{"id":10560,"date":"2019-08-28T18:00:51","date_gmt":"2019-08-28T16:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10560"},"modified":"2021-10-20T17:12:03","modified_gmt":"2021-10-20T15:12:03","slug":"ueber-die-weissen-halten-unsere-geister-gefangen-kommentare","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10560","title":{"rendered":"4 Kommentare zu \u201cDie Weissen halten unsere Geister gefangen \u201c"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"comments-title\">\u00dcber \u201c<em>Die Weissen halten unsere Geister gefangen<\/em> \u201c \u2013 Unterwerfung, Magie und Entfremdung \u00a0\u201d<\/h4>\n<p><!--more--><\/p>\n<ol class=\"commentlist\">\n<li id=\"li-comment-264\" class=\"comment even thread-even depth-1\">\n<article id=\"comment-264\" class=\"comment\">\n<header class=\"comment-meta comment-author vcard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"avatar avatar-44 photo\" src=\"http:\/\/1.gravatar.com\/avatar\/7121c79673757021daba97e2e9383600?s=44&amp;d=mm&amp;r=g\" srcset=\"http:\/\/1.gravatar.com\/avatar\/7121c79673757021daba97e2e9383600?s=88&amp;d=mm&amp;r=g 2x\" alt=\"\" width=\"44\" height=\"44\" \/><cite><b class=\"fn\">Paul Pfeffer<\/b> <\/cite><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10472#comment-264\"><time datetime=\"2019-08-06T10:27:25+02:00\">6. August 2019 at 10:27<\/time><\/a><\/header>\n<section class=\"comment-content comment\">Ersch\u00fctternd zu sehen, was passiert, wenn Obskurantismen aller Couleur und Herkunft aufeinandertreffen. Das gilt nicht nur f\u00fcr Afrika. Leider ist der Krieg der G\u00f6tter und Zauberer noch lange nicht zu Ende, im Gegenteil, er erh\u00e4lt durch die wuchernden religi\u00f6sen Fundamentalismen immer neue Nahrung. \u201cMein Gott (Zauber) ist st\u00e4rker\/gr\u00f6\u00dfer\/m\u00e4chtiger als deiner. Meine Wahrheit ist wahrer als deine. Ich bin besser als du.\u201d So lange solches Denken andauert, befindet sich die Vernunft im Sinkflug. Wenn dar\u00fcber hinaus Machtfragen und Verteilungskonflikte an magisches Denken und Zaubereien gekn\u00fcpft werden, gibt es M\u00f6rder und Opfer aller Art.<br \/>\nTut mir leid, dass dieser Kommentar aus aufkl\u00e4rerischer Sicht so allgemein und so pessimistisch ausf\u00e4llt. Das Dumme ist: Die G\u00f6tter, Geister und D\u00e4monen existieren ja wirklich, und zwar in den K\u00f6pfen der Gl\u00e4ubigen, und sie werden dort immer neu geboren. Kommen Aufkl\u00e4rung und Wissen dagegen an?<\/p>\n<p class=\"edit-link\"><a class=\"comment-edit-link\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-admin\/comment.php?action=editcomment&amp;c=264\">Edit<\/a><\/p>\n<\/section>\n<div class=\"reply\"><a class=\"comment-reply-link\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10472&amp;replytocom=264#respond\" rel=\"nofollow\" data-commentid=\"264\" data-postid=\"10472\" data-belowelement=\"comment-264\" data-respondelement=\"respond\" aria-label=\"Antworten Sie auf Paul Pfeffer\">Reply<\/a>\u2193<\/div>\n<\/article>\n<ol class=\"children\">\n<li id=\"li-comment-265\" class=\"comment byuser comment-author-detlev bypostauthor odd alt depth-2\">\n<article id=\"comment-265\" class=\"comment\">\n<header class=\"comment-meta comment-author vcard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"avatar avatar-44 photo\" src=\"http:\/\/0.gravatar.com\/avatar\/0c498f1ae4f6839d93bff73c284dad59?s=44&amp;d=mm&amp;r=g\" srcset=\"http:\/\/0.gravatar.com\/avatar\/0c498f1ae4f6839d93bff73c284dad59?s=88&amp;d=mm&amp;r=g 2x\" alt=\"\" width=\"44\" height=\"44\" \/><cite><b class=\"fn\">dvg<\/b> Post author \u00a0<\/cite><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10472#comment-265\"><time datetime=\"2019-08-07T12:10:34+02:00\">7. August 2019 at 12:10<\/time><\/a><\/header>\n<section class=\"comment-content comment\">Lieber Paul,<br \/>\nich m\u00f6chte lieber nicht so rasch \u201aglobal\u2018 und \u201aallgemein\u2018 werden, sondern die Aufmerksamkeit der Leser lieber noch ein Zeitlang auf das richten, was Europ\u00e4er unter den afrikanischen Kolonialv\u00f6lkern angerichtet haben.\u201eWissen\u201c?<br \/>\nWas in den Kolonien wirklich geschah, haben damals h\u00f6chstens ein Handvoll Menschen bekannt gemacht oder \u00fcberhaupt begriffen. Das bleibt sogar heute hinter den Mauern wissenschaftlicher Bibliotheken und Archive verborgen. Selten sind moderne Analysen wie die hier vorgestellten, die die Sicht der Kolonisierten endlich auf Augenh\u00f6he mit der westlichen scheinbar \u201aaufgekl\u00e4rten\u2018 Perspektive bringen.\u201eAufkl\u00e4rung\u201c?<br \/>\nDie \u201amagische\u2018 Sicht sollten wir als weiteres Denksystem in unser Repertoire aufnehmen, damit wir sie wiederzuerkennen verm\u00f6gen, wo immer sie sich auswirkt. Immerhin leben bereits Millionen Abk\u00f6mmlinge unserer Kolonisierten mitten unter uns in Europa und Amerika. Sie tragen ihre Heimat mit sich im Kopf.Was gibt es zu bewerten?<br \/>\nUnd wenn es ums Bewerten geht, dann stehen f\u00fcr mich erst einmal historische Gier und Ignoranz der angeblich zivilisierten Kolonialisten auf dem Pr\u00fcfstand, sowie Gier und Ignoranz heutiger Akteure in den afrikanischen L\u00e4ndern. Die Konzerne stehen noch am ehesten in der Kritik durch Qualit\u00e4tsmedien, weniger bereits eine verlogene staatliche Entwicklungshilfe \u00fcber ein halbes Jahrhundert lang. Den Tunnelblick der christlichen Missionswerke wagen die Medien gar nicht anzugehen, nicht einmal das zerst\u00f6rerische Wirken \u201abibeltreuer\u2018 Evangelikaler unter den von ihren Regierungen vernachl\u00e4ssigten Hinterweltlern \u00fcberall in der Dritten Welt. Und schon gar nicht die saisonabh\u00e4ngige Spendenbereitschaft saturierter Speckb\u00fcrger, die von einem undurchsichtigen Netz von \u201aHilfswerken\u2018 abgesch\u00f6pft wird \u2026.. Halt! Ich werde auch schon \u201aglobal und allgemein\u2018.Jemand, der seinen existentiellen Probleme hilflos und \u201adumm\u2018 gegen\u00fcbersteht, der kein erfolgreiches Rezept vorzuweisen hat, verliert den Respekt der Au\u00dfenstehenden, wird zum \u201eOpfer\u201c, bei den sentimentalen Gem\u00fctern im karitativen Sinn, bei den \u00fcbrigen auf \u201aKraftdeutsch\u2018: \u201eDu Opfer!\u201c<br \/>\nEs war lange Mode unter Ethnologen und feinsinnigen Intellektuellen, \u201aspirituellen\u2018 Systemen \u201atraditioneller Kulturen\u2018 nachzusp\u00fcren, so wie K\u00fcnstler und andere \u00c4stheten in Europas Metropolen von der \u201ak\u00fcnstlerischen Inspiration\u2018 durch \u201aPrimitive\u2018 profitierten.<br \/>\nIn der total s\u00e4kularisierten westlichen Zivilisation Zentraleuropas ist es aber kaum m\u00f6glich, eine uns \u201amittelalterlich\u2018 anmutende Einheit von Religion, K\u00fcnsten, \u00dcberlebenskampf, Schicksalsschl\u00e4gen und Konkurrenz nachzuvollziehen und als mit realen Menschen funktionierend vorzustellen, nicht als idealisierendes Modell, sondern als unbefriedigender, \u201aungerecht&#8216; harter menschlicher Alltag.<br \/>\nJene Welt ist eine f\u00fcr die soziale Arch\u00e4ologie geworden, sie lebt inmitten von Tr\u00fcmmern k\u00fcmmerlich weiter, was man dank Wyatt MacGaffey, Jan Vansina, Kejsa E. Friedman oder Filip de Boeck in \u00c4quatorial-Afrika nachverfolgen kann (Alle als Links im Blog unter der Funktion \u201eSuche\u201c). Nat\u00fcrlich macht es auch Spa\u00df, von Zoe\u0301 S. Strother so viele starke Indizien f\u00fcr ihren m\u00fchelos erworbenen Hexenstatus serviert zu bekommen!<br \/>\nDoch so viel anders wird bei uns die Zukunft auch nicht funktionieren, wenn \u2013 wie anderswo bereits \u2013 die uns tragende atemberaubende technische Infrastruktur kollabiert und verzweifelte Gruppen orientierungslos erst richtig aufeinander losgehen \u2013 so wie du es in deinem Kommentar ja schon angedeutet hast.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h3><strong>3.<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Zo\u00e9 Strother Kommentar in ihrer Email 16.8.19<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#8220; (&#8230;)\u00a0 Thank you also for the interest in my essay (which practically no one else knows). The juxtaposition of the three essays is thought-provoking. One thing to remember &#8211; Vansina was writing about THE most devastated area in DRC. It was bad in Pende land (beginning in the 1910s) but they never had to go through the vine rubber atrocities. Pierre Petit (I&#8217;ve always wanted to meet him) refers back to 1991, when the Mobutu regime visibly began to crumble, when riots destroyed a lot of infrastructure, and when people were feeling abandoned by the international community and the economy was completely in shambles. It would talke over 6 years finally to oust Mobutu.Ironically, I am recounting a period in the late 1980s, when E Pende were struggling economically and oppressed by Mobutu&#8217;s secret police but were culturally self-confident. I was welcomed because there were a number of chiefs who valued research on &#8222;ima jia Apende.&#8220; Maybe 25% were still practicing Pende religion and a majority had been brought up in the Pende religious system.\u00a0 My problems did not result from a &#8222;loss of tradition&#8220; but from a fundamental belief that individuals only accrue great wealth at the expense of others. When there are huge disparities of wealth, some people are somehow (openly or more likely secretly) siphoning off resources or life&#8217;s energy from others. It&#8217;s like wealthy Pende suspected of making diamonds from the teeth of their junior relatives, who whither away.<\/p>\n<div class=\"gmail_default\">(Probably my most complete overview of Pende religion is in the article &#8222;Performative Object&#8220; &#8211; near the bottom of what I&#8217;ve posted on <a href=\"http:\/\/academia.edu\">academia.edu<\/a>)<\/div>\n<\/section>\n<div>(&#8230;.)<\/div>\n<div class=\"gmail_default\">The problem that I see it is that westerners think that they know everything, even about a totally unfamiliar environment, because <u>they have a lot of things<\/u>. There is fiasco after fiasco based on this misplaced self confidence. One of the earliest blunders by the Peace Corps in W Africa was in promoting tractors because that&#8217;s what American farmers needed in the midwest (once) to turn over feet and feet of rich black topsoil. In W Africa, instead, they buried the precious quarter inch of topsoil underneath infertile clay. On the other hand, faced with &#8222;experts&#8220; lauding their knowledge, all too many Africans believe them and get themselves into trouble. After all, they have so many things! They must know something we don&#8217;t. Another famous example was when the World Bank (or was it IMF) convinced the president of Zambia that he would be caring for his people if he got them to abandon millet and grow corn. This is what he did and today no one in Zambia wants to eat millet. Westerners had a stupid prejudice against millet which they thought of as food for their parakeets. However, millet grows perfectly in the sandy soil of the C AFrican savanna, is resistant to drought, AND is rich in protein. Now Zambia is no longer self-sufficient. They have to spend millions paying for fertilizer to grow corn.<\/div>\n<div>\n<div>(&#8230;.)<\/div>\n<div><\/div>\n<h4>4.<\/h4>\n<div>\n<h4><strong>Ich interpretieren die Kommentare von Zo\u00e9 Strother (in deutscher \u00dcbersetzung)<\/strong><\/h4>\n<p>Nachdem Zo\u00e9 Strother die Gegen\u00fcberstellung der Texte als zum Nachdenken anregend bezeichnet hat, skizziert sie zu jedem der drei Texte den historischen Hintergrund, sie macht damit auf den Zeitbezug derartiger Essays aufmerksam, die, wenn sie erst einmal publiziert sind, noch lange zitiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zo\u00e9 Strother \u00fcber Jan Vansina: <\/strong><\/p>\n<p><em>Vansina schrieb \u00fcber <u>die <\/u>am meisten verw\u00fcstete Region in der DRC; demgegen\u00fcber haben die Pende vor allem nach 1910 zwar auch gelitten, aber nicht die Greueltaten des Gummi-Booms durchmachen m\u00fcssen.<\/em><\/p>\n<p>Sie erinnert daran, dass Traumatisierung und die Zerst\u00f6rung von Traditionen die Regionen unterschiedlich trafen. Unterschiede selbst innerhalb des Pende-Landes konnte sie bei den Pende am Kasai und denen am Kwilu feststellen. Und selbst hier &#8211; in der Nachbarschaft der \u00d6lpalmen-Pflanzungen &#8211; kam es 1931 noch zu einer spontanen Rebellion. Die anschlie\u00dfende unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig harte und weit \u00fcber das Aufstandsgebiet ausgedehnte milit\u00e4rische Repression hinterlie\u00df dann nachhaltige Wirkung. Im Essay schrieb sie dazu:<\/p>\n<p>\u201e<em>Brutale Repressalien nach dem Tod eines belgischen Kolonialagenten machte \u00e4ltere Pende im Umgang mit wei\u00dfen Ausl\u00e4ndern vorsichtig &#8211; selbst nach der Unabh\u00e4ngigkeit\u201c <\/em>(p.59 (5), vgl LINK)<\/p>\n<p>Mir ging es bei dem Text vor allem darum, die von Jan Vansina herausgefilterten (<em>filtered out<\/em>) psychischen und geistigen Zerst\u00f6rungen durch Krieg und Kolonialisierung zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Zo\u00e9 Strother \u00fcber Pierre Petit<\/h4>\n<p>Sie bezieht Pierre Petit\u2019s Essay auf die qu\u00e4lend lange Phase, in der das Mobutu-Regime zerfiel. <em>1991 bereits nicht mehr zu \u00fcbersehen<\/em>, dauerte der Niedergang noch weitere sechs Jahre. <em>Damals zerst\u00f6rten Unruhen eine Menge Infrastruktur, die \u00d6konomie befand sich in heillosem Durcheinander, und die Menschen f\u00fchlten sich von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen<\/em>.<\/p>\n<p>Ich verstehe diese Bemerkung so, dass die Krise fremdenfeindliche Emotionen bei den Luba herausforderte, zumal sie in Katanga mit dem Bergbaukonzern (Union Mini\u00e8re) m\u00e4chtige \u201awei\u00dfe\u2019 Akteure direkt vor Augen hatten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Zo\u00e9 Strother \u00fcber den eigenen Essay<\/h4>\n<p>Ihren eigenen Essay verortet Strother <em>ende der achtziger Jahre in einer Periode, als die Ost-Pende wirtschaftlich hart k\u00e4mpften und von Mobutus Geheimpolizei tyrannisiert wurden, <\/em>jedoch starkes <em>kulturelles Selbstbewusstsein<\/em> zeigten.<em> &#8211;\u00a0 <\/em>Im Essay p.62 erw\u00e4hnt sie kurz \u201e<em>sehr reale Probleme mit den Agenten der S\u00e9curit\u00e9.<\/em>\u00a0 Die Doktorandin war hier willkommen, weil eine Reihe von H\u00e4uptlingen die Forschung \u00fcber die Tradition der Pende f\u00fcr sehr wichtig hielten.<\/p>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><strong><em>Kein Traditionsverlust!<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Vielleicht ein Viertel der Pende praktizierten noch immer ihre tradierte Religion und eine Mehrheit war in diesem System erzogen worden. <\/em><em>Meine Probleme resultierten nicht aus einem \u201eTraditionsverlust\u201c, sondern aus einem fundamentalen Glauben, dass Individuen gro\u00dfen Reichtum nur auf Kosten anderer anh\u00e4ufen. &#8230;. Es ist so, wie wenn reiche Pende verd\u00e4chtigt werden, aus den Z\u00e4hnen j\u00fcngerer Verwandter, die weg sind (?), Diamanten herzustellen. <\/em><\/p>\n<p>Der Gedanke, den Essay als \u201eFallstudie\u201c zu nutzen, hat meinen Blick fokussiert auf die Figur der wei\u00dfen Frau, die zur Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr Hexen\u00e4ngste wird. Die Jahre am Ende der 1980er hatten bereits krisenhafte Z\u00fcge. Ich glaube bei McGaffey gelesen zu haben, dass in Krisenzeiten der Hexenglauben stark zunimmt.<\/p>\n<p>In ihrem eigenen Dorf am Kasai registrierte Zo\u00e9 \u00fcberrascht einen Fall von Traditionsverlust und Improvisation mangels \u00dcbung. Das was man in den langen Regierungsjahren des <em>paramount chief<\/em> an rituellen Details beim Amtswechsel vergessen hatte, wurde improvisiert. Das war jedoch kein \u201eTraditionsverlust\u201c in der zerst\u00f6rerischen Bedeutung wie bei Jan Vansina, sondern Beweis f\u00fcr ungebrochene Regenerationsf\u00e4higkeit von Tradition.<\/p>\n<p>Und in der Maskenstudie \u201eInventing Masks\u201c hat Zo\u00e9 Strother gerade das Innovations-Element \u2013 w\u00e4hrend des ganzen 20. Jahrhundert bei den Kwilu-Pende \u2013 herausgearbeitet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Zo\u00e9 Strothers erg\u00e4nzende Erl\u00e4uterungen zum Thema Mais-Anbau<\/h4>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>\u201e<em>Das Problem, das ich sehe, ist, dass die Westler denken, dass sie alles wissen, auch \u00fcber eine v\u00f6llig unbekannte Umgebung, weil sie eine Menge Dinge haben. Es gibt ein Fiasko nach dem anderen, das auf diesem fehlgeleiteten Selbstvertrauen beruht. Einer der fr\u00fchesten Fehler des Peace Corps in W-Afrika war die F\u00f6rderung von Traktoren, da amerikanische Landwirte (einmal) genau das ben\u00f6tigten, um F\u00fc\u00dfe und F\u00fcsse mit reichem schwarzem Mutterboden umzudrehen. In Westafrika vergruben sie stattdessen den kostbaren Zentimeter Mutterboden unter unfruchtbarem Lehm. Auf der anderen Seite glauben allzu viele Afrikaner &#8222;Experten&#8220;, die ihr Wissen loben, und geraten in Schwierigkeiten. Immerhin haben sie so viele Dinge! Sie m\u00fcssen etwas wissen, was wir nicht wissen. Ein anderes ber\u00fchmtes Beispiel war, als die Weltbank (oder war es der IWF) den Pr\u00e4sidenten von Sambia davon \u00fcberzeugte, dass er f\u00fcr sein Volk sorgen w\u00fcrde, wenn er es dazu bringen w\u00fcrde, Hirse aufzugeben und Mais anzubauen. Das hat er getan und heute will niemand in Sambia Hirse essen. Die Westler hatten ein dummes Vorurteil gegen Hirse, das sie als Nahrung f\u00fcr ihre Sittiche betrachteten. Hirse w\u00e4chst jedoch perfekt in den sandigen B\u00f6den der Savanne C AFrican, ist d\u00fcrreresistent und reich an Eiwei\u00df. Jetzt ist Sambia nicht mehr autark. Sie m\u00fcssen Millionen f\u00fcr D\u00fcnger ausgeben, um Mais anzubauen<\/em>.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"gmail_default\"><\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<\/article>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber \u201cDie Weissen halten unsere Geister gefangen \u201c \u2013 Unterwerfung, Magie und Entfremdung \u00a0\u201d<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[251,190],"tags":[],"class_list":["post-10560","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kongo-ins-herz-der-finsternis","category-herrliche-zeiten"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10560","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10560"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10560\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11471,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10560\/revisions\/11471"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10560"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10560"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10560"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}