{"id":13126,"date":"2021-08-15T12:32:42","date_gmt":"2021-08-15T10:32:42","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13126"},"modified":"2021-08-21T00:18:08","modified_gmt":"2021-08-20T22:18:08","slug":"downloads-links-entwurf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=13126","title":{"rendered":"Was bedeutet &#8222;links&#8220; heute ? Stellschrauben benennt Sahra Wagenknecht (2021)"},"content":{"rendered":"<h3><span style=\"color: #ff0000;\">15.8.21\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><span style=\"color: #ff0000;\">&#8222;LINKS&#8220; &#8211; das hei\u00dft heute: an den Stellschrauben drehen, nicht an Zierschrauben!\u00a0 &#8211; Aber zuerst einmal die Kritik an einem Buch!<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<h4><span style=\"color: #ff0000;\"><em>Sahra Wagenknecht: Die Selbstgerechten &#8211; Mein Gegenprogramm &#8211; f\u00fcr Gemeinsinn und Zusammenhalt, Campus Verlag 2021<\/em><\/span><\/h4>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4><span style=\"color: #000000;\">Sahra Wagenknecht behandelt solche Stellschrauben. Sie passen schlecht zueinander, sie scheinen mir bereits &#8211; um im Bilde zu bleiben &#8211; verkantet oder festgerostet. Daf\u00fcr kann sie nat\u00fcrlich nichts. Doch das \u00dcbel beginnt bereits mit dem publizistischen Korsett, das sie sich anlegt oder sich vom Verlag aufschw\u00e4tzen lie\u00df.<\/span><\/h4>\n<ul>\n<li>\n<h4>Die\u00a0 Form des popul\u00e4ren Sachbuchs zu w\u00e4hlen, gar die anr\u00fcchige des Politikerbuchs, wo \u00dcbertreibungen, Oberfl\u00e4chlichkeit, Eitelkeit, Ghostwriter oder Plagiat im Hintergrund lauern, ist auch f\u00fcr die gestandene Politikerin ein Risiko, zumal Wagenknechts bewegte intellektuelle Biografie f\u00fcr publizierte \u00dcbertreibungen gut war. Das Buch ist mutig. Es bezieht Position. Es verbindet das Ethos des klassischen Sozialismus mit realistischer Analyse gegenw\u00e4rtiger Verh\u00e4ltnisse. Es kann uns\u00a0 in Deutschland n\u00fctzlich sein, aber es soll als &#8218;Bestseller&#8216; &#8218;politisch&#8216; sein. Ob das Pulver auf diese Weise trocken bleibt?<\/h4>\n<\/li>\n<li>\n<h4>Schon der uns\u00e4gliche Titel &#8222;Die Selbstgerechten&#8220; ist mir noch nach Wochen \u00e4rgerlich, gekr\u00f6nt von der l\u00e4rmenden Versicherung &#8222;Mein Gegenprogramm&#8220; und auf dem Schutzumschlags vertreten vom herausfordernden Blick der Heldin . Wenn man zuhause den &#8218;Schutzumschlag&#8216; entfernt, kommt die dunkelgraue Realit\u00e4t zutage: der Anspruch an die Leser, dreihundertvierzig Seiten verzahnte Sachargumentation zu verdauen. Mit all den angeschlagenen Themen ist ohnehin ein einzelner moderner Autor \u00fcberfordert. So fehlen den anregenden und nachdenklichen Thesen aus Zeitmangel mancher n\u00fctzlicher Beleg. Wer gibt sich heute noch mit &#8222;weiterf\u00fchrender Literatur&#8220; zufrieden? Und an Diskussionspartnern, realen oder virtuellen, mangelt es auch. Vor allem im volkswirtschaftlichen Teil fragte ich mich: Will sie jetzt allein ein ganzes Konzept entwickeln? Ich w\u00fcnsche der Frau eine verantwortungsvolle(re) politische Rolle, aber doch nicht als Solistin!<\/h4>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">Nun gut. Ich fange <\/span><\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">schon einmal <\/span><\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #000000;\">mit zwei Stellschrauben\u00a0 an:<\/span><\/span><\/h4>\n<ul>\n<li>\n<h4>Die anvisierten Leser sollen sich an die eigene Nase fassen, aber werden die das tun? So wie sie bereits im Titel angeredet werden: &#8222;Die Selbstgerechten&#8220;? &#8211; K\u00f6nnen und wollen die Protagonisten der &#8218;identit\u00e4ren Linken&#8216; das \u00fcberhaupt mit ihren Schrottdiplomen, den ma\u00dfgeschneiderten Lebensl\u00e4ufen und der Aussicht auf ein Karriereticket in einer der auserw\u00e4hlten Gruppen?<\/h4>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h4>S.W. : <em>Vor allem Arbeiter und Geringverdiener\u00a0 haben keine politische Vertretung mehr, seit die linken Parteien die Seiten gewechselt haben. () Daher sieht der Linksliberalismus die () zur\u00fcckliegenden Jahrzehnte als Fortschritts- und emanzipationsgeschichte. Daher stehen im Mittelpunkt &#8230;. die individualistischen und kosmopolitischen Werte, die das Lebensgef\u00fchl moderner Gro\u00dfstadtakademiker pr\u00e4gen. Daher geht es im Rummel um Diversity und Quoten immer nur darum, bereits privilegierten Frauen und Minderheiten bessere Chancen im Kampf um gut dotierte Stellen zu verschaffen.\u00a0 () Unter\u00a0 R\u00fcckgriff auf diesen Wertekanon k\u00f6nnen Wirtschaftsliberalismus, Globalisierung und Sozialabbau in eine Erz\u00e4hlung eingebettet werden, die sie als<\/em> progressive\u00a0<em>Ver\u00e4nderungen erscheinen l\u00e4sst: Eine Erz\u00e4hlung<\/em><em> von der \u00dcberwindung nationaler Abschottung, provinzieller Borniertheit und unterdr\u00fcckender Gemeinschaftlichkeit, von Weltoffenheit, individueller Emanzipation und Selbstverwirklichung<\/em>. (331\/332)<\/h4>\n<ul>\n<li>\n<h4>Die unfreie \u00f6ffentliche Kommunikation. Von den kommerziellen Anbietern von Rundfunk und Fernsehen ist eine Wende fairerweise kaum zu erwarten. Stellschrauben h\u00e4tten die &#8222;\u00d6ffentlich-Rechtlichen&#8220; zu sein, \u00fcber die umstrittenen Faktoren Zwangsgeb\u00fchren und den \u00fcberparteilichen, gemeinn\u00fctzigen Anspruch nicht ganz unrealistisch. Doch angesichts der Auswanderung des breiten Publikum zu den scheinbar freien, weil undurchschaubar regulierten digitalen Netzwerken der Big Five, w\u00e4ren die in die Pflicht zu nehmen:<\/h4>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h4>&#8222;<em>Der Weg, dem wir augenblicklich folgen, entspricht dem Gesch\u00e4ftsmodell und den Interessen der gro\u00dfen amerikanischen Digitalkonzerne und wird von ihnen gebahnt und gestaltet.<\/em> (318) () <em>Und die IT-Giganten<\/em> () <em>arbeiten seit Jahren daran, in Bereiche vorzusto\u00dfen, die sich zuvor noch au\u00dfer der Reichweite ihrer \u00dcberwachungssoftware befanden. Unsere Wonung, unser Auto, unser K\u00fchlschrank, unser Zahlungsverkehr, unsere Bildung, unsere Gesundheit, die \u00f6ffentliche Verwaltung und tausend ganz normale Gebrauchsg\u00fcter<\/em> (324\/345) () <em>Facebook und Co. gehe es um &#8218;die Entwicklung von suchterzeugenden und manipulativen Netzwerkdiensten&#8216;, schreibt der amerikanische Informatiker Jaron Lanier<\/em>. <em>Hauptzweck der Manipuationen sei es, Menschen dazu zu bringen, immer mehr Zeit im System zu verbringen<\/em>. (326)<\/h4>\n<h4>Stand: 20.8.21\u00a0\u00a0\u00a0 Fortsetzung folgt<\/h4>\n<h4><span style=\"color: #ff0000;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/h4>\n<aside><\/aside>\n<aside><\/aside>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>15.8.21\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8222;LINKS&#8220; &#8211; das hei\u00dft heute: an den Stellschrauben drehen, nicht an Zierschrauben!\u00a0 &#8211; Aber zuerst einmal die Kritik an einem Buch! 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