{"id":10833,"date":"2020-01-16T12:44:37","date_gmt":"2020-01-16T11:44:37","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10833"},"modified":"2020-05-28T01:15:05","modified_gmt":"2020-05-27T23:15:05","slug":"strohsack-braucht-es-mehr-fuer-den-taeglichen-wahnsinn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10833","title":{"rendered":"Falsche Beobachtungen? Dumme Fragen? Unn\u00fctze Aufregung? Leserbriefe e.t.c."},"content":{"rendered":"<h5><span style=\"color: #ff0000;\">16.1.2020 Leserbrief an die FAZ :\u00a0 <\/span><span style=\"color: #ff0000;\">Kritik am Angebot der Rubrik &#8222;Natur und Wissenschaft&#8220;<\/span><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #333333;\">Ich lese seit Jahrzehnten die Seiten \u201eN\u201c und verwandte sie auch gern im Oberstufenunterricht (Ethik). Das lag auch an der Sprachkultur. Im Unterschied zur damaligen FR wurde nicht einfach akademische Essays unbearbeitet u\u0308ber eine oder zwei Druckseiten gekippt, sondern der Kern der jeweiligen Frage fachjournalistisch zubereitet. In den vergangenen Jahren hat sich der Umfang von \u201eNuW\u201c leider zweimal verringert. Damit muss man leben, aber in der letzten Zeit scheint mir auch der Inhalt immer du\u0308nner und in die Abteilung \u201aVermischte Nachrichten\u2019 abzugleiten. Dabei sollte man fordern: Nur noch das Wichtigste!<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #333333;\">Zwei Ausgaben sollen meine Kritik illustrieren.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333333;\">\u201eKein Ende des Organmangels\u201c (8.1.20, N2 scheint Bezug zu nehmen auf einen entsprechenden transplantations-lobbyistischen Artikel im Feuilleton ein paar Tage zuvor. Das ist aber keine Debatte. Daneben standen isoliert ein paar Kru\u0308mel aus der Forschung \u201eHa\u0308lt dein Seil?\u201c oder \u201eVegane Fehlerkultur\u201c. <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333333;\">Am 31.12.19 wurde schon unter dem sibyllinischen Titel \u201eKann man politisches Vertrauen bauen\u201c der \u201eBlockchain\u201c-Experte Jason Potts befragt zu \u201enoch in einer fru\u0308hen Experimentierphase\u201c befindlichen Anwendungen der Technologie in der politischen Spha\u0308re. Im Ergebnis, versichert er hemdsa\u0308rmlig, beka\u0308men Regierungsapparate mehr Freira\u0308ume fu\u0308r wesentliche Aufgaben. Kommt dieses \u201eInterview\u201c nicht zehn Jahre zu fru\u0308h? Es ist unausgegoren und nutzlos.<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #333333;\">Ein drittes Beispiel, meinem Bereich na\u0308her liegend: \u201ePapers sind geduldig\u201c. Auch ich bin ha\u0308ufiger \u201ezu Gast\u201c bei academia.edu (8.1.20 N3). Ich bekomme von deren \u201aAlgorithmus\u2019 Lesevorschla\u0308ge aufgrund vorhergehender Downloads. Ich lachte anfangs noch, wenn es gleich ein \u201ebulk\u201c drei\u00dfig angeblich passenden Artikeln aus aller Welt sein sollte, der mir Wochen weiterer Recherchen zu ersparen versprach, aber das wa\u0308re dann ja schon kostenpflichtiges \u201ePremium\u201c gewesen, also harmlos. Und es gibt die Antworttaste mit der Frage: \u201eEin guter Vorschlag?\u201c, um weitere abzuwehren. W.Kemp spekuliert von \u201eUtopie\u201c und \u201evielleicht die reine Digitalita\u0308t zu fassen\u201c, vom digitalen Unbewussten\u201c, von den \u201aHeroen\u2019 W.Benjamin und Mc Luhan und vom \u201eoffenem Kunstwerk\u201c. Seine Beispiele sind blutleer, schon weil er nicht Seiten und Namen nennt. Welchen Zeitungsleser soll das Raunen auf der spekulativen Couch interessieren?<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #333333;\">Dass \u201emit relativ wenig Forschung\u201c auch akzeptable Paper\u201c erstellt und hier publiziert werden \u2013 ein Eindruck, den ich teile \u2013 ha\u0308ngt von den Autoren ab, und die kann man kontaktieren und ihnen \u201efolgen\u201c will oder nicht. Man muss sie ja nicht lesen, wie der Artikel auf N4 (\u201eWie weit darf Verfa\u0308lschung gehen?\u201c) in vergleichbaren Fa\u0308llen vorschla\u0308gt. U\u0308ber academia.edu fu\u0308hren viele Wege in die reale Welt wissenschaftlicher Forschung, an Institute und zu lohnendem Austausch mit unterschiedlichen Autoren, zu \u201aGru\u0308nschna\u0308beln\u2019 wie zu Experten. Es ist eine \u201eKontaktseite\u201c. Der beklagte Konformismus der angebotenen \u201ePapers\u201c hat natu\u0308rlich mit der \u201apersonalisierenden\u2019 Orientierung an meinen vorigen Downloads zu tun und mit dem globalisierten Angebot.<\/span><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #333333;\">Der Konformismus (\u201eziemlich konform\u201c) in den kulturwissenschaftlichen und \u201esozialpsychologischen\u201c Sektoren spiegelt in meinen Augen vor allem den Einfluss von Moden, political correctness und zunehmenden Konformismus in der Universita\u0308tsausbildung und in den &#8211; die raren Jobs anbietenden &#8211; Kulturinstitutionen. Beunruhigend an academia.edu finde ich die gefu\u0308hlt hundert Seiten ihrer zudem fremdsprachlichen Gescha\u0308ftsbedingungen, die mich von weiteren Uploads abhalten.<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\">Der folgende Leserbrief war am 16.1. durch Bundestagsbeschluss \u00fcberholt, darum habe ich ihn nicht abgeschickt, doch man wird es wieder versuchen!\u00a0\u00a0 <\/span><\/h5>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>Zum Artikel \u201eDie geringere Zumutung\u201c von Philosoph Nikolaus Knoepffler und Chirurg Utz Settmacher Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8.1.2020, S.9 (Feuilleton)<\/strong><\/span><\/p>\n<h4><strong>Kurzfassung:\u00a0 <\/strong><em><strong>Wir sind hungrig auf Transplantationsorgane und fordern die bequemere \u201eWiderspruchsl\u00f6sung\u201c<\/strong><\/em><\/h4>\n<h5><strong>Zwei Experten bet\u00e4tigen sich als Propagandisten, um die Leser von weiteren Eingriffen in das Sterben zu \u00fcberzeugen. Sie behaupten, dass ihr Pool \u00fcber mehr geeignete Organe verf\u00fcgen wird, wenn die Duldung einer Entnahme von Organen auch in Deutschland \u201eNormalit\u00e4t\u201c wird. Dazu versuchen sie, das Problem auf die Frage der \u201eZumutbarkeit\u201c der Beschaffung einzuengen. Sie setzen \u201eDuldung\u201c mit \u201eSpende\u201c gleich und versprechen zudem einfachere \u201eAngeh\u00f6rigengespr\u00e4che\u201c, das sei doch f\u00fcr beide Seiten \u201ehumaner\u201c. Dabei sind Sorge und R\u00fccksichtnahme auf Patienten und Angeh\u00f6rige im Gesundheitssystem zur Farce geworden. Sie werden in der Praxis kaum verg\u00fctet, w\u00e4hrend immer teurere technische Apparaturen und Anwendungen Geld bringen und das Sozialprodukt mehren.<\/strong><\/h5>\n<h5><strong>Zwar wird von den Autoren das \u201eMephisto\u201c-Urteil des Verfassungsgerichts soweit zitiert, \u201edass die Menschenw\u00fcrde nicht mit dem Tod endet\u201c, aber das soll nur f\u00fcr das \u201ePers\u00f6nlichkeitsrecht\u201c eines Verstorbenen gelten, etwa gegen\u00fcber einem Biografen, aber nicht f\u00fcr seinen Leib. Denn man konstruiert einen \u201ekategorialen Unterschied zwischen der W\u00fcrde der Lebenden und der W\u00fcrde der Toten\u201c. Der eben noch unter uns lebende potentielle \u201eSpender\u201c wird umstandslos seiner integralen \u201eMenschenw\u00fcrde\u201c entkleidet und bekommt eine eingeschr\u00e4nkte \u201eW\u00fcrde des Leichnams\u201c \u00fcbergestreift, flatternd wie ein Patientenkittel.<\/strong><strong> \u201eDer Ganzhirntod ist mit einer inneren Enthauptung vergleichbar.\u201c<br \/>\n<\/strong><\/h5>\n<h5><strong>Eilfertig betonen die Autoren, es seien \u201ekeine Nachteile f\u00fcr die Ablehnenden\u201c zu erwarten, wo ihre Ablehnung sie dauerhaft im System begleiten wird! Man muss nicht in die VR China schauen, um zu erkennen, was auch in Europa droht.<\/strong><\/h5>\n<h5><strong>Und nehmen wir einmal an, von der Angebotsseite her k\u00f6nnten alle Transplantationsw\u00fcnsche erf\u00fcllt werden, dann k\u00e4men bereits die n\u00e4chsten systemischen und \u201eethischen\u201c Probleme, etwa eine Beschr\u00e4nkung der Empf\u00e4nger wegen f\u00fcr die Gesamtheit der Versicherten untragbarer Kosten.<\/strong><\/h5>\n<h5><strong>Wo es um so pers\u00f6nliche Dinge wie Leben und Sterben in W\u00fcrde geht, wagen es elit\u00e4re Mitglieder akademischer \u201eEthikzentren\u201c, aus\u00a0 juristischem Begriffsreservoir plus willf\u00e4hriger Medizinstatistik sogenannte \u201eKriterien\u201c zu destillieren, die anschlie\u00dfend mit staatlicher Sanktionsgewalt versehen werden sollen. F\u00fcr das breite Publikum werden dreist die\u00a0 ausgeleierten Parolen \u201eSolidarit\u00e4t\u201c und christliche \u201eN\u00e4chstenliebe\u201c mobilisiert.<\/strong><\/h5>\n<h5><strong>Ein andauernder Skandal ist, dass <\/strong><strong>die Mediziner als Berufsgruppe <\/strong><strong>nach den medizinischen Verbrechen im 20. Jahrhundert\u00a0 immer noch \u00f6ffentlich einen \u201ehumanit\u00e4ren\u201c Anspruch <\/strong><strong>vor sich hertragen d\u00fcrfen. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr &#8218;die furchtbaren Juristen&#8216; (des &#8218;Dritten Reichs&#8216; und danach). Damit sollte sich vielleicht der Philosoph und Dekan auch noch einmal besch\u00e4ftigen. Akademische Historiker sind leider zu diskret.<\/strong><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><\/h5>\n<h4><span style=\"color: #ff0000;\">4.1.2020\u00a0\u00a0 Wer stoppt die &#8217;n\u00fctzlichen Idioten&#8216; einer forcierten Digitalisierung?<\/span><\/h4>\n<h5>W\u00e4hrend man den B\u00fcrgern noch den Umgang mit Beh\u00f6rden \u00fcber die App des Smartphone als verlockend darstellt, werden in Hessen getrade mal ein paar Stadtverwaltungen und eine Universit\u00e4t (Gie\u00dfen) erfolgreich ge&#8217;hackt&#8216; und f\u00fcr einige Zeit au\u00dfer Gefecht gesetzt.<\/h5>\n<h5>Und wie lautet die Antwort darauf? &#8218;The Game Must Go On&#8216;, also Versprechungen weiterer Aufr\u00fcstung und eines\u00a0 Ausbaus der notorisch unterbesetzten Cybersicherheit. Dabei muss jeder wissen, dass &#8222;Wettr\u00fcsten&#8220; eine schier endlose und immer teurere Spirale in Gang setzt.<\/h5>\n<h5>Was war so schlimm am Papierverbrauch f\u00fcr den Schriftverkehr mit der Obrigkeit ? Mit dem Wechsel des Mediums haben sich doch nur die Formen der Unterwerfung ge\u00e4ndert, oft sogar versch\u00e4rft.\u00a0 Auf jeden Fall muss man nach den Profiteuren fragen und nach ihren &#8217;n\u00fctzlichen Idioten&#8216; (Lenin) in den Verwaltungen.<\/h5>\n<h5>Die Perspektiven f\u00fcr den privaten Internetnutzer verfinstern sich. Selber in seinen Aktivit\u00e4ten immer umfassender durchleuchtet, bleibt er (oder sie) immer h\u00e4ufiger in immer h\u00f6heren &#8218;Fire Walls&#8216; und in Bezahlsystemen h\u00e4ngen. Wiederholte Daten-Lecks und immer raffiniertere &#8218;Viren&#8216; und &#8218;Trojaner&#8216; lassen Dienstleistungen ausfallen, auf die man sich fr\u00fcher verlassen konnte. Wenn gef\u00e4lschte Adressen nur noch f\u00fcr Experten erkennbar sind und ein einziger Mausklick bereits Datendiebstahl und Erpressung das Tor \u00f6ffnet, ist der &#8218;Nutzer wider Willen&#8216; un\u00fcbersehbaren Risiken ausgesetzt ( &gt; ein aktueller <a href=\"https:\/\/www.hr-inforadio.de\/podcast\/netzwelt\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a> zum Thema &#8218;Emotet&#8216; in &#8222;hr info &#8217;netzwelt&#8216;-Interview&#8220; unter der Suchfunktion, 28.5.20). Sobald man aus dem Netz aussteigt, ist man abgemeldet, kann man sich wohl bald die Kugel geben.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>WELT-BIODIVERSIT\u00c4TS-BERICHT<\/em><\/span><\/h4>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\">Kommentar zum Bericht in der FAZ vom Mai 2019 in der Rubrik \u201eNatur und Wissenschaft\u201c<\/span><\/h5>\n<h5>Die Pointe war:<\/h5>\n<h5><strong><em>\u201eDie Biodiversit\u00e4tskonvention (Rio 1992) ist immer im Schatten des Klima-Themas geblieben, mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg &#8230;. die Kohlendioxidemissionen wachsen und wachsen. Sie hat bis zu diesem Montag weniger Schlagzeilen gemacht und noch seltener die M\u00e4chtigen der Welt besch\u00e4ftigt. Von der Konvention gegen die W\u00fcstenbildung wissen \u00fcberhaupt nur Experten.\u201c<\/em><\/strong><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Bevor man sich zu den \u201eAuswege(n)\u201c weiterleiten l\u00e4sst, empfiehlt es sich innezuhalten und zu fragen:\u00a0 <\/strong><strong>Was macht den Unterschied f\u00fcr die Menschheit zur fr\u00fcheren Klimageschichte?<\/strong><\/span><\/h5>\n<h5><strong>Die\u00a0<\/strong><strong> Antwort des Autor: \u201e.. <em>der Klimawandel wird uns doppelt und dreifach zusetzen .<\/em><\/strong><strong>&#8230;<\/strong>\u201c (1.Sp.)<\/h5>\n<h5><strong>Ja,\u00a0 wegen der extrem verkleinerten traditionellen \u201eAuswege\u201c der Wanderung und Flucht: <\/strong><\/h5>\n<h5>F\u00fcr die paar tausend Jahre des Neolithikum galt immerhin, dass zwar \u201aReiche\u2019 in dramatischen oder stillen Katastrophen untergingen, aber Menschen auswandern und irgendwo auf bescheidenem Niveau neu anfangen konnten. Daf\u00fcr ist k\u00fcnftig kein Platz mehr (Desertifizierung, \u00dcberflutungsgebiete&#8230;)<\/h5>\n<h5>Die traditionellen individuellen Chancen der Anpassung sind f\u00fcr das Gros der verst\u00e4dterten und entwurzelten, in beiden F\u00e4llen von hochkomplexen Systemleistungen abh\u00e4ngigen Menschen verschwunden.<\/h5>\n<h5><strong><span style=\"color: #333333;\">Ich nenne als weiteren Grund<\/span> &#8211; wenn es den noch brauchte &#8211; die von Kapitalinteressen gesteuerten technologischen L\u00f6sungswege<\/strong><strong>. <\/strong><\/h5>\n<h5>Die Autoren fordern eine \u201eRechte-Revolution\u201c ein, die bewirken soll, dass durch eine echte weitr\u00e4umige \u201eRenaturierung\u201c , \u201eNaturschutz\u201c, zugleich der \u201eKlimaschutz\u201c verbessert wird, weil darin neue CO2-Lager entstehen. Das ist nur theoretisch eine L\u00f6sung. Denn sie finden keinen ehrlichen Treuh\u00e4nder. Sie erkennen darin das \u201eGefangenendilemma\u201c der Spieltheorie, kurz gesagt: Den Schaden haben systemisch nicht die Verursacher, die Folgen treffen die Falschen. (4.Spalte)<\/h5>\n<h5>Das gemeinsame existentielle Interesse, das Gemeinwohl w\u00e4re treffend als herrenloses Gut charakterisiert. Was man im &#8218;finsteren&#8216; Mittelalter \u201eAllmende\u201c nannte, trug das mittelalterlicher Dorf Verantwortung, und sp\u00e4ter der Grundherr, der die Bauern daraus vertrieb. Wir suchen vergeblich einen politischen Souver\u00e4n, wie alle vormodernen Staaten ihn besa\u00dfen und dessen Nachruf die b\u00fcrgerliche Gesellschaft\u00a0 als \u201eAbsolutismus\u201c oder \u201eDespotie\u201c systematisch besch\u00e4digt hat, zumindest als \u201ePolizeystaat\u201c. Wenn die F\u00fcrsten ihre Territorien als eigenen Besitz bewirtschafteten, so waren deren Ressourcen doch nicht als herrenloses Gut schutzlos. Und ihre St\u00e4nde und Untertanen hatten in Europa gen\u00fcgend Sonderrechte (\u201ePrivilegien\u201c), um dem \u201eSouver\u00e4n\u201c Grenzen zu setzen.<\/h5>\n<h5>Die zerstrittenen politischen Institutionen von heute treffen ihre Entscheidungen\u00a0 bedr\u00e4ngt von Tausenden von Lobbyisten. Alarmierte \u00d6kologen tr\u00e4umen da schon verd\u00e4chtig oft von Erziehungsdiktatur \u2013 wie bereits Bahro damals in der DDR. Aber was k\u00f6nnen \u00d6ko-Aktivisten \u2013 etwa die Gesundheitsapostel &#8211; am ehesten durchsetzen? Die b\u00fcrokratische Drangsalierung von B\u00fcrgern durch Symbolpolitik. Die funktioniert nur mit Duldung oder R\u00fcckhalt von gut organisierten Interessengruppen, wenn diese ihre materiellen Interessen oder Ideologien mit dem Gemeinwohl schm\u00fccken wollen oder neue Gesch\u00e4ftsideen darin entdecken.<\/h5>\n<h5>Auf den Abfluss\u00a0 \u00f6ffentlicher Gelder wird &#8211; entweder l\u00e4rmend oder unauff\u00e4llig &#8211; so Einfluss genommen, dass sie durch die eigene Tasche flie\u00dfen. Am proklamierten Erfolg der gemeinsamen Sache ist man desinteressiert, also dass staatliche F\u00f6rderung von &#8218;Forschung und Entwicklung&#8216; in hellem Licht dasteht. Eine Unzahl von Studien und Pilotprojekten entstehen aus dieser Mesalliance.<\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\">18. M\u00e4rz 2019 <em>Ein weiterer ohnm\u00e4chtiger Ausfall des alten \u201aNestbeschmutzers\u2019:<\/em><\/span><\/h5>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><em>\u00a0<\/em><strong>Die B\u00fcrger haben kapituliert.<\/strong><\/h5>\n<h5>Und gerade die B\u00fcrgerlichen, die Studierten. Sie sind zu zerstreut, um sich f\u00fcr Zusammenh\u00e4nge zu interessieren. Etwa zwischen ihrem Konsumstil, dem Aufwand, den sie treiben und dem Geiz, dem sie fr\u00f6nen, zwischen ihrem <em>Coffee to go<\/em> und ihren in Plastik geh\u00fcllten Zwergenportionen und dem M\u00fcllexport, ihrem Herrenleben und der Sklavenarbeit bei foodora und amazon&#8230;.<\/h5>\n<h5>Sie lassen sich von dem Chor der Medien vorgeben, wor\u00fcber sie sich gerade aufregen. Die Zeitungsleser unter ihnen lesen sie t\u00e4glich, aber wozu ist das gut, wenn man es gleich wieder vergisst. Da m\u00fcsste man ja bewusst ausw\u00e4hlen, dass man auch Unbequemes zur Kenntnis nimmt, vielleicht sogar gegen die Macht erfolgreicher Formate.<\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\">8. Januar 2019 : Mein Feedback zur Abmeldung vom SZ-Newsletter<\/span><\/h5>\n<h5>Sehr geehrte Redaktion,<br \/>\nich bin 74 Jahre alt, pensionierter, fru\u0308her engagierter Gymnasiallehrer (Pol,G,Eth,F) und<br \/>\nfu\u0308ttere seit fu\u0308nf Jahren meinen kulturellen Blog. Soweit zu mir.<\/h5>\n<h5>Nun zur Abmeldung. FAZ oder SZ kaufe ich mir zweimal die Woche am Kiosk, h\u00f6re aktuell dlf und lese gern &#8222;Newsletter&#8220;, vor allem aber auch ku\u0308rzere wissenschaftliche Artikel. Seit ein paar Wochen parallel &#8222;NZZ-am-Morgen&#8220;. Ich bin in Versuchung, die digitale NZZ zu abonnieren.<br \/>\nEs mag Zufall sein, dass ich dort mehr substanzielle Artikel angeboten bekam, weniger<br \/>\nBerliner oder Mu\u0308nchner Politklatsch oder Human Interest; Prantls Granteln hatte ich<br \/>\nbereits fru\u0308her abbestellt.<\/h5>\n<h5>NZZ- Also weniger Bem\u00fchung um Werte-Nachschulung fu\u0308r dickk\u00f6pfige deutsche und EU-Erwachsene als eine gewisse Distanz zu bundesdeutschen Bauchschmerzen &#8211; und vor<br \/>\nallem mehr Analysen. Vielleicht lag&#8217;s an den Redakteuren, die allabendlich die Auswahl<br \/>\ntrafen.<br \/>\nKonkret konnte ich auch die Themen VR China (und Afrika) vergleichen. Unangenehm ist<br \/>\nmir in Erinnerung &#8222;China Mythen statt Wachstum&#8220; (5.1.) von Lea Deuber, konventionell<br \/>\nund getr\u00e4nkt mit Ressentiments. Fanden Sie niemanden mit gr\u00f6\u00dferer Erfahrung? War ihr<br \/>\nWirtschaftsjournalismus in Shanghai mit den Themen der ausl\u00e4ndischen Investoren<br \/>\nwirklich die passende Qualifikation?<br \/>\nVielleicht ist Ihnen mein Brief nu\u0308tzlich, sonst eben nicht. Ich bin zugegebenerma\u00dfen<br \/>\nentt\u00e4uscht. Danke fu\u0308r den Newsletter<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.1.2020 Leserbrief an die FAZ :\u00a0 Kritik am Angebot der Rubrik &#8222;Natur und Wissenschaft&#8220; Ich lese seit Jahrzehnten die Seiten \u201eN\u201c und verwandte sie auch gern im Oberstufenunterricht (Ethik). Das lag auch an der Sprachkultur. 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