{"id":12857,"date":"2021-07-05T10:09:24","date_gmt":"2021-07-05T08:09:24","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=12857"},"modified":"2021-10-19T23:08:13","modified_gmt":"2021-10-19T21:08:13","slug":"schon-im-herz-der-finsternis-oder-noch-im-innersten-afrikas-3-5","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=12857","title":{"rendered":"Zweites &#8218;Herz der Finsternis&#8216;  &#8211; Frankreichs \u00c4quatorialafrika 1911 (3\/5)"},"content":{"rendered":"<p>Hochgeladen 9. Juni 2021 &#8211; Stand 5.Juli<\/p>\n<h4>Nach der Aufteilung der Expedition und seinem Abschied von Herzog zu Mecklenburg am 1. Februar 1911 in Fort Lamy (dem heutigen Djamena\/Tschad) reist v.Wiese auf der kolonialen \u201eHauptroute\u201c zur\u00fcck in den S\u00fcden zum Kongobecken. Damit beginnt seine eigene Reiseerz\u00e4hlung &#8211; im \u201eTagebuch\u201c ebenso wie im 1.Band von \u201eVom Kongo zum Niger und Nil\u201c 3. Kapitel. Er hat den Auftrag, drei bedeutende &#8222;Sultanate&#8220; der Azande am Mbomu in Augenschein zu nehmen. Am ersten, dem\u00a0 &#8222;Sultanat Bangassu&#8220; lassen sich die Themen &#8222;Pazifizierung&#8220; und &#8222;Konzessionsgesellschaften&#8220; gut exemplifizieren. Der Vergleich von Bangassu, Rafai und Semio erfolgt in 4\/5. (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=12832\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<\/h4>\n<h4><strong><!--more-->Themenstichworte <span style=\"color: #ff0000;\">: <\/span><\/strong><span style=\"color: #ff0000;\">\u201ePazifikation\u201c (\u201eBefriedung\u201c) und &#8222;Konzessionsgesellschaften&#8220;, in zweiter Linie auch das Transportproblem, Frondienste, einheimische \u201eSultanate\u201c und die krasse Entv\u00f6lkerung des Gebiets<\/span><\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rufen wir uns vielleicht das folgende<strong> Zitat von Jan Vansina aus &#8222;<em>Paths in the Rainforests<\/em><\/strong>&#8220; (1990) in Erinnerung!\u00a0 (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10472\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a> zum \u00dcberblick im Blog &#8222;Die Weissen halten unsere Seele gefangen&#8220;) :<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><em>Nach 1890 begannen bedeutende europ\u00e4ische Milit\u00e4reins\u00e4tze und systematische Eroberungen im Regenwald. Vom unbarmherzigen Terror der Gummiunternehmen ging der st\u00e4rkste Impuls zur Gewalt aus. Sie spannten auch die Armee des Staates ein, um den Widerstand der lokalen Bev\u00f6lkerung zu unterdr\u00fccken. Manchmal wurden betr\u00e4chtliche Truppenkontingente eingesetzt. Die Gummikriege dauerten im kongolesischen Teil der Regenw\u00e4lder von 1893 bis etwa 1910.\u00a0 (244)<\/em><\/li>\n<li><em>\u201eDie Gewalt und v\u00f6llige Zerst\u00f6rungskraft solcher Kolonialkriege werden oft noch immer nicht richtig eingesch\u00e4tzt\u201c, schreibt Vansina. \u201eRoutinem\u00e4\u00dfig wurde Dorf f\u00fcr Dorf niedergebrannt, die Menschen flohen, manchmal jahrelang, in tiefe W\u00e4lder, in denen sie nur die elementarste Schutzh\u00fctten bauten und in hohem Ma\u00dfe von dem abhingen, was sie zum Essen sammeln konnten. W\u00e4hrend der K\u00e4mpfe und unmittelbar danach waren die Verluste unter den Afrikanern hoch, jedoch starben sp\u00e4ter noch mehr an den kombinierten Folgen von Unterern\u00e4hrung, \u00dcberlastung und Epidemien wie Pocken, Masern, Ruhr und vor allem der Schlafkrankheit. In einigen Bezirken dauerte die Phase der Eroberung Jahre. Der daraus resultierende Tribut an Krieg, Hunger und Krankheit war furchterregend. Die vertrauten alten Lebensweisen kollabierten unter den neuartigen Katastrophen. (244)<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Da\u00a0 die Situation in der Region\u00a0 sich im Bericht des Durchreisenden v. Wiese verk\u00fcrzt abbildet, beginne ich mit Hintergrundstexten aus einem Standardwerk der Kolonialgeschichte und montiere sie mit Zitaten v.Wieses (Tagebuch bis S.31, Druckwerk Bd.I bis S.273).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Wer war\u00a0 Jean Suret-Canale<\/span><\/h3>\n<h4><b>&#8222;Jean Suret-Canale<\/b> <em>(27 April 1921 \u2013 23 June 2007) was a French historian of Africa, Marxist theoretician, political activist, and World War II French Resistance fighter&#8220; <\/em>(<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Jean_Suret-Canale\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK zu en.wikipedia<\/a>)<\/h4>\n<p>Der Historiker Jean Suret-Canale war nicht irgendwer. <em>en.wikipedia<\/em> ist informativ, das in fr.wikipedia Gebotene ist besch\u00e4mend mager. Also Johnson! Unter dem sprechenden Titel &#8222;<strong>Forever on the Wrong Side&#8220;<\/strong> hat <strong>R.W.Johnson<\/strong> &#8211; auf der Basis einer Biografie von Pascal Biancini (2011) &#8211; auf sechs Druckseiten ein aufregendes und engagiertes Leben nachgezeichnet (LRB vol34 No.18, 27. September 2012;<a href=\"https:\/\/www.lrb.co.uk\/the-paper\/v34\/n18\/r.w.-johnson\/forever-on-the-wrong-side\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK <\/a>zum Download. (https:\/\/www.lrb.co.uk\/the-paper\/v34\/n18\/r.w.-johnson\/forever-on-the-wrong-side)<\/p>\n<p>Der Sohn eines Korsen und einer Deutschen, erzogen im Lyc\u00e9e Henri IV, wo sein kommunistischer Philosophielehrer ihn beeindruckte,1938 Reise nach Westafrika, vom Kolonialministerium als Talentwerbung bezahlt, 1940 von der Sorbonne in den Widerstand, Haft und die Einsicht, &#8222;dass Frankreich nun auch kolonisiert war&#8220; und &#8222;Das Problem ist, dass ich immer auf der falschen seite bin.&#8220;Organisationsarbeit im nichtbesetzten S\u00fcden, nach 1944 Gymnasiallehrer, ab 1946 in Dakar, wo sein Lyc\u00e9e sich rasch afrikanisierte und junger Funktion\u00e4r in PCF-nahen Gruppen&#8230;. Von der Forschung im franz\u00f6sischen CNRS bis 1966 ferngehalten, publizierte er bis 1965 eine zweib\u00e4ndige &#8222;Geschichte West- und Zentralafrikas&#8220; bei den Editions Sociales Paris.<\/p>\n<p>Den Bd. 2 von<strong> &#8222;Schwarzafrika&#8220;\u00a0 \u00fcber das franz\u00f6sische Kolonialsystem bis 1945<\/strong> las ich 1973. In einer der linken Buchhandlungen Frankfurts hatte ich die beiden B\u00e4nde\u00a0 erworben. Sie waren 1969 in deutscher \u00dcbersetzung im Akademie-Verlag Berlin erschienen, wieder &#8222;auf der falschen Seite&#8220; ausgerechnet der heuchlerischen DDR. Suret-Canale \u00fcberwand meine Skepsis, schon weil seine ungeschminkte Darstellung in Westdeutschland keine Konkurrenz hatte. Vielleicht geht sie mir heute mehr an die Nieren als damals.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">EROBERUNG UND \u201cBEFRIEDUNG\u201c \u00c4QUATORIALAFRIKAS<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<p>Suret-Canale <strong>Kap.<\/strong><em><strong> IV\u00a0\u00a0 Die Pazifizierung\u00a0\u00a0 3. Operationen in \u00c4quatorialafrika<\/strong> &#8211; <\/em>Das Kapitel 3 behandelt ein gr\u00f6\u00dferes Gebiet, aber auch am Atlantik und im Sahel k\u00e4mpft franz\u00f6sisches Milit\u00e4r um die dauernde Kontrolle.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>\u201eAuf begrenztem Gebiet (im Waldland der Elfenbeink\u00fcste) hatte (der franz\u00f6sische Gouverneur, 125ff) Angoulvant durch ein achtj\u00e4hriges systematisches Vorgehen die Widerstandsf\u00e4higkeit der Bewohner brechen k\u00f6nnen. Nun waren die Voraussetzungen f\u00fcr die Zivilverwaltung und f\u00fcr die weitere Ausdehnung des Stationsnetzes gegeben, da die einheimische H\u00e4uptlingsschaft k\u00fcnftig als Vermittlerin zur Verwaltung diente, welche sporadische Aufst\u00e4nde ohne viel Gefahr unterdr\u00fccken konnte, zumal die Bev\u00f6lkerung praktisch entwaffnet war.\u201c<\/p>\n<p>Im ausgedehnten und viel d\u00fcnner bev\u00f6lkerten Territorium \u00c4quatorialafrikas hatten die \u201ePazifikatoren\u201c mit v\u00f6llig \u201eungen\u00fcgenden Einsatzmitteln\u201c , die man hin- und her verlagerte \u2013 1000 &#8218;Senegalsch\u00fctzen&#8216; und ebenso viele im Tschad &#8211; weit gr\u00f6\u00dfere Probleme. (142)<\/p>\n<p>\u201eIm Jahre 1900 beschr\u00e4nkte sich die wirklich Besetzung auf einige Stationen und auf die Kontrolle der gro\u00dfen Verkehrsachsen. Von 1900 bis 1908 l\u00f6sten Emp\u00f6rungen und Strafexpeditionen einander ab.\u201c (144) Es war unendlich schwieriger, die endg\u00fcltige Entwaffnung der vielen kleinen V\u00f6lkerschaften vorzunehmen. Die weiten Savannen boten ihnen die M\u00f6glichkeit auszuweichen. Selbst einfache Bewaffnung &#8211; Wurfwaffen \u2013 gen\u00fcgte zur Organisierung eines wirkungsvollen und mit Hinterhalten gef\u00fchrten Krieges. Der Gouverneur gibt 1909 eine neue Direktive aus: \u201edie Zahl der f\u00fcr dauernd errichteten Stationen zu vermehren, anstatt das Land mit Expeditionen zu durchk\u00e4mmen. Deren Einsatz sich nach ihrem Abmarsch nicht mehr auswirkt. Im Umkreis dieser festen Basen sollten die Truppen in Aktion treten, die Widerstrebenden umzingeln und einschlie\u00dfen, um ihnen jegliche M\u00f6glichkeit zur Flucht zu nehmen.\u201c(148)<\/p>\n<p><strong>Zwei Kartenskizzen\u00a0 1910<\/strong> (147), <strong>1912<\/strong> (151) zeigen rasche Ver\u00e4nderungen, lassen Vormarsch und R\u00fcckzug erahnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_12860\" style=\"width: 243px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-147-Pazifikation-map-1910.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12860\" class=\"size-medium wp-image-12860\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-147-Pazifikation-map-1910-233x360.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-147-Pazifikation-map-1910-233x360.jpg 233w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-147-Pazifikation-map-1910-584x900.jpg 584w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-147-Pazifikation-map-1910-624x962.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-147-Pazifikation-map-1910.jpg 778w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12860\" class=\"wp-caption-text\">J.S.-C. p.147, Stand der Pazifikation\u00a0 1910<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_12859\" style=\"width: 261px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-151-Pazifikation-map-1912.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12859\" class=\"size-medium wp-image-12859\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-151-Pazifikation-map-1912-251x360.jpg\" alt=\"\" width=\"251\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-151-Pazifikation-map-1912-251x360.jpg 251w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-151-Pazifikation-map-1912-627x900.jpg 627w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-151-Pazifikation-map-1912-624x896.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-151-Pazifikation-map-1912.jpg 779w\" sizes=\"auto, (max-width: 251px) 100vw, 251px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12859\" class=\"wp-caption-text\">J.S.-C. p.151, Stand der Pazifikation 1912<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: center;\">.<\/h5>\n<p class=\"Standa\">\u201eUnterwerfungen in pauschalerer Form\u201c waren nur dort m\u00f6glich, wo man bereits die von sudanesischen Sklavenj\u00e4gern etablierten <strong>\u201eSultani<\/strong><span style=\"font-weight: normal;\"><strong>\u201c<\/strong> einspannen konnte. Die Chronik von Rafai in v.Wieses Bericht lassen deren Verwundbarkeit erkennen: die Lage an einem Hauptverkehrsweg und vor allem die Zerstrittenheit, insbesondere durch wechselseitige Eroberungsz\u00fcge. 1906 durfte der Gouverneur den Grenzkonflikt zwischen Rafai und Semio durch \u201eBefehl\u201c beenden. (I 280)<\/span><\/p>\n<p class=\"Standa\"><span style=\"color: #333333;\">v.Wiese besucht \u201edrei gro\u00dfe Sultanate\u201c<\/span><span style=\"font-weight: normal;\"><span style=\"color: #333333;\"> nicht nu<\/span>r zu \u201eethnographischen\u201c Studienzwecken. Praktizieren doch auch die Deutschen mangels Personal ihre \u201ePazifizierung\u201c durch B\u00fcndnisse mit &#8218;traditionellen&#8216; Herrschern. Ich verrate schon einmal, dass der Beobachter v.Wiese am Ende seines Leidensmarsches \u00fcberraschend klare Worte findet, nicht weit von Jan Vansinas zitierten Einsch\u00e4tzungen.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>M\u00d6RDERISCHE FRONDIENSTE<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Wie auch in &#8218;Leopolds Kongo&#8216; bildeten Ruderer- und Tr\u00e4gerdienste anfangs den gr\u00f6\u00dften Engpass bei der milit\u00e4rischen Durchdringung und \u00f6konomischen Ausbeutung der weglosen Weite. Eine an sich geringe Bev\u00f6lkerungsanzahl musste unz\u00e4hlige Tr\u00e4ger auf Hunderte von Kilometern stellen, die weder Verpflegung noch Bezahlung erhielten. Die st\u00e4ndige Inanspruchnahme dezimierte die Bev\u00f6lkerung und rief unaufh\u00f6rlich Revolten hervor. Systematische Repression der Revolten nach dem Motto \u201e<em>Die Niederbrennung eines Dorfes entpricht einfach einer Strafe von einigen Arbeitstagen<\/em>\u201c (General Mangin in seinen souvenir d\u2019Afrique ; 45) bewirkte auch die Flucht nach Belgisch-Kongo. Die auferlegte Last konzentrierte sich auf etwa ein Zehntel der dem Dienst unterworfenen Bev\u00f6lkerung, da Frauen, kinder, Greise, H\u00e4uptlinge und Adlige von der Fron entbunden waren. In einer Spirale der Gewalt schritt man dazu, Frauen und Kinder als Geiseln zu nehmen, die drohten in den Geisellagern zu verhungern. Geiselnahme wandte man auch bei Steuerschulden an. (49)<\/p>\n<p>Auf der Basis offizieller Zahlen berechnet Suret-Canale die tats\u00e4chliche Belastung f\u00fcr die tats\u00e4chlich dem Tr\u00e4gerdienst Unterworfenen aufgrund des <em>Bulletin du Comit\u00e9 de l\u2019Afrique francaise<\/em> von 1905 auf das mindestens Zehnfache, wenn nicht Achtzigfache der offiziellen Sch\u00e4tzungen. Er zitiert auch das Fazit des Berichts:<\/p>\n<p>\u201e<em>Schlecht ern\u00e4hrt, \u00fcberb\u00fcrdet, oft von Karawanenf\u00fchrern misshandelt, erreichen dese Ungl\u00fccklichen das Ziel ihrer Reise entkr\u00e4ftet und krank. Nach einigen Tagen Ruhe m\u00fcssen sie, wenn sie ihr Land wiedersehen wollen, sich entschlie\u00dfen oder sogar darum bitten, in entgegengesetzter Richtung den gleichen Weg wiederholen zu d\u00fcrfen &#8230;.In die D\u00f6rfer zur\u00fcckgekehrt, finden sie ihre Felder verw\u00fcstet und die G\u00fcter gepl\u00fcndert.<\/em>\u201c (47, Autor: R. Cuvillier-Fleury)<\/p>\n<p>Suret-Canale konnte sich in seiner kolonialkritischen Studie auf nicht wenige\u00a0 zeitgen\u00f6ssische Stimmen aus der Kolonie berufen, deren Ver\u00f6ffentlichungen aber lange unbeachtet blieben &#8211; &#8218;Whistleblowern &#8218;und &#8218;Recherchenetzwerke&#8216; machen heute im Normalfall \u00e4hnliche Erfahrungen.<\/p>\n<p>Als ich in Louis-Ferdinand C\u00e9line ber\u00fchmtem Roman &#8222;Reise ans Ende der Nacht&#8220; (dt. 1937) das\u00a0 Kapitel \u00fcber die fiktive &#8222;<em><strong>Kolonie Bambola-Bragamance<\/strong><\/em>&#8220; zum ersten Mal las, habe ich den Realit\u00e4tsgehalt der Satire noch nicht ganz erfassen k\u00f6nnen. Der Arzt und Autor war ja vor 1936 im Auftrag der Seuchenforschungsstelle des V\u00f6lkerbunds auch in Afrika gewesen. (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Louis-Ferdinand_C%C3%A9line\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<\/p>\n<p>1981 erweckt die Filmsatire &#8222;Der Saustall&#8220; von Bernard Tavernier (*1941;\u00a0 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Saustall\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK,<\/a>) in der fiktiven Polizeistation &#8222;<em><strong>Bourkassa Ourbangui<\/strong><\/em>&#8220; koloniale Realit\u00e4ten &#8222;1938&#8220; zu satirischem Leben. \u201e<em>Ein faszinierendes, aber auch schwieriges und zwiesp\u00e4ltiges Werk, das sowohl politische als auch ethische R\u00fcckschl\u00fcsse auf das Wertesystem der Wei\u00dfen mit seinen br\u00fcchigen Moralprinzipien erlaubt.<\/em>&#8220; (Lexikon des internationalen Films)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0000ff;\">WAS ERLEBTE DER REISENDE von WIESE\u00a0 1911?<\/span><\/h3>\n<p>Das Gewimmel auf der strategischen <strong>Route Crampel &#8211; Sibut (KARTE!)<\/strong> zu Beginn seiner Teilexpedition beobachtet ( I 241-42), betrachtet er kopfsch\u00fcttelnd und erschreckt:<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u201e<em>Auf der Route Crampel \u2013 Sibut, wohi ich nun marschierte, herrschte reges Leben.Ein IOffizier arbeitete dort mit 600 Leuten an der Automobilstra\u00dfe. Ferner traf ich etwa 2000 Eingeborene mit Lasten f\u00fcr den Bau der Telegraphenlinie von Bangi nach dem Tschad, eine aus dem Senegal f\u00fcr Wadai gesandte Ersatzkompagnie, gr\u00f6\u00dfere Lebensmittel- und Munitionstransporte und schlie\u00dflich 59 europ\u00e4ische Offiziere, \u00c4rzte und Unteroffiziere, die direkt aus Frankreich f\u00fcr Wadai eingetroffen waren (&#8230;) Die Transporte nahmen und alle Boote vollkommen in Anspruch. W\u00fcrde sich nun unsere gesamte Expedition auch noch auf dieser Route befunden haben, (&#8230;.) h\u00e4tten (wir) uns wahrscheinlich monatelang damit besch\u00e4ftigen m\u00fcssen, auf der \u00f6den Verkehrsstra\u00dfe unt\u00e4tig herumzuliegen. Auch aus diesen und nicht nur aus politischen Gr\u00fcnden stellte sich also die Teilung der Expedition als unbedingt erforderlich heraus.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Die Widrigkeiten des auf sich gestellten Ausl\u00e4nders mit 5 fest engagierten Begleitern und 40 Lasten Gep\u00e4ck lassen sich unter diesen Umst\u00e4nden gut nachvollzehen. Sein bew\u00e4hrtes internationales Personal bestand\u00a0 aus &#8222;<em><span style=\"color: #0000ff;\">einem Bornumann als Koch, zwei Suaheliboys von fr\u00fcheren Expeditionen und zwei Jaunde-Leuten, ehemaligen Soldaten der Schutztruppe in Kamerun<\/span><\/em>&#8220; ( I, 244).<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u201e<em>Selten gelang es, Eingeborene zu finden, die sich bereit erkl\u00e4rten, auf einige Tage mitzugehen<\/em>.\u201c Dann stellten die Leute \u201e<em>kaum glaubliche Lohnforderungen<\/em>\u201c. <em>Der \u00fcbliche Lohnsatz f\u00fcr die Ruderer am Ubangi betrug 2 Franken t\u00e4glich und freie Verpflegung. (&#8230;.)Oft traten die Ruderer wohl ihren Dienst an, weigerten sich aber unterwegs, weiterzufahren, falls ich ihnen nicht au\u00dfer dem Lohn ein gro\u00dfes Geschenk in Aussicht stellte. Da halfen nur die energischsten Ma\u00dfnahmen, oder wenn diese fehlschlugen, klein <span style=\"color: #0000ff;\">beizugeben<\/span><\/em>. <\/span><em><span style=\"color: #0000ff;\">Sehr oft suchten die Leute einfach das Weite, und dann sa\u00df man weit vom n\u00e4chsten Dorf entfernt ohne Leute.<\/span> <\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><em>Die Regierungsposten gew\u00e4hrten keine Hilfe, denn einmal waren die Entfernungen zwischen den einzelnen Posten viel zu gro\u00df, um im rechten Moment Klagen anbringen zu k\u00f6nnen, und wenn man es tat, war meist ein bedauerndes Achselzucken des betreffenden Beamten die Antwort. Die Autorit\u00e4t der Verwaltungen und ihre Machtmittel waren eben zu gering, um durchgreifende Reformen einf\u00fchren und die Widerwilligen bestrafen zu k\u00f6nnen. An der Stra\u00dfe Possel-Crampel zwang die rauhe Notwendigkeit das Gouvernement zu amtlicher Tr\u00e4gerrequisition, nicht aber am Ubangi und Mbomu, wo keine gro\u00dfen Transporte passieren. Die wenigen Handelsgesellschaften hatten ihr eigenes, fest engagiertes Personal, und die Regierungsangestellten kamen fast niemals aus ihren Stationen heraus. War aber wirklich einmal ein Regierungstransport n\u00f6tig, so borgte sich die Verwaltung von den Faktoreien Boote, Ruderer oder Tr\u00e4ger. <\/em><\/span>(I 244-45)<\/p>\n<p>Er wendet sich von den unwilligen Tr\u00e4gern zu den Bootsleuten. Am Ubangi hat er es bis Mobaye bereits am mit <strong>Banziri und Buraka <\/strong>zu tun, die ihre Monopolstellung nutzen.<\/p>\n<p>&#8222;<em><span style=\"color: #0000ff;\">Diese beiden St\u00e4mme sind scheinbar die \u00e4ltesten Bewohner des Flu\u00dfgebiets. Sie treiben keinen Ackerbau, sondern leben nur von Fischerei. Sie sind Besitzer s\u00e4mtlicher Boote auf demFlusse und fahren mit diesen handeltreibend auch weit in die Nebenfl\u00fcsse hinauf. Dabei tauschen sie ihre Fische gegen Feldfr\u00fcchte ein und betreiben einen lebhaften Sklavenhandel. Man mietet sie als Ruderer, da die Banda keinerlei Boote besitzen und daher auch des Ruderns unkundig sind<\/span>.<\/em>&#8220; (I 248 )<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0000ff;\">Aus dem preu\u00dfischen Gentleman wird ein Sklaventreiber&#8230;. <\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0000ff;\">(gek\u00fcrzt nach\u00a0 (2\/5 <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=12873\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>)<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Zwei Monate sp\u00e4ter ist v.Wiese nicht w\u00e4hlerisch in den Mitteln, um mit\u00a0 seiner kleinen Gruppe zu \u00fcberleben. Auch in seinem Bericht legt er sich keine Zur\u00fcckhaltung auf. Die Strecke von <strong>Semio,<\/strong> dem letzten der drei Sultanate vor der Grenze zum anglo-\u00e4gyptischen <strong>Sudan<\/strong>, wird zur vierw\u00f6chigen Qual. Regenzeit und Fieberanf\u00e4lle. Die Region ist entv\u00f6lkert. Eigentlich sollte der Sultan von Semio alles geregelt haben. Die franz\u00f6sische Station hatte ohnehin nicht die Mittel dazu. (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=12832\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a> zu 3\/5)<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><em>Nachdem er<\/em><\/span> (der Sultan) <em><span style=\"color: #0000ff;\">mir die Versicherung gegeben hatte, da\u00df ich freien ungehinderten Durchmarsch durch sein Gebiet bis zur Bahr-el-Ghazal-Grenze erhalten solle und er Befehle heraussenden w\u00fcrde, mich mit Tr\u00e4gern , Booten, Ruderern und Verpflegung in seinem Lande zu unterst\u00fctzen, schied ich frohen Mutes von ihm <\/span>&#8230; <\/em>(292)\u00a0 <span style=\"color: #0000ff;\"><em>Durch Vermittlung des franz\u00f6sischen Postens <\/em><em>erhielt ich vom Sultan Semio seinen Sohn Samuengi als Begleiter und Dolmetscher mit sowie 22 Kare als Tr\u00e4ger. Beim Anblick dieserKare sank meine Begeisterung f\u00fcr den Landmarsch bedeutend, denn es pr\u00e4sentiertensich mir wahre Bilder des Jammers, total unterern\u00e4hrte, von Lepra und Schlafkrankheit befallene Leute, von denen ich kein e besonderen Marsch- und Tragleistungen erwarten konnte: im wahrsten Sinne des Wortes Vertreters eines unterjochten Volkes.<\/em><\/span>(-54-\/293) <span style=\"color: #0000ff;\">&#8230;.. <\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_12992\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/v.Wiese-I-216.Lianenbru\u0308cke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12992\" class=\"size-thumbnail wp-image-12992\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/v.Wiese-I-216.Lianenbru\u0308cke-170x150.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12992\" class=\"wp-caption-text\">Bd. I 216.Lianenbru\u0308cke<\/p><\/div>\n<p><em><span style=\"color: #0000ff;\">Von den 22 Kare brachen bereits wenige Kilometer hinter dem Posten 2 Mann ohnm\u00e4chtig zusammen, 2 erkrankten im ersten Lager und 3 rissen unterwegs im Busch aus, einer davon unter Mitnahme eines Segeltuchsacks, enthaltend mein gesamtes Bettzeug, Moskitonetz, meinen einzigen warmen Mantel und verschiedene Stiefel. Da die Gegend \u00f6stlich von Semio sehr d\u00fcnn bev\u00f6lkert ist und viele Dorfbewohner auf die meist mit Trommelsprache \u00fcbermittelte Nachricht meines Anmarschs in den Busch fl\u00fcchteten, hielt es sehr schwer, Tr\u00e4gerersatz zu finden.<\/span><\/em><\/p>\n<p>Eine provisorischen Laufbr\u00fccke bricht unter der Last zusammen. Verschiedene Leute st\u00fcrzen in den rei\u00dfenden Fluss.<em><span style=\"color: #0000ff;\"> Einige Tr\u00e4ger nutzten die Verwirrung zur Flucht ins hohe Gras. Erst nach energischem Einschreiten gegen einen Azande.Chef, welcher das n\u00e4chstliegende Dorf kommandierte, gelang es mir nach langem Warten, Ersatztr\u00e4ger zu erhalten<\/span>.<\/em> Im Tagebuch wird von Wiese deutlich:<em>\u00a0 \u201eI<span style=\"color: #0000ff;\">ch f\u00fchrte den widerspenstigen Herrn mit der leider bei den Franzosen viel zu wenig angewandten cravate nationale d.i. einfach einen Strick um den Hals, solange unter st\u00e4ndiger gelinder Aufmunterung durch Kolbenst\u00f6\u00dfe mit mir, bis sein Sohn die verlangten Tr\u00e4ger mit meinen Lasten im Galopp nachbrachte.<\/span>\u201c <\/em>(-56-)\u00a0 Seine Fieberanf\u00e4lle\u00a0 versetzen ihn <em><span style=\"color: #0000ff;\">f\u00fcr den Transport in den Zustand eines willen- und hilflosen Collis<\/span> (<\/em>= Traglast). Er wechselt bei n\u00e4chster Gelegenheit zum unendlich langsamen Bootstransport (294). Und der Mbomu, <em><span style=\"color: #0000ff;\">in dessen Ufergeb\u00fcschen es auch hier von uns \u00fcbel bel\u00e4stigenden Schlafkrankheit- und Tsetse-Fliegen wimmelte, hat nur noch eine Breite von ca. 35 m<\/span> (-56-). <\/em><\/p>\n<p>Von <strong>Kadjema<\/strong> aus kann der kleine Tross\u00a0 am linken Ufer des Mboku entlang eine Etappe mit <span style=\"color: #0000ff;\"><em>ausgesucht starken<\/em> <em>und flinken<\/em><\/span> Tr\u00e4gern der <strong>Bassiri<\/strong> Richtung Sudan marschieren (-57-). Auch das Jagdgl\u00fcck ist Wiese hold: Krokodile, B\u00fcffel, ein Elefant&#8230;.\u00a0 <span style=\"color: #0000ff;\"><em>Ins Lager zur\u00fcckgekehrt, sandte ich meine tr\u00e4ger an den Platz,um diese das Fleisch, das f\u00fcr sie eine gro\u00dfe Delikatesse ist, holen zu lassen. Sie brachten auch am abend Unmengen Fleisch ins Lager, frassen sich ordentlich voll und empfahlen sich dann auf Nimmerwiedersehen. <\/em><\/span>(-58-) Tr\u00e4ger sind nicht zu bekommen.\u00a0 Ihm kommt der Gedanke, bei den Resten des Elefantenkadavers hungrigen Dorfbewohnern aufzulauern. Er kidnappt sechs M\u00e4nner aufs Geratewohl. <em><span style=\"color: #0000ff;\">Mit den 6 gefangenen Leuten, alle zusammen an einem langen Stricke angebunden, kehrte ich ins Lager zur\u00fcck<\/span>. <\/em>(-59-) Die meisten Lasten bleiben bis auf weiteres zur\u00fcck. Irgendwann kommen sie in <strong>Gubere<\/strong> an, <em><span style=\"color: #0000ff;\">nachdem ich st\u00e4ndig Leute ausgesandt und dem Distrikth\u00e4uptling geh\u00f6rig zugesetzt hatte, aber in welchem Zustande!<\/span><\/em><span style=\"color: #333333;\"> (-61-)<\/span><em><span style=\"color: #0000ff;\"> Durchweicht, teilweise ge\u00f6ffnet, das sch\u00f6ne Fell des Riesenschimpansen durch die N\u00e4sse fast verfault, eine Last mit ethnographischen\u00a0 Gegenst\u00e4nden gestohlen u.s.w. W\u00fcrde das einem in einem aderen Gebiet passieren, so w\u00fcrde man geh\u00f6rig unter diese Bande fahren. Hierzulande darf man aber den Schwarzen \u00fcberhaupt nicht anr\u00fchren. Ein Herr, der seinem Boy, der ihm den cognac ausgetrunnken hatte, wurde daf\u00fcr zu Gef\u00e4ngnis verurteilt. Das ganze hiesige System der franz\u00f6sischen Kolonialverwaltung erscheint mir ls ein Verbrechen gegen die weisse Rasse! Ich habe mich um diese Gesetze einfach nicht mehr gek\u00fcmmert und habe so dazwischengedroschen, wie ich es bei uns gewohnt bin und h\u00e4tte ich dies nicht getan, dann w\u00e4re ich heut nicht hier und l\u00e4ge irgendwo im Busch und mein Personal w\u00e4re l\u00e4ngst verhungert. In gubere ging nun wieder die not los, neue tr\u00e4ger &#8211; ich brauchte 60 Mann &#8211; zusammenzubringen <\/span><\/em><span style=\"color: #333333;\">(&#8230;.) <span style=\"color: #0000ff;\"><em> Am 10. Juli trat ich den Marsch nach der Bahr-el-Gazal-Grenze zu an, meine Tr\u00e4ger streng bewachend &#8211; alle, immer 10 Mann zusammen an einem Stricke von Hals zu Hals gebunden. Im Lager wurden die Leute stets in H\u00fctten eingesperrt. Dass ich auf dem Marsch oder im Lager, fortw\u00e4hrend nur damit besch\u00e4ftigt, auf diese Kerls aufzupassen, nicht sammeln<\/em> (-62-) <em>konnte, keine Studien machen, nicht auf die Jagd gehen, brauche ich nicht erst zu betonen. Ausserden war in den D\u00f6rfern alles ausgerissen&#8230;.<\/em><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><em>.. Ich schoss einen Bullen&#8230; Das Fleisch war mir f\u00fcr meine Tr\u00e4ger sehr willkommen&#8230;. Ich hatte<\/em><span style=\"color: #333333;\"> (-64-)<\/span><em> die Tr\u00e4ger in meinem Lager frei herumlaufen lassen, ohne sie st\u00e4ndig an der Leine zu haben. &#8211; Da ich mir sagte, wenn die Leute so lange ausgehalten h\u00e4tten, so w\u00fcrden sie es nun auch im Hinblick auf die winkende gute Bezahlung noch einen Tag bis Tambura aushalten. Doch man lernt nie aus.\u00a0 Die Kerls lie\u00dfen ihren bereits verdienten Lohn im Stich und wieder sass ich im Busch ohne Tr\u00e4ger. Gl\u00fccklicherweise sandte mir der Posten Tambura 2 Sudansoldaten, welche ich aussandte, um Tr\u00e4ger in den verstreuten H\u00fctten zu greifen. Nach 2 Tagen hatte ich 7 Mann zusammen&#8230;.. Als ich die H\u00e4user des englisch-egyptischen Sudanpostens Tambura vor mir sah, wurde mir leichter ums Herz und als ich Capitan Stephenson, einem reizend netten englischen Offizier auf das Liebensw\u00fcrdigste begr\u00fc\u00dft und aufgenommen wurde, verbgass ich bald, was an \u00c4rger, Anstrengungen und Schwierigkeiten der letzten Wochen hinter mir lag. &#8230;.<\/em><span style=\"color: #333333;\">(-65-)<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Die Lekt\u00fcre des pr\u00e4chtig ausgestatteten wilhelminischen Reisebuchs l\u00e4sst keinen Zweifel daran, dass Jean Suret-Canale in seiner Studie die Verh\u00e4ltnisse realistisch dargestellt hat. <\/strong><\/span><span style=\"color: #ff0000;\">Gehen wir zum zweiten gro\u00dfen Thema \u00fcber!<\/span><\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">KONZESSIONSGESELLSCHAFTEN IN \u00c4QUATORIALAFRIKA<\/span> <\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_12858\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-59-Konzessionen-map-1911.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12858\" class=\"wp-image-12858 size-large\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-59-Konzessionen-map-1911-900x618.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"429\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-59-Konzessionen-map-1911-900x618.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-59-Konzessionen-map-1911-360x247.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-59-Konzessionen-map-1911-624x428.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/J.S.-C.-59-Konzessionen-map-1911.jpg 1199w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12858\" class=\"wp-caption-text\">J.S.-C. 59, Konzessionen franz. \u00c4quatorialafrika 1911\u00a0 Rechts oben: Societ\u00e9 des Sultanats<\/p><\/div>\n<p>Als weiteren Ausl\u00f6ser von Aufst\u00e4nden beschreibt <strong>Suret-Canale<\/strong> die Konzessionsgesellschaften. Er beschreibt ebenso das Gesch\u00e4ftsmodell wie \u201edie Umtriebe von Angestellten\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_10453\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Congo_concessions-on-map-1890-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10453\" class=\"size-thumbnail wp-image-10453\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Congo_concessions-on-map-1890-1-170x150.jpg\" alt=\"doku. wiki\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-10453\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Konzessionen in Leopolds Kongo<\/strong><\/span> 1890 markiert Wikipedia<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_12861\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/v.Wiese-Bd.1-Vo\u0308lkerkarte.Sultanate-15MB.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12861\" class=\"size-medium wp-image-12861\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/v.Wiese-Bd.1-Vo\u0308lkerkarte.Sultanate-15MB-360x288.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"288\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/v.Wiese-Bd.1-Vo\u0308lkerkarte.Sultanate-15MB-360x288.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/v.Wiese-Bd.1-Vo\u0308lkerkarte.Sultanate-15MB-900x720.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/v.Wiese-Bd.1-Vo\u0308lkerkarte.Sultanate-15MB-624x499.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/v.Wiese-Bd.1-Vo\u0308lkerkarte.Sultanate-15MB.jpg 1499w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12861\" class=\"wp-caption-text\"><strong><span style=\"color: #000000;\">v.Wiese Beilage zu Bd.1 &#8222;Vo\u0308lkerkarte&#8220; mit Sultanaten der Azande<\/span><\/strong><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><\/h5>\n<p>Die unter den europ\u00e4ischen M\u00e4chten aufgeteilten immensen Landfl\u00e4chen zogen &#8211; wie in den Jahrhunderten zuvor &#8211; Gew\u00fcrz- und Sklavenhandel nationales und internationales Spekulationskapital an. Die wichtigste Investionsform nach 1884 waren Aktiengesellschaften auf der Basis staatlich garantierte Handelsmonopole. In den 1890er Jahren wurde das &#8218;zentralafrikanische Modell&#8216; aus der Taufe gehoben. (Beleg folgt)<\/p>\n<p>\u201eIn Franz\u00f6sisch \u00c4quatorialafrika herrscht der Tauschhandel mittels der gro\u00dfen Kolonialkompanien vor, die \u00fcber rechtliche Monopole verf\u00fcgen. 1900 bilden sie zwei Syndikate, um gemeinsam wenigstens den in ihren Konzessionsbedingungen vorgesehenen Flu\u00dfschiffahrtsdienst zu organisieren. ( I, 43) In ihren Statuten und Prospekten geben sie vor, bedeutende <em>land-wald- und minenwirtschaftliche Investitionen zu t\u00e4tigen, in Wirklichkeit geht es um Import und Export, wobei der \u201afreie\u2019 Handel oft der Pl\u00fcnd<\/em>erung <em>weicht, da die Kompanien die Menschen und das Produkt ihrer Arbeit als ihr Eigentum betrachten<\/em> (43\/44)<em>. <\/em>Er zitiert den Kommandanten J. Saintoyant (<em>L\u2019Affaire du Congo<\/em>, 1905, 1960):<\/p>\n<p>\u201e<em>Wenn also ein Eingeborener einige Bodenprodukte zu einer Faktorei trug, die er zum Beispiel auf drei Franken sch\u00e4tzte, so sah er sich blo\u00df mit einem Franken bezahlt oder es wurde ihm gesagt: Ich kann dir nicht bezahlen was mir geh\u00f6rt, sondern nur deine Erntet\u00e4tigkeit. Und dieser Franken wurde ihm in Waren gegeben \u2013 und in was f\u00fcr Waren! Oft waren es die unm\u00f6glichsten, alte Uniformst\u00fccke, Helme, Spazierst\u00f6cke &#8230;.<\/em>\u201c (44) Erst die Konkurrenz freier (franz\u00f6sischer) H\u00e4ndler kann &#8222;die schamloseste Ausbeutung&#8220; verringern.<\/p>\n<p>Die Konzessionsbesitzer verlangten von er Kolonialverwaltung alles, so die Anwendung von Gewalt, um die \u201eunheilbar faule\u201c Bev\u00f6lkerung zur Arbeit zu zwingen und zu berauben. Sie dagegen verweigerten jede Kontrolle. (44\/45) Sie beschr\u00e4nkten\u00a0 ihre Aktivit\u00e4t fast ausschlie\u00dflich auf Jagd- und Sammelprodukte, Kautschuk und Elfenbein. (50) Sie erhielten \u00fcberdies das Privileg, die neu eingef\u00fchrte Kopfsteuer in der Naturalie \u201eKautschuk\u201c einziehen zu d\u00fcrfen, mit gewaltiger Gewinnmarge. (45 48, 49)<\/p>\n<p>Zu ihrem wei\u00dfen Personal zitiert er den Kommandanten J. Saintoyant: &#8220;<\/p>\n<p>Ihr wei\u00dfes Personal war im allgemeinen aus der Hefe der Gesellschaftangeworben, Hitzk\u00f6pfe oder Gewohnheitsverbrecher. &#8222;<em>Eingestellt hat man Leute, die bereit sind, jeden beliebigen Posten in den ung\u00fcnsten L\u00e4ndern zu \u00fcbernehmen. Schlecht bezahlt, manchmal gezwungen, ihre Arbeitgeber gerichtlich zu belangen, um an ihr Gehalt zu kommen, suchen sie sich durch zweifelhafte Mittel besserzustellen. ( &#8230;.) Ich will gerne glauben, da\u00df in den Rowdyreden, die sie nach dem Trinken halten, etwas Gro\u00dfsprecherei liegt. Aber es ist wirklich beunruhigend, daran zu denken, da\u00df diese Leute ohne \u00dcberwachung in direktem Kontakt mit den Bewohnern stehen, denen wir noch v\u00f6llig neu sind.<\/em>&#8220; (50)<\/p>\n<p>Mangels Personal war die Verwaltung nicht in der Lage, \u00fcber die Angestellten der Gesellschaften irgendeine Kontrolle auszu\u00fcben. 1905 z\u00e4hlte man in Mittel-Kongo 100 Kolonialbeamte, davon nur 34 im weiten Gebiet au\u00dferhalb von Brazzaville und Loango. Auch die drei\u00dfig Prozent nicht an die Konzession\u00e4re vergebenen Gebiete, die &#8222;Reservate&#8220; , standen nicht unter Verwaltung. Au\u00dferdem zogen die Beamten es meistens vor, den Nachgiebigen zu spielen, so l\u00e4stig ihnen die Anma\u00dfungen und Unversch\u00e4mtheiten des Gesellschaftspersonal auch waren. Ihre Bef\u00f6rderung und ihre Laufbahn hingen von den Meinungen ab, die Vertreter der Gesellschaften h\u00f6heren Orts \u00e4u\u00dferten. (51)<\/p>\n<p>Da die meisten D\u00f6rfer den Befehl zur Kautschukernte verweigerten, sich im Busch oder in H\u00f6hlen verbargen oder in den nahen Belgisch-Kongo fl\u00fcchteten, bat die Verwaltung die Gesellschaften, Wachleute und Hilfskrieger in die D\u00f6rfer zu schicken.<\/p>\n<p>Die Ausbeutng des\u00a0 &#8222;Lianenkautschuk&#8220; (<em>Landophilia humilis<\/em>) ist weit arbeitsintensiver als die des bekannteren &#8222;Baumkautschuk&#8220;. Der in allen Savannen sehr verbreitete Strauch hat sehr tiefe Wurzeln, die einen zweitrangigen Gummisaft absondern.<\/p>\n<p><em>&#8222;Nach dem Morgenappell\u00a0 zerstreuten sich M\u00e4nner und Frauen, um Wurzelst\u00f6cke auszurei\u00dfen. Nach strenger Kontrolle wurden die Wurzeln unter flie\u00dfendem Wasser im Dorf lange geklopft, um den Gummi von der Rinde zu trennen. Am Monatsende kam die Ernte in den Hauptort und wurde f\u00fcr 15 Sous pro Kilo verkauft.&#8220;\u00a0<\/em>(Pater Daigre)\u00a0 Zur selben Zeit war der Kautschukpreis in Guinea etwa 9 Franken das Kilo.\u00a0 Sind die Aktion\u00e4re der Konzessionsgesellschaften gierig nach Dividende, so die Agenten aller Ebenen nach Provision. &#8222;<em>Bald wurden Produktionsaufgelder, bestehend aus Alkohol, Fleisch, verschiedenen Waren und sogar Pferden, welche Einwohner Bornus aus dem Tschad heranf\u00fchrten von den K\u00e4ufern (Gesellschaften) an die Dorfh\u00e4uptlinge und Wachmannschaften verteilt<\/em> &#8230;.&#8220;(51)<\/p>\n<p>&#8222;<em>Von vielen D\u00f6rfern blieben nur Ruinen. die Pflanzungen existierten nicht mehr. Die Bev\u00f6lkerung war verelendet und verzweifelt. Siehatte selbst in den schlimmsten Tagen der Arabereinf\u00e4lle derartige Zeiten nicht erlebt. Zur Ablenkung der \u00d6ffentlichkeit rechtfertigte man alle durch die unmenschliche Ausbeutung des Kautschuks verursachten Folgeerscheinungenmit der Schlafkrankheit, die seit etwa zehn Jahren ebenfalls gro\u00dfe Verheerungen angerichtet hatte&#8220;<\/em>. (53, Pater Daigre). Man braucht eigentlich nicht zu betonen, dass Ersch\u00f6pfung,\u00a0 Auszehrung und Hunger in den D\u00f6rfern die Anf\u00e4lligkeit der Menschen f\u00fcr Krankheiten verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0000ff;\">WIE URTEILTE von WIESE ?<\/span><\/h3>\n<p>Im <strong>Sultanat Bangassu<\/strong> zeigt v.Wieses Darstellung Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Klagen der Monopolgesellschaft, die aufgrund einer Klausel im Konzessionsvertrag sich von &#8222;freien H\u00e4ndlern&#8220; und \u00f6rtlichem Sultan gesch\u00e4digt sieht. Er findet es nicht f\u00fcr n\u00f6tig, die \u00dcberlegungen und Absichten des franz\u00f6sischen Staates zu thematisieren. Er ist aber auch noch neu in der Kolonie. Vielleicht hat der frische \u00c4rger \u00fcber einen dreisten Freih\u00e4ndler eine Rolle gespielt. v.Wiese hatte telegrafisch 7 Boote und dazugeh\u00f6rige Ruderer &#8222;reserviert&#8220; und mit ihnen am Vorabend einen Vertrag geschlossen, bevor sie ihm ein &#8222;franz\u00f6sischer Kaufmann von unangenehmem \u00c4u\u00dferen&#8220; &#8222;durch Bestechung&#8220; wegschnappte.<\/p>\n<div id=\"attachment_12978\" style=\"width: 283px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Carpenter-Ivory_trade-Daressalam-um-1890-wiki.-scaled-e1625503418590.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12978\" class=\"size-medium wp-image-12978\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Carpenter-Ivory_trade-Daressalam-um-1890-wiki.-273x360.jpg\" alt=\"Doku\" width=\"273\" height=\"360\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12978\" class=\"wp-caption-text\">Carpenter Ivory_trade Daressalam um 1890 wiki.<\/p><\/div>\n<p>Im Dorf Gubere <strong>im \u00f6stlichsten Winkel der Kolonie<\/strong> direkt an der Grenze zum Sudan, begegnet von Wiese drei Elefantenj\u00e4gern aus England und \u00d6sterreich &#8211; ihre 45 (<em>Waniamwesi)<\/em> Nyamwesi-Tr\u00e4ger (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transregionaler_Karawanenhandel_in_Ostafrika\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK<\/a>) wird er neidvoll registriert haben. Sie betreiben die Jagd gewerbsm\u00e4\u00dfig\u00a0 und sind bewusst auf franz\u00f6sisches Territorium gekommen. Es regt v.Wiese auf, <em><span style=\"color: #0000ff;\">dass man bei den Franzosen f\u00fcr 6 Frs. Jagderlaubnis-geb\u00fchrso viel man will schie\u00dfen darf, w\u00e4hrend man in allen anderen Kolonien f\u00fcr einen Jagdschein von ca. 1000 Mark nur das Recht auf 2 Elefanten erwerbe. \u201e<\/span><span style=\"color: #0000ff;\">Diese sogenannte englische Sportexpedition erschien mir als weiter nichts, wie Fleischer und Kr\u00e4mer, denn ich h\u00f6rte sie berechnen, dass sie mindestens 200 Elefanten schiessen m\u00fcssten, um mit einem guten Verdienst heimzukehren&#8220; &#8230;.<\/span> <\/em>(-60-)<\/p>\n<p>Warum sollte man ihm das nicht glauben, wo doch die Konzessionsgesellschaften denselben Raubbau trieben und zur Kontrolle von Konkurrenten gar kein Personal hatten.In diesem Falle hatten allerdings auch sie Versorgungsprobleme, die sie zun\u00e4chst in den Sudan zwang.<\/p>\n<p>v. Wiese holt an dieser Stelle im Text zu einer Generalabrechnung mit Frankreichs kolonisatorischem Versagen in Zentralafrika aus. Man k\u00f6nnte die folgenden S\u00e4tze f\u00fcr &#8218;prophetisch&#8216; halten, aber sah es in Deutsch-Ostafrika oder in Kamerun damals so viel besser aus? Ich wage das noch nicht zu beurteilen.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #0000ff;\">Nur so weiter und es gibt in wenigen Jahren keine Elefanten mehr. Mit dem Kautschuk ist es ja ganz dasselbe. Die Lianen werden auch sinnlos verschnitten, und Gesetze, hier neue zu pflanzen, existieren hier nicht. Wenn nur die Herren Aktion\u00e4re der Konzessionsgesellschaften momentan gute Dividenden und die hiesigen Agenten gute Prozente erhalten, dann ist alles gut,&#8230;. Man muss sich hier recht besorgt fragen, was eigentlich in dieser Kolonie sp\u00e4ter einmal an Stelle von Kautschuk und Elfenbein Gewinn bringen soll, denn man hat auch nicht im entferntesten den Versuch mit Kulturen gemacht. Vieh existiert \u00fcberhaupt kaum, ausser einigen Dutzend K\u00fchen bei den Sultanen; nach Bodensch\u00e4tzen hat man nirgends gesucht und die geradezu auffallend d\u00fcnne Bev\u00f6lkerung ist mehr als indolent und von \u00fcblen Krankheiten wie Lepra. Schlafkrankheit und Elefantiasis heimgesucht. Die franz\u00f6sische Regierung t\u00e4te gut daran, sich bei Zeiten \u00fcber die traurige Zukunft dieses Landes Gedanken zu machen.<\/span> <\/em>(-61- \/ 299-300)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Ein paar Text-Erg\u00e4nzungen werden gelegentlich nachgeliefert!\u00a0\u00a0 5. Juli<\/span> <\/span><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochgeladen 9. Juni 2021 &#8211; Stand 5.Juli Nach der Aufteilung der Expedition und seinem Abschied von Herzog zu Mecklenburg am 1. Februar 1911 in Fort Lamy (dem heutigen Djamena\/Tschad) reist v.Wiese auf der kolonialen \u201eHauptroute\u201c zur\u00fcck in den S\u00fcden zum Kongobecken. Damit beginnt seine eigene Reiseerz\u00e4hlung &#8211; im \u201eTagebuch\u201c ebenso wie im 1.Band von \u201eVom [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[239],"tags":[],"class_list":["post-12857","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-v-wiese-u-kaiserswaldau-projekt-rafai"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12857"}],"version-history":[{"count":30,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12997,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12857\/revisions\/12997"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}