{"id":1078,"date":"2012-03-24T15:15:06","date_gmt":"2012-03-24T14:15:06","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=1078"},"modified":"2013-11-26T17:58:29","modified_gmt":"2013-11-26T16:58:29","slug":"jour-fixe-2012-vorstellung-und-erste-intervention","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=1078","title":{"rendered":"Erstes Flugblatt zu Kapitel 3 f\u00fcr den 24.M\u00e4rz."},"content":{"rendered":"<p><strong>S<\/strong>chopenhauers \u201eAnata\u201c war etwas mit Copyright! \u00a0&#8211; \u00a0Dialog \u00fcber das 3. Kapitel von Apps Buch\u00a0\u00a0 \u00a024.3.2012\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Detlev (A) \u00a0+ \u00a0von Graeve (B)<img decoding=\"async\" title=\"Weiterlesen \u2026\" alt=\"\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/wordpress\/img\/trans.gif\" \/><!--more--><\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Faszinierend, aus der N\u00e4he einem leidenschaftlichen Studium\u00a0\u2013Mitschreiben, Nachbereiten und Kommentieren geh\u00f6ren dazu \u2013zuzuschauen! Ganz so, wie ich es von mir kenne, damals 1964-65. Die wichtigste Frage war: Wozu studiere ich Philosophie?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Warum \u201eCopyright\u201c?<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Weil er\u00a0<i>das Absolute<\/i>\u00a0auf eine begrifflich ganz bestimmte Weise suchte.\u00a0<i>Regionalliga\u00a0<\/i>\u00a0(App)\u00a0 weist auf die herrschende Stimmung hin: die Konkurrenz der jung-akademischen Entdecker anfangs des 19.Jh. um die letzten wei\u00dfen Flecken. Fichte und Schelling waren sicher, sie zu betreten, der junge Schopenhauer hielt genau das f\u00fcr Irrtum. Das war seine erste Entdeckung.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Dann w\u00e4re sein \u201eKompass\u201c ja nur bedingt sein pers\u00f6nlicher gewesen?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>\u201eWenn man das Moralische, Asketische, von allem Irdischen sich Losrei\u00dfende \u2013 mit einem Wort\u00a0<i>die<\/i>\u00a0<i>Freiheit<\/i>\u00a0im Menschen\u201c (App 64: #74) in den Blick nimmt, Arthurs unb\u00e4ndiges Interesse daran, seine Neigung zu reflektieren, mitzuempfinden und zu moralisieren, dann hatte der Kompass eine pers\u00f6nliche Relevanz.<\/p>\n<p>Die Kompassnadel NORD weist ja bekanntlich vom Betrachter weg&#8230;<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>&#8230; wenn sie sinnvoll benutzt wird.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Er hatte nicht die Illusion, sich einschleichen zu k\u00f6nnen ins \u201cbessere Bewusstsein\u201c. Er pochte auf seine Position in der Philosophie. Seine Insel \u201eKontemplation\u201c (65) war eine Enklave auf der Seite des beschr\u00e4nkten Verstandes und hier waren K\u00e4mpfe auszufechten, sich zu positionieren, Begriffe anderer strategisch zu \u201eassoziieren\u201c (63) \u2013\u00a0 freilich\u00a0<i>selbstlos<\/i>, das hei\u00dft unter Absehen von den eigenen egoistischen Interessen.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Gr\u00fcndet auf solchen Vorstellungen nicht die allgemeine Scheu vor\u00a0<i>dem Philosophen\u00a0<\/i>noch in unserer Generation \u2013 wie \u00fcbrigens auch vor\u00a0<i>dem K\u00fcnstler\u00a0<\/i>oder\u00a0<i>Dichter\u00a0<\/i>\u2013 eine Scheu, die so leicht Peinlichkeiten hervorruft. Und man darf sich auf keinen Fall selber dazu erkl\u00e4ren?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Zu dieser Hochachtung tr\u00e4gt auch die Erwartung bei, er w\u00fcrde von Zeit zu Zeit von einer unberechenbaren\u00a0<i>Muse<\/i>\u00a0gek\u00fcsst &#8230;.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Ja, ja,\u00a0<i>Hesiod<\/i>!<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>.. und er stehe auf diese Weise wenigstens manchmal mit der jenseitigen, freilich \u00e4u\u00dferst abstrakt gewordenen Welt in Verbindung. \u201eMythologie\u201c war Schopenhauers Vorwurf an Schelling und Fichte, und Fortsetzung der \u201eTheologie\u201c. Zugleich zeigt mir der erbitterte Streit um \u201edas Absolute\u201c (63), wie nahe\u00a0<i>Mythologie<\/i>\u00a0und\u00a0<i>Theologie<\/i>\u00a0den Kontrahenten noch waren, wie bildm\u00e4chtig,\u00a0 wichtig, real&#8230;.<\/p>\n<p>Leicht geht Schopenhauer auch \u201ealle unsere S\u00fcndhaftigkeit\u201c (66) von den Lippen.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Ich habe vor zig Jahren so etwas auch noch erlebt. Als ich im Netz \u00fcber einen\u00a0 reiferen Studienkollegen\u00a0 &#8211; inzwischen emeritiert &#8211; lese, er habe vor kurzem noch an der spanischen Gesamtausgabe von Schelling mitgewirkt, frage ich mich: Hat ihn sein ganzes Leben lang\u00a0<i>das Absolute<\/i>\u00a0im Griff gehabt?<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Im Folgenden res\u00fcmiert Urs App die\u00a0<i>\u00dcberzeugungen\u00a0<\/i>des jungen Schopenhauer aus dem 2.Kapitel.<\/p>\n<p>Ich kann mir die theoretisch \u00fcberspannten Gespr\u00e4che unter den (mit Verlaub) bl\u00fchenden jungen Leuten gut vorstellen und denke daran, was sie dar\u00fcber vers\u00e4umt haben, etwa an menschlichem Gl\u00fcck oder Tatendrang.<\/p>\n<p>A<\/p>\n<p>Der junge idealistische Arthur ist\u00a0<i>elit\u00e4r<\/i>, hochfahrend \u2013 will er doch die Quelle allen Ungl\u00fccks sozusagen\u00a0<i>wissenschaftlich<\/i>\u00a0ableiten. Und wozu? Wo er doch dem Handeln reflektierend und r\u00e4sonnierend den R\u00fccken kehrt, zwischen Buchdeckeln und in Vortragss\u00e4len eingeklemmt.<\/p>\n<p>B<\/p>\n<p>Gef\u00e4llt dir als<i>\u00a0dirty old man\u00a0<\/i>etwa der Schwarmgeist Karl Marx, der Rattenf\u00e4nger, wieder besser?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schopenhauers \u201eAnata\u201c war etwas mit Copyright! \u00a0&#8211; \u00a0Dialog \u00fcber das 3. 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