{"id":14114,"date":"2022-10-10T13:55:57","date_gmt":"2022-10-10T11:55:57","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=14114"},"modified":"2024-02-12T12:32:10","modified_gmt":"2024-02-12T11:32:10","slug":"wyatt-macgaffey-ueber-minkisi-von-der-loango-kueste-deutsch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=14114","title":{"rendered":"Wyatt MacGaffey \u00fcber &#8222;Minkisi&#8220; von der Loango-K\u00fcste. Deutsch"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Wyatt MacGaffey: <em>Minkisi on the Loango Coast<\/em> <\/strong><\/h2>\n<h4>in: <strong><em>MINKISI \u2013Skulpturen vom unteren Kongo<\/em>, <\/strong>Grassi Museum f\u00fcr V\u00f6lkerkunde zu Leipzig, Deutscher Kunstverlag 2012, S.27 &#8211; 33<\/h4>\n<div id=\"attachment_14133\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-10-um-21.59.13.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14133\" class=\"size-medium wp-image-14133\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-10-um-21.59.13-360x264.png\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"264\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-10-um-21.59.13-360x264.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Bildschirmfoto-2022-10-10-um-21.59.13.png 503w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14133\" class=\"wp-caption-text\">Bildschirm 2022-10-10 : Grassi-Museum Leipzig 2012 &gt;\u00a0 <span style=\"color: #ff0000;\"><strong><a href=\"https:\/\/grassi-voelkerkunde.skd.museum\/ausstellungen\/minkisi-skulpturen-vom-unteren-kongo\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a><\/strong><\/span><\/p><\/div>\n<p>Meine \u00dcberarbeitung der weithin sehr guten Google-\u00dcbersetzung von S.31 bis S. 33 enth\u00e4lt die Kapitel:<\/p>\n<h3><strong>WAS MINKISI TUN \u00a0\u00a0\u00a0&#8211;\u00a0\u00a0 RECHT UND ORDNUNG AN DER K\u00dcSTE VON LOANGO &#8211; WERKE DER KUNST<\/strong><\/h3>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Der Rezensent (den ich nicht mehr finde) hatte vollkommen Recht: <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Ein f\u00fcr den Katalog unverzichtbarer Textbeitrag des ausgewiesenen Kenners der Materie ist leider nicht aus dem Amerikanischen \u00fcbersetzt worden. Und er wird wegen des Kleindrucks in den zehn Jahren kaum gelesen worden sein, noch weniger einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.<\/span>\u00a0 DvG<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>(Katalog-Seite) 31 L\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>WAS MINKISI TUN<\/strong><\/h3>\n<p>Grob unterteilt werden Minkisi in jene \u00bbvon oben\u00ab und solche von \u00bbunten\u00ab, die sich sowohl auf die Erde im Gegensatz zum Wasser als auch auf die oberen und unteren Teile des menschlichen K\u00f6rpers und die damit verbundenen Leiden beziehen. Die gewaltt\u00e4tigsten Minkisi der oberen Region sind <em>minkondi<\/em> (auch <em>zinkondi<\/em>, Sing. <em>nkondi<\/em>, \u00bbJ\u00e4ger\u00ab), die mit Gewittern, Raubv\u00f6geln und M\u00e4nner-Angelegenheiten verbunden sind, die Gewalt beinhalten, wie Kriegsf\u00fchrung und die Bestrafung von Dieben. <em>minkisi <\/em>\u00bbvon oben\u00ab heilten aber auch Beschwerden des oberen Teils des K\u00f6rpers, einschlie\u00dflich Kopf, Hals und Brust. Diejenigen des \u00bbunten\u00ab waren relativ spezialisiert auf die Geb\u00e4rprobleme von Frauen, waren aber nicht unbedingt von weiblicher Gestalt. Tats\u00e4chlich gibt es an diesen Namen und Klassifikationen nichts, was streng vorgeschrieben ist. \u00bbNkondi\u00ab ist eher ein Begriff der Bequemlichkeit als eine festgelegten Normen folgende Kategorie; er wurde im Allgemeinen nicht an der K\u00fcste verwendet, aber stattdessen wurden <em>zinkosi zi bakisi<\/em>, <em>nkisi a bau<\/em>, \u00bbWasserpr\u00fcfung <em>nkisi<\/em>\u00ab oder <em>nkisi a nloko<\/em>, \u00bb<em>nkisi<\/em> f\u00fcr Verfluchungen\u00ab verwendet. Molokko (MAf 7452 [Kat. Nr. 10], <em>nloko<\/em>) ist ein Beispiel; Der Sammler berichtete, dass <em>nloko<\/em> beauftragt wurde, das Dorf in Kriegszeiten zu bewachen, indem man N\u00e4gel einschlug.<\/p>\n<p><em>Nkondi<\/em>-Figuren zeigen normalerweise eine aggressive Pose, entweder mit erhobenem Arm, einen Speer haltend oder mit in die Seite gestemmten Armen; aber einige <em>minkisi<\/em>, die keine <em>nkondi<\/em> sind, heben auch ihre Arme, und ein Grund daf\u00fcr, die H\u00e4nde auf die H\u00fcften zu legen, ist, dass ein Arm sonst leicht abbrechen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><em>Nkondi<\/em> sind normalerweise mit einer \u00dcberf\u00fclle an N\u00e4geln, Messerklingen und anderen Eisenst\u00fccken bedeckt, deren Bedeutung darin besteht, dass sie den <em>nkisi<\/em> \u201eerwecken\u201c, um seine Arbeit zu erledigen, aber sie repr\u00e4sentieren auch die akuten Schmerzen im Oberk\u00f6rper, die das Ziel, ein unbekannter \u00dcbelt\u00e4ter erleben wird. <em>Minkisi<\/em> sind also anders als die Figuren, in die die Europ\u00e4er Stecknadeln steckten, um einen Feind zu verletzen; sie repr\u00e4sentieren nicht das Opfer, sondern die Beziehung zwischen der r\u00e4chenden Kraft und ihrem Ziel, zwischen dem Heiler\/R\u00e4cher und dem Nutznie\u00dfer\/\u00dcbelt\u00e4ter. Abgesehen von den an der K\u00fcste hergestellten Souvenirs, die an Besucher verkauft werden, ist Kongo-Kunst weder dokumentarisch noch repr\u00e4sentativ; <em>minkisi<\/em> sind abstrakte Ausdrucksformen von Beziehungen, zusammengesetzte Verweise auf unsichtbare Kr\u00e4fte und ihre Wirkung.<\/p>\n<p>Einige <em>minkisi<\/em> nahmen die Form von Hunden an, weil Hunde als domestizierte Tiere zwischen Dorf und Wald und damit analog zwischen der Welt der Lebenden und der Toten vermittelten; sie hatten \u00bbvier Augen\u00ab f\u00fcr sichtbare und unsichtbare Dinge und waren oft mit zwei K\u00f6pfen geschnitzt. Sie jagten auch und konnten metaphorisch Hexen jagen, das hei\u00dft eifers\u00fcchtige Nachbarn, von denen angenommen wurde, dass sie heimlich Ungl\u00fcck anrichteten. <em>Nkondi <\/em>bedeutet \u00bbJ\u00e4ger\u00ab, und seine Figuren hatten manchmal Jagdnetze um sich gewickelt, um zu zeigen, dass sie \u00dcbelt\u00e4ter fangen w\u00fcrden; Chikoke (MAf 914S [Kat.-Nr. 12) hat sogar seinen eigenen Hund dabei. Wie viele andere Minkisi enthielt ihre Ausr\u00fcstung oft hohle Stiele, die mit Schie\u00dfpulver und Medizin gef\u00fcllt waren, \u201eNachtgewehre\u201c, mit denen Hexen erschossen wurden. Affenfiguren sind f\u00fcr <em>minkisi<\/em> geeignet, die Reichtum bringen, angesichts des Talents des Affen zum Stehlen, und das kann auch der Grund sein, warum Affenknochen unter den medizinischen Kopfpackungen auftauchen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #333333;\"><strong>31 R<\/strong><\/span> \u00a0 Viele <em>minkisi<\/em> enthielten Handelswaren wie Tabakdosen, importierte Eisenwaren, Spiegel, Glas- und Porzellanscherben und indigogef\u00e4rbte Stoffe, aber an der K\u00fcste geschah neben dem Handel noch etwas anderes. Neben Rohlingen f\u00fcr Minkisi stellten die Bildhauer von Loango Souvenirfiguren zum Verkauf an europ\u00e4ische Besucher her. Im Gegensatz zu <em>minkisi<\/em> sind dies normalerweise realistische Darstellungen des Lebens an der K\u00fcste und enthalten keine Medizin. Die bekannteste Loango-Kunstform neben <em>minkisi<\/em> ist der aus Elfenbein geschnitzte Sto\u00dfzahn, der Alltagsszenen darstellt: kochende Frauen, Tr\u00e4ger, Tiere, Sklaven, Geschlechtsverkehr, Europ\u00e4er. Einige Szenen sind eindeutig als ironische Lesart gedacht, mit einem Augenzwinkern sowohl f\u00fcr den afrikanischen als auch f\u00fcr den europ\u00e4ischen Zuschauer. Diese K\u00fcnstler waren sich der europ\u00e4ischen \u00e4sthetischen Vorlieben bewusst; einige von ihnen haben Illustrationen aus Zeitschriften an ihre W\u00e4nde gepinnt, und wir k\u00f6nnen sehen, dass einige in ihrer eigenen kreativen Arbeit von europ\u00e4ischen Vorbildern beeinflusst wurden; mindestens zwei Schnitzereien des heiligen Antonius von Padua (auch bekannt als <em>nkisi<\/em> Toni Malau) geben die Falten des Gewandes des Heiligen wieder.<\/p>\n<p>Bildhauer sch\u00f6pften auch aus der Idee eines Europ\u00e4ers als \u00bbKraftfigur\u00ab, die einen Teil der metaphorischen Komposition eines <em>nkisi<\/em> lieferte. Einige <em>minkisi<\/em> verwenden einen vielleicht Waffen tragenden Europ\u00e4er, angemessen gekleidet mit einer Schirmm\u00fctze oder einem Tropenhelm, als Teil ihrer aggressiven Aussage, nicht als dokumentarische Darstellung; der Unterschied wird deutlich durch die Anf\u00fcgung von Packungen animierender \u00bbMedikamente\u00ab, die aus einer Schnitzerei ein <em>nkisi<\/em> machen. MAf 3916 (Kat. Nr. 32) ist ein Beispiel daf\u00fcr; MAf 8933 (Kat.-Nr. 86), das angeblich Kopfschmerzen bek\u00e4mpft, basiert ebenfalls auf einem Europ\u00e4er, anscheinend einem Beamten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>RECHT UND ORDNUNG AN DER K\u00dcSTE VON LOANGO<\/strong><\/h3>\n<div id=\"attachment_14128\" style=\"width: 178px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-no.1-Nkondi-Manjaka-Visser100cm.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14128\" class=\"wp-image-14128\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-no.1-Nkondi-Manjaka-Visser100cm-151x360.jpg\" alt=\"Doku\" width=\"168\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-no.1-Nkondi-Manjaka-Visser100cm-151x360.jpg 151w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-no.1-Nkondi-Manjaka-Visser100cm-377x900.jpg 377w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-no.1-Nkondi-Manjaka-Visser100cm.jpg 419w\" sizes=\"auto, (max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14128\" class=\"wp-caption-text\">Katalog no.1 Nkondi Manjaka (Visser)100cm<\/p><\/div>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Der kommerzielle Wettbewerb unter Afrikanern und Europ\u00e4ern untergrub die traditionelle Hierarchie des Loango-K\u00f6nigreichs und erm\u00f6glichte es unternehmerischen Niemanden, sogar einigen ehemaligen Sklaven, reich und m\u00e4chtig zu werden. Bereits 1776 berichtete ein Reisender, dass gewisse Prestigegegenst\u00e4nde, die fr\u00fcher dem Adel vorbehalten waren, von Angeh\u00f6rigen der Kaufmannsklasse zur Schau gestellt wurden. Bis 1870 hatte das K\u00f6nigreich die Kontrolle verloren; die wirksamsten Instrumente zur Aufrechterhaltung der \u00f6ffentlichen Ordnung waren <em>minkondi<\/em> (oder <em>minkisi mbawu<\/em>), von denen die m\u00e4chtigsten Mangaaka, Mabyala ma Ndembe und Mavungu waren; Von diesen werden die sogenannten Mangaaka heute am meisten als Kunstwerke gefeiert. Jeder Name ist der einer <em>minkisi<\/em>-\u00bbFamilie\u00ab, die aus einer einzigen Offenbarung an einen Meister-<em>nganga<\/em> stammt, der dann anderen beibrachte, wie man ihn zusammensetzt. In der Visser-Sammlung ist Mangaaka durch MAf 16828 (Kat. Nr. 1) &#8211; ein sch\u00f6nes Beispiel f\u00fcr die Arbeit eines Chiloango-Meisters &#8211;<\/p>\n<div id=\"attachment_14129\" style=\"width: 130px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-no.2-Cuze-manjaka-Visser-H-50cm-Visser.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14129\" class=\"wp-image-14129\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-no.2-Cuze-manjaka-Visser-H-50cm-Visser-152x360.jpg\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"284\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-no.2-Cuze-manjaka-Visser-H-50cm-Visser-152x360.jpg 152w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-no.2-Cuze-manjaka-Visser-H-50cm-Visser-380x900.jpg 380w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-no.2-Cuze-manjaka-Visser-H-50cm-Visser.jpg 422w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14129\" class=\"wp-caption-text\">Katalog no.2 Cuze manjaka (Visser) H 50cm<\/p><\/div>\n<p>und durch seine Frau MAf 16690 (Kat. Nr. 2)\u00a0 vertreten. Die Ehefrau ist kein Meisterwerk und geh\u00f6rt m\u00f6glicherweise nicht zur gleichen Gruppe; nur die Haarbehandlung stellt eine Verbindung her. <em>Christine Seige (Katalog S.31):\u201cAuf ihrem Kopf tr\u00e4gt sie eine verzierte M\u00fctze mit einer kleinen pyramiden-f\u00f6rmigen Spitze&#8230;..\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Nagel \u00fcber der Medizinpackung auf ihrem Bauch ist (wie bei vielen anderen Minkisi) nur dazu da, \u00bbdie Kraft der Medizin an Ort und Stelle zu fixieren, anstatt einen Fluch aufzuzeichnen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #333333;\"><strong>32 L<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Mabialla (MAf 8937 [Kat.-Nr. 171) ist ein tragbares Wahrsageger\u00e4t, das mit diesem oder einem anderen Beispiel von Mabyala verbunden ist, das uns daran erinnert, dass ein wichtiger <em>nkisi<\/em> abgesehen von der Skulptur wahrscheinlich eine Reihe von Hilfsobjekten enthielt, obwohl die meisten von ihnen verschwunden sind. Andere von Visser gesammelte Exemplare von Mangaaka, eindeutig vom Chiloango-Meister, befinden sich jetzt im Detroit Museum und im Linden-Museum, Stuttgart.<\/p>\n<p><em>Minkondi<\/em> kontrollierten Vertr\u00e4ge aller Art sowie Handelsbeziehungen und die \u00f6ffentliche Ordnung im Allgemeinen. Das Verfahren, um sie zu mobilisieren, war, wie f\u00fcr jeden <em>nkondi<\/em>, das Einh\u00e4mmern von Metall in eine Holzfigur (die auch Dutzende von Zeichen vergangener und gegenw\u00e4rtiger Gesch\u00e4fte tragen konnte), begleitet von Schw\u00fcren, Fl\u00fcchen und anderen Verw\u00fcnschungen. Ihre Wirksamkeit war das Ergebnis zweier verwandter Faktoren, die beide auf der Annahme basierten, dass der Tod oder ein anderes schweres Ungl\u00fcck die \u00dcbelt\u00e4ter treffen w\u00fcrde, gegen welche die <em>nkisi<\/em> mobilisiert worden waren; Da Ungl\u00fcck ohnehin an der Tagesordnung war, wurde ein zuf\u00e4llig zusammentreffendes Ungl\u00fcck bereitwillig als Wirkung gerechnet. Zweitens waren Minkondi im Bereich der Beziehungen zwischen Gemeinschaften (Clans, D\u00f6rfern) t\u00e4tig, was bedeutete, dass die von ihnen verh\u00e4ngte Strafe auf jedes Mitglied der Gemeinschaft des \u00dcbelt\u00e4ters fallen konnte; diese Ausweitung des Ziels zur kommunalen Gr\u00f6\u00dfe verst\u00e4rkte den Anschein von Ursache und Wirkung, zwang aber auch jede Gemeinschaft, ihre eigenen Mitglieder zum kollektiven Nutzen zu \u00fcberwachen (to police). Auf diese Weise waren <em>minkondi<\/em> so effektiv, dass europ\u00e4ische H\u00e4ndler und andere Vertreter europ\u00e4ischer Interessen regelm\u00e4\u00dfig auf sie zur\u00fcckgriffen. Der Belgier Alexandre Delcommune zum Beispiel mietete einen wild aussehenden <em>nkondi<\/em> (unbenannt und jetzt im K\u00f6niglichen Museum von Afrika, Tervuren), den Markt zu besichtigen, um gestohlene Waren wiederzubekommen. Dieses Ma\u00df an Kontrolle hatte auch zur folge, dass die europ\u00e4ischen Handelsinteressen, die sich in Kolonialm\u00e4chte verwandelten, <em>minkisi<\/em> beschlagnahmen und zerst\u00f6ren mussten. Auch die Missionslehre schw\u00e4chte das System, weil Diebe wussten, dass Konvertiten nicht an Fetische appellieren durften. Die Kongo f\u00fchrten Kriege, waren aber nicht sehr kriegerisch; Als sie von den Schlachten h\u00f6rten, die im Ersten Weltkrieg in Europa stattfanden, waren sie entsetzt. Ihre eigenen Kriege waren im Wesentlichen \u201aGottesurteile\u2019, um zu pr\u00fcfen, wer im Recht war; sie h\u00f6rten auf, wenn ein oder zwei M\u00e4nner auf der Seite get\u00f6tet worden waren, die dann als Verlierer eingestuft und zur Zahlung von Entsch\u00e4digungen verpflichtet wurden. Es scheint, dass <em>minkisi<\/em> potenzielle Gewalt in den Bereich des Imagin\u00e4ren verlagert hat. Die Europ\u00e4er scheinen jedoch den lokalen Glauben w\u00f6rtlich genommen zu haben, dass <em>minkondi<\/em> ihre Ziele t\u00f6teten, und benutzten dies, um ihre Beschlagnahmung zu rechtfertigen. (Der H\u00e4ndler und Sammler) Visser erz\u00e4hlt uns, dass ihm Mabyala Mandembe von dem portugiesischen Statthalter (<em>Resident<\/em>) in Loango \u00fcbergeben wurde, der sie konfiszierte, weil \u00bbsie Tausenden das Leben gekostet hatte\u00ab. Man muss sich fragen, wer am st\u00e4rksten an die t\u00f6dlichen Kr\u00e4fte der <em>minkondi<\/em> glaubte, die Afrikaner oder die Europ\u00e4er ? Dennoch ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass, wenn so viele moderne Kommentare zu <em>minkisi <\/em>sich mit ihrer \u00bbSpiritualit\u00e4t\u00ab und \u00bbPhilosophie\u00ab befassen, die sie angeblich zum Ausdruck bringen, dass sie Teil eines Rechtssystems waren, in dem viele Menschen der Hexerei f\u00fcr \u00bbschuldig \u00ab befunden und get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<h4><span style=\"color: #333333;\"><strong>32 R<\/strong><\/span><\/h4>\n<p>Sowohl die Wirksamkeit als auch der Untergang des <em>nkondi<\/em>-Systems sind in der Korrespondenz von Missionaren und britischen H\u00e4ndlern dokumentiert, die wie Visser aktiv <em>minkisi <\/em>f\u00fcr europ\u00e4ische ethnographische Museen sammelten.<\/p>\n<p>\u00bb<em>Diese Fetische spielen eine \u00e4u\u00dferst wichtige Rolle bei der Regulierung des Verhaltens von Einzelpersonen oder Familien \u2013- nein, Fehden zwischen den St\u00e4mmen werden auf die gleiche Weise beigelegt, Entscheidungen erzwungen, St\u00f6rungen unterdr\u00fcckt. Eine Vielzahl von F\u00e4llen, die ohne Fetische Gegenstand staatlicher Repression w\u00e4ren, werden so auf einfache, private und kosteng\u00fcnstige Weise erledigt.<\/em>\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbZ<em>weifellos ist Mangaka gut, und Sie sind ein gl\u00fccklicher Gentleman, es zu bekommen. Ich habe vor zwei Reisen danach gefragt. Mr. Shawcross gab mir Mangaka, aber ich sagte ihm, ich w\u00fcrde es nicht auf meine eigene Rechnung nehmen, sondern es in seinem Namen \u00fcberreichen. Das ist ein politischer Schachzug (stroke of policy), denn er ist in einem guten Platz (quarter), um etwas f\u00fcr Sie zu bekommen [&#8230;] Die portugiesischen und franz\u00f6sischen Covernments nehmen diese Fetische mit Gewalt weg, w\u00e4hrend sie den Handel des Landes stoppen.<\/em>\u00ab<\/p>\n<p>\u00bb<em>Sie werden feststellen, dass ich bei der Beschreibung von Kozo einen doppelk\u00f6pfigen Hund nenne. In diesem Fall hat der Fetisch nur einen, aber er hatte urspr\u00fcnglich zwei, und der fehlende Kopf ging verloren, als ich die beiden Fetische in einem Gesch\u00e4ft zur\u00fccklie\u00df, das \u00fcberschwemmt wurde, als ich den Chiloango-Fluss hinauffuhr. Keiner von ihnen ist in dem Zustand, in dem sie waren, als ich sie von der portugiesischen Regierung erhielt, um als Vermittler in einem Palaver zwischen den Portugiesen und den Eingeborenen zu dienen. Es mag von Interesse sein zu wissen, dass die Regierung aufgrund der gro\u00dfen Missbr\u00e4uche der Fetischpriester vor etwa sechs Jahren beschloss, die Fetische zu zerst\u00f6ren (d.h. 1898)<\/em>.<\/p>\n<p>\u00bb<em>Dieser Fetisch [Mabyalal) wurde so hoch gesch\u00e4tzt, dass er nur in einer H\u00e4ngematte transportiert werden durfte, und die Schwarzen weigerten sich hartn\u00e4ckig, ihn den Europ\u00e4ern au\u00dfer zu einem sehr hohen Preis zu \u00fcberlassen. Sp\u00e4ter beschlagnahmten ihn franz\u00f6sische Soldaten und \u00fcbergaben ihn einem Reisenden, der ihn an unsere Rotterdamer Freunde verkaufte.<\/em>\u201c<\/p>\n<p><em>(auch die \u00dcbersetzung der Originalzitate: DvG)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>WERKE DER KUNST<\/strong><\/h3>\n<p>Obwohl <em>minkisi<\/em> nicht gemacht wurden, um als Kunst betrachtet zu werden, ist der Erfolg, den viele heute in den Kunstmuseen und Privatsammlungen der Welt haben, weitgehend den gleichen Faktoren zu verdanken, die sie bei den dramatischen Auftritten erfolgreich machten, f\u00fcr die sie bestimmt waren. Diese \u00e4sthetische Qualit\u00e4t beeindruckte Visser und andere Sammler, obwohl Minkisi in Europa eher als ethnografisches Material denn als Kunst gezeigt wurden. Schon 1902 unterstellte man Vissers Objekten einen erheblichen finanziellen Wert, im 21. Jahrhundert zahlen Sammler und Kunstmuseen Millionen von Dollar f\u00fcr die sch\u00f6nsten Exemplare, obwohl das Objekt in einem Museum nur ein Schatten seines fr\u00fcheren Selbst sein kann.<\/p>\n<p><span style=\"color: #333333;\"><strong>33L<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Erwerb, Transport und Lagerung besch\u00e4digten oft eine Figur oder f\u00fchrten dazu, dass sie einige ihrer Eigenschaften verlor, so dass sie, wenn sie in einem Museum ausgestellt wird, sowohl in Form als auch in Funktion ernsthaft gemindert sein kann. In jedem Fall fehlt es unvermeidlich an dem Kontext von psychologischem und sozialem Stress, lokalen Leidenstheorien, den Gesten und Formeln der <em>nganga,<\/em> den Regeln der Verpflichtung und Vermeidung, die die Erfahrung pr\u00e4gten, und der Erregung von Musik und Tanz.<\/p>\n<p>Die Wirksamkeit von <em>minkisi<\/em> bei der Heilung von Krankheiten, beim Erwischen von Dieben, beim Verm\u00f6gensgewinn und beim Besch\u00fctzen von H\u00e4usern oder Reisenden kann teilweise (prosaisch genug!) der Tatsache zugeschrieben werden, dass die meisten dieser gew\u00fcnschten Ziele sowieso im normalen Verlauf der Ereignisse eintraten; der Skeptiker oder der Wissenschaftler w\u00fcrde einen Zufall erkl\u00e4ren. Ein <em>nkisi<\/em>, das nicht \u00bbfunktionierte\u00ab, w\u00fcrde aufgegeben. Wir k\u00f6nnen uns durchaus fragen, warum das eine <em>nkisi<\/em> funktionieren und das andere versagen sollte? Wirksame <em>Minkisi<\/em> waren abh\u00e4ngig teils von der Symbolik der Bestandteile, aber auch vom Geschick seiner Bedienung durch den oder die <em>nganga,<\/em> von ihrer Kenntnis des sozialen Umfelds und ihrer F\u00e4higkeit, ein starkes Erlebnis f\u00fcr Kunden und Zuschauer zu schaffen, aber auch von der visuellen Wucht des <em>nkisi<\/em>-Objekts. Die gro\u00dfen <em>minkisi <\/em>wurden von Bildhauern, die auf ihre Vorstellungskraft und ihr K\u00f6nnen stolz waren, geschaffen, um visuell zu beeindrucken, durch die schiere Vielfalt mysteri\u00f6ser Teile und durch die beunruhigende Konfrontation von Materialien, die normalerweise nicht zusammen gefunden werden. Der Effekt wurde mit der von fr\u00fchen Collagen Picassos verglichen. Die Zuschauer sollten vom Aussehen des Dings fasziniert, scheu, ja sogar angsterf\u00fcllt sein und sich fragen: \u00bbWie ist es so geworden?\u201c<\/p>\n<p>Raoul Lehuard, Autor der ersten Untersuchung \u00fcber \u201a<em>Nagelfetische\u2019 (f\u00e9tiches \u00e0 clous) <\/em>war aufgrund des Mangels an damals verf\u00fcgbaren ethnographischen Informationen \u00fcber sie gezwungen, sich die Objekte genau anzusehen:<\/p>\n<p><em>,Die Eisen sind ein fester Bestandteil der Statue; sie sind nicht regellos eingeschlagen. Sie folgen einer strengen Achse und man hat den Eindruck, dass der K\u00fcnstler diese Anordnung, dieses Gleichgewicht, diese Verbindung (\u201amariage\u2019) von Holz und Eisen beabsichtigt hat. Ohne ihr Kost\u00fcm (v\u00eature) w\u00e4ren diese Statuen in unseren Augen unvollst\u00e4ndig. Und es gen\u00fcgt nicht zu sagen<\/em>, <em>dass die bilongo (Medizinen), die als harziger \u00dcberzug aufgeklebt<\/em> <em>sind, die Kraft des Objekts ausmachen;<\/em> <em>man kommt nicht umhin zu denken: minkondi, die bereits gesammelt wurden, bevor sie &gt;fertig&lt; waren, nackt und unbeholfen dastehen.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_14130\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-S.28Pechuel-Loesche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14130\" class=\"size-medium wp-image-14130\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-S.28Pechuel-Loesche-150x360.jpg\" alt=\"Doku\" width=\"150\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-S.28Pechuel-Loesche-150x360.jpg 150w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-S.28Pechuel-Loesche-376x900.jpg 376w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Katalog-S.28Pechuel-Loesche.jpg 418w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14130\" class=\"wp-caption-text\">Katalog S.28 Pechuel-Loesche (Abb.1)<\/p><\/div>\n<p>Es gibt Augenzeugen, die uns versichern, dass die K\u00f6rper von <em>minkondi<\/em> im Laufe des Gebrauchs zunehmend mit Metall bedeckt wurden, <strong> 33R<\/strong> \u00a0aber Lehuard sagt, es sei wahrscheinlich, dass bei einigen Arten von nkonde die N\u00e4gel als Teil der Originalkomposition eingef\u00fcgt wurden. Best\u00e4tigung von Lehuards Vermutung kommt aus Pechu\u00f6l-Loesches Geschichte des <em>nkisi<\/em> Mabyala Mandembe. Der Besitzer von Mabyala, sein \u00bb<em>H\u00e4uptling Nganga<\/em>\u00ab (<em>ngudi a nganga<\/em>), erhob Geb\u00fchren f\u00fcr die Einweisung von Kunden in das Ritual dieses ber\u00fchmten Nkisi. Er fertigte Kopien der Figur f\u00fcr sie an und erteilte ihnen die Lizenz, Mabyala zu betreiben, aber nur in ihren eigenen D\u00f6rfern (<em>Daheim<\/em>), w\u00e4hrend er selbst mehr Geld verdiente, indem er mit der Originalstatue, dem <em>Urfetish<\/em>, reiste. Bei einer solchen Expedition zu einem K\u00f6nigspalast, wo Mabyala gerufen wurde, um einen Diebstahl aufzukl\u00e4ren, kenterte das Kanu, worin die Gruppe einen Fluss \u00fcberquerte; der <em>nkisi<\/em>, schwer beladen mit N\u00e4geln, st\u00fcrzte unwiederbringlich in den Fluss. Um ihn zu ersetzen, musste der \u00bb<em>H\u00e4uptling Nganga\u00bb <\/em>eine der Kopien in den Rang eines <em>Urfetish<\/em> bef\u00f6rdern. Wir k\u00f6nnen aus der Zeichnung, die Pechu\u00f6l-Loesche zur Verf\u00fcgung stellt (Abb. 1), erkennen, dass sie, obwohl sie nur ein \u00bbKind\u00bb war, bereits stark genagelt war, als ob sie ausgiebig benutzt worden w\u00e4re. Und der \u00bbKopie\u00ab im Leipziger Museum (MAf 8917 [Kat.-Nr. 4]) k\u00f6nnen wir entnehmen, dass die meisten N\u00e4gel aus derselben europ\u00e4ischen Manufaktur stammten, w\u00e4hrend wir in anderen, weniger ber\u00fchmten <em>minkondi <\/em>eine gro\u00dfe Vielfalt an Eisen sehen, wie man es bei mehrfacher Nutzung erwarten w\u00fcrde. Wer w\u00fcrde schlie\u00dflich gutes Geld f\u00fcr die Dienste eines neuen, nackten, plumpen und unbewiesenen Fetischs bezahlen? Wie dem Missionar Struyf gesagt wurde: \u201eJe mehr N\u00e4gel, desto sch\u00f6ner der <em>nkisi<\/em>.<\/p>\n<p>In Loango, genauer gesagt in einer Werkstatt im Tal des Chiloango-Flusses, haben unbekannte Bildhauer Figuren von au\u00dfergew\u00f6hnlicher anthropomorpher Vitalit\u00e4t geschnitzt, die beeindruckenden Mangaaka-Statuen. W\u00e4hrend <em>nkondi<\/em>-Figuren aus dem Landesinneren dazu neigen, sich nicht weit von den Baumst\u00e4mmen zu entfernen, aus denen sie gemacht wurden, sind der vorspringende Kiefer, die massiven Schultern und der muskul\u00f6se R\u00fccken mancher Mangaaka von europ\u00e4ischen Vorbildern inspiriert; wir wissen, dass die Menschen an der K\u00fcste europ\u00e4ische illustrierte Zeitschriften aufbewahrten und studierten. Dabei geht es nicht nur um Nachahmung: Mangaaka, \u00bbder Henker\u00ab oder \u00bbder Justizminister\u00ab, soll einsch\u00fcchternd wirken; der Bildhauer fand in europ\u00e4ischen Modellen, was er f\u00fcr Kongo-Zwecke brauchte. Diese Statue war so effektiv, dass sie sich ebenso wie Mabyala f\u00fcr Lizensierung (<em>franchise<\/em>) eignete und Kopien angefertigt wurden, darunter mehrere, die von Visser gesammelt wurden. Die gleiche Werkstatt produzierte andere, kleinere <em>minkisi <\/em>mit einigen derselben plastischen Merkmale. Der Einfluss europ\u00e4ischer Vorbilder zeigt sich auch in der filigranen Plastizit\u00e4t einiger weiblicher Figuren, ganz anders als alles, was im Landesinneren hergestellt wurde. Darunter sind einige, aber l\u00e4ngst nicht alle \u00bbMaternit\u00e9s\u00ab, sitzende Mutter-Kind-Skulpturen, die mit einem Frauenkult namens Pfemba in Verbindung gebracht werden, vor allem aber eine stehende Figur der \u00bbFrau von Mabyala\u00ab, die sich heute in Leiden befindet (das Schicksal ihres m\u00e4nnlichen Partners ist unbekannt). Wie Mabyala nahm Mangaaka andere Formen an, die jetzt, wenn \u00fcberhaupt, nur als anonyme <em>minkondi<\/em> bekannt sind, die von anderen, ebenfalls unbekannten Bildhauern geschnitzt wurden.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\">*<\/h3>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><em>Den \u201eKontrast zwischen europ\u00e4ischen und Kongo-Kunstobjekten\u201c des 19. Und 20. Jahrhunderts diskutiert ein weiterer Essay von Wyatt MacGaffey. <\/em><\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"color: #ff0000;\">Warum\u00a0 <u>zwei<\/u> zusammenfassende Darstellungen von MacGaffey aufeinander folgen lassen?<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><em>Erst dort erkl\u00e4rt er die\u00a0 Bedeutung der Sprache f\u00fcr den &#8218;Fetisch&#8216;, welche <\/em><\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><em>bisher nur mit dem Ausdruck \u201eSymbolik\u201c angedeutet wurde (33L)<\/em><\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><em>. Aber auch\u00a0 &#8222;Kunst&#8220;-Kriterien sind dort Thema.<br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<h4>WYATT MACGAFFEY : \u201eMAGIE, ODER WIE WIR GEW\u00d6HNLICH SAGEN, KUNST\u201c \u2013 EIN RAHMEN, UM EUROP\u00c4ISCHE UND AFRIKANISCHE KUNST ZU VERGLEICHEN\u00a0 (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=14120\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)\u201e<em>Magic, or as we usually say, Art\u201c \u2013 A framework for comparing Europea<\/em><em>n and African art.&#8220;<\/em><\/h4>\n<h4>In: \u201eTHE SCRAMBLE FOR ART IN CENTRAL AFRICA\u201c . EDITED BY ENID SCHILDKROUT AND CURTIS A. KEIM, Artes Africanae, Cambridge University Press 1998\u00a0\u00a0 &#8230;&#8230;&#8230;.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wyatt MacGaffey: Minkisi on the Loango Coast in: MINKISI \u2013Skulpturen vom unteren Kongo, Grassi Museum f\u00fcr V\u00f6lkerkunde zu Leipzig, Deutscher Kunstverlag 2012, S.27 &#8211; 33 Meine \u00dcberarbeitung der weithin sehr guten Google-\u00dcbersetzung von S.31 bis S. 33 enth\u00e4lt die Kapitel: WAS MINKISI TUN \u00a0\u00a0\u00a0&#8211;\u00a0\u00a0 RECHT UND ORDNUNG AN DER K\u00dcSTE VON LOANGO &#8211; WERKE DER [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[216,256,269],"tags":[],"class_list":["post-14114","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-afrikanische-aesthetik","category-minkisi-projekt-loango-mayombe","category-wyatt-macgaffey"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14114","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14114"}],"version-history":[{"count":17,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14114\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14606,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14114\/revisions\/14606"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14114"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14114"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14114"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}