{"id":1182,"date":"2013-06-26T12:12:51","date_gmt":"2013-06-26T11:12:51","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=1182"},"modified":"2013-11-27T12:18:10","modified_gmt":"2013-11-27T11:18:10","slug":"ueber-die-universitaetsphilosophie-zitate-und-kommentierung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=1182","title":{"rendered":"\u00dcber die Universit\u00e4tsphilosophie \u2013 Zitate und Kommentierung"},"content":{"rendered":"<p>zur Vorbereitung 26.6.13 (<em>Kommentare und zwei Belege Kursivdruck<\/em>)<!--more--><\/p>\n<p>142<\/p>\n<p>&#8211; Begegnung w\u00e4re auf anderen Wegen, dem Buch,\u00a0 als dem Vortrag eines Kathederphilosophen m\u00e4chtiger und wirksamer\u00a0 au\u00dferdem auf dem Gymnasium Plato studieren<\/p>\n<p>&#8211; Kein Interesse der Regierung an Philosophie als freie Wahrheitsforschung<\/p>\n<p>143<\/p>\n<p>was in allen anderen Wissenschaften Verpflichtung ist, nach Kr\u00e4ften und m\u00f6glichkeit zu lehren, was wahr und richtig ist, bei der Philosophie nur cum grano salis:<\/p>\n<p>145<\/p>\n<p>eine an die Landesreligion wie der Kettenhund an die Mauer gebundene Philosophie ist ein Zerrbild<\/p>\n<p>146<\/p>\n<p>gl\u00e4nzendste Kathederphilosophie: die Hegelsche Afterweisheit, der hohlste und sinnlehrste Wortkram u.s.w.<\/p>\n<p>147<\/p>\n<p>Nachspiel der Farce war die Konversion des Herrn v.Schelling zum Bigottismus &#8230;die Folge: gewaltiger Zudrang der Studenten<\/p>\n<p>152<\/p>\n<p>Auch Kants Philosophie w\u00e4re eine gro\u00dfartigere, entschiedenere, reinere und sch\u00f6nere geworden&#8230; obwohl er seine eigene Lehre nicht auf dem Katheder vortrug<\/p>\n<p>153<\/p>\n<p>Denker die f\u00fcr sich denken und die f\u00fcr andere denken, erstere sind Selbstdenker. Die Welt empf\u00e4ngt allein von ihnen Belehrung<\/p>\n<p>155<\/p>\n<p>Dass die Philosophie sich nicht zum Brotgewerbe eigne, hat schon Plato dargetan<\/p>\n<p>156<\/p>\n<p>In den sch\u00f6nen K\u00fcnsten und der Poesie hat jedes ihrer Werke eine gesonderte Existenz f\u00fcr sich. Aber die Philosophie ist ein Ganzes, eine Einheit. Es gibt vielerlei Sch\u00f6nheit, aber nur eine Wahrheit. Die Philosophie ist ihrer Natur nach exklusiv: sie begr\u00fcndet ja die Denkungsart des Zeitalters. Hinzu kommt, dass das Urteil h\u00f6chst schwierig ist.<\/p>\n<p>Hier wird durch Kunstgriffe das Falsche in Kurs gebracht, der Geist der Zeit vergiftet.<\/p>\n<p>165\/66<\/p>\n<p>Denn dar\u00fcber t\u00e4usche man sich nicht, dass zu allen Zeiten auf dem Erdenrunde und in allen Verh\u00e4ltnissen, eine von der Natur selbst angezettelte Verschw\u00f6rung aller mittelm\u00e4\u00dfigen, schlechten und dummen K\u00f6pfe gegen Geist und Verstand existiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i><span style=\"text-decoration: underline;\">Zwischenkommentar:<\/span><\/i><\/p>\n<p><i>Das Preu\u00dfen des Vorm\u00e4rz war nicht mehr das Kants, also des aufgekl\u00e4rten Absolutismus, auch der war nicht mehr ernstlich christlich. Auch mit dem Ideologiedruck kommunistischer Diktaturen war die Situation nicht vergleichbar. Zudem: Welche Konterbande h\u00e4tte Sch. denn Probleme bereiten k\u00f6nnen ? Liberalismus? Sozialismus? <\/i><\/p>\n<p><i>Hie\u00df Universit\u00e4t nicht Selbstverwaltung unter staatlicher Aufsicht, wie in ganz Europa?<\/i><\/p>\n<p><i>Die V\u00e4ter der Berliner Universit\u00e4t Johann Gottlieb FICHTE, Friedrich SCHLEIERMACHER und Wilhelm VON HUMBOLDT verbanden mit der Gr\u00fcndung der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin im Jahr 1810 die Hoffnung, dem philosophischen Geist der freien Wahrheitssuche eine Institution zu geben. Seit dem 100. Jubil\u00e4um der Berliner Universit\u00e4t im Jahr 1910 steht der Name &#8222;Humboldt&#8220; f\u00fcr einen Komplex von Ideen, die dem deutschen Hochschulwesen w\u00e4hrend des 19. Jahrhunderts zu Weltgeltung verholfen hatten. &#8222;Freiheit von Lehre und Lernen&#8220;, &#8222;Bildung durch Wissenschaft&#8220;, &#8222;Einheit von Forschung und Lehre&#8220; und &#8222;Vollst\u00e4ndigkeit der Disziplinen&#8220; waren die wichtigsten Grunds\u00e4tze der deutschen Universit\u00e4t. <a href=\"http:\/\/www.dijtokyo.org\/publications\/\/WP1004_Schulzer.pdf\">www.dijtokyo.org\/publications\/\/WP1004_Schulzer.pdf<\/a><\/i><\/p>\n<p><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p><i>Defizite der Humboldtschen Reformen. W\u00e4hrend sie f\u00fcr die Professoren eine Befreiung des Forschungsinteresses bedeuteten, blieben die Studenten, die ja auch berufsbildend lernten, st\u00e4rkeren Spannungen ausgesetzt. Von jeder Prop\u00e4deutik befreit, lag das Studium nun, nach Humboldts liberalem Menschenbild, ganz in ihrer Eigenverantwortung. Das unabgeschlossene Entwicklungsstadium der Studierenden wurde nicht ber\u00fccksichtigt; die Universit\u00e4t zog sich aus jeder Erziehungsaufgabe zur\u00fcck. Das schuf nach Meinung von Harm-Hinrich Brandt (W\u00fcrzburg) Freiraum f\u00fcr eine eigent\u00fcmliche studentische Subkultur und letztlich f\u00fcr eine antiliberale Tradition.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <span style=\"text-decoration: underline;\">www2.hu-berlin.de\/presse\/zeitung\/archiv\/99_00\/num_5\/5.html<\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Sch. wollte doch selber an die Universit\u00e4t. Was hatte er Hegel vorzuwerfen, was er nicht selber wenigstens versuchte? Die Schm\u00e4hungen\u00a0 tun mir fast k\u00f6rperlich weh. Sie sind Schopenhauers unw\u00fcrdig. Er hat zu dieser Zeit nicht mehr die pers\u00f6nliche Eignung zum Universit\u00e4tslehrer. Er w\u00fcrde auch heute nicht berufen werden. \/\/ Als ich diesen Satz am 27. vorbringe, ernte ich einen halb heiteren Sturm der Entr\u00fcstung.<\/i><\/p>\n<p>167<\/p>\n<p>Das Treiben der Unberufenen bringt, dass es den Tempel des Irrthums aufbaut &#8230;.<\/p>\n<p>\/<i>wer sollte Berufene berufen? Sie sich selbst erm\u00e4chtigen?<\/i>\/<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hegelei &#8230; an Stelle des eigenen, besonnenen und redlichen Denkens und Forschens, als Forschungsmethode die dialektische Selbstbewegung der Begriffe setzt, also ein objektives &#8211;\u00a0GEDANKENAUTOMATION<\/p>\n<p>\/ <i>Die zwingende Schl\u00fcssigkeit der eigenen Konstruktion, in einem schwierigen Hauptwerk realisiert, das war <\/i>im allgemeinsten, wichtigsten und schwierigsten Wissen <i>auch <span style=\"text-decoration: underline;\">Schopenhauer<\/span>s Anspruch. Hegel schrieb mehr oder weniger schwierige B\u00fccher, keine Katechismen oder \u201aWorte des Gro\u00dfen Vorsitzenden\u2019! Er hatte einen anderen, \u00e4lteren Ansatz aus dem 18.Jh., die \u201aVernunft\u2019, Schopenhauer hatte \u201avermittelt \u00fcber die altindische Maja &#8211; den \u201aWillen\u2019 entdeckt. Aus jeder Perspektive sieht man etwas anderes, keiner hat die ganze Wahrheit.<\/i><\/p>\n<p><i>Als philosophischer Lehrer versagt Schopenhauer in einem Alter, wo man menschliche Reife erreicht haben sollte. \u2013 Und dann sein eigenes Werk, war das dem<\/i> Selbst Denken <i>f\u00f6rderlich, und wo das wirkte (Nietzsche), war es segensreich? <\/i><\/p>\n<p>Man erw\u00e4ge den unberechenbaren Schaden, den .. eine absolute Unsinnsphilosophie den an ihr herangewachsenen Geschlechte und dadurch dem ganzen Zeitalter hat bringen m\u00fcssen&#8230;<\/p>\n<p>Sind nicht unz\u00e4hlige K\u00f6pfe der gegenw\u00e4rtigen Gelehrtengeneration dadurch von Grund auf verschroben und verdorben?<\/p>\n<p>\/ <i>vgl. \u201e\u00dcber Erziehung\u201c; wird er in den Wirkungen konkret? Was soll denn bei den Leuten h\u00e4ngen geblieben sein? War er 1860 nicht schon l\u00e4ngst der ber\u00fchmte \u201etote Hund\u201c? Wenn er am Marxismus schuld war, war Sch. am Faschismus schuld. Im Grunde war die Philosophie am Ende, im Schmollwinkel.\/<\/i><\/p>\n<p>168\u00a0\u00a0 <i>nun kommt\u2019s: <\/i><\/p>\n<p>Von der anderen Seite anst\u00f6\u00dfige Urteile \u00fcber die Philosophie! \/<i>Auch daran ist nur Hegel schuld.<\/i> <i>Sollte mit Schopenhauer nicht die Regentschaft der Philosophen beginnen sollen, denn\/<\/i> die arglose Jugend geht auf die Universit\u00e4t voll kindlichen Vertrauens und blickt mit Ehrfurcht auf die angeblichen Inhaber alles Wissens &#8230;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <i>\/wirklich? Man vergleiche nur App \u201eSchopenhauers Kompass\u201c \u00fcber Schopenhauers Studienzeit und \u201c\u00dcber Erziehung\u201c\/<\/i><\/p>\n<p>174<\/p>\n<p><i>\/Schuld sei er auch an dem \/ <\/i>Verdr\u00e4ngt werden<i> <\/i>der ernsten, tiefsinnigen und redlichen Philosophie Kants durch die Windbeuteleien <i>\/ sonst keiner? Doch: <\/i>Fichte, Schelling (180)<i>, Schopenhauer &#8230; und nur aus diesem Grunde? Schopenhauer selber baut an einem babylonischen Turm der Philosophie. Man hat mit Kant das Fundament gestohlen und den imposanten Bau von Schopenhauers Philosophie <\/i>abgesperrt von Luft und Licht, damit &#8230; meine angeborenen Anspr\u00fcche nicht zur Geltung k\u00e4men (137) meine eigene Philosophie<i>.<\/i> <i>Danke, Cut.<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>zur Vorbereitung 26.6.13 (Kommentare und zwei Belege Kursivdruck)<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-1182","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-schopenhauer_love_affair"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1182"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1186,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1182\/revisions\/1186"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}