{"id":11377,"date":"2020-05-14T22:00:35","date_gmt":"2020-05-14T20:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=11377"},"modified":"2021-10-20T17:09:31","modified_gmt":"2021-10-20T15:09:31","slug":"arte-feature-vs-tervuren-delcommune-vs-boma-storms-vs-lusinga","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=11377","title":{"rendered":"Arte-Feature vs. Tervuren &#8211; Delcommune vs. Boma &#8211; Storms vs. Lusinga"},"content":{"rendered":"<p>10. Januar bis 18. Mai 2020<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">EIN ARTE-FEATURE UNTERNIMMT DIE \u2018DEKOLONIALISIERUNG\u2019 DES MUSEUMS IN TERVUREN<\/p>\n<p><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\">Das <\/span><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\">Tervuren-Museum<\/span><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\"> wurde Ende 2018 nach f\u00fcnfj\u00e4hrigem Umbau er\u00f6ffnet. Es war offensichtlich, dass es unter feindlicher Beobachtung stand und den Erfolg seines &#8222;Reinigungsprozesses&#8220; nachweisen musste.<\/span><\/p>\n<p>Im Oktober 2019 sah ich dann einst\u00fcndiges Feature, das\u00a0 vom belgischen Fernsehen f\u00fcr ARTE produziert wurde: &#8222;Totems und Tabus &#8211; Belgiens Kolonialmuseum&#8220;. Wer immer das neue Tervuren repr\u00e4sentieren durfte, demonstrierte eine austarierte neue Eintracht &#8211; nicht nur von Fl\u00e4misch und Wallonisch, <span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\">um den Werbeeffekt nicht zu untergraben. Ich konnte meinen ersten Eindruck nicht verifizieren, da der Film schnell aus der ARTE-Medienbibliothek verschwand und ich nur ein paar Screenshots aufnehmen konnte.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\">Als wichtig ist mir jedoch die \u00c4u\u00dferung<\/span><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\"> eines Forschers im Ged\u00e4chtnis geblieben. Am Beispiel eines Gem\u00e4ldes von Hieronimus Bosch in Prado erinnerte er die \u00d6ffentlichkeit daran, dass &#8222;die koloniale und postkoloniale Geschichte eines Objekts auch zu seiner <\/span><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\">Geschichte <\/span><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\">geh\u00f6rt &#8222;.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\">Seit der Wiederer\u00f6ffnung haben sich die intellektuellen Positionen zur kolonialen Vergangenheit Belgiens versch\u00e4rft, soweit ich das \u00fcber das Internet beurteilen kann. Ich bin froh, dass mich niemand gebeten hat, Partei zu ergreifen, kann jedoch zwei pathetisch tremolierende Pr\u00e4sentationen \u201eheiliger gestohlener\u201c Objekte im Film nicht stillschweigend \u00fcbergehen, da meiner Meinung nach deren Bedeutung und die Umst\u00e4nde ihrer Verbringung nach Belgien verzerrt werden.<\/span><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Delcommune vs. Boma King<\/h3>\n<p>Ein Jahr vorher hatte ich<strong> Maarten Couttenier<\/strong>&#8217;s\u00a0 detaillierten Bericht <strong>&#8222;EO.0.0.7943&#8220; (<\/strong><a href=\"https:\/\/www.bmgn-lchr.nl\/articles\/10.18352\/bmgn-lchr.10553\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>) \u00fcber seine\u00a0 Recherchen zum gro\u00dfen <em>Nkisi<\/em> (Fetisch) aus Boma gelesen und ihn auf Deutsch in kr\u00e4ftigen Worten nacherz\u00e4hlt, also kurz und voller Action (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9414&amp;preview_id=9414&amp;preview_nonce=61bda9ce8c&amp;post_format=standard&amp;_thumbnail_id=-1&amp;preview=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>).<\/p>\n<p>Der Vorwurf &#8222;Raub sakraler Objekte&#8220; wird neuerdings\u00a0 von Intellektuellen &#8222;mit einem mehr humanistischen als anthropologischen Begriff von Religion&#8220; (L\u00e9on Siroto) schnell erhoben. Im deutschen Sprachraum vermute ich darin eine rhetorische Strategie, denn &#8222;sakral&#8220; wird als omin\u00f6ses Fremdwort gew\u00f6hnlich mit &#8222;heilig&#8220; gleichgesetzt und teilt dessen positive F\u00e4rbung. Ein Katholik mag &#8222;Heilige&#8220; verehren, darf aber auch ihrer Freundlichkeit vertrauen, da gibt es keine Ambivalenz. Im Film scheint der afrikanische Experte beim Fetisch von Boma \u00e4hnlich zu argumentieren, wenn er einseitig den &#8222;Schutz der Gemeinschaft&#8220; betont. Steckt darin der Einfluss &#8222;christlicher Erziehung&#8220;?\u00a0 So wie bei Achille Mbembe, der 1992 den Einfluss der katholischen Schule in Yaund\u00e9 auf sein Denken einger\u00e4umt hat? ( FAZ 9.5.2020, S.9: \u201eIsrael, les Juifs et Nous\u201c)<br \/>\nFetische sind in Afrika zumindestens ambivalent, denn ihr\u00a0 Potential\u00a0 zum Schadenszauber liegt offen zutage. Vermittelt durch \u201eSchadenzauberer\u201c kann letztlich jeder Zahlungsf\u00e4hige einen Fetisch\u00a0 t\u00e4tig werden lassen (Preston-Blier,<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=6686\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK <\/a>; Strother (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=8320\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>).<\/p>\n<p>Wahrscheinlich ist erbitterter Streit um &#8222;Werte&#8220; beim Thema \u201esakral\u201c wirklich unvermeidlich.<\/p>\n<div id=\"attachment_11386\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Goma-Kings-screenshot-2019-10-09.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11386\" class=\"size-medium wp-image-11386\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Goma-Kings-screenshot-2019-10-09-360x225.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Goma-Kings-screenshot-2019-10-09-360x225.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Goma-Kings-screenshot-2019-10-09-900x563.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Goma-Kings-screenshot-2019-10-09-624x390.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Goma-Kings-screenshot-2019-10-09.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11386\" class=\"wp-caption-text\">Goma-Kings screenshot 2019-10-09<\/p><\/div>\n<p><strong>Der erste Fall eines Fetischs aus Boma<\/strong>:<\/p>\n<p>Die Faktoreien genossen damals \u00fcbrigens noch nicht den Schutz einer Kolonialmacht. Die neun \u201eK\u00f6nige von Goma\u201c an der M\u00fcndung des Kongo waren ihre Handelspartner und hielten sie erfolgreich vom Landesinneren fern.\u00a0 Als D\u00fcrre und eine verheerende Hungersnot 1878 sch\u00e4tzungsweise ein Viertel der Bev\u00f6lkerung dahinrafften und die Wohlhabenden verarmen lie\u00dfen, erh\u00f6hten die &#8218;K\u00f6nige von Boma&#8216;\u00a0 vertragswidrig ihren Zoll auf Exporte. In ihrer Verzweiflung besteuerten sie den Handel aber so hoch, dass er dann v\u00f6llig verschwand, schreibt MacGaffey (&#8222;Schlussphase&#8220; im <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4251\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>).<\/p>\n<div id=\"attachment_11385\" style=\"width: 309px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Faktoristen-Delcommune-screenshot-2019-10-09-um-21.59.44.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11385\" class=\"wp-image-11385\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Faktoristen-Delcommune-screenshot-2019-10-09-um-21.59.44-360x225.jpg\" alt=\"\" width=\"299\" height=\"187\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Faktoristen-Delcommune-screenshot-2019-10-09-um-21.59.44-360x225.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Faktoristen-Delcommune-screenshot-2019-10-09-um-21.59.44-900x563.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Faktoristen-Delcommune-screenshot-2019-10-09-um-21.59.44-624x390.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Faktoristen-Delcommune-screenshot-2019-10-09-um-21.59.44.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11385\" class=\"wp-caption-text\">Delcommune et coll\u00e8gues (?) screenshot 2019-10-09<\/p><\/div>\n<p>Eine milit\u00e4rische Konfrontation gewannen die Faktoreien Ende des Jahres. Dabei\u00a0 erbeutete der Faktorist A. Delcommune mit seinen f\u00fcnfzehn (!) afrikanischen S\u00f6ldnern im Wildweststil den \u2018War Fetish\u201d eines der neun Boma-K\u00f6nige. Maarten Couttenier erf\u00e4hrt aus Delcommunes Aufzeichnungen etwas \u00fcber die\u00a0 Umst\u00e4nde des Besitzerwechsels und \u00fcber den Geldwert des Fetischs. Der belgische H\u00e4ndler benutzte von da an dessen Abschreckungseffekt zum Schutz seines Warenlagers vor Dieben. Warum sollte er diese kostenlose \u201aVersicherungspolice\u2019 wieder aus der Hand geben? <span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\"><span class=\"\" title=\"\">Keiner der afrikanischen &#8222;K\u00f6nige&#8220; in Goma h\u00e4tte dies ohne eine profitable Vereinbarung\u00a0 getan.<\/span> <span class=\"\" title=\"\">Und wenn heute <\/span><\/span><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\"><span class=\"\" title=\"\">nach 140 Jahren <\/span><\/span><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\"><span class=\"\" title=\"\">der Enkel des ungl\u00fccklichen K\u00f6nigs erkl\u00e4rt, dass seine Familie den Fetisch brauche und zur\u00fcck fordere, geht es wahrscheinlich wieder um eine Einnahmequelle.<\/span><\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Boma-Nkisi-\u201eEO.0.0.7943\u201c.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-11396\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Boma-Nkisi-\u201eEO.0.0.7943\u201c-255x360.jpg\" alt=\"\" width=\"255\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Boma-Nkisi-\u201eEO.0.0.7943\u201c-255x360.jpg 255w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Boma-Nkisi-\u201eEO.0.0.7943\u201c-637x900.jpg 637w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Boma-Nkisi-\u201eEO.0.0.7943\u201c-1087x1536.jpg 1087w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Boma-Nkisi-\u201eEO.0.0.7943\u201c-624x882.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Boma-Nkisi-\u201eEO.0.0.7943\u201c.jpg 1241w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/a>Gro\u00df und mit diesen Lappen umwickelt, ist die Figur\u00a0 wirklich beeindruckend. Doch anders als Pater Couturier (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9580\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK)<\/a> m\u00f6chte ich diesen Fetisch nicht als \u201eKunst\u201c in europ\u00e4ischer Bedeutung sehen, auch wenn sein \u00e4sthetischer Aspekt zweifellos f\u00fcr seine Wirkung relevant war. Wyatt MacGaffey weist auf die im Grunde triviale anthropologische Konstante hin, dass fast immer alle Sinne an der Wirkung eines Objekts beteiligt sind (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4445\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>). Oder aus anderer Perspektive beleuchtet: Den M\u00e4chtigen sind alle Mittel recht. Im Film fiel mir die nat\u00fcrlich unkommentierte Szene auf, in der der Diktator Mobutu sich wie ein traditioneller Herrscher auf einem viel zu gro\u00dfen Thron r\u00e4kelte. (Darf man einem afrikanischen Diktator von vorneherein ein pers\u00f6nliches koloniales Trauma absprechen?)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Storms vs. Lusinga<\/h3>\n<p>Zum zweiten Objekt entdecke ich eine Monographie von <strong>Allan F. Roberts<\/strong>, eines Experten an der UCLA, Kalifornien,\u00a0 f\u00fcr Geschichte und Kunst des \u00f6stlichen Kongo: \u201c<strong>A Dance of Assassins \u2013 Performing Early Colonial Hegemony in the Congo<\/strong>\u201d (Indiana University Press 2013).\u00a0 Er f\u00fchrt uns an die Ufer des Tanganjika-Sees in die 1880er Jahre, zur Konfrontation zweier Abenteurer. Sie begegneten einander auf Augenh\u00f6he, wie man heute\u00a0 gern sagt. Nicht umsonst hei\u00dft die Studie \u201eTanz der M\u00f6rder\u201c.<\/p>\n<p>Der eine , Lusinga, war ein H\u00e4uptling unter den Tabwa und Chef einer marodierenden Privatarmee von Gl\u00fccksrittern am Tanganjika-See. Er trieb mit den Sansibari Sklavenhandel und terrorisierte &#8218;fremde&#8216; D\u00f6rfer der Umgebung. Seine &#8211; selbstverst\u00e4ndlich magische &#8211; gro\u00dfe Holzfigur war sichtbarer Ausweis &#8222;legitimer&#8220; Herrschaft.<\/p>\n<p>Der andere, Leutnant Storms, war als\u00a0 inoffizieller Agent K\u00f6nig Leopolds am Tanganyika-See\u00a0 auf sich gestellt. Auch er unterhielt eine kleine Privatarmee. Eine gezielte Kr\u00e4nkung durch den einheimischen Gegenspieler wollte er nicht hinnehmen. Seine afrikanischen S\u00f6ldner brachten ihm dessen Kopf &#8211; und die Kraft-Figur. Sie mussten mit dem &#8218;K\u00f6nig&#8216; verschwinden, damit dessen Familie mit ihr nicht den Herrschaftsanspruch erneuern konnte. Wegen eines Arrangements zwischen Morton Stanley mit dem m\u00e4chtigen ostafrikanischen Handelsherrn Tippu Tip (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tippu-Tip\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>) wurde Storms f\u00fcr Leopold \u00fcberfl\u00fcssig und kehrte ergebnislos nach Belgien zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Figur beeindruckte Storms\u00a0 nicht nur als Troph\u00e4e, sonst h\u00e4tte sie nicht \u00fcber drei\u00dfig Jahre einen Ehrenplatz im heimischen Salon erhalten. Erst seine Witwe \u00fcbergab sie dem Kolonialmuseum in Tervuren.<\/p>\n<div id=\"attachment_11382\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lusinga-bei-Storms-2019-10-09.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11382\" class=\"size-medium wp-image-11382\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lusinga-bei-Storms-2019-10-09-360x225.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lusinga-bei-Storms-2019-10-09-360x225.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lusinga-bei-Storms-2019-10-09-900x563.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lusinga-bei-Storms-2019-10-09-624x390.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lusinga-bei-Storms-2019-10-09.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11382\" class=\"wp-caption-text\">Lusinga in Storms&#8216; Salon Screenshot 2019-10-09<\/p><\/div>\n<p>Damit verschiebt sich f\u00fcr mich die moralische Frage, ohne dass sie ihre Sch\u00e4rfe verlieren w\u00fcrde, aber sie wird komplexer und kommt im Unterschied zur reinen Opferperspektive der vermutlichen Realit\u00e4t n\u00e4hert: Die belgischen, franz\u00f6sischen und deutschen &#8218;Pioniere&#8216; der Kolonialeroberung bedienten sich &#8218;landes\u00fcblicher&#8216; Methoden einheimischer Gewaltherrscher oder Milizenchefs.<\/p>\n<dl id=\"attachment_11380\">\n<dd>\n<div id=\"attachment_11383\" style=\"width: 154px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lusingas-Figur-2019-10-09.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11383\" class=\"wp-image-11383\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lusingas-Figur-2019-10-09-179x360.jpg\" alt=\"\" width=\"144\" height=\"290\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lusingas-Figur-2019-10-09-179x360.jpg 179w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Lusingas-Figur-2019-10-09.jpg 334w\" sizes=\"auto, (max-width: 144px) 100vw, 144px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11383\" class=\"wp-caption-text\">screenshot ARTE 2019-10-09<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eins begreife ich nicht: Warum soll dieses Schnitzwerk f\u00fcr Europ\u00e4er &#8218;das bedeutendste afrikanische Kunstwerk in Tervuren&#8216; sein, wie im Film aus dem Off behauptet wird? \u201eEher teigig\u201c w\u00fcrde ich sagen, die F\u00fc\u00dfe, die Gestalt, und kein ehrw\u00fcrdiges Gesicht, wie man es von Ahnenstatuen der Tabwa kennt.<\/dd>\n<\/dl>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6><\/h6>\n<p>Allen F. Roberts ging den historischen Diskursen beider Seiten nach, mit einem Quentchen Humor, und machte Erfahrungen mit dem, wie man hier und dort \u2018historische Wahrheit\u2019 versteht.<\/p>\n<p>Die Internet-Plattform <strong>&#8222;Jstor.com&#8220;<\/strong> bietet \u00fcberraschenderweise barrierefrei die Kapitelanf\u00e4nge des Buchs (<a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/j.ctt16gzh1n\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>), die einen gewissen Einblick vermitteln, der aber erschwert wird durch die Wiederholung der Themen aus verschiedenen Blickwinkeln. Ich arbeite gelegentlich noch an Zusammenfassungen, etwa, was die traditionelle afrikanische Rhetorik angeht oder Storms&#8216; s\u00e4kularen &#8218;Hausaltar&#8216;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10. Januar bis 18. 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