{"id":12055,"date":"2020-09-09T19:19:57","date_gmt":"2020-09-09T17:19:57","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=12055"},"modified":"2024-02-12T01:00:47","modified_gmt":"2024-02-12T00:00:47","slug":"china-aus-dritter-hand-und-was-sagt-die-vierte-dazu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=12055","title":{"rendered":"CHINA AUS DRITTER HAND &#8211; 1+2 Mareike Ohlberg &#8211; Maximilian Terhalle &#8211; Bill Gates"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><em>MOTTO\u00a0 DES\u00a0 ALLZU EHRGEIZIGEN PROJEKTS :\u00a0 <\/em><\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><em>Was wir heute nicht wissen, <\/em><\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><em>dar\u00fcber werden wir noch\u00a0 fr\u00fch genug &#8218;unterrichtet&#8216;. <\/em><\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><em>Man kommt doch sowieso nicht nach&#8230;<\/em><\/span><\/h4>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ff0000;\">1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #333333;\">31. August 2020\u00a0 &#8211;\u00a0<\/span> <\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #333333;\">Bill Gates oder <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #333333;\">Mareike Ohlberg? &#8211; Klar und !<\/span><br \/>\n<\/span><\/h2>\n<h3>FAZ 24.8.20, &#8222;<em>Unternehmen<\/em>&#8220; S.22 &#8222;<em>Chinas Kaderschmiede &#8211; Am Anfang des Aufstiegs des Reichs der Mitte zu einer IT-Weltmacht stand ein amerikanischer Konzern: Microsoft. Und der genie\u00dft noch heute Privilegien<\/em>.&#8220;<\/h3>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Kurz: 1998 er\u00f6ffnete Bill Gates f\u00fcr Microsoft in Peking ein Research Lab. Er ist ja seit langem als gewiefter Gesch\u00e4ftsmann bekannt, der fremde Intelligenz ausbeutet. Covid-19 mag aus China kommen, aber die digitale Gesichtserkennung kommt aus dem Silicon Valley. Pand\u00e4m(on)ien kommen und gehen, \u00dcberwachungstechniken bleiben und kennen kein Vaterland. Vielleicht sollte man die Verschw\u00f6rungstheorie \u00fcber Gates und sein Streben nach Weltherrschaft erg\u00e4nzen: &#8218;zusammen mit Chinas IT-Spezialisten aus seiner Kaderschmiede&#8216;.<\/p>\n<h3>Und da warnt uns Mareike Ohlberg in der NZZ (<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/video\/nzz-standpunkte\/corona-china-und-die-weltordnung-trump-hat-vieles-richtig-gemacht-ld.1572603?mktcid=nled&amp;mktcval=102&amp;kid=_2020-8-31&amp;ga=&amp;trco=\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK)<\/a> vor der &#8222;<em>lautlosen Eroberung<\/em> &#8220; durch China! Das ist eben ihre akademische Dom\u00e4ne.<\/h3>\n<section>\n<div class=\"richtext\">\n<div class=\"module image id19\">\n<div class=\"container-adaptive\">\n<div class=\"module-wrapper\">\n<figure class=\"content-wrapper\"><figcaption class=\"content\">\n<div class=\"text\">\n<div class=\"richtext\">\n<section class=\"block block-layout-builder block-field-blocknodebasic-pagebody\">\n<div class=\"field-wrapper body field field-node--body field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item\">\n<h4>Die telekom.com-Seite (warum auch immer) (<a href=\"https:\/\/www.telekom.com\/de\/konzern\/digitale-verantwortung\/details\/zur-person-mareike-ohlberg-568066\">LINK<\/a>) fasst ihre Vita so zusammen:<\/h4>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&#8222;<em>Die Forschungsschwerpunkte von Mareike Ohlberg sind subnationale Regierungspolitik, offizielle Medienpolitik sowie Entwicklungen in Hongkong und Taiwan. Nach dem Studium der Ostasienwissenschaften an der Universit\u00e4t Heidelberg und der Columbia University promovierte Ohlberg im Fach Sinologie. Ihre Dissertation besch\u00e4ftigt sich mit Ver\u00e4nderungen in Chinas Au\u00dfenpropaganda nach 1978. Sie verbrachte ein Jahr als An Wang Postdoctoral Fellow am Fairbank Center der Harvard University sowie ein weiteres Jahr am Cheng-Shewo-Institut f\u00fcr Journalismus der Shih-Hsin-Universit\u00e4t in Taipei.&#8220; <\/em>Als die telekom ihr Profil erstellte, arbeitete Ohlberg am <em><strong>Mercator Institute for China Studies.<\/strong><\/em><\/p>\n<section>\n<div class=\"richtext\">\n<div class=\"module image id19\">\n<div class=\"container-adaptive\">\n<div class=\"module-wrapper\">\n<figure class=\"content-wrapper\"><figcaption class=\"content\">\n<div class=\"text\">\n<div class=\"richtext\">\n<section class=\"block block-layout-builder block-field-blocknodebasic-pagebody\">\n<div class=\"field-wrapper body field field-node--body field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item\">\n<p><em>&#8222;Wir \u00fcber uns : Seit seiner Gr\u00fcndung 2013 hat sich das Mercator Institute for China Studies (MERICS) zum wichtigsten europ\u00e4ischen Ansprechpartner f\u00fcr Fragen zum aktuellen China entwickelt. Mit rund 20 Experten aus unterschiedlichen Disziplinen ist MERICS das gr\u00f6\u00dfte unabh\u00e4ngige Forschungsinstitut in Europa, das sich mit dem gegenw\u00e4rtigen China besch\u00e4ftigt. Wissenschaftler aus sieben europ\u00e4ischen Staaten, China, Singapur, Australien und den USA analysieren die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in China und ihre Folgen f\u00fcr Europa.<\/em><br \/>\n<em>MERICS ist eine Initiative der <a href=\"https:\/\/www.stiftung-mercator.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Stiftung Mercator<\/a>. Die Stiftung hat MERICS gegr\u00fcndet, um einen zentralen Ort f\u00fcr die unabh\u00e4ngige Auseinandersetzung mit China in Deutschland und Europa zu schaffen und damit die Grundlagen f\u00fcr eine bessere Urteilsf\u00e4higkeit \u2013 vor allem bei Entscheidungstr\u00e4gern in ganz Europa \u2013 zu schaffen.<\/em><br \/>\n<em>Der in Berlin ans\u00e4ssige Think Tank, der seit Anfang 2020 auch ein B\u00fcro in Br\u00fcssel unterh\u00e4lt, spielt eine zentrale Rolle in \u00f6ffentlichen Debatten \u00fcber China in Europa und dar\u00fcber hinaus. Das Institut dient als verl\u00e4ssliche Quelle f\u00fcr unabh\u00e4ngige Expertise. MERICS ber\u00e4t Entscheider in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in ganz Europa und informiert Medien aus aller Welt, um auf diese Weise zu einer differenzierten <\/em>Wahrnehmung Chinas beizutragen.<br \/>\n<em>Unabh\u00e4ngige Chinaforschung hei\u00dft f\u00fcr MERICS auch, dass Mitarbeiter des Instituts Position beziehen \u2013 fest verankert in liberalen und demokratischen Werten. MERICS-Expertinnen und Experten bringen sich mit neuen Sichtweisen und konkreten Handlungsvorschl\u00e4gen in die Gestaltung der Beziehungen zu China ein<\/em>.&#8220; (<a href=\"https:\/\/merics.org\/de\/ueber-uns\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>) &#8211;<\/p>\n<p>Ein irgendwo steuerbeg\u00fcnstigter (Stiftung!) Thinktank, der Entscheider beraten soll und fest in den westlichen Werten verankert ist! Dank Bertelsmann und NZZ bekommen normale B\u00fcrger auch etwas davon ab. Ich frage mich aber, was Mitarbeiter*innen bei Verst\u00f6\u00dfen gegen die Wertorientierung des Arbeitgebers in Deutschland zu erwarten haben (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arbeitsrecht_der_Kirchen#Loyalit%C3%A4tspflichten_%E2%80%93_K%C3%BCndigungsschutz_bei_Mitarbeitern_der_Kirchen_und_kirchlichen_Einrichtungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a> zum Arbeitsrecht der Kirchen). Bl\u00f6de Frage bei Post-Doktoranden der passenden fachlichen Spezialisierung! Nichtwissen ist der beste Schutz vor \u00c4rger. das sagen jedenfalls seit \u00fcber zweitausend Jahren die Chinesen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<p>Wozu das Getue! Das wei\u00df man doch alles, wenn man blo\u00df auf den extrabreiten Gleisanschluss aus China an der Ostsee und die H\u00e4fen in Duisburg und Pir\u00e4us schaut.\u00a0 Ich wundere mich in der NZZ blo\u00df \u00fcber Ohlbergs einschl\u00e4gige Studienthemen und so geheimnisvolle\u00a0 Institute.<\/p>\n<p>Augenblicklich arbeitet sie als &#8222;<em>Senior Fellow im Asien-Programm des German Marshall Fund<\/em>&#8222;. Da kommt mir spontan der Gedanke an die langweiligen &#8222;Kreml-Astrologen&#8220; des &#8222;Kalten Krieges&#8220; (bis 1990). Bei &#8222;Marshall&#8220; klingeln mir die Ohren. Was sagt wikipedia? &#8220; <em>Der <b>German Marshall Fund of the United States<\/b> (GMF) ist eine unabh\u00e4ngige <a title=\"Vereinigte Staaten\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vereinigte_Staaten\">US-amerikanische<\/a><a title=\"Stiftung\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stiftung\">Stiftung<\/a>, die sich der F\u00f6rderung der <a title=\"Transatlantisch\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transatlantisch\">transatlantischen<\/a> Beziehungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft widmet.<\/em>&#8220; (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/German_Marshall_Fund\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>)\u00a0 Unabh\u00e4ngig? Dann bin ich ja beruhigt.Eine &#8222;gro\u00dfe Studie &#8220; (NZZ) verantwortet Ohlberg zusammen mit dem australischen China-Champion <strong>Clive Hamilton<\/strong>\u00a0 &#8211;\u00a0 ihr Titel &#8222;<strong><em>Die lautlose Eroberung &#8211; Wie China die westliche Welt unterwandert und die Welt neu ordnet<\/em>&#8222;<\/strong>.<\/p>\n<p>&#8211; Vor nicht langer Zeit waren die &#8222;<strong>Konfuzius-Institute<\/strong> noch eine akademisch honorige Adresse!<\/p>\n<p>Publiziert wird die Studie von der <strong>Verlagsgruppe Random House<\/strong>, in einem der 45 Verlage des Bertelsmann-Konzerns (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verlagsgruppe_Random_House\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK)<\/a>. &#8222;<span id=\"author_biography\"><em>Clive Hamilton ist Professor f\u00fcr \u00d6ffentliche Ethik an der Universit\u00e4t von Canberra und Autor zahlreicher B\u00fccher. Drei Verlage lehnten es aus Angst vor chinesischen Repressionen ab, sein Buch &#8222;Silent Invasion. China&#8217;s Influence in Australia&#8220; zu ver\u00f6ffentlichen. Nach Erscheinen wurde das Buch zum Bestseller, der die Politik Australiens gegen\u00fcber China ver\u00e4nderte und Hamilton zum weltweit gefragten Experten f\u00fcr Chinas au\u00dfenpolitische Ambitionen und Strategien machte.<\/em>&#8220; (amazon.de)<\/span>Im Gespr\u00e4ch sagt Ohlberg: &#8222;<strong>Trump<\/strong> hat einiges richtig gemacht&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Wenn ich den FAZ-Artikel \u00fcber &#8222;Microsoft&#8220;\u00a0 als Kaderschmied Chinas einbeziehe, kann ich das nachvollziehen. Und die Erw\u00e4hnung ist sicher ein kluger Karriereschritt vor Trumps zweiter Amtszeit. Aber jetzt habe ich schon so viel Zeit mit Nachgucken verbracht, dass ich gar nicht mehr zum Nachdenken komme. Ohne Zweifel, die <em>Think Tanks<\/em> und anderen Meinungsmacher bereiten uns auf einen strategischen Schwenk vor. Egal, Deutschland ist politisch sowieso Zwergstaat und wird sich schon irgendwie zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten durchwurschteln, wahrscheinlich im Schwitzkasten unseres ewigen amerikanischen Freundes, der &#8211; gottseidank &#8211; unsere Muttersprache Englisch versteht und nicht so eine unm\u00f6gliche Schrift kultiviert.<\/p>\n<p>Ein steuerfinanzierter\u00a0 Thinktank, der Entscheider beraten soll und fest in den westlichen Werten verankert ist! Dank Bertelsmann und NZZ bekommen normale B\u00fcrger auch etwas davon ab. Ich frage mich aber, was Mitarbeiter*innen bei Verst\u00f6\u00dfen gegen die Wertorientierung des Arbeitgebers in Deutschland zu erwarten haben (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arbeitsrecht_der_Kirchen#Loyalit%C3%A4tspflichten_%E2%80%93_K%C3%BCndigungsschutz_bei_Mitarbeitern_der_Kirchen_und_kirchlichen_Einrichtungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a> zum Arbeitsrecht der Kirchen). Bl\u00f6de Frage bei Post-Doktoranden der passenden fachlichen Spezialisierung! Nichtwissen ist der beste Schutz vor \u00c4rger. das sagen jedenfalls seit \u00fcber zweitausend Jahren die Chinesen.<\/p>\n<section>\n<div class=\"richtext\">\n<div class=\"module image id19\">\n<div class=\"container-adaptive\">\n<div class=\"module-wrapper\">\n<figure class=\"content-wrapper\"><figcaption class=\"content\">\n<div class=\"text\">\n<div class=\"richtext\"><\/div>\n<\/div>\n<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n<p>\u00dcbrigens, Herr Gujer sah auch schon souver\u00e4ner aus. <strong>Wozu braucht die NZZ einen Thinktank zum Denken?<\/strong> Gewiss aufgrund einer Politik, die ich nicht verstehe. Mitten in Corona im Juni hat \u00fcbrigens sein Feuilleton das Buch bereits willkommen gehei\u00dfen ( <strong>10.6. &#8222;Eine Warnung vor chinesischen Schalmeienkl\u00e4ngen&#8220;<\/strong> &#8211; &#8222;Schalmeien&#8220;? Wie sch\u00f6n m\u00fcssen die klingen und lange habe ich schon keine mehr geh\u00f6rt!<\/p>\n<p>SCHLUSSFOLGERUNG<\/p>\n<p>Der Westen&#8220; liefert Kompetenz und Ausr\u00fcstung und prangert die Anwendung in einer fremden, aber nicht ganz unbekannten politischen Kultur an. Jeder andere als als wir selber w\u00fcrde sagen: Doppelmoral!\u00a0 Welche ist eigentlich f\u00fcr die Erhaltung der Zivilisationen gef\u00e4hrlicher?<\/p>\n<\/div>\n<\/section>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span style=\"color: #ff0000;\">2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span>9. September 2020 : <span style=\"color: #000000;\">In der NZZ gef\u00e4llt sich der Politikberater Prof. Maximilian Terhalle als zweiter Henry Kissinger:\u00a0<\/span><\/h2>\n<p>Momentan sind Geo-Strategen im Vormarsch, um \u201cnormative Standhaftigkeit des Westens\u201d im Schulterschluss gegen China und andere \u2018Schurken\u2019 vor breitem Publikum zu propagieren.<\/p>\n<p>Das kommt mir bekannt vor, vielleicht, weil Henry Kissinger noch zu Lebzeiten (*1923) Auferstehung feiert , so in Maximilian Terhalle\u2019s demagogischem \u201c<strong>Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine machtgest\u00fctzte Sicherung des Westens<\/strong>\u201d (Doppelrezension, NZZ 20.8.20 \u2013 <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/plaedoyer-fuer-eine-machtgestuetzte-sicherung-des-westens-ld.1570219?mktcid=nled&amp;mktcval=127&amp;kid=nl127_2020-9-6&amp;ga=&amp;trco=\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>)<\/p>\n<p>Kissinger, jener deutsch-amerikanische Professor, der als \u201cRealpolitiker\u201d federf\u00fchrend war f\u00fcr den \u00dcberfall auf Kambodscha, generell f\u00fcr das Hinausz\u00f6gern der US-Niederlage in Indochina \u00fcber Jahre,\u00a0 f\u00fcr den Putsch in Chile und diverse Kollateralsch\u00e4den der imperialen Interessenpolitik. Noch vor zwanzig Jahren wurde er als \u201cKriegsverbrecher\u201d gehandelt (<strong>Christopher Hitchens &#8222;<em>Die Akte Kissinger<\/em>&#8222;<\/strong> 2001, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Akte_Kissinger\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>), freilich nur theoretisch, denn die USA haben schlicht keine Kriegsverbrecher und paktieren nicht mit Diktatoren. In einem ARTE-feature von 2008 nuschelt Kissinger seine Sicht so selbstverst\u00e4ndlich in die Kamera, dass ich mich frage, ob er <strong>Hans Jonas&#8216; &#8222;Das Prinzip Verantwortung&#8220;<\/strong> (1979) studiert und dessen Feststellung, dass politisches Handeln die moralische Schuld notwendigerweise nach sich ziehe und nur im rechten Verh\u00e4ltnis stehen m\u00fcsse, f\u00fcr sich dick unterstrichen habe und stets im rhetorischen K\u00f6cher bereit halte.<\/p>\n<p><strong>Professor Terhalle zitiert gen\u00fcsslich den Kollegen Henry Kissinger<\/strong> aus einem Interview von 2018, <em><strong>Bundeskanzlerin Merkel<\/strong> sei keine \u00ab\u00fcberragende Pers\u00f6nlichkeit\u00bb und besitze nur einen \u00abregional sehr begrenzten\u00bb Ausblick auf die Weltpolitik<\/em>. Er selber legt nach mit einem &#8222;<em>reaktiv-b\u00fcrokratischen, machtfernen und regional limitierten Weltbild<\/em>&#8220; als Grund f\u00fcr ein &#8222;<em>gef\u00e4hrliches Schlafwandeln<\/em>&#8220; der deutschen Staatsspitze. &#8222;<em>Die(..) Machtperspektive, nicht eine harmoniebasierte Perspektive der Global Governance, ist entscheidend, will Europa seine vitalen Interessen und Werte erhalten. Dazu geh\u00f6rt umgekehrt auch die ausstehende Erkenntnis, dass die deutsche Regierungsspitze diese Realit\u00e4t aufgrund ihres Weltbilds nicht sieht.<\/em> &#8230;..<em> Berlin glaubt im Kern, bei aller k\u00fcrzlichen Aufgeschrecktheit, \u00abWandel durch Handel\u00bb sei das richtige Instrument gegen\u00fcber <strong>China.<\/strong> Dass Peking hingegen, wo immer es kann, k\u00fchl die Schw\u00e4ch(st)en Europas benutzt, um die Koh\u00e4sion des politischen Projekts von innen zu schw\u00e4chen, h\u00e4tte Morgenthau als Normalbetrieb internationaler Politik bewertet. Kissinger w\u00fcrde nicken. Hingegen werden strategische Kategorien konsequenter, pr\u00e4ventiver Schw\u00e4chung eines m\u00f6glichen Konfliktgegners in Berlin selten genutzt. Mitunter stellt sich die Frage, wie lange man den chinesischen Drachen wirtschaftlich noch f\u00fcttern will, obgleich dieser die Korrosion Europas beabsichtigt<\/em>&#8222;.<\/p>\n<p><em>A<\/em>ls Kritik der Performance der GroKo ist das nachvollziehbar,\u00a0 aber wie stichhaltig ist die <strong>Diagnose &#8222;Weltbild&#8220;?<\/strong> Was mir zum Beispiel sauer aufst\u00f6\u00dft, ist die Forderung, unsere politische Spitze solle das Mittel &#8222;konsequenter, pr\u00e4ventiver Schw\u00e4chung eines m\u00f6glichen Konfliktgegners&#8220; systematisch einsetzen. Ist das w\u00fcnschenswert? Ist es \u00fcberhaupt mit der EU praktikabel? Was hat solcher Rat mit &#8222;westlichen Werten&#8220;, mit &#8222;Freiheit&#8220; und schlie\u00dflich mit &#8222;Demokratie&#8220; zu tun? Existierte die \u00fcberhaupt in diesen Fragen seit 1945 zu irgendeiner Zeit?<\/p>\n<p>Doch vielleicht sollen ja solche Experten die Deutschen &#8211; soweit die sich \u00fcberhaupt f\u00fcr Gro\u00dfe Politik interessieren &#8211; blo\u00df auf eine <strong>Kurskorrektur<\/strong> vorbereiten, auf die erneute Unterwerfung unter den\u00a0 geschw\u00e4chten &#8222;Allierten&#8220; USA, egal wer dort auf dem Thron sitzt?<\/p>\n<p>Zustimmend wiederholt Terhalle\u00a0 die Position eines regierungsloyalen* amerikanischen\u00a0 Zeitgeschichtlers mit konventionellem Arbeitsgebiet, <strong>Michael Kimmage<\/strong>, der &#8222;<em>die heute f\u00fcr \u00abden Westen\u00bb essenziellen Anstrengungen<\/em>&#8220; einfordert, &#8222;<em>um seine Macht in einer zunehmend nichtwestlichen Welt durchzusetzen<\/em>&#8222;. &#8211; Das sind amerikanische Worte. Der deutsche Experte erinnert an anderer Stelle auch an Trumps Wort von der Entfernung zu Amerika.<\/p>\n<div class=\"contributor-header__content\">\n<div class=\"contributor-header__top\">\n<div class=\"contributor-header__primary-info\"><em><b>*Michael Kimmage<\/b> is a professor of history at the Catholic University of America, specializing in the history of the United States, Europe, and Russia. A member of the secretary\u2019s policy planning staff at the US Department of State from 2014 to 2016 and the author of two books, he lives with his wife and two daughters in Washington, DC.\u00a0\u00a0<\/em> Quelle &#8222;Basic Books&#8220;\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.basicbooks.com\/contributor\/michael-kimmage\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h5 style=\"text-align: center;\">*<\/h5>\n<p><strong>Maximilian Terhalle<\/strong> schrieb bereits vor einem Jahr in der NZZ einen redaktionellen Beitrag derselben Tendenz: <strong>&#8222;<\/strong><em><strong>Warnung vor strategischem Schlafwandeln<\/strong> &#8211; Damit in Zukunft nicht M\u00e4chte wie China oder Russland \u00fcber uns bestimmen, braucht es mehr als aussenpolitische Improvisation. Dazu ermahnen uns Henry Kissinger und zwei regierungserfahrene Autoren.&#8220; <\/em>(NZZ 10.10.2019 &#8218;International&#8216; &#8211; <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/henry-kissinger-warnung-vor-strategischem-schlafwandeln-ld.1514086\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Was hei\u00dft &#8222;uns&#8220;? &#8211; F\u00fcr den Neo-Patrioten Kissinger galt zweifelsfrei &#8218;AMERICA FIRST&#8216;. Und ich bin kein Konzern.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Und die Autoren <strong>Hal Brands <\/strong>und<strong> Charles Edel<\/strong>? In <em>The Lessons of Tragedy. Statecraft and World Order<\/em> (Yale University Press, New Haven 2019) <em>&#8222;leiten sie den Blick des Lesers auf den verschwimmenden Ursprung der westlichen Ordnung von 1945: Krieg. Ohne Ausfl\u00fcchte betonen sie, ja, Krieg ist immerw\u00e4hrender Teil der Geschichte. Der D\u00e4mon wird wiederkehren, wenn wir uns nicht die milit\u00e4rischen Voraussetzungen hart erk\u00e4mpfter Freiheit, von Sicherheit und Wohlstand bewusstmachen und diese entsprechend energisch sch\u00fctzen. Und zwar hier und jetzt, mit allen verf\u00fcgbaren Mitteln, um nicht sp\u00e4ter einen Krieg f\u00fchren zu m\u00fcssen, der unweigerlich allergr\u00f6sste Opfer verlangt<\/em>.&#8220;<\/p>\n<p>Ich frage nicht, wer die Opfer beklagen wird oder jetzt schon beklagen muss und freue mich schon auf den neu eingef\u00fchrten morgigen &#8222;<strong>bundesweiten Warntag<\/strong>&#8220; (Badische Zeitung, Mi. 9.9.). Der Klang der Sirenen wird uns aufwecken und ersch\u00fcttern wie eine altgriechische Trag\u00f6die und das unter Wahrung aller Hygiene- und Abstandsregeln!<\/p>\n<p>Wir wollen\u00a0 Terhalles GASTBEITRAG in der FAZ.NET am 15.02.2018\u00a0 nicht vergessen <strong>&#8222;Von der Vision zur Strategie : Europas Augenblick ist gekommen.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was f\u00fcr ein r\u00fchriger &#8222;Gast&#8220; ist das? <\/strong><strong>Wikipedia<\/strong> listet penibel seine Stationen und Forschungsaufenthalte auf (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maximilian_Terhalle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK). <\/a>Und das <strong>Kings College London (KCL)<\/strong>, eine Elite-Universit\u00e4t mit &#8222;<em>Vision and Strategy<\/em>&#8220; (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-admin\/post.php?post=12055&amp;action=edit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>),\u00a0 gew\u00e4hrt seinem Gastprofessor\u00a0 ein starkes\u00a0 Profil:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Biography<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Maximilian Terhalle is Visiting Professor at the Grand Strategy Programme of King\u2019s College London. Between 2019 and 2020, he served as Senior Adviser for strategic affairs to the UK\u2019s Ministry of Defence. Currently, he is co-authoring a book on Germany\u2019s strategy in the post-Merkel era (as commissioned by IISS).<\/em><\/p>\n<p><em>In July, Maximilian published his proposal for a new NATO rationale, \u201cKeeping the Americans in, the Russians out, and the Chinese in check\u201d with <a href=\"https:\/\/rusi.org\/commentary\/germany-future-task-keeping-americans-russians-out-and-chinese-check\">RUSI<\/a>, which was considered by NATO\u2019s high-level Reflection Group. In May, his latest<\/em> book, \u201cStrategy as Vocation\u201d (<a href=\"https:\/\/www.nomos-shop.de\/titel\/strategie-als-beruf-id-85953\/\">NOMOS<\/a>), was <em>released. In a nutshell, his main research interests lie at the boundaries of Strategic Studies with its classical focus on questions of hard security, the study of changing world orders, and strategy-making, including the impact of leaders\u2019 worldviews as well as domestic aspects of mobilizing people for strategic purposes.<\/em><\/p>\n<p><em>Previously, Maximilian taught, and conducted research, at Yale, Columbia, Cornell and Oxford Universities (2007-12), at Berlin, Potsdam and Hagen Universities (2012-5) as well as LSE, Winchester and Cambridge Universities (2015-20). He obtained his Habilitation (professorial certificate) from the University of Potsdam, his DPhil from the University of Bonn as well as Master&#8217;s degrees from the Universities of London and Bonn. As part of his more than 10 years of research, teaching and (policy) work experience abroad, Maximilian has undertaken extended field trips to China and Egypt.<\/em><\/p>\n<p><em>Since 2009, he has published 16 peer-reviewed journal articles, amongst others in Security Studies, Review of International Studies, International Studies Perspectives, Zeitschrift f\u00fcr Internationale Beziehungen and five peer-reviewed monographs, edited volumes and edited Special Issues, including his \u201cThe Transition of Global Order\u201d which focuses on the US-China rivalry (Palgrave 2015, pb. 2017). Maximilian has also contributed more than 20 articles and book chapters to other publications.<\/em><\/p>\n<p><em>Viewing himself as a public intellectual, he has written some 30 commentaries for Foreign Policy, RUSI, The National Interest, POLITICO, Survival and Middle East Policy as well as for the Frankurter Allgemeine Zeitung, Neue Zuercher Zeitung, DIE WELT and the Financial Times and has appeared on international TV and radio broadcasting stations. While not a social media aficionado, he comments on strategic matters via @M_Terhalle and LinkedIn.<\/em><\/p>\n<p><em>Earlier in his career, he worked for the German Council on Foreign Relations and the Defence Department. As of 2020, he holds the rank of a Major (reserve) and is, as such, affiliated with the GER Defence Department\u2019s Policy Division.<\/em><\/p>\n<p><em>If urged to condense his overall approach to the practice, and academic understanding, of strategy into a few words, Maximilian would most likely agree that all such efforts need to be informed by the classical \u201cSense of Reality\u201d that Isaiah Berlin demanded. <\/em>(<a href=\"https:\/\/www.kcl.ac.uk\/people\/maximilian-terhalle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>)<\/p>\n<h4>P.S. : BILL GATES<\/h4>\n<h4>Der Bill Gates\u00a0 von MICROSOFT als ein &#8222;<em>Schlafwandler<\/em>&#8222;?\u00a0 Soll man ihn etwa mit einem blau\u00e4ugigen deutschen Mittelst\u00e4ndler verwechseln? Wie von ihm zu erwarten, war er auch in diesem &#8218;Projekt&#8216; ein skrupelloser Gesch\u00e4ftsmann, der jeden und alles verkauft. &#8218;Impfen lassen&#8216; will der selbsterm\u00e4chtigte &#8218;Philantrop&#8216; in Ruhestand die \u00c4rmsten der Welt! Wof\u00fcr das denn wieder?<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MOTTO\u00a0 DES\u00a0 ALLZU EHRGEIZIGEN PROJEKTS :\u00a0 Was wir heute nicht wissen, dar\u00fcber werden wir noch\u00a0 fr\u00fch genug &#8218;unterrichtet&#8216;. Man kommt doch sowieso nicht nach&#8230; 1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 31. August 2020\u00a0 &#8211;\u00a0 Bill Gates oder Mareike Ohlberg? &#8211; Klar und ! FAZ 24.8.20, &#8222;Unternehmen&#8220; S.22 &#8222;Chinas Kaderschmiede &#8211; Am Anfang des Aufstiegs des Reichs der Mitte zu einer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[223],"tags":[],"class_list":["post-12055","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-der-westen-und-china"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12055","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12055"}],"version-history":[{"count":28,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12055\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15420,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12055\/revisions\/15420"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12055"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12055"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12055"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}