{"id":13726,"date":"2022-03-30T20:39:42","date_gmt":"2022-03-30T18:39:42","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13726"},"modified":"2024-02-12T21:44:22","modified_gmt":"2024-02-12T20:44:22","slug":"das-von-georg-waldau-erworbene-duala-bootsmodell-und-vergleichbare-exemplare-2-6","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13726","title":{"rendered":"Georg Waldaus Bootsmodell und Gottlob Walkers Feldfoto (2.6)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Urspr\u00fcnglich war das Thema in den Blog \u00fcber &#8222;drei junge M\u00e4nner an der Kamerunk\u00fcste zwischen 1882 und 1919&#8220; <\/em>(2.5) <a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13683\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(<\/a><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13683\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13683\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">)<\/a> eingef\u00fcgt. Doch es widerstrebte mir die ganze Zeit \u00fcber, die triviale Erwerbung eines so konventionellen Produkts mit den dramatischen und tragischen Ereignissen in Verbindung zu setzen. Daf\u00fcr k\u00f6nnen jetzt weitere Objekte und Zusammenh\u00e4nge einbezogen werden. 30.3.2022<!--more--><\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000000;\">Das &#8218;Duala&#8216;- Bootsmodell von Georg Waldau (Carlotta\/Stockholm Depotnummer 1919.05.0082<strong><u>)<\/u><\/strong><\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Das Objekt zeigt alle wichtigen Details, die Kanus angesehener Personen hatten: einen dezenten Steven (Seekuh, Leopard und \u201aFarn\u2019) mit ausgearbeiteter Befestigung, zehn Ruderb\u00e4nke, Fahnen vorn und hinten, an der breitesten Stelle zwischen zwei Ruderern den gro\u00dfen Herrn mit Hut und Sonnenschirm, Trommler im Heck gegen\u00fcber dem Steuermann mit spitzem Hut, auff\u00e4llig: auch er mit einem Ruder. Realistische Proportionen eines gedrungenen Bootsk\u00f6rpers, der als Modell entsprechend nur zwei Meter lang ist.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">Erwerbszeitraum 1890 bis 1919<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Das vorgeschlagene Zeitfenster \u201e1883-1886\u201c f\u00fcr den Erwerb ist zu fr\u00fch angesetzt, denn Waldaus kleine Gruppe erreichte den Hafen Victoria erst am 27. Dezember 1883 (Knutson in Ardener,24) Man hatte Entdeckungen und Jagdabenteuer am Kamerunberg im Kopf. Dann kamen Hunger und Fieber, die beiden schwedischen Knechte starben, und ein Jahr sp\u00e4ter, als man von den Bakweri L\u00e4ndereien in den <em>territories of Cameroon Mountains<\/em> erworben hatte, kam man bereits in Kontakt mit Vertretern des Deutschen Reichs, mit denen Waldau zu kooperieren sich entschied. Die L\u00e4ndereien wurden 1888 zum Kronland erkl\u00e4rt und enteignet, im Ergebnis trotz z\u00e4hem Ringen mit der Kolonialverwaltung entsch\u00e4digungslos. Erst als <em>Knutson, Waldau and Heilborns Afrikanska Handelsaktiebolag <\/em>1890 mit Hauptsitz Lobe eine Reihe von Faktoreien an Str\u00e4nden und <em>riverbanks<\/em> der K\u00fcste zur Ausbeutung des eher zuf\u00e4llig in seinem Wert entdeckten <em>wild rubber vine<\/em> betrieben, war Waldau an Orten, wo Kanus und Wasserkulte Bedeutung hatten, und hatte Geld und Mu\u00dfe. Sp\u00e4ter bis in den Weltkrieg hinein und selbst unter britischer Besatzung stand Waldau als Manager im Dienst der 1899 gegr\u00fcndeten riesigen Konzessionsgesellschaft <em>Nordwest-Kamerun<\/em>.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Bevor er wohl sich vermutlich ab 1923 auf die Kanarischen Inseln \u00fcbersiedelte, besuchte er noch zweimal Schweden (Ardener, 7), 1919 fand mit Sicherheit ein Besuch statt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">Auftragsfertigung f\u00fcr Waldau?<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In Victoria hatten die Baptistenmissionare seit 1846 neben Schulen auch Schreiner- und andere Werkst\u00e4tten eingerichtet. Dort war auch vom Hafen her Nachfrage f\u00fcr Bootsmodelle aus Holz zu erwarten.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_13693\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/smvk-Modell-1919.05.0082-Kopie.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13693\" class=\"wp-image-13693\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/smvk-Modell-1919.05.0082-Kopie-360x108.png\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"132\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/smvk-Modell-1919.05.0082-Kopie-360x108.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/smvk-Modell-1919.05.0082-Kopie-624x187.png 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/smvk-Modell-1919.05.0082-Kopie.png 852w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13693\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #000000;\">smvk Modell 1919.05.00<\/span><\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/smvk-Modell-1919.05.0082.Detail-Kopie.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-13690\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/smvk-Modell-1919.05.0082.Detail-Kopie-360x277.png\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"277\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/smvk-Modell-1919.05.0082.Detail-Kopie-360x277.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/smvk-Modell-1919.05.0082.Detail-Kopie.png 586w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a>Aufgrund der deutlichen Detailfotos der Carlotta-Datenbank halte ich das Modell f\u00fcr eine Auftragsanfertigung f\u00fcr Waldau. Es ist nicht nach Duala-Art bemalt, hat die Farbe hellen Holzes und wirkt noch heute frisch bis in die verwendeten Kordeln.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ich muss zugeben: Der erste Eindruck einer gut proportionierten Skulptur mit klaren und hellen Formen auf den Abbildungen lie\u00df mich bestimmte Eigenarten \u00fcbersehen, durch die sie sich von den bisher beschriebenen Bootsmodellen unterscheidet. Lassen wir die grobe Gestaltung des tange beiseite, weil es schwer ist, dabei Grenzen zu ziehen, und beschr\u00e4nken wir uns auf die Mannschaft des Bootes.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Anderswo fand ich keine mit dem Messer geschnitzte Arme und Ruder, \u2013 ich bin immer noch der Ansicht, dass man gestanzte Teile in Douala von einer speziellen Werkstatt beziehen konnte. Die K\u00f6pfe sind auf eine schwer zu beschreibende Art ausdruckslos. Die K\u00f6rper widerspr\u00fcchlich: Was sollen die betont langen, schwanger wirkenden B\u00e4uche mit Nabelbruch &#8211; einmal sogar Br\u00fcste? &#8211; auf einem Rennboot? Sie sind\u00a0 allerdings &#8218;typisch afrikanisch&#8216;. Und die abgeschnittenen Beine sind dann nur noch eine ungeschickte, von Vorbildern aufgezwungene L\u00f6sung. Irgendein zugewanderter Schreiner und Schnitzer, nehme ich an.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Probleme mit Vergleichen<\/span><\/h3>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">Ein zweiter Blick auf das Boot von Sczolz-Rogozinski (2.3)<\/span><\/h4>\n<div id=\"attachment_13747\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/18726MEK_nodel-of-Duala-war-canoe_photo-from-exposition-Crossed-gazes.-Africa.-Study_2013_2-scaled-e1648755578985.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13747\" class=\"size-large wp-image-13747\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/18726MEK_nodel-of-Duala-war-canoe_photo-from-exposition-Crossed-gazes.-Africa.-Study_2013_2-900x316.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"219\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13747\" class=\"wp-caption-text\">18726MEK_model-of-Duala-war-canoe_photo-from-exposition-Crossed-gazes.-Africa.-Study_2013_2.<\/p><\/div>\n<p>Vergleiche erweisen sich im Detail als unergiebig, an diesem Boot wegen des l\u00fcckenhaften Erhaltungszustands, bei anderen Exemplaren schon wegen der beschr\u00e4nkten Ansicht und geringen Auf\u00f6sung der mir vorliegenden Abbildungen.<\/p>\n<p>Beim Durchbl\u00e4ttern der zusammengestellten Mappe gewinne ich den Eindruck, dass\u00a0 \u00dcbereinstimmungen mit anderen Exemplaren in einem Merkmal &#8211; wie M\u00fctzen oder aufgemalte Backenb\u00e4rte oder die Behandlung des Unterleibs &#8211; durch auff\u00e4llige, manchmal groteske individuelle Eigenheiten, die anderswo nicht vorkommen, durchkreuzt werden. Offensichtlich sind sie in unterschiedlichen Werkst\u00e4tten der Region hergestellt worden zu verschiedenen Zeiten. Die Bemalung bietet den schw\u00e4chsten Anhaltspunkt, solange man die Einfl\u00fcsse von Restaurierungen nicht vor Ort einsch\u00e4tzen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine historische Fotografie !<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Zu meinem Trost fand ich eine kleine historische Fotografie aus der Sammlung der &#8222;Basler Mission&#8220;. Die schwache Bildqualit\u00e4t versuche ich durch sorgf\u00e4ltige Beschreibung auszugleichen. Das Foto von Gottlob Walker &#8222;Geschnitzes Kanu&#8220; ist eine gro\u00dfe Seltenheit. Ich habe es bereits beschrieben und gedeutet, soweit ich die Details erkennen konnte:<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_13769\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/impa-abmpix-24219.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13769\" class=\"size-full wp-image-13769\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/impa-abmpix-24219.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"571\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/impa-abmpix-24219.jpg 800w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/impa-abmpix-24219-360x257.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/impa-abmpix-24219-624x445.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13769\" class=\"wp-caption-text\">impa-abmpix-24219 (Ich nutze die digitale Verbesserungen der amerikanischen Universit\u00e4t)<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Auf dem offenen Platz vor einer typischen Duala-\u201aWohn-Baracke\u2019 (waagrechte Ziegel) steht auf zwei h\u00f6lzernen Rollen aufgebockt ein wohl drei Meter langes Bootsmodell (Vergleich Personen), geometrisch bemalt mit aufgestecktem h\u00f6lzernen Bootsschnabel (<i>tange)<\/i>. Der ist kurz, denn die Bootsspitze ist so lang gezogen und schlank wie am Heck. Ein wei\u00dfer Pelikan (vgl. Leuzinger 1972, Abb. O8) steht etwas erh\u00f6ht \u00fcber einer wei\u00dfen Girlande und schaut nach vorn.\u00a0 Keine weitere Figur?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Das Muster auf der Bordwand wird von <\/span><span style=\"color: #000000;\">aufrechten und liegenden <\/span><span style=\"color: #000000;\">Rechtecken\u00a0 gebildet, keine Rhomben.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Im Boot meine ich acht wei\u00dfe Figuren mit langen Oberk\u00f6rpern in sechs Reihen zu wahrzunehmen. Sie sitzen etwas zur\u00fcck gelehnt, die Abst\u00e4nde sind weit, besonders zum Bootsf\u00fchrer hinten und zum wohl nach r\u00fcckw\u00e4rts gerichteten Taktgeber vorn.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Davor das Familienoberhaupt, eine Frau und vier Jungen, rechts in der zweiten Reihe zwei erwachsene Gehilfen. Mann und Frau tragen orts\u00fcbliche Wickelr\u00f6cke und Hemden, die \u00fcbrigen blo\u00df Wickelr\u00f6cke.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Eine Werkstatt kann ich nicht erkennen. Durch die zwei sichtbaren Eing\u00e4nge kann der lange Bootsk\u00f6rper nicht bugsiert worden sein. (Vergleich dazu\u00a0 Walkers Foto &#8222;Schreinerei in Bonaku. &#8222;: BMA E-30.05.052 )<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Meine Vermutung : Der Moment der \u00dcbergabe an den Kunden. Ich stelle mir die Frage: War der Fotograf Gottlob Walker im Auftrag der Mission der Kunde oder blo\u00df der Begleiter?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Kuratoren Rhyn und Moser vom Archiv in Basel k\u00f6nnen dar\u00fcber nichts sagen.\u00a0 Dr.Moser hat mir jedoch die Kurzbiografie des Fotografen Walker und per <strong>Email am 12.1. 2022<\/strong> in dankenswerter Sorgfalt folgende Informationen zukommen lassen:<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #000000;\"><em>Gottlob Walker war von 1887 bis 1906 f\u00fcr die Basler Mission in Kamerun t\u00e4tig. Er arbeitete dort als ordinierter Missionar. In der Beilage sende ich Ihnen den Auszug aus dem Br\u00fcderregister mit den wichtigsten biografischen Angaben zusammen mit einer Legende \u00fcber die Bedeutung der einzelnen Spalten.<\/em><\/span><\/h4>\n<h4><span style=\"color: #000000;\"><em>Das Bild QE-30.011.0006, auf das Sie Bezug nehmen, stammt urspr\u00fcnglich aus einer Schachtel mit Aufnahmen, die mit &#8222;Alte Bilder aus Nyasoso. Miss. Walker&#8220; angeschrieben war. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Fotografien nicht nur aus Nyasoso stammen. Da die einzelnen Bilder nicht datiert sind, wurde bei allen die Laufzeit 1887-1906 eingetragen, also den gesamten Aufenthalt von Gottlob Walker in Kamerun.<\/em><\/span><\/h4>\n<h4><span style=\"color: #000000;\"><em>Diese lange Laufzeit macht es auch unm\u00f6glich, mehr \u00fcber die Hintergr\u00fcnde des Bildes und des Kanus herauszufinden. Die Missionare schrieben mindestens alle drei Monate einen Bericht \u00fcber ihre T\u00e4tigkeit an die Zentrale in Basel. Das heisst, man m\u00fcsste im Fall von Gottlob Walker rund 40 umfangreiche<\/em> handschriftliche Berichte durchgehen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Kauf oder die <em>Sammlung von Objekten in den Berichten fast gar nicht erw\u00e4hnt ist. <\/em><\/span><\/h4>\n<h4><span style=\"color: #000000;\"><em>Die Basler Mission hat vor ein paar Jahren ihre Sammlung dem Museum der Kulturen in Basel geschenkt. Falls es dieses Boot oder ein Modell davon noch gibt, m\u00fcsste es dort vorhanden sein. Das Museum hat in einem Projekt bereits versucht, die Herkunft von Objekten zu kl\u00e4ren. Dies erwies sich aber in den allermeisten F\u00e4llen als sehr schwierig. In der Sammlung befinden sich vorwiegend Alltagsgegenst\u00e4nde und fast keine Kulturobjekte. Sie k\u00f6nnen aber gerne beim Museum der Kulturen nachfragen, ob das Boot dort bekannt ist.Sie k\u00f6nnen das Bild gerne auf unsere Seite verlinken. Es bestehen keine Urheberechte mehr daran. Ich hoffe, meine Angaben helfen Ihnen etwas weiter und w\u00fcnsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Nachforschungen.<\/em><\/span><\/h4>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">Mit freundlichen Gr\u00fcssen Patrick Moser<\/span><\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Auszug aus dem Br\u00fcder-Register :<\/span><\/h4>\n<div id=\"attachment_13751\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Walker-BV3_1208-scaled-e1648855028758.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13751\" class=\"size-large wp-image-13751\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Walker-BV3_1208-900x114.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"79\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13751\" class=\"wp-caption-text\">Walker BV3_1208 (2000&#215;252) (durch zweimaliges Anklicken zu vergr\u00f6\u00dfern !)<\/p><\/div>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Transkription:<\/span><\/h4>\n<h5><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\">BV Fortlaufende Nummer<\/span> 1208 &#8211;\u00a0 <strong>Walker, Gottlob<\/strong>\u00a0\u00a0 <span style=\"color: #ff0000;\">Geburtstag<\/span> 25. Jan. 1865\u00a0 &#8211; <span style=\"color: #ff0000;\">Heimatort<\/span> <strong>Katharinenfeld<\/strong> Transkaukasien &#8211; Deutscher Reichsb\u00fcrger &#8211; <span style=\"color: #ff0000;\">Heimat<\/span> jetzt Uetikon Kt.Zch. (Schweizer)\u00a0 &#8211;\u00a0 <span style=\"color: #ff0000;\">Fr\u00fcherer Beruf<\/span> Schmied\u00a0 &#8211;\u00a0 <span style=\"color: #ff0000;\">Eintritt<\/span> 16. Aug. 1886\u00a0 &#8211; <span style=\"color: #ff0000;\">Eingesegnet<\/span> 30. Juni 1887 im M\u00fcnster <span style=\"color: #ff0000;\">Ordination<\/span> ( <em>entf\u00e4llt. Nach <a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luthertum\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luthertum<\/a>\u00a0 ist \u201eordentlicher Beruf\u201c hinreichend<\/em>) &#8211; <span style=\"color: #ff0000;\">Abgereist<\/span> 28. Aug. 1887 von Basel \/ 31. Aug. von Hamburg \/ 3.Juli 1892 v. Basel\/ X) zur Erholung heimgekehrt im Mai 1903 Ankunft in Hamburg am 17. Juni 1903 V. <span style=\"color: #ff0000;\">Auszug:<\/span> 10. Okt. 1904. \/ <span style=\"color: #ff0000;\">Nach<\/span> (&#8230;) <span style=\"color: #ff0000;\">zur\u00fcckgekehrt<\/span> &#8230; Nov. 1906 \/ (Dez. 21.) Uetikon Z\u00fcrich &#8211; <\/span><span style=\"color: #ff0000;\">In wessen Dienst<\/span> B.M.G.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Arbeitsposten<\/span>\u00a0\u00a0 <strong>Kamerun<\/strong> \u00a0 Bethel (als Ger. Kass.) Mai 1894 \u2013 Nov. 1895 &#8211; <\/span><span style=\"color: #ff0000;\">Verheiratet<\/span> 19. Juni 1892 in Thailfingen mit Walburga, geb. Schmid von Thailfingen<span style=\"color: #000000;\">, W\u00fcrttbg. + (gestorben) 24. Juni 1897 in Bonaberi &#8211; <\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Gestorben<\/span> 12. Juni 1929 in Uetikon Kt. Z\u00fcrich<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Bemerkungen<\/span> Ankunft in Kamerun : 12. Okt. 1887. Zur Erholung heimgekehrt im Sept. 1891 \/ Ankunft im Hamburg: 17. Okt. 1891. Ankunft in in Basel : 23. Okt. 1891. II Wiederausgezogen anfang Juli 1892. Ankunft in Kamerun: 3. Aug. 1892 \u2013 Frau Walker zur Erholung heimgekehrt. 7. Aug. 1895 Br(uder zur Erholung heimgekehrt) Dez 1895 \u2013 Ankunft in Liverpool : 26. Dez. 1895. III. Wieder ausgezogen im Okt. 1896 &#8211; Zur Erholung heimgekehrt im April 1898. Ankunft in Basel : 2.Mai 1898<\/span><\/h5>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Informationen sind \u00e4u\u00dferst knapp und ganz auf die Zentrale bezogen. Nicht einmal die Ortswechsel innerhalb Kameruns zwischen 1887 und 1906 sind festgehalten. Auch diese Aufenthalte in <strong>Nyasoso<\/strong> auf 800 Meter H\u00f6he, wo weitere Fotos entstanden, dienten Walker der Erholung. <\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_13784\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bildschirmfoto-2022-04-05-um-17.09.05.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13784\" class=\"size-medium wp-image-13784\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bildschirmfoto-2022-04-05-um-17.09.05-360x256.png\" alt=\"Dokument\" width=\"360\" height=\"256\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bildschirmfoto-2022-04-05-um-17.09.05-360x256.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bildschirmfoto-2022-04-05-um-17.09.05-624x444.png 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Bildschirmfoto-2022-04-05-um-17.09.05.png 633w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13784\" class=\"wp-caption-text\">Basel Mission Archives QE-30.004.0002<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In der N\u00e4he \u2013 zwei Kilometer entfernt \u00fcber der Missionsstation <\/span><span style=\"color: #000000;\">\u2013 verzeichnet <em>Google map<\/em>s den \u201eMont Coup\u201c, m\u00f6glicherweise den legend\u00e4ren \u201eMont Kup\u00e9\u201c, auf dem die verlorenen Seelen Zwangsarbeit leisteten? Geriet nicht achtzig Jahre sp\u00e4ter der Priester de Rosny als Wei\u00dfer in den Verdacht der Hexerei, des Handels mit versklavten Seelen? (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10849\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a> zu &#8222;Die Augen meiner Ziege&#8220;, dort auch die von mir nicht zitierte Stelle S.84-85 im Kapitel &#8222;Ekong und der Sklavenhandel&#8220; ).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Aspekte : &#8218;Kaukasiendeutsche&#8216; und Pietisten<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasiendeutsche\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasiendeutsche<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Radikale Pietisten, auch \u201eSeparatisten\u201c genannt wegen ihrer Trennung von Landeskirche (<a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Radikaler_Pietismus\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Radikaler_Pietismus<\/a>), suchten und erhielten bei Zar Alexander I. die Siedlungserlaubnis im Kaukasus, 1818 wurden bei Tiflis in Georgien 8 Kolonien von 800 Gro\u00dffamilien gegr\u00fcndet, die gr\u00f6\u00dfte war Katharinenfeld. (Es folgtdie lebendige Beschreibung des deutschbaltische Forscher Friedrich Parrot auf seiner Expedition zum Berg Ararat 1829, der auf dem Basar von Eriwan w\u00fcrttembergische Siedler getroffen hatte !)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In einer Kultur frommer Kolonisten aufgewachsen, die friedlich als religi\u00f6se Emigranten unter Kaukasusv\u00f6lkern (in diesem Fall unter Georgiern) lebten, zum Handwerker (Schmied) ausgebildet, entscheidet er sich mit 21 Jahren zur Mission im \u201adunkelsten Afrika\u2019. Ich muss sofort an schwedische Pietisten wie Karl Laman denken, der zur gleichen Zeit im Mayombe-Gebirge an der Kongo-M\u00fcndung stationiert war (* 1867-1944, 1891-1919 mit Frau Selma im Kongo), (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4144\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a> zu: \u201e<em>Erweckungsbewegung im Kongo 1921 und schwedische Missionare<\/em>\u201c) . Anders als Laman,<\/span> <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Karl_Edvard_Laman\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Karl_Edvard_Laman<\/a><span style=\"color: #000000;\"> hatte Walker aber nicht den enzyklop\u00e4dischen Forschergeist und die akademische Ausbildung (eine 2j\u00e4hrige betont wissenschaftlich orientierte Missionsschule) in Stockholm, f\u00fcr deren Kosten bei dem jungen Schweden aus einfachen Verh\u00e4ltnissen die durch Heirat zu Geld gekommene Schwester aufkam.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Auf den Spuren der Livingstone Inland Mission (LIM) machten sich Missionare des SMF ab 1878 auf den Weg einer \u2018Missionierung ganz Zentralafrikas m\u00f6glichst in einer Generation\u2019. Der Bund hatte sich gerade erst gegr\u00fcndet \u2013\u00a0 erst 1860 war die\u00a0 Zwangsmitgliedschaft ausnahmslos aller Schweden in der lutherischen Reichskirche gelockert worden, unter der auch Pietisten gelitten hatten. Das Kongobecken war seit Livingstone und Stanley das Drehkreuz Afrikas. Und die baldige Wiederkehr Christi lag in der Luft. Es war keine Zeit zu verlieren, die Menschheit sollte endlich zu ihrer Rettung \u201aerwachen\u2019<\/em> ( Jean-Luc Vellut*: Simon Kibangu Bd. I.2, 3-5, LINK siehe oben).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wikipedia (anfang April 2016) liefert die folgende kurze allgemeine Skizze des \u201aPietismus\u2019:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Der Pietismus entsprang einem Gef\u00fchl der mangelhaften Fr\u00f6mmigkeit, unzureichender christlicher Lebensf\u00fchrung und dem Drang zur Verifizierbarkeit des pers\u00f6nlichen Glaubens. \u2026. Der Pietismus versteht sich als eine Bibel-, Laien- und Heiligungsbewegung. Er betonte die subjektive Seite des Glaubens, entwickelte aber auch einen starken missionarischen und sozialen Grundzug. In der pietistischen Praxis haben Konventikel (heute: Hauskreise) mit gemeinsamem Bibelstudium und Gebet oft eine \u00e4hnlich gro\u00dfe oder gr\u00f6\u00dfere Bedeutung als Gottesdienste\u2026.. Au\u00dferdem betont er das Priestertum aller Gl\u00e4ubigen. Neben Theologen wurden und werden auch Laien ohne akademische Bildung als Prediger gesch\u00e4tzt, als Redner, \u201eredende Br\u00fcder\u201c, in den Hauskreisen.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Es ist sicher kein Zufall, dass ein Handwerker und Pietist das einzige existierende Foto eines Duala-Schreiners gemacht hat. Vielleicht kannte er ja auch die Familie. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Vielleicht w\u00fcrde es doch lohnen, den schriftlichen Nachlass Gottlob Walkers zu studieren!\u00a0\u00a0 5.4.2022\u00a0\u00a0 Ich habe mich im Archiv angemeldet. 6.7.2022<br \/>\n<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urspr\u00fcnglich war das Thema in den Blog \u00fcber &#8222;drei junge M\u00e4nner an der Kamerunk\u00fcste zwischen 1882 und 1919&#8220; (2.5) (LINK) eingef\u00fcgt. Doch es widerstrebte mir die ganze Zeit \u00fcber, die triviale Erwerbung eines so konventionellen Produkts mit den dramatischen und tragischen Ereignissen in Verbindung zu setzen. Daf\u00fcr k\u00f6nnen jetzt weitere Objekte und Zusammenh\u00e4nge einbezogen werden. 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