{"id":13683,"date":"2022-02-21T01:06:46","date_gmt":"2022-02-21T00:06:46","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13683"},"modified":"2024-09-10T00:34:06","modified_gmt":"2024-09-09T22:34:06","slug":"drei-junge-maenner-an-der-kamerunkueste-zwischen-1882-und-1919-und-natuerlich-ein-kanumodell-2-5","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13683","title":{"rendered":"Drei junge M\u00e4nner an der Kamerunk\u00fcste zwischen 1882 und 1919 &#8211; und die Bakwiri (2.5)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Themen<\/strong>: \u201eWildwest\u201c in Kamerun, die drei Abenteurer Knutson, Waldau und Szcolz Rogoczinski*, betr\u00fcgerischer Landraub um 1890 mittels Scheinvertr\u00e4gen und Gewalt, Plantagenwirtschaft zwischen Victoria (Limbe) und Buea (Bild, Besitzverteilung um 1900), Starke negative Nachwirkungen auf die Bakwiri bis heute.\u00a0\u00a0\u00a0 * (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13341\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a> zu 2.3)<span style=\"color: #ff0000;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Die Vorstellung des von Georg Waldau an der Kamerunk\u00fcste erworbenen Bootsmodells habe ich auf einen neuen Beitrag (2.6) verschoben (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13726\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>). Sie passt nicht zu den hier geschilderten Ereignissen. 30.3.2022<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><!--more--><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0&#8218;Wilder Westen&#8216; &#8211; was sonst?<\/h3>\n<p>In dem halben Jahrhundert vor dem Ersten Weltkrieg herrschte zwischen Nigerdelta und Kongo\u00a0 &#8218;<em>Wild West<\/em>&#8218;. Die Teilnehmerstaaten der Berliner Konferenz, von Lobbyisten getrieben, holten aus den Abmachungen das Maximum heraus, indem sie mit Hilfe von &#8218;Schutzvertr\u00e4gen&#8216;, Kanonenbooten, Agenten und S\u00f6ldnern vollendete Tatsachen schufen. Rudiment\u00e4re Verwaltungen waren\u00a0 die legalen Fassaden, hinter denen sich weite \u201arechtsfreie\u2019 R\u00e4umen erstreckten. Die rekrutierten S\u00f6ldnertrpps waren nicht zu kontrollieren, sodass st\u00e4ndig in irgendeinem der gerade neu abgesteckten &#8218;Bezirke&#8216; die Indigenen rebellierten.<\/p>\n<p>Unter der Bev\u00f6lkerung der europ\u00e4ischen Staaten wurde auf breiter Front erfolgreich Neugier und Goldgr\u00e4berstimmung erzeugt. Optimismus und Bet\u00e4tigungsdrang waren gro\u00df unter verkrachten Unternehmern, potentiellen Siedlern, undurchsichtigen Abenteurern aus ganz Europa, die sich als \u201eForscher\u201c ausgaben, von der Kasernenroutine frustrierten Milit\u00e4rs, naiven arbeitslosen jungen M\u00e4nnern und frommen Handwerkern, die nur &#8218;Seelen retten&#8216; wollten . Es war ein st\u00e4ndiges Kommen und Gehen in der Kolonie. Am stabilsten waren noch die regelm\u00e4\u00dfigen Schiffsverbindungen der europ\u00e4ischer Reedereien und das Sterben an diversen Fiebern.<\/p>\n<p>Es gab auch ein paar b\u00fcrgerliche Existenzen wie Reichsbeamte und Juristen, die mit v\u00f6llig unzureichenden Ressourcen st\u00e4ndig improvisieren mussten, wenn sie im Ernst ihre in Europa ausgedachte &#8218;Rechtsordnung&#8216; anwenden sollten. Gesch\u00e4ftsleute beriefen sich st\u00e4ndig klagend auf ministerielle Zusicherungen. Romantisch gestimmte Kolonialisten fingen an, im Hochgef\u00fchl der jungfr\u00e4ulichen Neuerwerbung vorsorglich Eingeborenensprachen zu protokollieren, obschon &#8222;Pidgin&#8220;-Englisch l\u00e4ngst als lingua franca etabliert war. Mediziner wollten die Kolonie ges\u00fcnder machen. Investitionsgesellschaften sie umgehend profitabel machen. Mit jedem Dampfer machten auch reiche Touristen auf Weltreise kurz Station, in Douala, Victoria, der Insel Fernando Poo oder Libreville.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Stockholm<\/h3>\n<p>Mehrere sch\u00f6ne Objekte der Duala sind\u00a0 mir auf der gepflegten Webseite <em>http:\/\/collections.smvk.se\/carlotta-vkm\/\u00a0<\/em> begegnet. Vom V\u00f6lkerkundemuseum Stockholm bin ich auf einen schwedischen Augenzeugenbericht, kommentiert und um <em>supporting material<\/em> erg\u00e4nzt. Ich muss mich hier auf ein paar d\u00fcrre Ausz\u00fcge beschr\u00e4nken.Einem von seinem Partner Georg Waldau (1862 &#8211; 1942) erworbenen &#8218;Duala&#8216; Bootsmodell, das heute im Stockholmer Welt-Museum steht, verdanke ich \u00fcberhaupt die Bekanntschaft dieser Menschen und des Buches \u00fcber sie, genauer: dem Registrator am &lt;varldskulturmuseerna.se&gt; Magnus Johansson. Das Boot erlaubt mir auch, Vermutungen zu Fertigung, Qualit\u00e4t und Entstehungszeit anzustellen (2.6).<\/p>\n<p><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"0\" data-number-of-phrases=\"5\">Die 1880er Jahre waren turbulent in Kamerun.<\/span> Nach der Annexion Dualas durch das Deutsche Reich 1884 waren die Grenzen zur entstehenden britischen Kolonie Nigeria noch v\u00f6llig offen. Es waren Jahre wilden staatlichen und privaten Landraubs mit Mitteln des Betrugs, Diplomatie\u00a0 und milit\u00e4rischer Gewalt . <span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"4\" data-number-of-phrases=\"5\">Zwei Akteure am Rande waren Knutson und Waldau,\u00a0 Knutson schrieb sp\u00e4ter eine lange Abhandlung \u00fcber seine Zeit in Kamerun (1883-1895), die 2002 zum ersten Mal ver\u00f6ffentlicht wird. (LINKs <a href=\"https:\/\/www.justbooks.de\/search\/?full=on&amp;ac=sl&amp;st=sl&amp;ref=bf_s2_a1_t1_1&amp;qi=nCWcLEysU59VENZR.XFKamBQ.DQ_1497963026_1:2:2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">JustBooks.de<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.buecher.de\/shop\/englische-buecher\/swedish-ventures-in-cameroon-1883-1923-trade-and-travel-people-and-politics\/broschiertes-buch\/products_products\/detail\/prod_id\/42383360\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Produkt).<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0Knut Knutson und Georg Waldau , alias Valdau<\/h3>\n<p>In &#8222;<strong>Swedish Ventures in Cameroon 1883-1923\u00a0 &#8211; Trade and Travel, People and Politics<\/strong>&#8220; (Cameroon Studies vol.4 Berghahn Books, New York &#8211; Oxford 2002)\u00a0 l\u00e4sst die Afrikanistin <strong>Shirley Ardener<\/strong> diese Jahre an der Kamerunk\u00fcste unterhalb des Kamerunbergs regelrecht &#8218;auferstehen&#8216; &#8211; in der wissenschaftlichen Edition der Erfahrungen des Schweden Knut Knutson (1857 &#8211; 1930), angereichert durch weitere Dokumente und Personen, wie dem polnischen &#8222;enfant terrible&#8220; Sczolz Rogozinski (Blog 2.3 <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13341\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>). Eingeklammerte Zahlen bedeuten Seitenangaben.<!--more--><\/p>\n<p>Knutson, in einem kleinen Landgut au\u00dferhalb von G\u00f6teborg geboren, &#8222;war zuerst und vor allem ein Abenteurer&#8220;. Wie er selbst schrieb, machten die\u00a0 B\u00fccher der fr\u00fchen europ\u00e4ischen Erforscher Afrikas gro\u00dfe Furore,\u00a0 speziell unter der Jugend Westeuropas. Diese Geschichten hatten seinen vergeblichen Versuch inspiriert, an Stanleys Kongo-Expedition teilzunehmen. Nach Meinung seines Schwagers, der ihn mit dem weit j\u00fcngeren Georg Waldau bekannt machte, war es f\u00fcr junge M\u00e4nner in Schweden gegen ende des 19. Jahrhunderts schwer, Arbeit zu finden, besonders auf dem Land, selbst f\u00fcr kaufm\u00e4nnisch oder naturwissenschaftlich ausgebildete Menschen. Beide waren vielseitig interessiert und publizierten w\u00e4hrend ihres Aufenthalts in der geografischen Zeitschrift &#8222;Ymer&#8220; (seit 1881;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwedische_Gesellschaft_f%C3%BCr_Anthropologie_und_Geographie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK).<\/a>\u00a0 Beide waren gute Sch\u00fctzen und Knutson erw\u00e4hnte sp\u00e4ter wiederholt sein milit\u00e4risches Training.\u00a0 (3)<\/p>\n<p>Immerhin mit zwei Stiefelknechten schifften sie sich auf eigene Faust ein und erreichten auf einem Dampfer der deutschen Reederei Woermann im Dezember 1882 erst Douala und von dort nach Victoria, den 1858 durch den Baptistenmissionar Alfred Saker gegr\u00fcndete\u00a0 Niederlassung (bis 1886-87 britisch (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Limbe_(Kamerun)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK)<\/a>, das heutige Limbe). Sie marschierten direkt auf halbe H\u00f6he des Mt. Cameroon und lebten in einer H\u00fctte oberhalb der ans\u00e4ssigen Bakweri k\u00fcmmerlich vom Jagen und Sammeln.<\/p>\n<div id=\"attachment_13697\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ardener-Swedish-fig.5-Sick....jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13697\" class=\"wp-image-13697\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ardener-Swedish-fig.5-Sick...-900x609.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"325\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ardener-Swedish-fig.5-Sick...-900x609.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ardener-Swedish-fig.5-Sick...-360x243.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ardener-Swedish-fig.5-Sick...-624x422.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ardener-Swedish-fig.5-Sick....jpg 1375w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13697\" class=\"wp-caption-text\">Ardener &#8222;Swedish Ventures&#8230;&#8220; fig.5 p.41<\/p><\/div>\n<p>Sie erkundeten die Umgebung (4), nicht ohne nach profitablen Gesch\u00e4ftsfeldern zu suchen. Sie entdeckten eher zuf\u00e4llig den \u00fcberall an Str\u00e4nden und Flussufern wachsenden <em>wild rubber vine<\/em> als kommerziell ausbeutbaren Rohstoff , worauf sie ab 1890 in Lobe die &#8222;<em>Knutson, Waldau and Heilborns Afrikanska Handelsaktiebolag&#8220; <\/em>gr\u00fcndeten. Dorfbewohner lieferten die Ballen In ihren Faktoreien um den Rio del Rey ab; sie mochten die m\u00fchselige Ernte nicht, aber 1897 machte die Firma ohnehin Konkurs. (4)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Grundbesitzer &#8211; Ein Skandal oder?<\/h4>\n<p>Ein weiteres Feld war problematischer. Schon 1885 begannen sie, Landabtretungsvertr\u00e4ge mit Notablen der Bakwiri abzuschlie\u00dfen, und zwar in Serie. Sie waren zwar mittellos, aber rafften binnen eines Jahres Land und D\u00f6rfer genug f\u00fcr mehrere Plantagen zusammen. Bei Zivilprozessen in den zwanziger Jahren listete Knutson \u00fcber 30.000 Hektar auf \u2013 das gesamte Stadtgebiet der Gro\u00dfstadt Frankfurt am Main umfasst 22.000 \u2013 es seien aber vielleicht noch einmal so viel gewesen.<\/p>\n<p>Ich zitiere den Vertrag mit dem Dorf, das die beiden jungen Leute am besten kannten:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\"><em> &#8222;Wir Unterzeichner machen hiermit bekannt, dass wir in \u00dcbereinstimmung mit dem Volk von Mapanja town die Stadt und das ganze Territorium von Mapanja den Herren Knut Knutson und George Waldau verkauft haben, welche vom Tag der Unterzeichnung an die gesetzlichen und legitimen Eigent\u00fcmer und Herren (masters) des genannten Landes sind. Den gesamten Kaufpreis &#8211; bestehend aus Sechs (6) Ballen Stoff zu 24 Faden <\/em>(englisches Ma\u00df etwa 43 Meter (?) <a style=\"color: #800000;\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Fathom#Ancient_fathoms\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a> ), <em>drei (3)\u00a0 Tischt\u00fcchern und drei (3) Regenschirmen &#8211; haben wir erhalten.<\/em> <em>Mapanja am 24. Dezember 1884<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\"><em> King X Mossaso.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Chief Mosingi\u00a0 <\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #800000;\"><em>X\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"color: #800000;\"><em>Chief Lewunjo <\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #800000;\"><em>X.\u00a0<\/em> \u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; die Zeugen &#8211;<em>\u00a0 J. A. Gustavsson.\u00a0 Mbua<\/em> &#8211; der Dolmetscher und Freund &#8211;\u00a0 \u00a0 <\/span><em><span style=\"color: #800000;\">Jack.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span> <\/em><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #333333;\">Ardener zitiert noch ein halbes Dutzend weitere Vertr\u00e4ge. Sie hatte von den Vertr\u00e4gen nur Schreibmaschinendurchschl\u00e4ge vorliegen &#8211;\u00a0 bis auf den mit Bleistift auf ein kleines Blatt Papier geschriebenen &#8218;Vertrag&#8216; \u00fcber den Hauptort Buea der Bakwiri. &#8222;Dies Papier diente sp\u00e4ter den Deutschen als juristische Grundlage f\u00fcr das Recht, dort eine Station zu errichten und Pflanzungen einzurichten &#8211; Rechte, die heute in Buea angezweifelt werden.&#8220; (168)<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Die Bakwiri hofften, mit der Pr\u00e4senz der beiden Wei\u00dfen etwas vom Wohlstand abzubekommen. Den l\u00e4cherlichen \u201aKaufpreis\u2019\u00a0 erkl\u00e4rt Shirley Ardener aber vor allem mit der stillschweigenden Voraussetzung der Einheimischen, dass es sich nur um ein Nutzungsrecht\u00a0 handele, das mit dem Wegzug der beiden Fremden wieder erl\u00f6schen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Man muss sich klar machen, dass die Notablen den Vertragstext nur m\u00fcndlich \u00fcbersetzt bekamen und mit drei Kreuzchen absegneten. Reichlich Alkohol wird bei der Besiegelung auch eine Rolle gespielt haben. Das war bei allen den &#8222;treaties&#8220;, Freundschafts- und Schutzvertr\u00e4gen so. Auch die positive Mundpropaganda durch H\u00e4uptlinge trug zum Erfolg der Kampagne bei. Nur einen Fall erw\u00e4hnt Ardener, wo unter betr\u00e4chtlicher Unruhe am folgenden Tag vergeblich versucht wurde, den Vertrag zu widerrufen. Und dass einzelne Abmachungen diversen Privatbesitz von der \u00dcbereignung ausnahmen. (168-169)<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Die Deutschen kommen. Und der Patriot Hugo Z\u00f6ller.<\/h4>\n<p>Gerade zum Zeitpunkt dieser Aktivit\u00e4ten wollten die Vertreter des Deutschen Reichs das mit den Duala im Juli 1884 vertraglich abgemachte Schutzgebiet \u00fcber den britisch dominierten Hafen Victoria und \u00fcber den Mount Cameroon nach Old Calabar (heute Nigeria) ausdehnen .<\/p>\n<p>Der deutsche Journalist Hugo Z\u00f6ller (*`1852) von der &#8222;Rheinischen Rundschau&#8220; reiste als gl\u00fchender Patriot an die Kamerunk\u00fcste und propagierte in der Heimat die deutsche Kolonialeroberung, gleich 1885 auch in einem Buch. Bereits auf dem Dampfer machte er\u00a0 Bekanntschaft mit\u00a0 Szcolz Rogozinski, einem Agenten der konkurrierenden Briten (2.3). Er bemerkte an ihm &#8222;ein f\u00fcr die afrikanischen Umst\u00e4nde <span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"0\" data-number-of-phrases=\"1\">elegantes \u00c4u\u00dferes, eine glatte, gro\u00dfb\u00fcrgerliche polnische L\u00e4ssigkeit\u201c und Erfolg bei den Damen.&#8220;<\/span><\/span>\u00a0 Beide waren z\u00e4h und k\u00f6rperlich fit. Beide sprachen deutsch. (Ardener ch.6,p.241) Und sie bestiegen gelegentlich sogar zusammen den Gipfel des Kamerunberges.<\/p>\n<div id=\"attachment_13737\" style=\"width: 291px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1024px-Der_kleine_Kamerun-Berg_Vom_Geho\u0308fte_von_Viktoria_vor_1910.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13737\" class=\"wp-image-13737\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1024px-Der_kleine_Kamerun-Berg_Vom_Geho\u0308fte_von_Viktoria_vor_1910-360x257.jpg\" alt=\"Dokument\" width=\"281\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1024px-Der_kleine_Kamerun-Berg_Vom_Geho\u0308fte_von_Viktoria_vor_1910-360x257.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1024px-Der_kleine_Kamerun-Berg_Vom_Geho\u0308fte_von_Viktoria_vor_1910-900x642.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1024px-Der_kleine_Kamerun-Berg_Vom_Geho\u0308fte_von_Viktoria_vor_1910-624x445.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1024px-Der_kleine_Kamerun-Berg_Vom_Geho\u0308fte_von_Viktoria_vor_1910.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 281px) 100vw, 281px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13737\" class=\"wp-caption-text\">Der_kleine_Kamerun-Berg_Aus der Bucht von Viktoria (heute Limbe) vor_1910<\/p><\/div>\n<p>Z\u00f6ller hatte von den <em>gentlemen<\/em> in Victoria nichts zu erwarten. Und da er 1884 neu an der K\u00fcste war, fehlten ihm Kontakte zu den V\u00f6lkern im Hinterland. So suchte er die Einsiedler aus Schweden in den Bergen auf gab sich als fairen Vermittler zwischen ihren und den Interessen des Deutschen Reiches aus.<\/p>\n<p>In der turbulenten Phase der Koloniegr\u00fcndung schien sein Angebot alternativlos, ihre private \u201aSchutzherrschaft\u2019 \u00fcber die Bakwiri der staatlichen des Kaisers zu unterstellen. Auf eine andere Entscheidung w\u00fcrden die Deutschen eine entsprechende Antwort geben. Der Kapitan eines deutschen Kanonenbootes, K\u00e4rcher, nahm an einer Vertragszeremonie teil, Z\u00f6ller an mehreren. Und Z\u00f6ller hisste die Reichsfahne. Die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit und G\u00fcltigkeit der &#8218;Vertr\u00e4ge&#8216; schien zweifelsfrei anerkannt. (172).<\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><\/h5>\n<div id=\"attachment_13735\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wohnhaus_des_Gouverneurs_in_Buea-wikipedia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13735\" class=\"wp-image-13735\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wohnhaus_des_Gouverneurs_in_Buea-wikipedia-360x257.jpg\" alt=\"Dokument\" width=\"280\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wohnhaus_des_Gouverneurs_in_Buea-wikipedia-360x257.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wohnhaus_des_Gouverneurs_in_Buea-wikipedia-900x643.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wohnhaus_des_Gouverneurs_in_Buea-wikipedia-1536x1097.jpg 1536w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wohnhaus_des_Gouverneurs_in_Buea-wikipedia-624x446.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wohnhaus_des_Gouverneurs_in_Buea-wikipedia.jpg 2039w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13735\" class=\"wp-caption-text\">Wohnhaus_des_Gouverneurs_in_Buea-wikipedia<\/p><\/div>\n<p>1891 konnten die Bakwiri noch milit\u00e4risch Widerstand leisten, aber 1895 wurden sie nach einer vernichtenden Niederlage am Hauptort Buea\u00a0 gewaltsam und gro\u00dffl\u00e4chig\u00a0 von den f\u00fcr die Plantagenwirtschaft idealen Fl\u00e4chen vertrieben. Buea in vergleichsweise angenehmer H\u00f6henlage auf 1000m wurde 1901 Regierungssitz der deutschen Kolonie Kamerun.<\/p>\n<p>Da den beiden Schweden das n\u00f6tige Investitionskapital fehlte, war es ein Leichtes, ihnen die betreffenden L\u00e4ndereien wegzunehmen und, einmal in das 1896 geschaffene Kronland integriert, anderweitig zu vergeben. Da half ihnen auch nicht die auf eigene Kosten veranlasste Vermessung und eine durch den deutschen Konsul in Stockholm 1894 erfolgte Zertifizierung. (172) Die von Beh\u00f6rdenvertretern zugesagte Entsch\u00e4digung erhielt sie nie. Knutson begann eine bis zu seinem Tod 1930 hinziehende &#8222;Legal Battle&#8220; (Ardener), eine nur durch die Kriegsjahre unterbrochene juristische Auseinandersetzung erst mit dem deutschen Staat, dann mit der britischen Kolonialregierung in Nigeria, die seit 1921 f\u00fcr &#8222;British Cameroon&#8220; zust\u00e4ndig war. Da lebte er seit 1896 bereits verheiratet in Stockholm. Ein Tauschanbot in &#8222;Kronland&#8220; lehnte er als ungen\u00fcgend ab. Vor 1914 verlangte er noch 25.000 &#8222;Mark&#8220;, Goldmark. Zum Vergleich: Das Jahresgehalt Waldaus\u00a0 als Manager der Dibundscha-Plantage 1916 betrug 450 Mark. Die l\u00e4cherlichen Erwerbskosten verteidigte Knutson mit einer entsprechenden Bitte seitens der deutschen Autorit\u00e4ten (173).\u00a0 Er hatte urpr\u00fcnglich &#8211; wie der konkurrierende Pole Rogozinski (5) &#8211;\u00a0 sogar nationale &#8217;schwedische&#8216; Kolonialtr\u00e4ume am Mt. Cameroon gehegt und dabei an Siedlungsland f\u00fcr schwedische Bauern gedacht.<\/p>\n<div id=\"attachment_13738\" style=\"width: 647px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fako-1941.-92x64-Schulwandbild-www.ebay_.deitm324108417906.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13738\" class=\"wp-image-13738\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fako-1941.-92x64-Schulwandbild-www.ebay_.deitm324108417906.png\" alt=\"Propaganda-Dokument\" width=\"637\" height=\"440\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fako-1941.-92x64-Schulwandbild-www.ebay_.deitm324108417906.png 672w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fako-1941.-92x64-Schulwandbild-www.ebay_.deitm324108417906-360x249.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Fako-1941.-92x64-Schulwandbild-www.ebay_.deitm324108417906-624x431.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13738\" class=\"wp-caption-text\">Fako-1941.-92&#215;64-Schulwandbild (Ausschnitt).ebay_.deitm324108417906. Bildschirm am 31. M\u00e4rz 2022<\/p><\/div>\n<p>Waldau zog es vor, als Verwalter in deutschen Plantagen zu arbeiten, er konnte sich bald als Teilhaber einkaufen und durfte selbst in der Kriegszeit seinen Posten behalten. Mit verschiedenen Heimaturlauben lebte er wohl bis 1923 in <em>British Cameroon<\/em> und erwarb schlie\u00dflich eine Plantage auf Teneriffa.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Wer denkt an die Opfer? &#8211; Entt\u00e4uschte Erwartungen<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Heiko M\u00f6hle hat den Leidensweg der Bakwiri, der mit den Scheinvertr\u00e4gen 1884\/85 begann, bis in die Gegenwart nachgezeichnet, in einem differenzierten und menschlich bewegenden Artikel, der 2004 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iz3w\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">iz3w<\/a>, der Zeitschrift des &#8222;informationszentrum Dritte Welt&#8220; (seit 1970) erschienen ist und im Netz bei &#8222;<em>www.freiburg-postkolonial.de<\/em>&#8220; kostenlos abrufbar ist (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-postkolonial.de\/Seiten\/Moehle-Kamerun276.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK)<\/a>.<\/p>\n<p><em>Kaum hat man von Douala kommend den Mungo-River \u00fcberquert, breitet sich eine endlos erscheinende, gr\u00fcne Weite links und rechts der Stra\u00dfe aus. Hier beginnt das gr\u00f6\u00dfte Plantagengebiet Westafrikas, das sich von der K\u00fcste bis zu den H\u00e4ngen des Mount Cameroon zieht. Auf den Zufahrtsschildern zu den Bananenpflanzungen stehen die Firmennamen CDC (Cameroons Development Corporation) und Del Monte. Das kamerunische Staatsunternehmen betreibt heute im Joint Venture mit dem amerikanischen Fruchtmulti die Plantagen. Angelegt wurden sie aber bereits in der deutschen Kolonialzeit. &#8230;.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Besitzverteilung um 1900 am Mt. Cameroon<\/h4>\n<div id=\"attachment_13743\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ku\u0308ndig-Steiner-Grossplantage-p.15-Karte-Victoria-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13743\" class=\"size-large wp-image-13743\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ku\u0308ndig-Steiner-Grossplantage-p.15-Karte-Victoria-1-900x719.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"499\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ku\u0308ndig-Steiner-Grossplantage-p.15-Karte-Victoria-1-900x719.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ku\u0308ndig-Steiner-Grossplantage-p.15-Karte-Victoria-1-360x288.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ku\u0308ndig-Steiner-Grossplantage-p.15-Karte-Victoria-1-1536x1227.jpg 1536w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ku\u0308ndig-Steiner-Grossplantage-p.15-Karte-Victoria-1-624x498.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Ku\u0308ndig-Steiner-Grossplantage-p.15-Karte-Victoria-1.jpg 1962w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13743\" class=\"wp-caption-text\"><strong>Werner Ku\u0308ndig-Steiner: Die Gro\u00dfplantage CIC in Bota-Victoria gh 20-14-1965 p.15 (pdf im Netz)<\/strong><\/p><\/div>\n<h4 style=\"text-align: center;\">M\u00f6hle schildert einen typische &#8218;Weg der Zerst\u00f6rung&#8216; (John H.Bodley, 1982)!<\/h4>\n<p><em>Bevor die Deutschen kamen, war Buea das gr\u00f6\u00dfte von etwa sechzig D\u00f6rfern der Bakweri, die sich seit dem 18. Jahrhundert an den fruchtbaren H\u00e4ngen des Kamerunbergs niedergelassen hatten, um Landwirtschaft zu betreiben. An der nahegelegenen K\u00fcste tauschten sie die \u00dcbersch\u00fcsse ihrer Produktion bei den benachbarten Isubu und Bamboko gegen Fisch ein. &#8230;.<\/em><\/p>\n<p><em>Der deutschen Kolonialverwaltung, die in den ersten Jahren nach der formalen Besitzergreifung Kameruns (1884) kaum mehr als einen schmalen K\u00fcstenstreifen kontrollierte, erschien der Ort als ernstes Hindernis f\u00fcr die Ausdehnung des Kolonialhandels und f\u00fcr das Vorhaben, an den Bergh\u00e4ngen Plantagen anzulegen. Zweimal wurde Buea daher belagert. Der erste Feldzug 1891 endete mit dem Tod des deutschen Befehlshabers Gravenreuth und einer Niederlage. Doch im Dezember 1894 lie\u00df Hauptmann Hans Dominik an der Spitze der neu aufgestellten &#8222;Schutztruppe&#8220; Buea dem Erdboden gleichmachen. Die Ereignisse um die Feldz\u00fcge haben sich bis heute tief in das kollektive Ged\u00e4chtnis der Bakweri eingegraben. &#8230;.<\/em><\/p>\n<p><em>Auf die Eroberung des Kamerunbergs folgte die Verdr\u00e4ngung der Bev\u00f6lkerung von ihrem Land. Die umfangreichen Dorfl\u00e4ndereien wurden auf Grundlage der 1896 erlassenen &#8222;Kronland-Verordnung&#8220; als &#8222;herrenlos&#8220; erkl\u00e4rt und der kaiserlichen Krone \u00fcbereignet, die nun riesige Fl\u00e4chen zu Dumping-Preisen weiter verkaufen konnte. Bis 1914 gingen auf diese Weise etwa 90.000 Hektar Land rund um den Kamerunberg an eine Handvoll gro\u00dfer Aktiengesellschaften \u00fcber. Hinter den Unternehmen mit klangvollen Namen wie Kamerun Land- und Plantagengesellschaft oder Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft Victoria standen hanseatische Kaufleute und rheinische Schwerindustrielle. Lediglich zwei Hektar pro H\u00fctte verblieben den D\u00f6rfern, von denen viele in unfruchtbare Randlagen umgesiedelt wurden, um das beste Kulturland f\u00fcr die entstehenden Gro\u00dfplantagen zu r\u00e4umen. &#8230;. <\/em><\/p>\n<p><em>Die Vertreibung leitete zugleich die Zerst\u00f6rung der exportorientierten Kakaoproduktion ein, die einige Bakweri seit den 1880er Jahren begonnen hatten. F\u00fcr Unternehmer wie dem Hamburger Johannes Thorm\u00e4hlen bestand die einzige Existenzberechtigung der verbliebenen &#8222;Dorfreservate&#8220; in der Bereitstellung von Arbeitskr\u00e4ften f\u00fcr die Plantagen. (In kolonialen Zeitschriften sprach den Bakweri jede F\u00e4higkeit zu einer selbst\u00e4ndigen Landwirtschaft\u00a0 ab.) &#8230;.<\/em><\/p>\n<p><em>Die wenigsten Bakweri waren jedoch bereit, auf ihrem Land f\u00fcr fremde Herren zu arbeiten. Die BewohnerInnen ganzer Ortschaften wanderten aus, um dem Arbeitszwang oder weiteren Vertreibungswellen zu entkommen. Die Plantagengesellschaften waren gezwungen, ihre Arbeitskr\u00e4fte aus dem weit entfernten &#8222;Grasland&#8220; im Nordwesten der Kolonie zu rekrutieren. Mit der Erschlie\u00dfung neuer Anbaufl\u00e4chen in der zwischen Kamerunberg und Duala gelegenen Tikoebene wurde der Bedarf an Arbeitskr\u00e4ften allerdings so gro\u00df, dass die Unternehmen sich gezwungen sahen, wieder auf Bakweri als Arbeitskr\u00e4fte zur\u00fcckzugreifen. Um den Arbeitszwang durchzusetzen, lie\u00df die Kolonialverwaltung vereinzelt D\u00f6rfer niederbrennen und schreckte auch vor Folter nicht zur\u00fcck. Dem von der deutschen Kolonialverwaltung geschaffenen System von Landvertreibungen und Arbeitszwang hatten die Bakweri wenig mehr entgegenzusetzen als Verweigerung, R\u00fcckzug und Resignation. Damit war eine Spirale in Gang gesetzt, welche die Bakweri immer weiter aus der weltmarktorientierten Plantagen\u00f6konomie hinaus und in die Marginalit\u00e4t hinein trieb. &#8230;. <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Neue alte Investoren<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg wurde Kamerun geteilt und vom V\u00f6lkerbund der Verwaltung durch die Siegerm\u00e4chte unterstellt. Die Hafenstadt Douala lag nun im gr\u00f6\u00dferen franz\u00f6sischen Mandatsgebiet, ihr \u00f6konomisches &#8222;Hinterland&#8220;, die Plantagen am Kamerunberg, in der britischen Sph\u00e4re. Die Plantagen wurden als Feindbesitz enteignet, und somit h\u00e4tte die M\u00f6glichkeit bestanden, das an den Bakweri ver\u00fcbte Unrecht der Landenteignungen r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Das Gegenteil trat ein. 1924 konnten die deutschen Unternehmen die Pflanzungen auf einer Londoner Auktion zur\u00fcckkaufen. Das britische Grundbuchamt &#8211; nun seinerseits in Buea angesiedelt &#8211; beeilte sich, die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Landerwerbs zu best\u00e4tigen, um den neuen alten Investoren Planungssicherheit zu garantieren.<\/em><\/p>\n<p><em>Zwar lie\u00dfen die Briten die Dorfreservate in den 1920er Jahren in bescheidenem Umfang vergr\u00f6\u00dfern. Doch die isolierte Lage vieler D\u00f6rfer inmitten ausgedehnter Plantagen produzierte st\u00e4ndig neue Konflikte. Grenzverletzungen durch die Plantagen, die ihre Pflanzungen in die Reservate ausdehnten, sowie Diebst\u00e4hle von Feldfr\u00fcchten durch Plantagenarbeiter demoralisierten die Dorfbewohner, die immer weniger Sinn darin sahen, ihr verbliebenes Land zu bewirtschaften. Innerhalb der Reservatsgrenzen wurde Land immer knapper, da ein reger Zustrom von Arbeitskr\u00e4ften aus Nigeria und dem franz\u00f6sischen Mandatsgebiet eingesetzt hatte. Die deutschen Plantagenunternehmer und die britische Kolonialverwaltung waren an der dauerhaften Ansiedlung dieser Arbeitskr\u00e4fte interessiert, stellten daf\u00fcr aber kaum Land zur Verf\u00fcgung. <\/em><\/p>\n<p><em>Viele D\u00f6rfer hingegen nahmen bereitwillig Zuwanderer auf. Das freiz\u00fcgige Bodenrecht der Bakweri war jedoch auf eine Massenzuwanderung nicht vorbereitet. Durch den von vielen &#8222;immigrants&#8220; betriebenen Anbau von Dauerkulturen wie Kakao bildeten sich mit der Zeit Grundeigentumsanspr\u00fcche heraus. Die lokale Bev\u00f6lkerung verlor zunehmend die Kontrolle \u00fcber das ihr verbliebene Reservatsland. &#8230;.&#8220; <\/em>(Die unglaublichen Fortsetzungen der\u00a0 Abw\u00e4rtsspirale stehen unter dem oben angegebenen (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-postkolonial.de\/Seiten\/Moehle-Kamerun276.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Stefan Sczolc-Rogozinski war zu keiner Zeit &#8218;Opfer&#8216;<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Ein \u00fcberf\u00e4lliger &#8218;Indizienprozess&#8216;<\/h3>\n<div id=\"attachment_13748\" style=\"width: 248px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Stefan-Szolc-Rogozin\u0301ski-1861-1896_II-32590-F_MEK-e1648755990253.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13748\" class=\"size-medium wp-image-13748\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Stefan-Szolc-Rogozin\u0301ski-1861-1896_II-32590-F_MEK-238x360.jpg\" alt=\"\" width=\"238\" height=\"360\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13748\" class=\"wp-caption-text\">Stefan-Szolc-Rogozin\u0301ski-1861-1896_II-32590-F_MEK-e1648755990253<\/p><\/div>\n<p>Ich vermutete im vergangenen September: <em>Gewiss kam Szolc-Rogozi\u0144ski zur falschen Zeit nach Kamerun, um dort Forschungen zu betreiben. Hatte er Verbindungen nach London, dem gerade ausman\u00f6vrierten Konkurrenten des Deutschen Reiches, wie sein Foto suggeriert?<\/em><\/p>\n<p>Ein kurzer Artikel im deutschen Wikipedia (<u><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stefan_Szolc-Rogozi%C5%84ski\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a><\/u>) gibt darauf eine eindeutige\u00a0 Antwort:<\/p>\n<p>\u201c<em>Szolc-Rogozi\u0144ski unternahm mehrere Forschungsreisen in das Landesinnere <\/em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kamerun\"><em>Kameruns<\/em><\/a><em>. Durch sogenannte <\/em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schutzvertrag\"><em>Schutzvertr\u00e4ge<\/em><\/a><em> versuchte er die um das heutige <\/em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Limbe_(Kamerun)\"><em>Limbe<\/em><\/a><em> liegende Region zu vergr\u00f6\u00dfern, das von Gro\u00dfbritannien beansprucht wurde, aber 1887 in deutschen Besitz \u00fcberging&#8220;.<\/em> (\u2026.)<\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">.<\/h5>\n<p>In die Details geht der Beitrag in eng.wikipedia \u201c<strong>Stefan Szolc-Rogozi\u0144ski\u201d<\/strong> (<u><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Stefan_Szolc-Rogozi%C5%84ski\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a><\/u>), aus dem ich im Original zitiere:<\/p>\n<p><em>&#8222;After a career in the <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Imperial_Russian_Navy\"><em>Imperial Russian Navy<\/em><\/a><em>, he organised an expedition to Africa with <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Klemens_Tomczek&amp;action=edit&amp;redlink=1\"><em>Klemens Tomczek<\/em><\/a><em> and <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Leopold_Janikowski\"><em>Leopold Janikowski<\/em><\/a><em>. His expedition in Cameroon lasted from 1882 to 1884. Rogozi\u0144ski was commissioned by the <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Government_of_the_United_Kingdom\"><em>British government<\/em><\/a><em> to act as an agent in the African interior. He had accepted in part because relations between him and local <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Baptists\"><em>Baptist<\/em><\/a> <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Missionary\"><em>missionaries<\/em><\/a><em> had broken down over his decision to sell alcohol to the locals.<\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Stefan_Szolc-Rogozi%C5%84ski#cite_note-2\"><em><sup>[2]<\/sup><\/em><\/a><em> The missionaries had given him the nickname \u2018Rogue Gin and Whiskey\u2019. The German press was extremely angry at a Russian citizen being employed by the British to frustrate their imperial ambitions in Cameroon, and Rogozi\u0144ski\u2019s <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Anti-German_sentiment\"><em>hatred of Germany<\/em><\/a><em> was well known. <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Otto_von_Bismarck\"><em>Chancellor Otto von Bismarck<\/em><\/a><em> even made specific reference to the explorer in the <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Reichstag_of_the_German_Empire\"><em>Reichstag<\/em><\/a><em> while complaining about Anglo-German relations. German anger and diplomatic pressure caused by the lead up to the <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Berlin_Conference\"><em>Berlin Conference<\/em><\/a><em> in 1885, led to the British dismissing Rogozi\u0144ski from their service. They refused to use the many treaties he had negotiated to press claims in what had by now become recognised as <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kamerun\"><em>German Kamerun<\/em><\/a><em>. After his return, in 1895, he joined the <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Royal_Geographical_Society\"><em>Royal Geographical Society<\/em><\/a><em>. In 1892-1893 he organised an expedition to <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Egypt\"><em>Egypt<\/em><\/a><em>. He founded the <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/w\/index.php?title=National_Ethnographic_Museum_in_Warsaw&amp;action=edit&amp;redlink=1\"><em>National Ethnographic Museum in Warsaw<\/em><\/a><em> (Pa\u0144stwowe Muzeum Etnograficzne w Warszawie)<\/em>\u00a0(<span style=\"color: #ff0000;\">Irrtum!<\/span>)<em> and donated his collection of items and artefacts to the museum. He died in 1896 in a traffic accident in <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Paris\"><em>Paris<\/em><\/a><em>.\u00a0\u00a0 <\/em>(last edited on 26 August 2021, at 20:33 (UTC)).\u201d<\/p>\n<p><strong><em>en.wikipedia<\/em><\/strong> gibt eine polnische und eine amerikanische Publikation an<strong>:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><em>B\u0119dkowski, Mateusz (12 December 2012). <\/em><a href=\"http:\/\/histmag.org\/Wyprawa-Stefana-Szolc-Rogozinskiego-do-Kamerunu-a-polskie-marzenia-o-koloniach-7403\"><em>\u201cWyprawa Stefana Szolc-Rogozi\u0144skiego do Kamerunu a polskie marzenia o koloniach\u201d<\/em><\/a><em>. Histmag.org. Retrieved 24 July 2015.<\/em><\/li>\n<li>Rudin, Harry. (1938). <em>Germans in the Cameroons: 1884-1914: A Case Study in Modern Imperialism.<\/em> Yale University Press. New Haven. p.46-47<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was war mit Rogozinskis \u201cbekanntem Hass auf Deutschland\u201d gemeint? Hatte der mit der extremen Grenzlage von Kalisz im Russischen Reich zu Niederschlesien und mit der schmerzlichen Teilung seiner Heimat zu tun?<\/p>\n<p>Eine wissenschaftliche Konferenz im Warschauer Ethnologischen Museum,\u00a0 eine Begleitveranstaltung f\u00fcr die Ausstellung \u201c<em>Wiwat Polonia! Spuren von Polen in Afrika. Geschichte und Gegenwart<\/em>\u201d 2014 w\u00fcrdigte ihn als<em> \u201cEnfant terrible der Kolonialzeit in Afrika\u201d. <\/em>Davon l\u00e4sst Kurator Kukuszka in seinem Beitrag aber nichts sp\u00fcren!<\/p>\n<p>Shirley Ardener, die in ihrem Vorwort auch zwei Besuche im V\u00f6lkerkunde-Museum Krakau, &#8211; 1998 und 2000 &#8211; erw\u00e4hnt,\u00a0 widmet Szolc-Rogozi\u0144ski\u00a0 auf drei Druckseiten ein Portr\u00e4t (a.a.O. 241-43) und l\u00e4sst weitere Stimmen zu Wort kommen..<\/p>\n<p>Demnach wurde der Einundzwanzigj\u00e4hrige (!) vom Britischen Botschafter\u00a0 als &#8222;<em>sort of freelance<\/em>&#8220; (Freiberufler) bezeichnet. Zwei Monate nach der Ankunft mit zwei Kameraden in Fernando Poo (gegen\u00fcber dem Wuri-Delta) kauften sie im April 1883 vom Wovea-Volk die kleine Insel Mondoleh auf der Reede der Siedlung Victoria.<\/p>\n<p>Bald fuhren sie den Mungo-Fluss hinauf und publizierten dar\u00fcber in zwei deutschen geografischen Zeitschriften. Nach Tomczeks Tod am 20.Mai 1884 machten Rogozi\u0144ski und Janikowski einen kurzen Trip nach Gabun. Bei ihrer R\u00fcckkehr erfuhren sie zu ihrer Best\u00fcrzung, dass die Deutschen das Protektorat \u00fcber die <em>Cameroon River area<\/em> and Bibia errichtet hatten. Im Vertrauen auf seine guten Beziehungen zum Volk von Bota (Wovea) und weiteren K\u00fcstenv\u00f6lkern bis zum Rio del Rey, versuchte Szolc-Rogozi\u0144ski Teile des Kamerunberges f\u00fcr die Britische Krone zu annektieren und wurde von britischen Vizekonsul vertretungshalber zum <em>Acting Chief Civil Commissioner over the colony of Victoria<\/em> ernannt.<\/p>\n<p><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"0\" data-number-of-phrases=\"5\">Die Deutschen waren entr\u00fcstet und verfolgten diesen in Polen geborenen Russen teilweise deutscher Abstammung. Das ging sogar bis zur Verwundung und Festnahme seines Freundes Janikowski auf offener See <\/span><\/span><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"0\" data-number-of-phrases=\"5\">am 12. Februar <\/span><\/span><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"0\" data-number-of-phrases=\"5\">in dem Glauben, Rogozinski in die Finger bekommen zu haben.<\/span> <span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"1\" data-number-of-phrases=\"5\">Zu dieser Zeit wurden Knutson und Waldau angehalten, ihn zu verhaften und den deutschen Beh\u00f6rden auszuliefern.<\/span> <span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"2\" data-number-of-phrases=\"5\">Auf Protest englischer und jamaikanischer Baptistenmissionare, denen <\/span><\/span><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"3\" data-number-of-phrases=\"5\">sein Handel mit Spirituosen &#8211;\u00a0 sie nannten ihn <em>Rogue.<\/em>.. (&#8218;Gauner&#8216;) &#8211; <\/span><\/span><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"2\" data-number-of-phrases=\"5\">nahmen ihm dann die britischen Beh\u00f6rden die offiziellen Titel ab und wiesen seine &#8218;Annektionen&#8216; zur\u00fcck.<\/span> <span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"3\" data-number-of-phrases=\"5\">Dem <\/span><\/span><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"3\" data-number-of-phrases=\"5\">im Umgang angenehmen und jovialen Mann und seinen Partner verfolgte in Victoria auch <\/span><\/span><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"3\" data-number-of-phrases=\"5\">ein Streit um Land<\/span><\/span><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"2\" data-number-of-phrases=\"5\">.<\/span><\/span><span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"> <span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"4\" data-number-of-phrases=\"5\">(242)<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p>Was w\u00e4re passiert, wenn Rogozinski die Wege von Knutson und Waldau gekreuzt h\u00e4tte?\u00a0 Der deutsche Agent Z\u00f6ller berichtet von einem Treffen mit Rogozinski damals bei Buassa. (Ardener 266)\u00a0 Er gibt an, er habe ihn schon deshalb nicht festnehmen k\u00f6nnen, weil das einzige Vergehen bis dahin im illegalen Hissen einer englischen Flagge bestanden habe.\u00a0 Mit seiner Truppe am Rande der Meuterei habe er, Z\u00f6ller, ihn ohnehin nicht fangen k\u00f6nnen. Rogozi\u0144ski hingegen habe f\u00fcnfzehn Burschen aus Victoria kommandiert, die mit brandneuen Gewehren ausgestattet gewesen seien. Und ein bildh\u00fcbsches M\u00e4dchen habe ihn begleitet mit guten Verbindungen nach Victoria. (Ardener 266-67, 242-43).<\/p>\n<p>1886 oder 1887 fuhr Rogozinski zur\u00fcck nach Krakau.\u00a0 <span class=\"VIiyi\" lang=\"de\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"de\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"4\" data-number-of-phrases=\"5\">Damals\u00a0 schenkte er seine ethnographischen und sprachwissenschaftlichen Aufzeichnungen sowie seine ethnologischen Sammlungen der Polnischen Akademie der Wissenschaften an der Universit\u00e4t.<\/span><\/span> Er machte 1890 noch einen Versuch der Gr\u00fcndung einer Pflanzung auf Fernando Poo, aber erfolglos. (243)<\/p>\n<p>An seinem tragischen Verkehrstod in Paris 1893\u00a0 hatte die deutsche Kolonie Kamerun nun wirklich keinen Anteil.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Themen: \u201eWildwest\u201c in Kamerun, die drei Abenteurer Knutson, Waldau und Szcolz Rogoczinski*, betr\u00fcgerischer Landraub um 1890 mittels Scheinvertr\u00e4gen und Gewalt, Plantagenwirtschaft zwischen Victoria (Limbe) und Buea (Bild, Besitzverteilung um 1900), Starke negative Nachwirkungen auf die Bakwiri bis heute.\u00a0\u00a0\u00a0 * (LINK zu 2.3) Die Vorstellung des von Georg Waldau an der Kamerunk\u00fcste erworbenen Bootsmodells habe ich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[254],"tags":[],"class_list":["post-13683","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-duala-projekt-ab-2-1"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13683"}],"version-history":[{"count":31,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13683\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16047,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13683\/revisions\/16047"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}