{"id":11099,"date":"2020-04-21T22:24:02","date_gmt":"2020-04-21T20:24:02","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=11099"},"modified":"2022-02-15T22:35:29","modified_gmt":"2022-02-15T21:35:29","slug":"die-duala-haben-kameruns-geschichte-gepraegt-lesefruechte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=11099","title":{"rendered":"Duala in der Geschichte Kameruns &#8211; Hintergrund des Bootsmodells (1.1)"},"content":{"rendered":"<h4>Stand: 7.8.2020 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<span style=\"color: #ff0000;\"> Vorbemerkung:<\/span><\/h4>\n<p>Die Textzusammenstellung erhebt keinen streng wissenschaftlichen Anspruch. Ich habe mich vom erworbenen Objekt aus in verschiedene Themen eingelesen. Je mehr ich las, desto deutlicher traten L\u00fccken und Unstimmigkeiten zwischen den Darstellungen hervor. Au\u00dferdem waren \u00dcbersetzungen n\u00f6tig. Inhaltliche \u00dcberschneidungen konnte und wollte ich nicht vermeiden. Ich denke: F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis eines so interessanten historischen Objekts wie des Modells einer Piroge der Duala, ist ein fehlerhaft gezeichneter Hintergrund besser als gar keiner.<\/p>\n<p>In einem zweiten Beitrag schildere ich den Erwerb und diskutiere Herkunft und Kontext des Bootsmodells (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=11125\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>). In einem dritten folgen Objektbeschreibung und Deutungsversuche (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=11203\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>). Ein Freund hat vorgeschlagen, mit dem zweiten Beitrag zu beginnen. Warum nicht?<!--more--><\/p>\n<p>Historische Bildquellen haben meiner Vorstellungskraft sehr geholfen, deshalb will ich die eindr\u00fccklichsten auch Ihnen nicht vorenthalten. Durch Anklicken lassen sie sich vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>Quellenangaben finden Sie (bis auf Ausnahmen) am Ende des 1.und 3. Beitrags.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Karte_von_Camerun-um-1888.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11106\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Karte_von_Camerun-um-1888.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"583\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Karte_von_Camerun-um-1888.jpg 728w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Karte_von_Camerun-um-1888-360x350.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Karte_von_Camerun-um-1888-624x606.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8222;Karte_von_Camerun, um 1888&#8220;\u00a0 &#8211; Damals selbstverst\u00e4ndlich nur der S\u00fcdwesten !<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">INHALT<br \/>\n<\/span><\/h4>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">\u00a0Eine tropischer Mangrovensumpf wird zum attraktiven Handelsplatz<\/span><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><em> \u00a0 <\/em>Sklaverei und Handel mit Sklaven im s\u00fcdwestlichen Kamerun<\/span><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">&#8222;Christianisierung&#8220; der Duala (im Text aufgeteilt nach Epochen!)<br \/>\n<\/span><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Die\u00a0 typische Siedlungsstruktur von Cameroon-Stadt im 19. Jh.<br \/>\n<\/span><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Die\u00a0 Duala\u00a0 in der deutschen Kolonie Kamerun und danach<br \/>\n<\/span><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Literatur<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Der erste historische Faktor : Das Mangroven-Delta von Duala<\/h4>\n<p>Der traditionelle Handelsplatz der Duala in der Bucht von Kamerun liegt verkehrstechnisch g\u00fcnstig, aber in der \u201efeuchten Armh\u00f6hle Afrikas\u201c,\u00a0 vier Grad \u00fcber dem \u00c4quator und rund zwanzig Kilometer vom Atlantik entfernt inmitten eines Mangrovendeltas, umgeben von undurchdringlichen Urw\u00e4ldern. Der Blick erreicht kaum das gegen\u00fcberliegende\u00a0 Ufer des Wuri, denn die Gegend liegt fast ununterbrochen in einem grauen, dicken, hei\u00dfen Dunst. Die Luftfeuchtigkeit ist enorm , ein Paradies der Fieberm\u00fccken. Hier kam vor rund vierhundert Jahren die Wanderung der Duala aus dem Kongo-Gebiet zum Stehen. Sie verdr\u00e4ngten die bereits ans\u00e4ssigen Bassa ins Landesinnere\u00a0 und verteilten sich entlang der Flussl\u00e4ufe. Sie lebten\u00a0 <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-02-15-um-21.38.59.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-11170\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-02-15-um-21.38.59-170x150.png\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a>fortan vom &#8218;Wasser&#8216;. Die zentral gelegenen Duala-D\u00f6rfer entwickelten sich bis zum 18. Jahrhundert\u00a0 zu einer prosperierenden Gemeinde namens Duala. Die K\u00fcsten-Duala kauften Waren und Sklaven von Innengruppen wie Bakweri, Mungo, Bassa und Bakoko und verkauften sie an die Europ\u00e4er weiter, zun\u00e4chst auf deren Schiffen, und sp\u00e4ter an Festlandfabriken oder Gesch\u00e4fte. Im Gegenzug lieferten die Europ\u00e4er Alkohol, Schie\u00dfpulver, Waffen, Spiegel, Schuhe, Textilien und Werkzeuge. (wikipedia.en).\u00a0 Den Ackerbau \u00fcberlie\u00dfen die Duala versklavten Nachbarn. Sie bauten unendlich viele Pirogen, dazu war sich niemand unter den Duala zu schade,\u00a0 und sie mussten versuchen, sich die unberechenbaren fremden Fluss- und Meeresgeister &#8222;Jengu&#8220;\u00a0 (Plural &#8222;mengu&#8220;) g\u00fcnstig zu stimmen. &#8222;Sie regierten die Wasserwelt, waren die Herren der Fische, Seek\u00fche und Krabben, auch von in der Str\u00f6mung wachsenden Raffia-Palmen. Sie fanden sich in gef\u00e4hrlichen Str\u00f6mungen, an verborgenen Felsen, an Wasserf\u00e4llen, in dichtem Geb\u00fcsch und \u00fcber Untiefen.&#8220; (Ren\u00e9 Bureau p.56)\u00a0 Auch mehrt\u00e4giges Ausfahren zum Fischfang auf hoher See geh\u00f6rte dazu. (Hinweis von Harter 1960, nach Heuermann &#8222;Der schizophrene Schiffsschnabel&#8220; 3.3.3)<\/p>\n<h6><\/h6>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Roland Daus\u00a0 schildert eing\u00e4ngig die \u00f6konomischen Zusammenh\u00e4nge :<\/h4>\n<p>Dass es an einer solchen Stelle \u00fcberhaupt zu einer Bev\u00f6lkerungsansammlung gekommen war &#8211;<\/p>\n<div id=\"attachment_11100\" style=\"width: 267px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Karte-Duala-Austen-p.128.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11100\" class=\"size-medium wp-image-11100\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Karte-Duala-Austen-p.128-257x360.jpg\" alt=\"\" width=\"257\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Karte-Duala-Austen-p.128-257x360.jpg 257w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Karte-Duala-Austen-p.128-643x900.jpg 643w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Karte-Duala-Austen-p.128-624x873.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Karte-Duala-Austen-p.128.jpg 714w\" sizes=\"auto, (max-width: 257px) 100vw, 257px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11100\" class=\"wp-caption-text\">Karte Duala (Austen p.128)<\/p><\/div>\n<p>erkl\u00e4rt Ronald Daus, Chronist der Siedlungsgeschichte von Duala &#8211;\u00a0 lag an den Besonderheiten des Handels zwischen den M\u00fcndungen des Niger und des Kongo. Da ununterbrochen Schiffe aus Europa an dieser K\u00fcste vorbeisegeln mussten, legten viele hier spontan und f\u00fcr kurze Zeit an, um Verpflegung, Holz oder andere Notwendigkeiten zu bunkern. Die V\u00f6lker, die in der N\u00e4he des Meeres lebten, konzentrierten sich immer mehr auf relativ leicht zug\u00e4ngliche Landepl\u00e4tze. Aus Bauern, Fischern und J\u00e4gern wurden Proviantlieferanten. Sie spezialisierten sich auf diese Art Zufallshandel. Aus der Ausnahme war im 18.Jh.\u00a0 die Regel geworden. Und es etablierte sich der \u201eSperrhandel\u201c. Beg\u00fcnstigt durch den \u201aunwegsamen\u2019 und oft weitfl\u00e4chig \u201aunbewohnten\u2019 Urwald, der sie umgab, gestatteten die K\u00fcstenv\u00f6lker niemandem, von der K\u00fcste ins Innere vorzudringen. Sie wurden zu geschickten Zwischenagenten (&#8222;middle-men&#8220;) . Mussten zum Beispiel Rohgummiballen die Herrschaftsgebiete mehrerer V\u00f6lker durchqueren, vereinbarte man Zug um Zug mit den jeweiligen Machthabern ein besonderes \u201eKreditsystem\u201c. Jeder gab die Erlaubnis zum Transit, um am Ende mit einem Anteil am Gewinn belohnt zu werden. Da jede Seite immer auch Schulden bei der anderen hatte, gestalteten sich solche Kontakte sehr stabil. Unter der Oberaufsicht der Duala differenzierte sich der Handel. Nicht mehr nur \u00dcberlebenswichtiges wie Palm\u00f6l und Wachs wurden getauscht, sondern auch Sklaven und Elfenbein f\u00fcr die Europ\u00e4er. (&#8222;Banlieue&#8220; 166-167)<\/p>\n<p>Im 18. Jh. \u2013 zwischen 1750 und 1807 &#8211; vervielfachte sich der transatlantische Sklavenhandel. Die Nachfrage verwies die mit Elfenbein zeitweise auf den zweiten Rang. Immerhin 42.000 Individuen wurden exportiert. (Ralph A. Austen p.152)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Was sollte man \u00fcber &#8222;Sklaverei&#8220;und &#8222;Handel mit Sklaven&#8220; im s\u00fcdwestlichen Kamerun wissen?<\/h3>\n<p>Dem Thema wurden im 41. Band von <strong>Paideuma<\/strong> 1995 zehn Einzelstudien gewidmet. Man fragte nach den Voraussetzungen und den Zwecken des Erwerbs von Sklaven, dem Verst\u00e4ndnis von Sklaven und Sklaverei, sowie deren Behandlung. (95)\u00a0 Ob nun in den K\u00f6nigreichen der &#8222;Grassfields&#8220; (Kom, Bamum u.a) oder den Duala am Atlantik: Im Wesentlichen herrschten \u00fcberall die gleichen Verh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p>&#8218;Sklaven&#8216;\u00a0 waren &#8218;frei verf\u00fcgbare&#8216; Personen, die sie als unfreie und marktf\u00e4hige (&#8218;marketable&#8216;) Menschen angesehen waren. Sie wurden haupts\u00e4chlich durch Kauf oder Gefangennahme im Krieg erworben. Man verkaufte aber auch Kriminelle und Ausgesto\u00dfene nach au\u00dfen. Sie wurden als Menschen betrachtet, die ihre Freiheit verloren hatten und die man daher als Ware tauschen konnte, da sie nicht auf den R\u00fcckhalt ihrer Herkunftsgesellschaft z\u00e4hlen konnten. Bei den Bamum\u00a0 werden auch &#8218;aufs\u00e4ssige Ehefrauen&#8216; und zahlungsunf\u00e4hige Schuldner erw\u00e4hnt. Widerspenstige Sklaven wurden mit Erlaubnis des K\u00f6nigs get\u00f6tet oder im Ausland verkauft.<\/p>\n<p>Die herrschende Sitte gew\u00e4hrte Sklaven und Sklavinnen begrenzten Schutz. Blutvergie\u00dfen im Dorf war verp\u00f6nt, zwei Ruhetage pro Arbeitswoche waren die Regel, und man erw\u00e4hnte in Gegenwart des Betroffenen nicht seinen Sklavenstand. Frauen wurden milder behandelt als M\u00e4nner. Sie arbeiteten f\u00fcr die Familie des Eigent\u00fcmers auf den Feldern, gebaren ihm und seiner Lineage Kinder, standen als Br\u00e4ute f\u00fcr die Familienpolitik des Oberhaupts zur Verf\u00fcgung oder als Geschenke an den K\u00f6nigshof oder als Eintrittsgabe in exklusive Kultgesellschaften.<\/p>\n<p>Wer sich also\u00a0 in die Gemeinschaft integrieren durfte, wurde\u00a0 als Teil der unteren Gesellschaftsschicht betrachtet, durfte heiraten \u2013 die Kinder konnten sich bereits als &#8218;Freie&#8216; selber wirtschaftlich bet\u00e4tigen. Sozialer Aufstieg Einzelner kam vor \u2013 manche &#8218;Sklaven&#8216; besch\u00e4ftigten selber Sklaven. Die meisten aber waren Hauspersonal, Handwerker, Farmer, H\u00e4ndler, Fu\u00dfsoldaten. Von Ritualen und politischen Institutionen waren sie ausgeschlossen, in den Familien, die sie als Sklaven erworben hatten, blieben sie immer unm\u00fcndig. Manchmal mussten sie ihren Herren unangenehme Arbeiten abnehmen. Wer Pech hatte, diente als wertvolles Geschenk im diplomatischen Verkehr der Eliten oder wurde beim Tod eines W\u00fcrdentr\u00e4gers zur Selbstt\u00f6tung &#8218;aus Verzweiflung&#8216; aufgefordert. (97)<\/p>\n<p>Die schwerer zu assimilierenden erwachsenen m\u00e4nnlichen Kriegsgefangenen und erst recht &#8211; als Strafma\u00dfnahme &#8211; m\u00e4nnliche St\u00f6renfriede wurden auf M\u00e4rkten verkauft, die weit von der <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-03-21-um-20.08.42.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-11184\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-03-21-um-20.08.42-170x150.png\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a>Heimat entfernt lagen. Das konnte auf einem europ\u00e4ischen Handelsschiff enden.<\/p>\n<p>Mit der zeitweise boomenden Nachfrage nach Sklaven in der Bucht von Duala \u00e4nderten sich das Verh\u00e4ltnis\u00a0 von Binnen- und Exporthandel mit Sklaven, aber die Beibehaltung der Institution rechtloser Bev\u00f6lkerungsschichten schien den Bamum oder Duala-Eliten unverzichtbar f\u00fcr die Gesellschaftsordnung.\u00a0 Im Lande selbst ging es den &#8218;Sklaven&#8216; also um ihre Emanzipation, nach 1845 wurden sie von baptistischen Missionaren darin unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Da das Deutsche Reich in Kamerun ab 1885 auf das B\u00fcndnis mit den traditionellen Eliten angewiesen war, z\u00f6gerte es lange Zeit, in den Sklavenbesitz und Binnenhandel mit Sklaven einzugreifen. Noch 1902 \u00fcberzeugte Duala Manga Bell die Verwaltung, zwei rechtskr\u00e4ftig verurteilte Sklavenh\u00e4ndler zu begnadigen, weil kein Eingeborener wirklich verstehen w\u00fcrde, dass derartige Transaktionen im Lande selbst illegal w\u00e4ren. (143) Damals wechselte der Bell Klan gerade zum kommerziellen Kakao-Anbau f\u00fcr den Export und hatte erh\u00f6hten Bedarf an Pflanzern, die traditionell Sklaven-Status hatten (143\/144). Erst ab 1902 erschwerte die deutsche Kolonialverwaltung die Beibehaltung der Diskriminierung. Unter den Franzosen wurde der Kakao in der Region ab den zwanziger Jahren allm\u00e4hlich in kleinen Familienbetrieben angebaut.<\/p>\n<h5><\/h5>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Die\u00a0 politische Entwicklung im 19. Jh. (<em>en.wikipedia.org<\/em>)<\/h3>\n<p>Der Handel ver\u00e4nderte die Duala-Gesellschaft dramatisch. Europ\u00e4ische Waren wurden zu Statussymbolen und einige Herrscher ernannten westliche H\u00e4ndler und Missionare zu Beratern. Man sprach Pidgin-Englisch. Ein hoher Anteil der Duala wurde reich. Durch den neuen Handel entstanden Spannungen mit den Habenichtsen. Der Wettbewerb eskalierte zwischen den K\u00fcstengruppen und sogar zwischen verwandten Siedlungen.<\/p>\n<p>Ndumb&#8217;a Lobe von der Bell-Linie erkl\u00e4rte sich im 19. Jahrhundert zum King Bell. Chefs rivalisierender Unterlinien konkurrierten bald mit ihm, darunter der selbsternannte K\u00f6nig Akwa (Ngando Mpondo) von 1814, King Deido (Jim Ekwalla) von Deido (eine Akwa-Splittergruppe) und Prince Lock Priso (Kum&#8217;a Mbape) von Bonaberi. Die Konkurrenzen wurden auch symbolisch &#8211; &#8217;sportlich&#8216; &#8211; ausagiert, und zwar in Ruderregatten, die auf dem Wuri-Fluss vor Deido immer h\u00e4ufiger und mit &#8222;speziellen Rennkanus, den bolo pa pen, die <em>Tange<\/em> trugen, abgehalten wurden. (Harter 1960,p.71, nach Heuermann 3.3.3)<\/p>\n<p>Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Briten die F\u00fchrung im Handel mit der Handelsaristokratie \u00fcbernommen. Zur selben Zeit verpflichtete die Britische Krone die H\u00e4ndler, die Sklaverei im Golf von Guinea zu beenden, und nach ein paar Jahrzehnten lie\u00df sich wenigstens der Export unterdr\u00fccken. Bereits 10. Juni 1840 und am 7. Mai 1841 unterzeichneten als erste die Duala\u00a0 &#8218;Kings&#8216; Akwa und Bell Vertr\u00e4ge gegen die Sklaverei. Im Austausch versorgten die Europ\u00e4er sie j\u00e4hrlich mit Alkohol, Waffen, Textilien und anderen Waren. Dar\u00fcber hinaus verboten die &#8218;Kings&#8216; Praktiken, die die Briten als barbarisch betrachteten, wie beispielsweise das Opfer von Frauen eines H\u00e4uptlings nach seinem Tod. Die Briten wollten die Duala auch nach ihren eigenen Zivilisationskonzepten formen. Das bedeutete Erziehung zum westlichen Lernen und Konvertierung zum Christentum. Alfred Saker er\u00f6ffnete eine Mission in Douala im Jahr 1845.<\/p>\n<p>Wikipedia vergisst zu erw\u00e4hnen: die erste Schule und einen Verkaufsladen Sakers , dazu Ziegelfabrik, Holzs\u00e4gerei und kleine Werft (Daus 168). Bis 1875 entstanden zahlreiche Missionen und Schulen in Douala und anderen Siedlungen.\u00a0 Die Unterschichten, die sich inzwischen gegen die Bevormundung durch die Duala-Elite auflehnten, interessierten sich f\u00fcr die gepredigte Gleichheit der Menschen. Alle gesellschaftlichen Gruppen aber erhofften materielle Vorteile durch &#8218;Bildung&#8216;. Am erfolgreichsten war darin die Elite der Duala. Ein hoher Grad an Alphabetisierung erlaubte es der gebildeten Oberschicht von H\u00e4ndlern, Klerikern und Farmern, sich weiter zu entwickeln. Diese Gruppe wurde mit dem europ\u00e4ischen Recht und den Konventionen vertraut, was es ihr sp\u00e4ter m\u00f6glichte, f\u00fcr ihre Interessen mit Petitionen, Gerichtsverfahren und\u00a0 durch Interessenverb\u00e4nde einzutreten. (Wiki. &#8222;Duala&#8220;)<\/p>\n<p>Mit dem schleichenden Verlust des Handelsmonopols kehrten die meisten Duala freilich zur Subsistenz-Landwirtschaft oder zum Fischfang zur\u00fcck, um zu \u00fcberleben. Das ist auch heute noch sogar in direkter Nachbarschaft der Millionenstadt der Fall, etwa auf der Insel Jebal\u00e9.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0&#8218;Soziologie der christlichen Mission unter den Duala&#8216;<\/h3>\n<p>Die Duala sind zu etwa neunzig Prozent Mitglieder christlicher Kirchen, aber damit ist nur die Oberfl\u00e4che ihres spirituellen Lebens charakterisiert, wie Eric de Rosny und Ren\u00e9 Bureau zeigen. Ich stie\u00df auf ihre B\u00fccher, als ich an meinem k\u00fcrzlich erworbenen Schiffsmodell unter einem demonstrativen Christentum die Zeichen der Wassergeister-Verehrung entdeckte. Ren\u00e9 Bureau, Afrikanist und Religionssoziologe, seit 1957 Kenner und Freund der Douala, ver\u00f6ffentlichte sein Buch erst 1996. Es dokumentiert einen Wechsel\u00a0 vorherrschender Stimmungen. Die Mentalit\u00e4t der Leute hat sich dabei sicher kaum ver\u00e4ndert.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Ren\u00e9 Bureau zitiert: \u201eC\u2019est le Blanc qui a apport\u00e9 la R\u00e9ligion!\u201c<\/h4>\n<p>&#8222;Der Wei\u00dfe hat die Religion ins Land gebracht&#8220; (20) &#8211; Dieser Satz erweist seine Vielschichtigkeit erst in den folgenden zwei Jahrhunderten bis heute. (Meine Lesenotizen teile ich darum auf.)<\/p>\n<p>Bevor europ\u00e4ische Missionare die christliche Botschaft predigten, hatten sich die Duala in mehreren Jahrhunderten beim Sklavenhandel ihr Urteil \u00fcber die Wei\u00dfen gebildet. Das waren oft skrupellose wei\u00dfe Alliierte\u00a0 bei der Unterwerfung der Inlandsst\u00e4mme. Zugleich waren sie <em>dominateurs<\/em> und Fremde, die ihre Verachtung afrikanischer Lebensart auch gegen\u00fcber den\u00a0 H\u00e4uptlingen zur Schau stellten. (21)<\/p>\n<p>1843 und 1845 traten\u00a0 baptistische Missionare, <em>Anti-Wei\u00dfe <\/em>auf, denen die Notablen der Duala zun\u00e4chst vorwarfen \u201e<em>to spoil the market\u201c<\/em> , da sie als &#8222;<em>alli\u00e9s des faibles&#8220; <\/em>die herrschende soziale Ordnung unterminierten, weil die am meisten Unterdr\u00fcckten in ihnen Verteidiger ihres Wunsches nach Emanzipation sahen. Sie\u00a0\u00f6ffneten die Schulen f\u00fcr Alle , k\u00e4mpften gegen die exklusiven Kultgesellschaften der Duala Aristokraten und predigte die Gleichheit der Menschen vor Gott. Die Chefs arrangierten sich mit der Situation, manche lie\u00dfen sich von Saker taufen. &#8222;La religion chr\u00e9tienne devint \u00e0 la mode&#8220;. (22)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<header id=\"gb\" class=\"gb_sa gb_2a gb_Xe gb_Ic\" role=\"banner\"><\/header>\n<h3>Die\u00a0 Siedlungsstruktur von Cameroon-Stadt, Abbild der Konfliktlinien unter den Duala Familien<\/h3>\n<div id=\"attachment_11104\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bell-Town-Beach-1886-IMG_4065.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11104\" class=\"wp-image-11104\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bell-Town-Beach-1886-IMG_4065-900x595.jpg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"179\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bell-Town-Beach-1886-IMG_4065-900x595.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bell-Town-Beach-1886-IMG_4065-360x238.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bell-Town-Beach-1886-IMG_4065-624x413.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bell-Town-Beach-1886-IMG_4065.jpg 1099w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11104\" class=\"wp-caption-text\">Bell Town Beach 1886<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_11101\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kunstkopie.de-Duala-2020-03-22-.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11101\" class=\"wp-image-11101\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kunstkopie.de-Duala-2020-03-22--170x150.png\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"206\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kunstkopie.de-Duala-2020-03-22--360x285.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kunstkopie.de-Duala-2020-03-22-.png 525w\" sizes=\"auto, (max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11101\" class=\"wp-caption-text\">c kunstkopie.de Duala 2020-03-22<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Roland Daus beschreibt die Siedlungen anschaulich:<\/h5>\n<div id=\"attachment_11130\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/territoires-litteraux-Duala-p.19.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11130\" class=\"size-medium wp-image-11130\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/territoires-litteraux-Duala-p.19-360x334.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"334\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/territoires-litteraux-Duala-p.19-360x334.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/territoires-litteraux-Duala-p.19-900x835.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/territoires-litteraux-Duala-p.19-624x579.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/territoires-litteraux-Duala-p.19.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11130\" class=\"wp-caption-text\">Duala &#8222;towns&#8220; am Wuri<br \/>(douala &#8211; les ateliers 2016)<\/p><\/div>\n<p>&#8220; Oberhalb eines matschigen Strandes und eines rutschigen Steilhangs zog sich eine Kette von H\u00fctten entlang. (166) Schon die ersten Chronisten stellten verbl\u00fcfft fest, dass die Ansiedlung \u201eCameroon\u201c ein seltsames Konglomerat von \u201eseveral towns\u201c darstellte. Eine un\u00fcbersichtlich gro\u00dfe Anzahl von Duala-Sippen hatte jede f\u00fcr sich ein St\u00fcckchen K\u00fcstenlinie gesichert, den je nach Gezeiten unterschiedlich breiten Strand, ein St\u00fcck der B\u00f6schung, wo man seinen Landesteg benutzte und bewachte, und dahinter einen schmalen Streifen Land auf dem Plateau, wo die Felder des Clans lagen, den die Sklaven bearbeiteten. Jede Einzelsippe grenzte sich von ihren Nachbarn durch eine Palmenreihe und eine undurchdringliche Pflanzenmauer ab \u2013 denn unabl\u00e4ssig kam es zu blutigen Fehden, sobald ein reicher W\u00fcrdentr\u00e4ger starb und seine Erbschaft verteilt werden musste. Man kooperierte und man bek\u00e4mpfte einander. Im Prinzip konnte jede Sippe sich verhalten, wie sie wollte. Ausschlaggebend war das jeweilige Oberhaupt. Und nach ihm waren diese Elementarteile von Siedlungen auch benannt\u00a0 (169\/70)&#8220;, etwa\u00a0 &#8222;Bell Town&#8220; oder &#8222;Aquastadt&#8220; (Akwa-Stadt,\u00a0 in &#8222;Die deutschen Kolonien&#8220; Carl Hessler 1894).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Carl-Hessler-Die-deutschen-Kolonien-1894-p.78-Aquastadt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-11102\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Carl-Hessler-Die-deutschen-Kolonien-1894-p.78-Aquastadt-900x612.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"425\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Carl-Hessler-Die-deutschen-Kolonien-1894-p.78-Aquastadt-900x612.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Carl-Hessler-Die-deutschen-Kolonien-1894-p.78-Aquastadt-360x245.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Carl-Hessler-Die-deutschen-Kolonien-1894-p.78-Aquastadt-624x424.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Carl-Hessler-Die-deutschen-Kolonien-1894-p.78-Aquastadt.jpg 1099w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine dieser Siedlungen war &#8222;<strong>Deido<\/strong>&#8222;, eine Abspaltung des Akwa-Klans. Der Name soll von einer britischen Corvette HMS Dido \u00fcbernommen worden sein, die davor auf Grund lief. Jahrhunderte lang ankerten die Schiffe nur in der Mitte des sehr flachen Flusses. Die Waren wurden im Pendelverkehr mit Pirogen ans Ufer geschafft oder dort abgeholt.\u00a0 Einer urbanistischen Studie aus Duala\u00a0 (&#8222;Synth\u00e8se Douala&#8220;, 2016, p.45) entnehme ich:\u00a0 Ein beherzter junger Mann aus dieser Siedlung befreite den Schiffsanker, und Deido erlangte das Recht zur\u00fcck, mit den Europ\u00e4ern direkt zu verhandeln. Bei der Abspaltung von den Akwa war es Deido entzogen worden. .<\/p>\n<div id=\"attachment_11112\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.M.S._Dido_18_guns_casting_from_Spithead_1841_-_RMG_PY0869.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11112\" class=\"wp-image-11112\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.M.S._Dido_18_guns_casting_from_Spithead_1841_-_RMG_PY0869-170x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"178\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.M.S._Dido_18_guns_casting_from_Spithead_1841_-_RMG_PY0869-360x291.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.M.S._Dido_18_guns_casting_from_Spithead_1841_-_RMG_PY0869-900x727.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.M.S._Dido_18_guns_casting_from_Spithead_1841_-_RMG_PY0869-624x504.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/H.M.S._Dido_18_guns_casting_from_Spithead_1841_-_RMG_PY0869.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11112\" class=\"wp-caption-text\">H.M.S. Dido, (18 guns) casting from Spithead (Devon) 1841&#8230;, PY0869<\/p><\/div>\n<p>1841 k\u00f6nnte die Korvette HSM Dido der Royal Navy\u00a0 in der Bucht von Duala Halt gemacht haben, auf ihrem Weg in den Indischen Ozean, ihr Einsatzgebiet. (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/HMS_Dido_(1836)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wikipedia<\/a>; der Artikel erw\u00e4hnt aber nicht Duala . Dido lief \u00fcbrigens sp\u00e4ter noch zweimal auf Grund, vor Tahiti und Peru.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><\/h5>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Improvisierte &#8222;Hulks&#8220; und\u00a0 luxuri\u00f6se Villen<\/h4>\n<p>Im 19.Jahrhundert verankerte man dann ausgediente Handelsschiffe in Ufern\u00e4he. Diese \u201eHulks\u201c dienten als \u201eschwimmende Faktoreien\u201c. Ihr gro\u00dfer Laderaum war \u00fcber Plankenwege leicht erreichbar. Hier konnten, quasi exterritorial, auch Verhandlungen durchgef\u00fchrt und Vertr\u00e4ge abgeschlossen werden.<\/p>\n<p>In diesen Territorien konnte man ein paar moderne Geb\u00e4ude bewundern. Ein britischer Schiffschirurg notierte 1826: Einer der W\u00fcrdentr\u00e4ger besitze sogar schon ein Haus mit einer zweiten Etage, in der sich M\u00f6bel englischer Herkunft bef\u00e4nden. Und ein anderer wohne in einem gro\u00dfen Haus aus Holz in englischem Geschmack, gar nicht so stillos, das ebenfalls mit einem Obergeschoss versehen sei, dessen Fenster sogar mit Glasscheiben ausgestattet waren.&#8220; (Daus 169) &#8211; Nachgewiesenerma\u00dfen ideal f\u00fcr feucht-hei\u00dfes Klima!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Die\u00a0 Duala-Aristokratie in der deutschen Kolonie Kamerun 1884 bis 1914<\/h3>\n<p>Der Wunsch des Deutschen Reichs, eigene Enklaven in \u00dcbersee aufzubauen, musste sich auf relativ unattraktive &#8211; also auf sehr arme oder sehr ungesunde oder sehr rebellische oder sehr unzug\u00e4ngliche Weltregionen ausrichten. So auch auf ein sehr ungesundes\u00a0 tropisches Flussdelta am Golf von Guinea, das zudem von einer an den Umgang mit Europ\u00e4ern gew\u00f6hnten Handelsaristokratie kontrolliert wurde . Nach Daus war im Deutschen Reich war im Grunde nur die Hamburger Reederei Woermann an diesem kolonialen St\u00fctzpunkt interessiert, um ihr Fracht- und Passagieraufkommen an der westafrikanischen K\u00fcste zu erh\u00f6hen. Das Hinterland\u00a0 war den Ausl\u00e4ndern &#8211; wie gesagt &#8211; versperrt und unbekannt.\u00a0(Daus, 165\/66)<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Der gewaltt\u00e4tige Auftakt 1884<\/h4>\n<p>Da unter den Ausl\u00e4ndern vor allem britische Kaufleute dominierten, verdankte sich der &#8222;Schutzvertrag&#8220; 1884 mit dem Vertreter der Hamburger Reederei Woermann nur der Ausnutzung einer vor\u00fcbergehenden Stimmung bei f\u00fchrenden Klanchefs Bell und Akwa. (Link zu Vertragstexten: <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/\u201cVoeux-des-Camerounais.pdf\">\u201cVoeux des Camerounais&#8220;<\/a>) Der Streit von &#8218;King&#8216; Lock Priso, einem vehementen Gegner der vertraglichen Bindung an das Deutsche Reich, mit &#8218;King&#8216; Bell, dem Freund der Deutschen, steigerte sich bis Dezember 1884 zum Krieg.\u00a0 Die noch nicht durch internationale Vertr\u00e4ge abgesicherte Landnahme\u00a0 &#8211; w\u00e4hrend der Berliner Konferenz &#8211; schien bedroht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_11151\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Erstuermung_von_Belltown_in_Camerun_1884.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11151\" class=\"wp-image-11151\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Erstuermung_von_Belltown_in_Camerun_1884-360x230.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"185\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Erstuermung_von_Belltown_in_Camerun_1884-360x230.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Erstuermung_von_Belltown_in_Camerun_1884-624x398.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Erstuermung_von_Belltown_in_Camerun_1884.jpg 860w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11151\" class=\"wp-caption-text\">Erst\u00fcrmung von Belltown durch Soldaten der SMS Olga, Dez.1884<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_11845\" style=\"width: 308px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Heuermann-Abb.6-Plan-Dez.1884.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11845\" class=\"size-medium wp-image-11845\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Heuermann-Abb.6-Plan-Dez.1884-298x360.jpg\" alt=\"\" width=\"298\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Heuermann-Abb.6-Plan-Dez.1884-298x360.jpg 298w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Heuermann-Abb.6-Plan-Dez.1884.jpg 616w\" sizes=\"auto, (max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11845\" class=\"wp-caption-text\">Heuermann Abb.6, Plan Dez.1884<\/p><\/div>\n<h6><\/h6>\n<p>Zwei Korvetten des neu formierten \u201eWestafrikanischen Kreuzer-Geschwaders\u201c, die &#8222;SMS Bismarck&#8220; und &#8222;SMS Olga&#8220; erschienen im M\u00fcndungsdelta des Wuri. Ein deutsches Landungskorps\u00a0 vertrieb die Krieger des aufst\u00e4ndischen Lock Priso aus der Siedlung Bell-Town auf der Joss-Platte, die sie ein paarTage zuvor erobert und niedergebrannt hatten.<\/p>\n<p>Die SMS Olga beschoss dann mit ihren zehn Kanonen die Siedlung &#8218;Hickorytown&#8216; (Bonaberi)\u00a0 des King Lock Priso (K&#8217;uma Mbape) am anderen Ufer. Man steckte Siedlung und Residenz in Brand und brachte den repr\u00e4sentativen Schiffschnabel ins Museum nach M\u00fcnchen. \u00dcbrigens sind die Kriegskanus von King Bell\u00a0 am Tag nach dem Beschuss noch einmal zur Pl\u00fcnderung ausgefahren.\u00a0 King Lock Priso entkam und war sp\u00e4ter wie die \u00fcbrigen Kings an allen Verhandlungen mit den Deutschen beteiligt.<\/p>\n<p>Dieser vielschichtige Konflikt zu Beginn der deutschen Kolonialherrschaft war Thema einer gr\u00fcndlichen Dissertation von Anne Splettst\u00f6\u00dfer an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, ebenso wie dessen &#8218;Fortsetzung&#8216; in der leidenschaftlichen Kampagne f\u00fcr eine R\u00fcckerstattung dieses Schiffsschnabels, nach hundertdrei\u00dfig Jahren erfolglos betrieben von einem nicht unumstrittenen Erben des Lock Priso.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Eine Literaturliste mit drei lesenswerten Studien<\/span> habe ich unter dem Titel &#8222;LITERATUR zu einer Objektbiographie&#8220; im Juli <span style=\"color: #333333;\">ans Ende dieses ersten Teils gesetzt<\/span>. (1.8.2020)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Kurzer Blick auf die anderen V\u00f6lker in der Kolonie &#8222;Kamerun&#8220;<\/h4>\n<p>Von den drei Jahrzehnten deutscher Kolonialherrschaft ab 1884 vergingen zwanzig Jahre mit Erkundung, milit\u00e4rischer Eroberung und Kontrolle der V\u00f6lker innerhalb der mit Gro\u00dfbritannien und Frankreich ausgehandelten Grenzen. Aus strategischen Gr\u00fcnden reichten die bis an den Tschadsee im Norden und den Kongo im S\u00fcdosten. Sie schlossen drei unterschiedliche Zonen ein: den tropischen Urwald und die Gebirge im S\u00fcden, in der Mitte die K\u00f6nigreiche des &#8222;Graslands&#8220;\u00a0\u00a0 und in der Sahelzone islamische Herrschaften. Die Vorstellungen der Verwaltung, die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Kopfsteuern und die Fronarbeit an Pisten und Bahnstrecken und im in Plantagen zu gewinnen und dabei noch preu\u00dfische Ordnungsvorstellungen zu verbreiten, trafen auf den Widerstand der Kolonisierten. Der Blutzoll, den diese daf\u00fcr zahlten, ist bis heute vor Ort nicht vergessen, wie ich in einem\u00a0 Manuskript dieser Tage gelesen habe. Doch waren die Eroberung und Sicherung von Territorien \u00fcberall brutal, auch in den franz\u00f6sischen, englischen\u00a0 und belgischen Kolonien.<\/p>\n<p>Die Duala-Elite ist als Ansatzpunkt f\u00fcr die Beurteilung der deutschen Kolonialpolitik in Kamerun jedenfalls wenig geeignet, da sie als versierte Gesch\u00e4ftsleute aus ihren Privilegien relativ gro\u00dfen Nutzen ziehen konnten. Das hei\u00dft nicht, dass sie heute auf den Opfer-Bonus verzichten w\u00fcrden, den eine &#8218;postkoloniale&#8216; Stimmung an deutschen Universit\u00e4ten, Museen und in der Berliner Kulturpolitik verspricht. (Beispiel: &#8222;<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Unter_falscher_Flagge.pdf\">Unter_falscher_Flagge&#8220;<\/a> in der S\u00fcddeutschen Zeitung)<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Privilegien der Duala-Aristokraten als unverzichtbare Partner<\/h4>\n<p>Der Duala-Elite an der K\u00fcste hatten die beiden deutschen Vertreter Nachtigal und Buchner im &#8218;Schutzvertrag&#8216; 1884 versprochen, dass sich an ihren Privilegien nichts \u00e4ndern w\u00fcrde. Das war unrealistisch, doch die Duala hatten einen gegen\u00fcber anderen V\u00f6lkern \u00fcberproportionalen Anteil an Verwaltungsposten.(145) Und mancher Beamte der kleinen Kolonialverwaltung suchte die freundschaftliche Beziehung. Die Verwaltungschefs gaben sich M\u00fche, ihre Entscheidungen in geduldigen Verhandlungen den Duala Chefs zu vermitteln. Sogar im sich ab 1907 dramatische zuspitzenden\u00a0 Streit\u00a0 um Grund und Boden im &#8218;Hauptort&#8216; Duala, wie Manuela Bauche das in ihrer Dissertation betont (\u201eMedizin und Herrschaft\u201c, Campus 2018).<\/p>\n<p>Der Chef des Bell-Klans lie\u00df seinen Nachfolger in Deutschland ausbilden,\u00a0 Rudolph Duala Manga Bell, und der wiederum seinen Nachfolger, welcher \u00fcber die Hinrichtung seines Vaters und den Ersten Weltkrieg hinaus dort blieb und, als Frankreich und Gro\u00dfbritannien als\u00a0 k\u00fcnftige &#8218;Treuh\u00e4nder&#8216; im Auftrag des V\u00f6lkerbunds absehbar waren, sogar um den Verbleib der Kolonie beim deutschen Reich k\u00e4mpfte.<\/p>\n<div id=\"attachment_11116\" style=\"width: 231px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-03-22-um-15.48.36.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11116\" class=\"size-medium wp-image-11116\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-03-22-um-15.48.36-221x360.png\" alt=\"\" width=\"221\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-03-22-um-15.48.36-221x360.png 221w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-03-22-um-15.48.36.png 290w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11116\" class=\"wp-caption-text\">Shark Dido, Aus: &#8222;George Grenfell and the Congo&#8220;<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bereits die Physis der Duala war f\u00fcr deutsche Monokeltr\u00e4ger beeindruckend: \u201e<em>Den Hauptstamm an der K\u00fcste bilden die Dualla; sie sind die herrschende Rasse und nehmen sowohl in k\u00f6rperlicher als auch in geistiger Beziehung eine hervorragende Stellung vor den anderen ein. Ihre Zahl betr\u00e4gt 26000 bis 30000, sie haben eine helle Hautfarbe, sind gro\u00df und kr\u00e4ftig gebaut. <\/em><\/p>\n<p><em>&#8230;Der Ackerbau liegt den Weibern und Sklaven ob ..<\/em>.\u201c (He\u00dfler 1894, S.76)<\/p>\n<p>So weit ging die Toleranz gegen\u00fcber fremden Eliten, wenn man auf deren Unterst\u00fctzung angewiesen war! (&#8222;Indirect Rule&#8220;, vgl. Harnischfeger 2006 \u00fcber Briten und Fulbe in Nigeria! <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9628\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_11115\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-03-22-um-15.53.23.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11115\" class=\"wp-image-11115 size-full\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-03-22-um-15.53.23.png\" alt=\"\" width=\"690\" height=\"413\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-03-22-um-15.53.23.png 690w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-03-22-um-15.53.23-360x215.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bildschirmfoto-2020-03-22-um-15.53.23-624x373.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11115\" class=\"wp-caption-text\">Duala Manga Bell in einem Salon seiner Residenz in Bell-Stadt. Verfasste er vielleicht gerade eine seiner Petitionen an den Deutschen Reichstag in Berlin gegen die Enteignungspl\u00e4ne der Kolonialverwaltung ?<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_11120\" style=\"width: 609px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Pagode-Manga-Bell-2020-03-24-.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11120\" class=\"size-full wp-image-11120\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Pagode-Manga-Bell-2020-03-24-.png\" alt=\"\" width=\"599\" height=\"254\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Pagode-Manga-Bell-2020-03-24-.png 599w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Pagode-Manga-Bell-2020-03-24--360x153.png 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11120\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Die Residenz von Rudolph Manga Bell, sehr fremdartig durch ihr asiatisches Aussehen, wurde\u00a0 1897 durch seinen Vorg\u00e4nger Auguste Manga Ndoumbe errichtet und beherbergt seit 1936 drei Gr\u00e4ber.&#8220;<\/p><\/div>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Kirche und\u00a0 Gesellschaft (nach Ren\u00e9 Bureau\u00a0 pp.23 &#8211; 35)<\/h4>\n<p>Nach der Kongo-Konferenz 1885 erschienen 1890 deutsche katholische Pallotiner \u2013 als <em>d\u00e9tenteurs de la force sup\u00e9rieure<\/em> &#8211; zusammen mit deutschen Beamten, Milit\u00e4rs und Kaufleuten. Man sah sie bald als deren enge Verb\u00fcndete mit gleichen Zielen, etwa dem Kampf gegen angeblich &#8218;barbarische&#8216; Institutionen (<em>institutions jug\u00e9es \u201asauvages\u2019<\/em>\u00a0 23f. ) Das galt mehr oder weniger auch f\u00fcr die protestantische &#8218;Basler Mission&#8216; ab 1886 . Die hatte zun\u00e4chst schwer gelitten:\u00a0 &#8222;Das Klima ist f\u00fcr Europ\u00e4er besonders an der K\u00fcste gef\u00e4hrlich. Die Baseler Mission\u00a0 hatte anfangs einen Verlust von etwa 30 Missionaren und nach drei Jahren aus dem tief versunkenen Volk erst 159 Christen gewonnen ( Dr. K. Heilmann: &#8222;Die \u00c4u\u00dfere Mission&#8220; 1925)<\/p>\n<p>Aber die Pallotiner agierten auch gegen Mi\u00dfbr\u00e4uche auf Seiten der Verwaltung und der Duala- Chefs. Das machte ihre Position ambivalent (<em>ambigu\u00e9<\/em>) was aber nicht wahrgenommen wurde. (24)<\/p>\n<p>Die damals einsetzende massive Bekehrungswelle, wie sie in der Kirchengeschichte ohne Vorbild war (<em>conversion massive rarement vu l\u2019\u00e9quivalent dans l\u2019histoire de l\u2019\u00c8glise)<\/em> gr\u00fcndete sich auf verschiedene Faktoren, vor allem auf den Schulbesuch im Rahmen eines Internats, statt das Heidentum der Erwachsenen frontal anzugreifen, denen das Fundament westlicher Kultur<em> (soubassement de culture occidentale) <\/em>fehlte.\u00a0 Diese strategische Ausrichtung entprach den W\u00fcnschen der Eingeborenen, die von der <em>science des Blancs<\/em> profitieren wollten, und sei es nur, um als Kaufmann sich nicht mehr \u00fcbervorteilen zu lassen. (26) Auch Verwaltungsstrafen f\u00fcr die Eltern \u201aunterst\u00fctzten\u2019 den regelm\u00e4\u00dfigen Schulbesuch. (27)<\/p>\n<p>Doch um 1900 waren die Missionare desillusioniert \u00fcber die soziale Wirkm\u00e4chtigkeit der Schule. Die Missionsstationen sollten nun autarke Anziehungspunkte werden. Und man erkannte, dass f\u00fcr christliche Ehen auch christlich erzogene M\u00e4dchen geh\u00f6rten, die aber normalerweise bereits von den Eltern gegen ein Brautgeld ( &#8222;<em>dot &#8222;<\/em>) versprochen waren; die F\u00e4lle nahmen aber ab. (28)<\/p>\n<p>Mit der Sekundar-Ausbildung am Priesterseminar konnte man in Duala u.s.w niedrige Verwaltungsjobs \u00fcbernehmen. Im \u00fcbrigen erwarb man Sozialprestige in der eigenen ethnischen Gruppe (33)<\/p>\n<p>Nun spielten die Pallotiner gro\u00df auf mit massenwirksamen gregorianischen Messen (35) Der Stil <em>Saint-Sulpice <\/em>(verkitschte europ\u00e4ische Kirchenkunst &gt; Alain Couturier &#8222;Sacred Art&#8220; <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4403\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a> ) verdr\u00e4ngte den Rest an<em> Art N\u00e8gre<\/em> g\u00e4nzlich (35) im Gebiet der Duala.<\/p>\n<p>Die Verachtung der Pallotiner f\u00fcr die traditionellen Riten (<em>diabolique<\/em>) und Gesellschaften (<em>femmes comme des ch\u00e8vres<\/em>) trug Fr\u00fcchte. Die <em>medicine-men<\/em> gerieten an den Rand, ihre traditionellen Methoden in Vergessenheit (33). Als Abweichler galten nun die verbliebenen Heiden.\u00a0 Die Mission verbot die T\u00e4nze, erlaubten nur noch <em>gu\u00e9risons par les plantes\u00a0 (Heilpflanzen)<\/em>. Doch diese Abgrenzung gelang mangels Kenntnissen nicht (80f.) Die deutsche Kolonialjustiz brachte in einem Klima verbreiteter Christianisierung die institutionelle Initiation des &#8218;Jengu&#8216; und seine Praktiken entschlossen (H\u00e4ngen f\u00fcr rituelle Morde, Verfolgung der &#8218;Fetischisten&#8216;) zum Verschwinden. Der Glaube an Sirenen (&#8218;mengu&#8216;) schien verschwunden. Ren\u00e9 Bureau hat selber um 1958 nur noch Reste erlebt, da f\u00fcr die Mission der Wassergeister-Jengu-Kult das \u201ediabolischste Element\u201c des Heidentums gewesen war (78).\u00a0 Man verurteilte etwas, das man nicht verstand. Denn Konvertiten sahen das Enth\u00fcllen des Geheimnisses als todbringend\u00a0 an.<\/p>\n<p>Zwei \u00f6konomische Kolonialerfolge besch\u00e4digten die traditionellen gesellschaftlichen Beziehungen noch weiter: Der aufkommende kommerzielle Fischfang rationalisierte zum Teil die an das rituelle Leben gekn\u00fcpfte T\u00e4tigkeit, und die weite Verbreitung der Geldwirtschaft brachte das System der &#8222;<em>circulation des cadeaux<\/em>, den &#8222;Kreislauf der Geschenke&#8220; in der Gesellschaft, in Unordnung (81f.).<\/p>\n<p>Die franz\u00f6sischen katholischen Missionare konnten in Kamerun nach dem Abzug der Deutschen &#8217;starke Gemeinden&#8216; \u00fcbernehmen. Sie arbeiteten in Gabun bereits mit denselben Methoden und\u00a0 (30f.)<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Konflikt um das deutsche Projekt einer modernen Kolonialstadt<\/h4>\n<p>Die ersten f\u00fcnfzehn Jahre hatten die Deutschen ihre privaten und \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude zwischen die von befreundeten Duala Kings auf die Uferb\u00f6schung gebaut. 1907 waren es erst vierhundert Europ\u00e4er zwischen zwanzigtausend Afrikanern, die meisten aber als Arbeitskr\u00e4fte zugewandert. Im halben Jahrhundert zuvor hatten englische Missionare mit ihren Werkst\u00e4tten es von den <em>Hulks<\/em> gerade mal auf den Strand geschafft. Ab 1907 l\u00f6ste das lange verschobene Projekt einer\u00a0 Kolonialstadt und eines &#8222;Welthafens&#8220; auf dem Grund und Boden der f\u00fchrenden Duala-Klans Bell und\u00a0 Akwa\u00a0 einen Konflikt aus, der am 8. August 1914 &#8211; f\u00fcnf Tage nach der Kriegserkl\u00e4rung des Reichs an Frankreich &#8211; in Douala mit der Hinrichtung des\u00a0 Rudolf Duala Manga Bell,\u00a0 Oberhaupt des Klans Bell, und seiner Sekret\u00e4rs Din wegen &#8222;Hochverrats&#8220; endete. Bereits wenige Monate sp\u00e4ter wurden die Deutschen von den konkurrierenden Kolonialm\u00e4chten aus Douala und Kamerun vertrieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">1920 bis heute<\/h2>\n<p>In den\u00a0 zwanziger Jahren setzte die franz\u00f6sische Kolonialverwaltung den Plan spezieller Gesch\u00e4fts- und getrennter Wohnviertel in der Kolonialstadt Douala durch, so wie auch die Errichtung eines modernen Hafens auf den traditionellen Wohnsitzen der Duala-Klans am Flussufer. Als Grundeigent\u00fcmer der neuen Afrikanersiedlungen im ihnen zugewiesenen Hinterland (New Bell, Daus p.198ff) machten sich die Duala als immer kleinere Minderheit inmitten von Zuwanderern aus dem Landesinneren, vor allem Bamileke, keineswegs beliebt.\u00a0 Manche ihrer Mieter und P\u00e4chter sagten, sie h\u00e4tten ihre Sklavenh\u00e4ndler-Mentalit\u00e4t nicht ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Eric de Rosny erz\u00e4hlt in &#8222;Die Augen meiner Ziege&#8220; (30f.) eine daf\u00fcr bezeichnende Episode:<\/p>\n<p><em>&#8222;Die Duala und ihre Anverwandten, die Uferbewohner des Wuri und die K\u00fcstenbev\u00f6lkerung be\u00e4ugen voller Fiurcht die freidliche Invasion der Bamileke, die schon die H\u00e4lfte der Stadt okkupiert haben.\u00a0 Und letztere werfen den duala vor, ihre Grundst\u00fccke zu exorbitanten Preisen zu verpachten. Die Leistung, die beiden Gemeinschaften in einer Kirche zu vereinen und bei den Ges\u00e4ngen abwechselnd das erste Lied auf duala, das folgende auf bamileke und so fort zu singen, kann dem Pfarrer gar nicht hoch genug angerechnet werden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>\u00dcbrigens erschien in den zwanziger Jahren Literatur, die das Bild der deutschen Kolonialzeit wieder aufhellte, eine Form des antikolonialen Widerstands, manchmal sogar Nostalgie. Denn\u00a0 die Fremdherrschaft dauerte noch vierzig Jahren (Vgl. &#8222;<em>Spuren und Erinnerungen<\/em>&#8220; APuZ). &#8220; Vorkoloniale<em> &#8222;jengu&#8220;-<\/em>Rechtsprechung und deutsche Kolonialjustiz bekamen\u00a0 beide den Ruf einer <em>justice efficace<\/em> (Bureau 94) . Auch im Bereich Erziehung und Bildung entstand bei den \u00c4lteren eine nostalgische Einstellung zugunsten der Deutschen (ebd.90).<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">\u00a0&#8222;Dechristianisiertes&#8220; Christentum und die Wiederentdeckung unsichtbarer M\u00e4chte<\/h4>\n<p>In dieser Generation tauchte das &#8218;Heidentum&#8216; inmitten des siegreichen Christentums wieder auf,\u00a0 vor allem unter den ausgebildeten modernen &#8218;\u00c9volu\u00e9s &#8218;(36ff.) Die folgenden kurzen Zitate beschreiben diese Entt\u00e4uschung:<\/p>\n<p>&#8222;Die erwartete Macht der Religion der Wei\u00dfen ist nicht angekommen!&#8220; Jedenfalls haben wir nichts davon erhalten. &#8222;Das &#8218;Geheimnis&#8216; der Wei\u00dfen haben wir nicht gel\u00fcftet!&#8220; (\u201e<em>La puissance attendue de la religion des Blancs n\u2019est pas venue &#8230;Le \u201asecret\u2019 des Blancs n\u2019est pas perc\u00e9<\/em> ; 36)<\/p>\n<p>In der unsicheren sozialen Lage erf\u00e4hrt man ein Wertvakuum (37) und eine &#8218;unheilbare kulturelle Enteignung&#8216;, &#8222;<em>une d\u00e9possession culturell irr\u00e9m\u00e9diable&#8220;<\/em> (39). &#8222;<em>Avec les Blancs l\u2019argent est devenu notre Dieu<\/em>.&#8220;\u00a0 &#8222;Mit den Wei\u00dfen ist das Geld unser Gott geworden&#8220;. (38)<\/p>\n<p>Wer ist dann aber <em>christlich<\/em> in den Augen der \u00fcbrigen?\u00a0 Derjenige, der die Tradition verlassen hat. (&#8222;<em>Celui qui a abandonn\u00e9 les coutumes&#8220;, <\/em>44 Anm.)<\/p>\n<p>Christen in Kamerun leben zwei parallele Leben ohne Verbindung. Bureau fragt sich, warum bis auf zwei Ausnahmen (<em>Native Church Duala, Eglise nationale Ngumba<\/em>) keine &#8218;afrikanisierten&#8216; Freikirchen entstanden sind &#8211; wie sie von Ghana bis zum Kongo verbreitet sind. (41) Er erkl\u00e4rt sich das mit den strikten Anforderungen des deutschen Katholizismus, der fr\u00fchen Bef\u00f6rderung einheimischer Priester auf h\u00f6here Posten und mit den relativen politischen Freiheiten der Kameruner unter dem Statut des Mandatsgebiets (42).<\/p>\n<div id=\"attachment_11240\" style=\"width: 126px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/deRosny-p.180-Supre\u0300me-Pouvoir.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11240\" class=\"wp-image-11240\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/deRosny-p.180-Supre\u0300me-Pouvoir-208x360.jpg\" alt=\"\" width=\"116\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/deRosny-p.180-Supre\u0300me-Pouvoir-208x360.jpg 208w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/deRosny-p.180-Supre\u0300me-Pouvoir-520x900.jpg 520w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/deRosny-p.180-Supre\u0300me-Pouvoir-624x1080.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/deRosny-p.180-Supre\u0300me-Pouvoir.jpg 635w\" sizes=\"auto, (max-width: 116px) 100vw, 116px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11240\" class=\"wp-caption-text\">de Rosny &#8220; Die Augen meiner Ziege&#8220; p.180<\/p><\/div>\n<p>Auff\u00e4llig und typisch f\u00fcr die Krise ist das Wiederaufleben und die Ausbreitung von\u00a0 &#8222;Hexerei&#8220; (<em>sorcellerie). <\/em>Ist das nun eine<em> De-Christianisierung\u00a0 <\/em>wie im Westen?\u00a0 Haben die K\u00fcstenbewohner Kameruns die europ\u00e4ische Kirchengeschichte im Schnelldurchgang durchlebt (44),wie\u00a0 Ren\u00e9 Bureau behauptet?<\/p>\n<p>Weitere afrikanische Praktiken treten allm\u00e4hlich an die Oberfl\u00e4che: die Initiation in traditionelle &#8218;Geheimb\u00fcnde&#8216;, die Kulte der Wassergeister (<em>cultes des esprits de l\u2019eau) <\/em>etc.. Anfangs holen sich die K\u00fcstenbewohner Unterst\u00fctzung bei den <em>Feticheurs<\/em> der weniger entwickelten Nachbar-Ethnien. Gro\u00dfen Erfolg haben auch aus Europa importierte magische Praktiken, kolportiert von \u201aMagiern\u2019, die bereits Werbung f\u00fcr ihre &#8218;Praxis&#8216; plakatieren. (42). In Duala existieren f\u00fcr Ratsuchende zwei Medizinen nebeneinander (84).<\/p>\n<p>Da die sozialen Institutionen (wie Heiratsregeln) sich langsamer wandeln als religi\u00f6se und kultische, sind sie von diesen Entwicklungen weniger betroffen. Die Generation der Konvertiten zum Christentum h\u00e4lt daran z\u00e4h fest, zum Leidwesen ihrer Kinder, die noch immer nicht frei heiraten d\u00fcrfen (&#8218;<em>dot&#8216;<\/em>) (43)<\/p>\n<p>Die fr\u00fcher homogene tribale Kultur der Duala individualisiert sich. (51) &#8211; Was das im praktischen Leben bedeutet , zeigt der Erfahrungsbericht des Jesuiten und Ethnologen Eric de Rosny\u00a0 &#8222;Die Augen meiner Ziege&#8220; (1996, dt. 1999 Edition Trickster) hautnah auf \u00fcber dreihundert Seiten.<\/p>\n<p>Eine Sehnsucht nach Tradition f\u00fchrt seit den 30er Jahren auch zu Formen der Folklore. Die \u00a0 bescheren einigen Individuen immerhin diverse Posten und W\u00fcrden. Die <em>f\u00eates traditionelles<\/em> bleiben steril. (88-91) Gesten der Vergangenheit. Die Riten von heute zeigen nicht mehr Wirkung, haben nur noch Bedeutung, der <em>Glaube<\/em> daran scheint zu fehlen. (82). Man w\u00fcrde gerne glauben. Und man m\u00f6chte den Wei\u00dfen die Wiedereroberung des verlorenen <em>patrimoine<\/em>, des gemeinschaftlichen Erbes demonstrieren. (83)<\/p>\n<p>Als Art soziologisches Gesetz formuliert Ren\u00e9 Bureau: Anpassung an die fremde Kultur auf manchen Gebieten erzeugt einen umso st\u00e4rkeren Widerstand auf anderen Gebieten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">&#8222;SAWA&#8220;-Identit\u00e4t<\/h4>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg streben die Duala nach einer gr\u00f6\u00dferen und politisch einflussreichen Einheit\u00a0 mit\u00a0 sprachverwandten V\u00f6lkern der K\u00fcstenregion, sie bekennen sich \u00fcbergreifend als &#8222;Sawa &#8222;und veranstalten seit 1949 f\u00fcr die \u00f6ffentliche Sichtbarkeit das j\u00e4hrliche Ngondo-Festival im Stadtteil Deido in Duala\u00a0 am Wuri mit ber\u00fchmten Kanu-Regatten, zun\u00e4chst am Termin des &#8222;Schutzvertrages&#8220; von 1884, bis man das Fest aus der Regenzeit in den Dezember verlegte. Die mit bunten Aufs\u00e4tzen geschm\u00fcckten langen Pirogen zieren heute jeden Tourismus-Prospekt. In ihnen leben die Kriegskanus der alten Duala-Eliten wieder auf. Auch das tradierte Ngondo-Ritual zur Bes\u00e4nftigung der Flussg\u00f6tter ist nicht vergessen, aber spielt gegen\u00fcber dem sportlichen und gesellschaftlichen Ereignis eine Nebenrolle.<\/p>\n<p>Manu Dibango, der ber\u00fchmte Saxophonist aus Duala, l\u00e4sst sich 1990 in dem TV-Portr\u00e4t \u201e<em>Silences<\/em>\u201c als Beobachter eines solchen Bootsrennens filmen und macht die Piroge zur Metapher seines Welterfolgs: :<br \/>\n<em>C\u2019est par la pirogue que mon p\u00e8re est venu d&#8216; un village quarante kilometres de Duala et par un plus grand pirogue j\u2019ai parti plus tard toujours en traversant les oc\u00e9ans,&#8230;<\/em><\/p>\n<p>&#8222;In der Piroge kam mein Vater aus einem Dorf vierzig Kilometer von Duala und auf einer gr\u00f6\u00dferen Piroge bin ich sp\u00e4ter losgezogen und habe wieder und wieder die Ozeane durchquert&#8230;.&#8220;<\/p>\n<h6><\/h6>\n<div id=\"attachment_11142\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Douala-Ngondo1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11142\" class=\"wp-image-11142\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Douala-Ngondo1-900x586.jpg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"176\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Douala-Ngondo1-900x586.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Douala-Ngondo1-360x234.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Douala-Ngondo1-624x406.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Douala-Ngondo1.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11142\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Silences&#8220; Douala Ngondo 1<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_11141\" style=\"width: 290px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Ngondo-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11141\" class=\"wp-image-11141\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Ngondo-2-360x225.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"175\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Ngondo-2-360x225.jpg 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Ngondo-2-900x563.jpg 900w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Ngondo-2-624x390.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Silences-Ngondo-2.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11141\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Silences&#8220; Ngondo 2<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6><\/h6>\n<p>Seit der Unabh\u00e4ngigkeit iassen immer mehr Zuwanderer aus dem Inneren die Megapolis Duala explosiv wuchern und bislang alle Stadtplanungen zu Makulatur werden. Jede neue Verkehrsachse wird zum Ausgangspunkt neuer wilder Ansiedlungen. W\u00e4hrend der ersten Jahrzehnte nach der &#8218;Unabh\u00e4ngigkeit&#8216; hat sich &#8218;Duala&#8216; als unzerst\u00f6rbarer Gegenpol der Diktatur in Yaund\u00e9 profiliert. Roland Daus zeichnet die Logik einer freiheitlichen Anarchie begeistert nach. Das entsprechende Kapitel seines Buches betitelt er in diesem Sinne &#8222;Die Stra\u00dfen von Duala&#8220;.<\/p>\n<p>Die Duala von heute sind in die st\u00e4dtischen und die l\u00e4ndlichen Duala aufgeteilt. Jene, die in den St\u00e4dten leben, vor allem in Duala selbst, verdienen den Lebensunterhalt zumeist in verschiedenen gelernten und ungelernten Berufen. Viele Duala besitzen immer noch Teile der Stadt, was es ihnen erlaubt, von den Mieten und Investitionen zu leben. Die l\u00e4ndlichen Duala arbeiten im Gegensatz dazu als Fischer und Bauern, zumeist auf der Ebene der Subsistenzwirtschaft. Die Fischerei ist die &#8218;T\u00e4tigkeit ihrer Wahl&#8216;. (Victor Julius Ngoh, 1996 in en.wikipedia.org)<\/p>\n<h3 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #333333;\">\u00a0<\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #333333;\">Fortsetzung folgt (<a style=\"color: #333333;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=11125\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>)<\/span><br \/>\n<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">\u00a0 Literatur<\/span><\/h3>\n<ul>\n<li><strong>&#8222;Banlieue \u2013 Freir\u00e4ume in aussereurop\u00e4ischen Grossst\u00e4dten&#8220; von Ronald Daus<\/strong> (emeritierter Kulturwissenschaftler an der FU Berlin, *1943; Babylon Metropolis Studies, Ursula Opitz Verlag, Berlin 2003, um 28\u20ac) bietet im Kapitel \u201e<strong>Duala\u201c <\/strong>auf hundert Seiten einen urbanistischen L\u00e4ngsschnitt durch die Geschichte des Territoriums der \u201eDuala\u201c bis &#8218;heute&#8216;, worin auch der Konflikt mit der \u201eSchutzmacht\u201c Deutsches Reich \u201eurbanistisch\u201c geerdet wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der Eintrag &#8222;Duala People&#8220; in wikipedia.eng <\/strong>ist als Einstieg, \u00dcberblick und wegen seiner Quellenangeben empfehlenswert<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Bongfen Chem-Langh\u00e9\u00e9 (Yaound\u00e9, Editor + Introduction), Ralph A. Austen (Duala), Jean-Pierre Warnier u.a. :\u201eSlavery and Slave-Dealing in Cameroon in the nineteeth and early twentieth Century\u201c<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>2i\u00e8me\u00a0 At\u00e9lier International de Ma\u00eetrise d&#8217;oeuvre urbaine de Douala Document du Contexte &lt;DOUALA \u00d4 MULEMA&gt; Nov. 2016, www.ateliers.org, 75 pp.,pdf download\u00a0<\/strong> Abbildungen,\u00a0 historische Stadtpl\u00e4ne, Geografie, Geschichte, Gegenwart; Portr\u00e4ts von Plateau Joss und Deido &#8211; diskreter und planungs-optimistischer als Daus<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Weitere Wikipedia Eintr\u00e4ge:<\/strong> <strong>H.M.S.Dido, Korvette, Alfred Saker in Cameroon, SMS Olga, Max Buchner (Mediziner), Gustav Nachtigal,\u00a0 u.a.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Manuela Bauche\u2019s Dissertation \u201eMedizin und Herrschaft: Malariabek\u00e4mpfung in Kamerun, Ostafrika und Ostfriesland<\/strong>\u201c &#8230;. (Bauche) \u2013 Militante \u201aPost-Kolonialisten\u2019 (\u201eRassismus\u201c allenthalben) sollten vielleicht die hier aufscheinende Parallelit\u00e4t zwischen Innerer und \u00e4u\u00dferer Kolonisation einbeziehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Ren\u00e9 Bureau &#8222;Le peuple du fleuve &#8211; Soziologie de\u00a0 a conversion chez les Douala&#8220;, (\u00c9ditions KARHALA, Paris 1996), <\/strong>besonders das Kapitel 1. \u201cSociologie de la conversion des c\u00f4tiers \u2013 Les phases historiques de la conversion\u201c. Der \u00dcbertritt zum Christentum seit 1843<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0 Eric Ren\u00e9 de Rosny: &#8222;Die Augen meiner Ziege &#8211; Auf den Spuren afrikanischer Hexer und\u00a0\u00a0 Heiler&#8220;<\/strong><strong>,\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>deutsch Edition Trickster im Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1999<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Carl He\u00dfler: \u201eDeutsche Kolonien. Beschreibungen von Land und Leuten unserer ausw\u00e4rtigen Besitzungen\u201c <\/strong>( mit 61 Abb.; Verlag Georg Lang, Leipzig 1894<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0<strong>Sonderheft &#8222;Deutsche Kolonialgeschichte&#8220; von APuZ 40-42\/2019 kostenlos oder pdf):<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Albert Gouaffo und Richard Tsogang Fossi \u201eSpuren und Erinnerungen\u201c<\/strong> im<\/li>\n<li><strong>Caroline Authaler: \u201eDas v\u00f6lkerrechtliche Ende des deutschen Kolonialreichs\u201c (<\/strong>APuZ 40-42\/2019 S.4-10kostenlos) \u2013 Reaktionen darauf in Deutschland, in Kamerun und international<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Barbara J. Heuermann : DER SCHIZOPHRENE SCHIFFSSCHNABEL<\/strong>: BIOGRAPHIE EINES KOLONIALEN OBJEKTES UND DISKURS UM SEINE R\u00dcCKFORDERUNG IM POSTKOLONIALEN M\u00dcNCHEN, LMU MUNICH, Vol 17 Working Papers in Social and Cultural Anthropology, LMU MUNICH, Vol. 17 <a href=\"https:\/\/www.ethnologie.uni-muenchen.de\/aktuelles\/archiv\/20150820_news_veranstalt__2015\/heuermann_band_17\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">(LINK zum pdf)<\/a><\/li>\n<li>darin zitiert:\u00a0 <strong>Harter, Pierre. 1960. Les Courses de Pirogues Coutumieres chez les Duala ou Pembisan a Myoloo Duala.<\/strong> Recherches et \u00c9tudes Camerounaises (1): 71-77.<\/li>\n<\/ul>\n<h4><span style=\"color: #ff0000;\">ERG\u00c4NZUNGEN im<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">JULI 2020<\/span> &#8211; Die Ergebnisse sind nicht in den Text eingearbeitet, aber sie laden zur Vertiefung des Verst\u00e4ndnisses ein!<\/h4>\n<ul>\n<li><strong>Anne Splettst\u00f6\u00dfer : <\/strong><em><strong>\u00a0<\/strong><a title=\"Ein Kameruner Kulturerbe? 130 Jahre geteilte Agency: Das Netzwerk Tange\/Schiffschnabel\" href=\"http:\/\/books.openedition.org\/gup\/547\"><strong>Ein Kameruner Kulturerbe? 130 Jahre geteilte Agency:<\/strong> Das Netzwerk Tange\/Schiffschnabel<\/a>\u00a0<\/em> in Stefan Groth, Regina F. Bendix, Achim Spiller (Hsgb.), <em>KULTUR ALS EIGENTUM<\/em>, G\u00f6ttingen University Press, 2015 ( als sch\u00f6nes 460 S. Taschenbuch 40\u20ac )<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Anne Splettst\u00f6\u00dfer : <em><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/GSCP15_splettstoesser_opt.pdf\">splettstoesser_umstrittene sammlungen<\/a><\/em><\/strong><strong> &#8211; <\/strong><em><strong>Vom Umgang mit kolonialem Erbe aus Kamerun in ethnologischen Museen <\/strong>,\u00a0<\/em>G\u00f6ttinger Studien zu Cultural Property, Band 15, Universit\u00e4tsverlag G\u00f6ttingen 2019, Dissertation, 403 S. (<strong>20 MB<\/strong>;\u00a0 als sch\u00f6nes Taschenbuch 40\u20ac )<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">EIN LESERBRIEF (LEIDER)\u00a0 PER EMAIL<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Von: Heinrich L\u00fcbke (der Redaktion bekannt)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Betreff: Duala 1. TEIL \u00a0\u00a0 <span style=\"color: #ff0000;\">8.MAI 2020<\/span>\u00a0\u00a0 Nachrichtentext:<\/p>\n<p>Lieber Detlev,<\/p>\n<p>Gerade wenn man wie ich in au\u00dfereurop\u00e4ischer Ethnologie nicht bewandert ist, bereitet es Vergn\u00fcgen, sie zu lesen. Habe zwei halbe Nachmittag damit verbracht, in denen ich viel Neues erfahren habe.<\/p>\n<p>Deshalb folgen jetzt Verbesserungsvorschl\u00e4ge, um sie zu optimieren. Es geht nicht um Grunds\u00e4tzliches, auch wenn es unten mal so klingt. Ist es aber nicht: eher so Stimmungen, die sich eingeschlichen haben und die ich vermeiden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Kameruns Geschichte. Hier ist das Zusammentragen von Material teilweise wichtiger als die Lesbarkeit. Die ist auch gegeben, sonst h\u00e4tte ich es ja nicht gelesen, aber sie k\u00f6nnte besser sein. Es geht einem so ein bisschen wie bei einer Doktorarbeit, bei der in den ersten 50 Seiten die Quellen zitiert werden, die Methode erl\u00e4utert wird usw. Danach f\u00e4ngt die Diss meist erst an.<\/p>\n<p>Die Grundfabel dessen, was erz\u00e4hlt wird: Nicht nur die Deutschen waren Ganoven, sondern auch die Engl\u00e4nder, Franzosen, Belgier, vor allen Dingen die Duala. Eine unangenehme Mischpoke, die jeweils einen Vorteil aus ihrer Mittlersituation zu ziehen versuchte.\u00a0\u00a0 Das ist ja nun mal keine besonders aufmunternde Ambivalenz &#8211; keine Helden nirgends. Kennt die Geschichte nicht, aber irgendwie scheint das Geschilderte auf den Erz\u00e4hler, also dich, abgef\u00e4rbt zu haben. Die Bildunterschrift zu K\u00f6nig Bell klingt fast schon h\u00e4misch. Die Kings waren wahrscheinlich mafi\u00f6se Paten, aber dadurch gewinne ich beim Lesen das Gef\u00fchl: aha, es geht hier um Restitution und Identit\u00e4t. Nach der Kolonial-Geschichte&#8211;die wie sagt man: imperialistischen Gro\u00dfm\u00e4chte haben zun\u00e4chst einmal ihre geschrieben&#8211;folgt die der afrikanischen selbstbewussten Nationen. Die stimmt aber auch nicht, weil da einige Leichen im Keller sind. Die Pfarrer und wenige junge Forscher haben in den letzten Jahren dem etwas entgegen gesetzt. \u00a0Wahrscheinlich ist es so, dass nicht nur die Pfarrer, sondern auch du damit zwischen allen St\u00fchlen sitzt. Wer will sowas h\u00f6ren? Wer ist der Leser von diesen Texten, an wen richten sie sich? (&#8230;.)<\/p>\n<p>Man kann die Grundfabel auch anders lesen, sowie das Thackeray oder andere in ihren Geschichten \u00fcber die englische Gesellschaft getan haben: deren Protagonisten waren zwar Blender und knallharte Ganoven und Ganovinnen, aber sie hatten was.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mit diesen staatstragenden Worten m\u00f6chte ich schlie\u00dfen,<\/p>\n<p>Heinrich liebe Damen, liebe Herren, liebe N(&#8230;.) L\u00fcbke<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stand: 7.8.2020 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Vorbemerkung: Die Textzusammenstellung erhebt keinen streng wissenschaftlichen Anspruch. Ich habe mich vom erworbenen Objekt aus in verschiedene Themen eingelesen. Je mehr ich las, desto deutlicher traten L\u00fccken und Unstimmigkeiten zwischen den Darstellungen hervor. 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