ob ich ihn\u00a0 einkreisen w\u00fcrde.\u00a0 Mit manchem K\u00fcnstler hat er sich selber auseinandergesetzt oder h\u00e4tte er gern diskutiert, andere geben vor allem mir zu Denken.\u00a0 Ber\u00fchmte Namen tun nichts zur Sache. Wiegmann war sein Lebtag lang K\u00fcnstler; den Titel kann niemand ihm verweigern. Und untereinander waren sie Alle, wirtschaftlich Erfolgreiche wie Erfolglose, M\u00e4nner wie Frauen, nur &#8222;Kollegen&#8220;, die voneinander lernten und Ideen klauten, einander bewunderten, registrierten oder ignorierten oder verachteten&#8230;.<\/p>\n<p>BEREITS FR\u00dcHER habe ich verschiedene Positionsbestimmungen\u00a0 ver\u00f6ffentlicht, aber jetzt direkt vor seinen Arbeiten gewinnen sie neue Bedeutung.<\/p>\n<p>26. April 2023. Hochgeladen 18. Mai und am 9.Juni aktualisiert<!--more--><\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Lekt\u00fcre Eins<\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Georges Braque &#8218;Mein Weg&#8216;<\/span><\/h3>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Bereits 4.5.2017 ver\u00f6ffentlicht im Blog &#8222;Wiegmanns Universit\u00e4ten&#8220; (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=7526\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<\/h5>\n<p>Vor einiger Zeit traf ich auf ein quadratisches B\u00e4ndchen der Reihe <em>Die Arche<\/em> \u00fcber <em>Georges Braque <\/em>(Z\u00fcrich 1958) und darin unter dem Titel <em>Mein Weg<\/em> (1954) ein von Dora Vallier aufgezeichnetes Gespr\u00e4ch. Darin nimmt er die Leser auf den Weg seiner Entdeckungen.<\/p>\n<p>\u201e\u2026 <em>Meine k\u00fcnstlerische Ausbildung? Mein einziger Lehrmeister war die Zeitschrift \u201aGil Blas\u2019. Mein Vater (Freizeitmaler) hatte sie abonniert. Ich war ungef\u00e4hr zw\u00f6lf Jahre alt; \u2026. (11) In der Zeichenstunde tat ich nichts anderes als gegen den Lehrer zu hetzen und Karikaturen zu machen \u2026 ich hatte stets einen Abscheu vor der offiziellen Malerei \u2013 das ist heute noch genauso \u2026 Nach dem Gymnasium, mit achtzehn Jahren trat ich eine Lehre als Dekorationsmaler an \u2026 (12) ich lernte also falschen Marmor und falsche Holzfaserung herzustellen \u2026 Gleichzeitig folgte ich den Abendkursen f\u00fcr Zeichnen im Stadthaus von Batignolles und sp\u00e4ter an der \u201aAcad\u00e9mie Humbert\u2019, eine Akademie wie alle andern, wo der Lehrer nicht z\u00e4hlte, und s\u00e4mtliche Sch\u00fcler Dilettanten waren, wo es aber sehr viel zu lachen gab. Dort traf ich Picabia, den ersten Maler, den ich kannte, und Marie Laurencin \u2026 ich war zwanzig Jahre alt und r\u00fcckte in den Milit\u00e4rdienst ein.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Dora Vallier fragt<em>, ob nun die eigentliche Geschichte des Malers Georges Braque beginne \u2013 Feld der Kritik; seit vielen Jahren gewertet, klassiert und katalogisiert? <\/em>Mitnichten!<\/p>\n<p><em>\u201eNie habe ich die Idee gehabt, Maler zu werden \u2026 Ich hatte Freude am Malen und ich arbeitete viel\u2026.\u201c (13) Und so geht es weiter: \u201eDie fauvistische Malerei hatte mir gro\u00dfen Eindruck gemacht, weil sie neu war, und das gefiel mir \u2026 Es war eine Malerei voller Begeisterung und sie passte zu meinen dreiundzwanzig Jahren \u2026 Da ich die Romantik nicht sch\u00e4tzte, gefiel mir diese k\u00f6rperhafte Malerei \u2026 (14) Ich war von Cezanne beeindruckt, von seinen Bildern, die ich bei Vollard gesehen hatte \u2026 Auch die Negerplastik hat mir einen neuen Horizont er\u00f6ffnet \u2026 Ich hatte selbstverst\u00e4ndlich \u201aam Modell\u2019 gelernt. Ich hatte bis jetzt nach der Natur gemalt, und als ich davon \u00fcberzeugt war, dass man sich vom Modell befreien m\u00fcsse, war es gar nicht so einfach \u2026<\/em> (15)\u201c<\/p>\n<p>Vergleichbare Abenteuer durchlebte auch der ehrgeizigere <strong>Pablo Picasso<\/strong>. Der Aufsatz von William Rubin in \u201ePrimitivismus in der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts\u201c (MoMa, N.Y. 1984, 248-345) verdeutlicht das heute sehr sch\u00f6n. Zeitgenossen Picassos mussten schon genau hinschauen und durften nicht auf die Auguren vertrauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><em>Vor<strong> W 11<\/strong> und dem gro\u00dfen Karton <strong>W 44<\/strong> sitze ich: die Bewegung im Wald einfangen. Endlich hat er den angemessenen,&#8220;dienenden Pinselstrich&#8220; gefunden, nach so viel unn\u00f6tiger, aufdringlicher Wildheit in den Mittelformaten. <\/em><\/h4>\n<div id=\"attachment_14643\" style=\"width: 402px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/W-11_sig.o.D.-40x30-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14643\" class=\"wp-image-14643\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/W-11_sig.o.D.-40x30-1-264x360.jpg\" alt=\"\" width=\"392\" height=\"536\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/W-11_sig.o.D.-40x30-1-264x360.jpg 264w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/W-11_sig.o.D.-40x30-1-659x900.jpg 659w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/W-11_sig.o.D.-40x30-1-624x852.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/W-11_sig.o.D.-40x30-1.jpg 934w\" sizes=\"auto, (max-width: 392px) 100vw, 392px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14643\" class=\"wp-caption-text\">W 11_sig.o.D. 40&#215;30<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0\u00a0 Lekt\u00fcre Drei<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>DAVID HOCKNEY: <\/strong><\/span><\/p>\n<h4 class=\"entry-title\"><span style=\"color: #ff0000;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">WELT DER BILDER<\/span> &#8211; David Hockney und Martin Gayford im Gespr\u00e4ch bei Thames &amp; Hudson (dt. Sieveking, 2016)\u00a0 &#8211;\u00a0 Blog vom 27. Februar 2018 (<time class=\"entry-date\" datetime=\"2018-02-27T12:24:22+01:00\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=8780\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a><\/time>)<\/h4>\n<p><em>Mein 1973 verstorbener Lehrer Fritz Wiegmann h\u00e4tte seine Freude an dem Buch gehabt, an der Abkehr von einem angeblichen \u201aFortschritt\u2019, soweit er \u00fcber technische Erfindungen hinaus geht, und an einer grenz\u00fcberschreitenden Betrachtungsweise, geankert vom Dialog zwischen Praktiker und Historiker, von Praxis und Reflexion. Dieser unideologische, ja anti-ideologische Dialog demonstriert die Gleichberechtigung aller Epochen, Regionen und Techniken. Und Technik ist ein wichtiger Aspekt, nicht mehr. <\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 SECRET KNOWLEDGE \u2013 Re-Discovering the Lost Techniques of the Old Masters<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Auf Wiegmanns Spuren unter Anleitung des am <u>Gestaltungsprozess<\/u> interessierten <u>und<\/u> wortgewandten Malerkollegen Hockney:\u00a0 \u201c<em>My concern &#8230; is with the history of <u>making<\/u> images &#8230; in these practical questions<\/em>.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_14659\" style=\"width: 505px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/L-80-Bosporus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14659\" class=\"wp-image-14659\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/L-80-Bosporus-360x304.jpg\" alt=\"\" width=\"495\" height=\"418\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/L-80-Bosporus-360x304.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/L-80-Bosporus-900x760.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/L-80-Bosporus-624x527.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/L-80-Bosporus.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 495px) 100vw, 495px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14659\" class=\"wp-caption-text\"><strong>L 80 Bosporus<\/strong><\/p><\/div>\n<p>Daf\u00fcr habe ich Hockney p. 200ff.\u201e<em>The Visual Evidence<\/em>\u201c aufgeschlagen.<\/p>\n<p>Der Blick aus der Vogelperspektive erscheint schief und irritiert manche Betrachter. Sie werden aber so weit \u00fcber die ber\u00fchmten, die Bildmitte beherrschenden Geb\u00e4ude hochgefahren , dass sie die dahinter liegende Meeresk\u00fcste und den Horizont betrachten k\u00f6nnen. Der Himmel ist oben auf Minarett- oder Kirchturmh\u00f6he abgeschnitten, sodass gen\u00fcgend Fl\u00e4che f\u00fcr das rege Leben auf dem Wasser zur Verf\u00fcgung steht. \u2013 Es handelt sich also doch nicht um vergr\u00f6\u00dferte Postkarten, auch wenn die Motive dieselben sind.<\/p>\n<div id=\"attachment_14906\" style=\"width: 267px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.city-by-the-sea-c.1425-p.207.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14906\" class=\"size-medium wp-image-14906\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.city-by-the-sea-c.1425-p.207-257x360.jpg\" alt=\"\" width=\"257\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.city-by-the-sea-c.1425-p.207-257x360.jpg 257w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.city-by-the-sea-c.1425-p.207-643x900.jpg 643w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.city-by-the-sea-c.1425-p.207-624x873.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.city-by-the-sea-c.1425-p.207.jpg 786w\" sizes=\"auto, (max-width: 257px) 100vw, 257px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14906\" class=\"wp-caption-text\">Hockney.city by the sea c.1425 p.207<\/p><\/div>\n<p><strong>L 80<\/strong> profitiert also von der Verweigerung der Kamera-Perspektive: Das Ergebnis \u201e<em>suggests <\/em><em>that <\/em><em>you are moving and therefore are alive. You can see over high walls &#8230; a natural way of depicting space and close to the way we see in our memory.<\/em>\u201c (p.206 zu \u201e<em>City of the Sea<\/em>\u201c c 1425, <em>attributed variously.<\/em>..). Es profitiert au\u00dfer von der italienischen Renaissance-Perspektive vom chinesischen Bildkonzept, an das sich Wiegmann lange genug gew\u00f6hnen konnte. Wiegmanns Dampfer aus China hielt 1938 auf der Schiffspassage m\u00f6glicherweise in Istanbul.<\/p>\n<p>Hockney nimmt anderswo im Buch eine freih\u00e4ndige Architekturzeichnung Adolf Menzels regelrecht auseinander und kommentiert: \u201e<em>Arches are very difficult to draw freehand..<\/em>..\u201c (p.203). Die auf der rechten Bildseite ungeschickt abgeschnittene Moschee g\u00e4be mehr Gr\u00fcnde zur Kritik, aber ist nicht so festzunageln wie die sorgf\u00e4ltige Zeichnung.<\/p>\n<p>Nach meinem Eindruck enth\u00fcllt das Bild <strong>L 80<\/strong> auch die Unzul\u00e4nglichkeiten von Wiegmanns damaliger Maltechnik, zwar atmosph\u00e4risch, lebendig, aber ohne die grafischen Qualit\u00e4ten der farbig \u00fcbermalten Landschaften der von ihm verehrten Holzschnitte aus Yang Liu-jing. \u00a0Den \u201eDufy\u201c unter den Nianhua vergleichen! (LINK?)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.Florentine-Baptistry-1352-p.209.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-14907\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.Florentine-Baptistry-1352-p.209-731x900.jpg\" alt=\"\" width=\"325\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.Florentine-Baptistry-1352-p.209-731x900.jpg 731w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.Florentine-Baptistry-1352-p.209-293x360.jpg 293w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.Florentine-Baptistry-1352-p.209-624x768.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Hockney.Florentine-Baptistry-1352-p.209.jpg 894w\" sizes=\"auto, (max-width: 325px) 100vw, 325px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine Textstelle sei nachgetragen: S.208 zum \u2019<em>primitive<\/em>\u2019, noch nicht \u201a<em>perspectived Baptistry<\/em>\u2019 in Florenz (1352, u<em>nknown Florentine artist<\/em>): \u201e<em>You get a sense of urban bustle without a person to be seen. You move among the buildings; you feel the claustrophobia of the narrow streets<\/em>.\u201c (p.208)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_14922\" style=\"width: 530px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-23-Venedig-DU-Karton.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14922\" class=\"wp-image-14922\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-23-Venedig-DU-Karton-900x704.jpg\" alt=\"\" width=\"520\" height=\"407\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-23-Venedig-DU-Karton-900x704.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-23-Venedig-DU-Karton-360x282.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-23-Venedig-DU-Karton-1536x1202.jpg 1536w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-23-Venedig-DU-Karton-624x488.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-23-Venedig-DU-Karton.jpg 1869w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14922\" class=\"wp-caption-text\">L 23 Venedig &#8211; auf dem Karton einer Lieferung von &#8222;DU&#8220; aus Z\u00fcrich nach Beatenberg<\/p><\/div>\n<p>Bei <strong>L 23 <\/strong>schwimmt die Kircheninsel regelrecht in der blauenSph\u00e4re von Himmel und Wasser. Ihr filigran leuchtendes Wei\u00df zieht, von rotem Steinbauten flankiert, unsere Aufmerksamkeit auf sich. Die entfernte Stadt auf dem Festland \u201aankert\u2019 sie. Spiegelungen und reger Schiffsverkehr beleben unten, abwechslungsreiche Wolken oben. Der Horizont ist schief, rechts h\u00f6her als links, so wie auf den Schnappsch\u00fcssen aufgeregter Hobbyfotografen. Ich habe \u00f6fters erlebt, dass durch die Korrektur im digitalen Fotoprogramm die Spontaneit\u00e4t aus dem Foto verschwand. Wiegmann hat mit dem Trick den Meereshorizont unauff\u00e4llig angehoben. Oder vielleicht: den Bogen des Raums, wie man ihn beim Drehen des Kopfes sp\u00fcrt, ins zweidimensionale Bild geholt.<\/p>\n<p>Die Behandlung der Perspektive wird erst in der sp\u00e4ten Serie der Thunersee-Ansichten richtig spannend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Lekt\u00fcre Vier<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Sinologe Jullien : <em>Fadheit oder Kraft<\/em> (Kap.14)<\/span> in Bregenz\u00a0 <\/strong><strong>3.3.23<\/strong><\/p>\n<p><em>Der bisher ungel\u00f6ste Widerspruch der Verehrung chinesischer Tuschmalerei und die in seinen eigenen sp\u00e4ten Arbeiten \u2013 besonders den Beatenberger Landschaften \u2013 die Formate fast sprengenden malerischen Energien l\u00e4sst sich vielleicht besser verstehen. Wiegmann ist als Assistent des Sammlers Dubosc auf dem Kunstmarkt von Peiping historischen Einw\u00e4nden, Widerspr\u00fcchen gegen die herrschende Norm der \u201eHarmonie\u201c (155) begegnet, erst recht an der Wende von Ming zu fr\u00fchen Qing.<\/em><\/p>\n<p>Julliens \u201e\u00e9loge\u201c auf die Fadheit beginnt mit dem Zitat \u201eWenn das Dao durch unseren Mund geht, ist es fade und ohne Geschmack\u201c. Die Geschmacklosigkeit gewinne unabl\u00e4ssig an Wert, obwohl sie \u201cam schwierigsten zu w\u00fcrdigen ist.\u201c (10) \u201eDie Fadheit der Dinge ruft zu innerer Losl\u00f6sung auf.\u201c\u201eIhre Neutralit\u00e4t dr\u00fcckt das inh\u00e4rente Verm\u00f6gen der <em>Mitte <\/em>aus\u201c (11) Alle Str\u00f6mungen des chinesischen Denkens &#8230; werden durch die Zur\u00fcckhaltung und den Anspielungsreichtum der K\u00fcnste Chinas \u2013 Malerei, Musik und Dichtung \u2013 offenbart\u201c. Die Fadheit f\u00fchrt uns \u201ean die Grenzen der Sinnlichkeit\u201c. (11) \u2013 ich sehe darin das unscharfe Hintergrundsbild chinesischer Landschaftsmalereien, die mit dem Tuschpinsel gerade eben angedeuteten Charakterz\u00fcge samt den wei\u00dfen Flecken, bringe damit auch den versp\u00fcrten Mangel an plastischer Durcharbeitung in Wiegmanns fig\u00fcrlichen Bildern in Verbindung, obwohl der bereits vor 1936 zu beobachten ist, auch das Vermeiden realistischer Details in seinen Landschaften, aber das war es dann auch. Erst im 14. Kapitel \u201eFadheit oder Kraft\u201c wird kurz eine Gegenposition vorgestellt, selbstverst\u00e4ndlich mit begrenzter Reichweite.<\/p>\n<div id=\"attachment_14994\" style=\"width: 191px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/IMG_20230722_0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14994\" class=\"size-medium wp-image-14994\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/IMG_20230722_0001-181x360.jpg\" alt=\"\" width=\"181\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/IMG_20230722_0001-181x360.jpg 181w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/IMG_20230722_0001-453x900.jpg 453w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/IMG_20230722_0001.jpg 554w\" sizes=\"auto, (max-width: 181px) 100vw, 181px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14994\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Im Schatten &#8230;&#8220; S.183 Abb.53 Wu Li (1632-1718)<\/p><\/div>\n<p><u>Auch in ihrer Qualit\u00e4t kompetent kritisierte chinesische Gem\u00e4lde k\u00f6nnen meine Wahrnehmung der chinesischen \u00e4sthetischen Normen sch\u00e4rfen, etwa Kraftadern:<\/u> \u201eIm Schatten hoher B\u00e4ume \u2013 Ming und Qing\u201c &#8211; 1985, Ledderose Hrsg., no.53 <u>Wu Li<\/u> (1632-1718) \u201cKiefern und Wolken am Berg Heng\u201c182f.: \u201eeiner der individuellsten Maler der orthodoxen Schule\u201c, Wang Meng als \u201ebevorzugtes stilistisches Vorbild\u201c(Pinselstriche, gedrehte Kiefern)<\/p>\n<p>\u201eSp\u00e4twerk &#8230; Doch zeigt es einige Kompositionsschw\u00e4chen, etwa den gleichf\u00f6rmigen Verlauf der Uferlinien, den nur waagrechtenasse Striche etwas beleben, die Beziehungslosigkeit der einander gegen\u00fcberliegenden Landmassen, den steil aufragendenden Fels, der in seiner Neigung keinen Halt zu haben scheint, und schlie\u00dflich den etwa langweiligen rechteckigen ausschnitt der Wasserfl\u00e4che daneben. In anderen Bildern &#8230;. mit zum Teil den gleichen Bildelementen weit besser gegl\u00fcckt. Verglichen mit anderen werken von seiner Hand fallen auch der nicht so klare Aufbau der Felsformen und die weniger lebendig modulierte Binnenzeichnung auf.\u201c (Mathias Reichert)<\/p>\n<p><em>Die Bergform erinnerte auch entfernt an die \u201eKanzel\u201c in drei Fassungen. \u00dcbrigens sollte ich auch die Hedda Hammer herausgearbeiteten Formen des Hua Shan f\u00fcr einen Vergleich bereitlegen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Gespr\u00e4ch in Frankfurt<\/h3>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Gespr\u00e4ch mit Karl \u00fcber L 65 und L 71<\/span> (Dreigestirn), um Schlussfolgerungen erweitert<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_14913\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-65_Wgm-30x40-K.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14913\" class=\"size-medium wp-image-14913\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-65_Wgm-30x40-K-360x266.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"266\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-65_Wgm-30x40-K-360x266.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-65_Wgm-30x40-K-900x666.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-65_Wgm-30x40-K-624x462.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-65_Wgm-30x40-K.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14913\" class=\"wp-caption-text\">L 65_Wgm 30&#215;40 cm<\/p><\/div>\n<p>Wie selbstverst\u00e4ndlich (Nebel? <em>Regenguss?<\/em>) Egal, ob die Wolke zu tief h\u00e4ngt. Ein Haus in der Mitte? Wir entdecken zusammen die Landschaft. Ich wende zwei Zeitfaktoren auf das Bild an: Fotografieren k\u00f6nnte man das Bild in einem Moment, aber wenn man es malen wollte, w\u00e4ren Wolken und Lichtstreifen bereits \u00fcber alle Berge. Zweitens generell den der Entstehung: Wie sah das Bild vor den dunklen Konturen der Baumreihen aus und vor dem Wei\u00df in den Wolken? Den ganzen Werkzeugkasten aus f\u00fcnfzig Jahren Malerei verwendete Wiegmann zur Bew\u00e4ltigung des starken Eindrucks, den Landschaft und Wetter auf ihn aus\u00fcbten. Meine Beobachtung an konventionellen Landschaftsgem\u00e4lden hingegen: so viel Details. Hier aber suggerieren ein paar winzige Striche \u201aWei\u00df\u2019 Fassade, Fenster und Giebel zum Beispiel. Der Lernprozess passiert im Kopf, bei Maler und beim Betrachter. Dessen Leistung ist auch nicht unbedeutend \u2013 das sehe ich an mir selbst \u2013 denn er hat weder direkte Einsicht in den Landschaftseindruck des Malers noch in dessen \u201ahandwerklichen\u2019 Arbeitsprozess, wobei nicht einmal klar ist, was an erster Stelle steht.<\/p>\n<p>Es ist k\u00fcnstlerische Malerei, und dazu im Original. Karl entdeckt auch die r\u00e4umliche Tiefe und konkret den auf das zentrale Haus zulaufenden Weg.<\/p>\n<div id=\"attachment_14915\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-71_315x41-P.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14915\" class=\"size-medium wp-image-14915\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-71_315x41-P-360x268.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"268\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-71_315x41-P-360x268.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-71_315x41-P-900x669.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-71_315x41-P-624x464.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/L-71_315x41-P.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14915\" class=\"wp-caption-text\">L 71_31,5&#215;41 cm<\/p><\/div>\n<p>Am \u201aDreigestirn\u2019 f\u00e4llt Karl auf, dass die Drei urspr\u00fcnglich die Farbe des Himmels hatten, dar\u00fcber gestrichenes Grau gab ihnen die K\u00f6rperlichkeit, dies teilen sie mit den Vorbergen, die sich buchst\u00e4blich erst mit den breiten dunkelgrauen Konturenstrichen verselbst\u00e4ndigten und davor schoben. Satte wei\u00dfe Striche geben den Dreien erst die typische Form und reflektieren die im Sonnenlicht glei\u00dfenden Schneefelder.<\/p>\n<p>Karl erz\u00e4hlt, welche M\u00fche er in der Schule mit dem Zeichnen hatte und neigt dazu, es auf den Lehrer zu schieben. Mir hat es Wiegmann in sieben Jahren nicht beigebracht. Ist es mit den K\u00fcnsten wie mit der Mathematik ?<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Lekt\u00fcre F\u00fcnf<\/h3>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Gotthard Jedlicka \u201eMit Henri Matisse in Paris 1931\u201c<\/span> &#8211;\u00a0\u00a0 &#8230;..von Norbert 15.3.23 erworben<\/strong><\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Eine interessante Konstellation:<\/h5>\n<p>Das eben begonnene siebte Lebensjahrzehnt von Matisse.<\/p>\n<p>Der Sechzigj\u00e4hrige als verlorener Avantgardist, kritisiert wegen seines materiellen Erfolgs mit \u201adekorativen\u2019 Bildern, der seinerseits nicht mehr \u201everstanden werden\u201c will, sondern \u201ereifen\u201c und sich \u201eselber n\u00e4her kommen\u201c.\u00a0\u00a0\u00a0 23<\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">Zitate<\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\">(Reiseeindr\u00fccke Tahiti) <em>Ich hoffe, dass etwas davon sp\u00e4ter in meine Malerei \u00fcbergeht\u00a0\u00a0 18<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Man kann an (einer solchen Ausstellung) viel lernen \u2013 und nichts. Ce qu\u2019il faut imiter, c\u2019est l\u2019effort et pas la r\u00e9ussite.\u00a0 (Man muss die Anstrengung, nicht den Erfolg imitieren) Das unterscheidet den wirklichen Maler vom Epigonen.\u00a0\u00a0 20<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Ich habe zeigen wollen, dass fr\u00fche und sp\u00e4te Bilder &#8230; in ihrer wesentlichen Substanz gleich sind. 22<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Ich war ungl\u00fccklich \u00fcber das Bild, das unter meiner Hand entstand. Ich sah die Landschaft, die vor mir lag. &#8230; Ich sah dies Rot, das dann, zum Teil, wieder abgekratzt ist. Es war zu dick aufgetragen. &#8230; So etwas kann im Eifer sehr leicht geschehen&#8230;. Ich musste es auf diese Art tun. Wie unbeholfen ist das gemacht. &#8230; ich erreichte die Wirkung, die ich hervorrufen wollte.\u00a0 22<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Damals tat ich, was ich von innen her tun musste. &#8230; Damals scheint das mehr aufgefallen zu sein. Der Impressionismus befriedige uns nicht mehr. Seine reichen Mittel war f\u00fcr uns tot. &#8230; F\u00fcr diese Befreiung war mit ein paar Pinselstrichen, die sich nicht auf \u00fcberlieferte Formen beriefen, viel mehr getan als mit den Rezepten einer ganzen Akademie. &#8230;. Und was mich angeht: Ich gewann langsam Einsicht in das was ich tat.\u00a0\u00a0 23<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Es kam mir in jener Zeit darauf an, verstanden zu werden&#8230; viele Bilder , die heute noch mir geh\u00f6ren.\u00a0 24<br \/>\n<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_14919\" style=\"width: 291px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Neret-Matisse-Taschen-p.100-Bucht-Nizza-1918-90x71-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14919\" class=\"size-medium wp-image-14919\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Neret-Matisse-Taschen-p.100-Bucht-Nizza-1918-90x71-1-281x360.jpg\" alt=\"\" width=\"281\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Neret-Matisse-Taschen-p.100-Bucht-Nizza-1918-90x71-1-281x360.jpg 281w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Neret-Matisse-Taschen-p.100-Bucht-Nizza-1918-90x71-1-703x900.jpg 703w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Neret-Matisse-Taschen-p.100-Bucht-Nizza-1918-90x71-1-624x799.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Neret-Matisse-Taschen-p.100-Bucht-Nizza-1918-90x71-1.jpg 859w\" sizes=\"auto, (max-width: 281px) 100vw, 281px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14919\" class=\"wp-caption-text\">Ne\u0301ret Matisse Taschen p.100 Bucht Nizza 1918 90&#215;71<\/p><\/div>\n<p><em>Es ist m\u00f6glich, dass einige Bilder einen brutalen Eindruck hervorrufen. Wer malt, hat in jedem Augenblick zu entscheiden. Ist es dem Maler zu verdenken, dass solche Entscheidung oft auf heftige Weise geschieht?&#8230;. 25<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Wie oft ist man versucht, aus der Erregung zu gestalten! Und doch f\u00fchrt sie meist nur zum Entwurf. Und ein Entwurf ist kein Bild. &#8230;. Um ein gutes Bild zu malen, ein einziges gutes Bild, braucht man eine F\u00fclle von Erregungen, die alle in ruhigem Zustand auf ihre malerische Eignung gepr\u00fcft sein wollen. Sie werden mir zugeben: es ist schwierig, unter solchen Umst\u00e4nden ein Bild zu schaffen, das den Eindruck schafft, es sei in leichter Laune entstanden. Ich habe fr\u00fch gelernt, auf Charme zu verzichten, um Charakter zu geben. Man hat das auf eine Methode zur\u00fcckf\u00fchren wollen. &#8230;\u00a0\u00a0\u00a0 25\/26\u00a0 Meine einzige Methode ist Arbeit und Beobachtung.<\/em><\/p>\n<p><em>Es liegt mir \u00fcberhaupt nicht, Dinge und Formen zu erfinden &#8230; Das Malen ist auch ohne Erfindung eine ungeheuer schwierige Angelegenheit und gleicht dann auch immer wieder einer komplizierten Schachpartie. 26<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>Aber von jeher hat es zur Einfachheit Mut gebraucht &#8230; Wer mit einfachen Mitteln arbeitet, darf sich nicht f\u00fcrchten, scheinbar banal zu werden.\u00a0\u00a0 27<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Sehe Sie, was in den G\u00e4ngen und S\u00e4len alles ausgestellt ist. Dabei ist es nur ein geringer Teil meiner Arbeit. \u00a0 \u00a0 \u00a0 <\/em>(Keine weiteren Anstreichungen am 15.3.23)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Zweite Zwischenbemerkungen am 2. April<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Die fast schon hoffnungslose Zerstreuung k\u00fcnstlerischer Oeuvres \u2013 vielleicht der besten &#8211; unter eine un\u00fcbersichtliche Zahl von K\u00e4ufern, M\u00e4zenen und Spekulanten in aller Welt wird als Normalit\u00e4t einer K\u00fcnstlerexistenz angesehen. Gr\u00fcndet darauf doch auch der Stolz von K\u00fcnstlern auf institutionelle Ank\u00e4ufe; in den summarischen Lebensl\u00e4ufen werden sie regelm\u00e4\u00dfig hervorgehoben. Nun lese ich in der NZZ, dass angesehene Kunstmuseen \u2013 von den USA ausgehend \u2013 seit einem Jahrhundert k\u00fcnstlerische Arbeiten in den kommerziellen Kreislauf zur\u00fcckgeben, zum Beispiel, um angeblich \u201aaktuelle\u2019, jedenfalls \u201aangesagte\u2019 Kunst erwerben zu k\u00f6nnen. Gut, dass es ja inzwischen oft aufwendige Kataloge und andere Publikationen gibt. Eine Errungenschaft der Reproduktion f\u00fcr \u201edas Kunstwerk\u201c, die Walter Benjamin nicht einkalkuliert hat! Jedenfalls sind \u201aTresore\u2019 immer irgendwann gesprengt worden.<\/p>\n<p>Die gerade bl\u00fchende Restitutionsbewegung befriedigt nur &#8211; die wie immer definierten &#8211; Interessen privilegierter Opferkategorien, sie \u00e4ndern nichts an der Gesamtsituation. Jeder muss sehen, wo er bleibt, ob Afrikasammler oder Sammler konventionell europ\u00e4ischer oder au\u00dfereurop\u00e4ischer Kunst. Als alter Mensch erfahre ich die Realit\u00e4t des \u201aLaufs der Geschichte\u2019, die ich vormals nur theoretisch unterrichtet habe. In der letzten Zeit erhalte ich viel Spam-Lob von Trollen f\u00fcr meine Blogs. Ich w\u00e4re aber an Diskussion interessiert. Der K\u00f6der kommerziellen Erfolgs ist ja so unattraktiv.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0Lekt\u00fcre Sechs<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<h4><strong><span style=\"color: #ff0000;\">PAUL C\u00c9ZANNE \u2013 \u00dcber die Kunst, Gespr\u00e4che mit Gasquet, Briefe<\/span> \u2013 rororo klassiker 1957, <\/strong>mit \u201eD\u201c markiert, \u00fcber sechzig Jahre aufbewahrt, vergilbt.<\/h4>\n<p>\u201cDas Motiv\u201c.\u00a0 Wiegmann konnte mit der von Gasquet vermittelten (7) Begeisterung Cezannes wohl nicht mithalten, aber er h\u00e4tte sich sicher davon anstecken lassen. Er hatte so viel weniger Zeit, war sp\u00e4t auf diese Chance gesto\u00dfen und bewegte sich je nach Saison auf ungastlicher Alpenh\u00f6hen, das Licht war nur mitteleurop\u00e4isch, wenn es nicht gerade dramatisch aufdrehte. H\u00e4tte er nicht wenigstens etwas mehr \u201aSonne\u2019 auf die Bilder spachteln k\u00f6nnen? fragen sich Betrachterinnen und H\u00e4ndler. Doch auch Wiegmann war mit seinem ganzen \u2019Dickkopf\u2019 Maler, K\u00fcnstler.<\/p>\n<p>Mir dienen \u201edie Gespr\u00e4che\u201c vor allem zur Sch\u00e4rfung der eigenen Wahrnehmung von Wiegmanns \u00e4sthetischer Perspektive, seiner Rezeption von Cezanne, den er als Orientierung genannt hat, und damit zum \u201ebest\u00e4ndigen Nachsinnen \u00fcber das Verfahren der Meister\u201c (12). In seinem Kopf k\u00f6nnen sich die hier probehalber vorgestellten k\u00fcnstlerischen Programme verschr\u00e4nkt haben. Eine Kunstgeschichte mit hohem Anteil an Hypothesen und Rekonstruktion, zu der sich vielleicht nur ein Mensch mit eigenen unerf\u00fcllten Phantasien so hartn\u00e4ckig versteigen kann.<\/p>\n<p>Egal! Der Warenwert der Bilder Wiegmanns wird durch meine Bekenntnisse nicht gef\u00e4hrdet oder geschm\u00e4lert. Er ist und wird \u201a\u00fcberschaubar\u2019 bleiben. Sie zu entdecken, interpretieren und wom\u00f6glich f\u00fcr eine weitere Generation zu erhalten, das muss einfach ausreichen in dem bereits zweiten Jahrhundert voller Kriege und Katastrophen \u00fcberall in der Welt. Machen wir uns nichts vor!<\/p>\n<p>Nun aber! Was streiche ich an?<\/p>\n<p>\u201e<em>Das Bild verdichtete sich im Gleichgewicht. Das Bild, das in seinem inneren Auge stand, v\u00f6llig durchdacht in seiner Anlage, &#8230;., trat schon in den farbigen Flecken hervor, die es von allen Seiten festlegten Die Massen festigten sich und das Gebilde auf der Leinwand n\u00e4herte sich jetzt dem h\u00f6chsten Grad des Gleichgewicht und der S\u00e4ttigung.\u201c &#8230;. \u201eEs darf keine einzige lockere Masche geben, kein Loch, durch das die Erregung, das Licht, die Wahrheit entschl\u00fcpft. Ich lenke, verstehen Sie, den Realisationsproze\u00df auf meiner Leinwand in allen Teilen gleichzeitig. &#8230;. Alles was wir sehen, nicht wahr, verstreut sich , entschwindet. Die Natur ist immer dieselbe, aber von ihrer sichtbaren Erscheinung bleibt nichts bestehen.<\/em>\u201c (8\/9)<\/p>\n<p>Schauen wir uns das an einem Beispiel an &#8230;.<\/p>\n<p><em>Farbt\u00f6ne, Abstufungen, ich mache sie fest (&#8230;) Sie bilden Linien, sie bilden Gegenst\u00e4nde, Felsen , B\u00e4ume, ohne dass ich an sie denke. Sie nehmen ein Volumen an, sie haben einen Wirkungswert.<\/em>(9)<\/p>\n<div id=\"attachment_14916\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Unvollendet-Cezanne-Kat.131.A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14916\" class=\"wp-image-14916\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Unvollendet-Cezanne-Kat.131.A-360x257.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"357\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Unvollendet-Cezanne-Kat.131.A-360x257.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Unvollendet-Cezanne-Kat.131.A-900x643.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Unvollendet-Cezanne-Kat.131.A-624x446.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Unvollendet-Cezanne-Kat.131.A.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14916\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Unvollendet Cezanne&#8220; Kat.131.A<\/p><\/div>\n<p><em>Der K\u00fcnstler ist nur ein Aufnahmeorgan, ein Registrierapparat &#8230;. aber wei\u00df Gott, ein guter, empfindlicher, komplizierter &#8230; Aber wenn er dazwischenkommt, wenn er es wagt, der Erb\u00e4rmliche sich willentlich einzumischen in den \u00dcbersetzungsvorgang, dann bringt er nur seine Bedeutungslosigkeit hinein, das Werk wird minderwertig. (9)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Die Kunst ist eine Harmonie parallel zur Natur &#8230; Sein ganzes Wollen muss schweigen &#8230;. vergessen, Stille machen, ein vollkommenes Echo sein\u00a0\u00a0 &#8230;. muss dann ein Handwerk einsetzen, ein ehrfurchtsvolles Handwerk (9\/10)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>&#8230; wie ich sie um Ihre Jugend beneide! Alles was braust! Aber mich dr\u00e4ngt die Zeit. (10)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>&#8230; Empfindungskraft &#8230;. Gesamtharmonie &#8230;. Dieses starke Rot und Blau \u00fcberfiel mich &#8230;. diese Urkraft, das hei\u00dft das Temperament, kann einen zu dem Ziel tragen, das man erreichen soll. 11<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>&#8230;.diese lichtempfindliche Platte &#8230;. Lange Arbeit, Meditation, Studium, Leiden und Freuden, das Leben haben sie zubereitet. Ein best\u00e4ndiges Nachsinnen \u00fcber das Verfahren der Meister.12<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Die gro\u00dfen klassischen L\u00e4nder, unsere Provence, Griechenland und Italien, wie ich sie mir vorstelle, sind diejenigen, in denen die Helligkeit sich vergeistigt &#8230;.<\/em><\/p>\n<p>Wiegmann zehrte \u00fcber Jahrzehnte vom Mallorca-Erlebnis 1934-35. Das ist am ehesten noch in seinen Fotos sp\u00fcrbar, oder in seinen Verkleidungen und in der Idealisierung seiner bescheidenen H\u00fctte. Malerisch herrschten andere Themen vor: M\u00e4nnersch\u00f6nheit auf dem Hintergrund der erlebten Renaissance (Befreiung von Berlin), Portr\u00e4ts (Broterwerb); die Stilleben vor Fensterausblicken sind puppenhaft.<\/p>\n<p>Frage: Zeigt <strong>L 38<\/strong> etwa Mallorcas Binnenlandschaft am Abend? Raiguer mit Bergkette im Westen n\u00f6rdlich von Palma? Wiegmann besuchte die Insel in den sechziger Jahren noch einmal und war erschrocken \u00fcber die Ver\u00e4nderungen. Von seinem Quartier 1934-36 aus lag Raiguer in direkter Nachbarschaft.<\/p>\n<div id=\"attachment_14920\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0010.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14920\" class=\"size-medium wp-image-14920\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0010-360x283.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"283\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0010-360x283.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0010-900x709.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0010-624x491.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_0010.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14920\" class=\"wp-caption-text\">L 38 30&#215;40 Mallorca?<\/p><\/div>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #999999;\">.<\/span><\/h5>\n<p>Cezanne: <em>Schauen Sie diesen Sainte-Victoire &#8230; welche Melancholie am Abend, wenn sich diese ganze Schwere auf ihn senkt &#8230;. In seiner Bl\u00e4ue nimmt er teil an dem umh\u00fcllenden Atem der Luft. Dahinten rechts, auf dem Pilon du Roi, sehen Sie dagegen, wie die Helligkeit feucht und schillernd schwebt. Das ist das Meer. Das muss man wiedergeben. Das muss man verstehen&#8230;. <\/em>(12\/13)<\/p>\n<p>Parallele Erfahrungen mit dem Berner \u201aDreigestirn\u2019 und den Bergketten hinter dem Niesen und dem See nat\u00fcrlich. Ich mache Cezanne zum Dolmetscher-Guide f\u00fcr Wiegmann<\/p>\n<p><em>Wir sind heute zivilisierte Menschen, das Verlangen nach dem Klassischen ist in uns &#8230;.Es gibt eine Art von Barbarei bei den falschen Primitiven, das hassenswerter ist als selbst. Man ist es nicht mehr. Uns wird die Geschichtlichkeit angeboten. die Akademie. Man kann heute nicht mehr primitiv sein. Man muss sie brechen, sie ist der Tod der Kunst. &#8230;. Man mag reden was man will, es ist der schlimmste Niedergang, wenn man den Primitiven und Naiven nur spielt. Greisenalter. (14)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Wiegmann steckte\u00a0 anfang der Drei\u00dfiger Jahre in einer Sackgasse; Kubismus und Agitationskunst\u00a0 waren ausgelutscht. Sp\u00e4ter Erfolg in New York. Gewagte Materialien als Ausweichbewegung. Suche figurativ und Portr\u00e4t. War die mir gegen\u00fcber betonte Abgrenzung von &#8218;Neuer Sachlichkeit&#8216; auch nur halbwegs gelungen ?<\/p>\n<p>Der <strong>&#8222;Thementag Picasso&#8220;<\/strong> am 2.April 2023 in ARTE\u00a0 betont das biografische Malen und Bilden, das Kaschieren etwa der Leidenschaft f\u00fcr Fr\u00e4ulein Walter, die schiere Bilderproduktion und Anh\u00e4ufung; ich registriere das Selbstzitat handwerklicher Routine, die (damals) skandaltr\u00e4chtige Masche und Kehrtwendungen (wie im Mode-&#8218;Zirkus&#8216;) und dar\u00fcber die Selbstmystifikation gebreitet und die Legendenbildung seitens der Linken (&#8222;Guernica&#8220;, &#8222;Friedenstaube&#8220;):<\/p>\n<div id=\"attachment_15797\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Omnia-vincit-Amor-1599-Ag.Carracci.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15797\" class=\"size-medium wp-image-15797\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Omnia-vincit-Amor-1599-Ag.Carracci-360x245.png\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"245\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Omnia-vincit-Amor-1599-Ag.Carracci-360x245.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Omnia-vincit-Amor-1599-Ag.Carracci-900x611.png 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Omnia-vincit-Amor-1599-Ag.Carracci-624x424.png 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Omnia-vincit-Amor-1599-Ag.Carracci.png 1116w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15797\" class=\"wp-caption-text\">Agostino Carracci Omnia vincit Amor 1599<\/p><\/div>\n<p>C\u00e9zanne: <em>Ja, das abstrakte Handwerk f\u00fchrt am Ende zum Verdorren; unter seiner geschraubten <\/em><em>Rhetorik, in der es sich ersch\u00f6pft. Zum Beispiel die Bolognesen (Br\u00fcder Carracci, ende des 16. Jh.).Sie empfinden nichts mehr. &#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Die gro\u00dfen Worte, das sind die Gedanken, die nicht Ihnen geh\u00f6ren. Die Klischees sind die Pest der Kunst. Sehen Sie die Mythologie in der Kunst. &#8230;. Ein Kerl kann nicht die Reflexe des Wassers unter den Bl\u00e4ttern wiedergeben, da klebt er eine Najade daran.<\/em><\/p>\n<p>Gasquet: <em>Aber Veronese, Rubens, Velasquez, Tintoretto, die Sie doch lieben? \u2013 <\/em><\/p>\n<p>C\u00e9zanne: <em>Sie! Sie besa\u00dfen eine soche Lebenskraft, dass sie in all diesen morschen B\u00e4umen den Saft wieder kreisen lie\u00dfen &#8230;.15<\/em><\/p>\n<p><em>Ihr Fleisch &#8230; hat eine W\u00e4rme des Blutes. Cellini den blutenden Kopf am Arme des Perseus sch\u00fcttelte &#8230;.. einen feuchten Saft an seinen Fingern kleben f\u00fchlt .. <\/em>Wiegmanns Entdeckung im S\u00fcden?<\/p>\n<p><em>Es war ihre Natur, diese K\u00f6rper von G\u00f6ttern und G\u00f6ttinnen. Sie verkl\u00e4rten damit den Menschen angesichts der Madonnen und Heiligen, an die sie nicht mehr glaubten. Schauen Sie hin, wie kalt ihre religi\u00f6se Malerei ist. &#8230;.. In dieser Renaissance gibt es einen Ausbruch einzigartiger Wahrhaftigkeit, eine Liebe zur Malerei und den Formen, die man nie wiedergefunden hat. \u2013 Die Jesuiten kommen. Alles ist geschraubt. Man lernt, man lehrt alles. <\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_15798\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Courbet-Waldinneres-bei-BadenBaden.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15798\" class=\"size-medium wp-image-15798\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Courbet-Waldinneres-bei-BadenBaden-260x360.png\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Courbet-Waldinneres-bei-BadenBaden-260x360.png 260w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Courbet-Waldinneres-bei-BadenBaden-651x900.png 651w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Courbet-Waldinneres-bei-BadenBaden-624x863.png 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Courbet-Waldinneres-bei-BadenBaden.png 904w\" sizes=\"auto, (max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15798\" class=\"wp-caption-text\">Courbet Waldinneres bei BadenBaden &#8211; Bildschirmfoto<\/p><\/div>\n<p><em>Die Revolution muss hereinbrechen, damit man die Natur wiederentdeckt, damit Delacroix seinen Strand von Etretat malen kann, Corot sein altes Gem\u00e4uer in Rom, Courbet sein Waldinneres und seine Wellen. &#8230; (16)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Woran dachte Wiegmann bei seinem Waldinneren, das er wiederholt zum alleinigen Thema machte?<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Lekt\u00fcre Sieben<\/h3>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Ein revidierter Blog zu Max Beckmann &#8222;<em>Der Mann im Mantel malt Landschaften&#8220; <\/em><\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #333333;\">(<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=363\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a><a style=\"color: #333333;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=363\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">)<\/a> und zwei interessante Beispiele sp\u00e4ter Landschaften aus dem Ged\u00e4chtnis gemalt, also Seelenlandschaften und biografische Zeugnisse. Abbildungen aus dem Ausstellungskatalog &#8222;Landschaft als Fremde&#8220; in der Hamburger Kunsthalle, Hatje Verlag 1998:<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_14912\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-CapMartin-1940-S.154.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14912\" class=\"size-medium wp-image-14912\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-CapMartin-1940-S.154-360x212.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"212\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-CapMartin-1940-S.154-360x212.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-CapMartin-1940-S.154-900x530.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-CapMartin-1940-S.154-624x368.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-CapMartin-1940-S.154.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14912\" class=\"wp-caption-text\">Beckmann CapMartin 1940 S.154<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_14911\" style=\"width: 223px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-Meer-1943-S.143-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14911\" class=\"size-medium wp-image-14911\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-Meer-1943-S.143-1-213x360.jpg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-Meer-1943-S.143-1-213x360.jpg 213w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-Meer-1943-S.143-1-533x900.jpg 533w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-Meer-1943-S.143-1-624x1054.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Beckmann-Meer-1943-S.143-1.jpg 651w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14911\" class=\"wp-caption-text\">Beckmann Meer 1943 S.143<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dieser stark kontrastierenden Malerbiografie und dem ihr angemessenen k\u00fcnstlerischen Konzept m\u00f6chte ich den ersten Teil der UNTERSCHIEDLICHEN PERSPEKTIVEN schlie\u00dfen. Ich kenne bereits Kandidanten f\u00fcr die Fortsetzung.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 8. Juni 2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorwort Die Reihenfolge der Lesenotizen ist chronologisch, der Bezug zur Person und den Bildern Fritz Wiegmanns unterschiedlich. Er steht mir momentan bei jeder Besch\u00e4ftigung mit Kunst im Hintergrund, auch bei jeder Kunstlekt\u00fcre. Die dort aufgeworfenen Fragen werden oft zu Fragen an ihn. Die Betrachtung seiner Bilder kann sich auch auf biografische Archivstudien (LINK) st\u00fctzen. 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