{"id":10472,"date":"2019-08-01T14:05:07","date_gmt":"2019-08-01T12:05:07","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10472"},"modified":"2024-02-12T00:27:18","modified_gmt":"2024-02-11T23:27:18","slug":"die-weissen-halten-unsere-geister-gefangen-eroberung-beraubung-und-entfremdung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10472","title":{"rendered":"&#8222;Die Weissen halten unsere Geister gefangen \u201c \u2013 Unterwerfung, Magie und Entfremdung \u00a0"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Die\u00a0 drei Berichte <\/strong><strong>korrespondieren miteinander auf \u00fcberraschende Weise. . Sie fordern zum Zusammendenken auf. Nehmen Sie sich vielleicht mit Ausdrucken (10 S.) Zeit.<\/strong><\/h4>\n<ol>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Jan Vansina: Paths in the Rainforests (1990) chapter 8\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (\u00dcberblick)<br \/>\n<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Pierre Petit: Power and Alienation among the Luba of Katanga (1996)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Zo\u00e9 S. Strother: Suspected in sorcery (1996)<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><!--more--><span style=\"color: #333333;\"><strong><em><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10498\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier<\/a> ist der Link zur englischen Fassung, der Sprache der Originale: &#8222;The Whites hold our Spirits&#8220;<br \/>\n<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">I<\/span><\/h3>\n<h4><span style=\"color: #ff0000;\">Eine historische Einf\u00fchru<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">ng\u00a0 von Jan Vansina in die zentralafrikanische Trag\u00f6die in den Jahrzehnten zwischen 1865 und den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts:<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>Jan Vansina<\/strong> ( in \u201c<strong>Paths in the Rainforests \u2013 Toward a History of Political Tradition in Equatorial Africa\u201d, London 1990) <\/strong>hebt die Kontinuit\u00e4t zwischen Eroberungs- und Kolonialgeschichte hervor, die gew\u00f6hnlich \u00fcbersehen wird. Ich fasse zentrale Passagen aus dem 8. Kapitel zusammen: <strong>\u201cDeath of a Tradition\u201d<\/strong> (239 \u2013 247)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Das<em> Wachstum der industriellen Weltwirtschaft f\u00f6rderte bereits im 19. Jahrhundert eine starke kommerzielle Expansion in das \u00e4quatoriale Afrika. (239) Die meisten Geschichtsb\u00fccher verschleiern die Tatsache, dass die Eroberung 40 Jahre dauerte. Eine Kombination aus Krieg, Zerst\u00f6rung durch Feuer, Krankheit und Hunger t\u00f6tete in diesen Jahrzehnten sch\u00e4tzungsweise die H\u00e4lfte der Gesamtbev\u00f6lkerung. <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>1865 tauchten r\u00e4uberische Milizen aus dem Sudan auf und setzten sich bis 1885 fest. 1869 gr\u00fcndeten Zanzibari die Station Nyangwe am Lualaba River. Unter dem legend\u00e4ren Tibbu Tip erreichte ihre Eroberung 1887 die T\u00e4ler Uele, Ituri, Upper Lopori und Upper Tshuapa. Sie zwangen die Bev\u00f6lkerung, sich in gro\u00dfen D\u00f6rfern niederzulassen und verhalfen dort den \u201cSultani\u201c, jungen ehrgeizigen M\u00e4nnern zu Macht, denen die traditionellen Eliten wenig entgegenzusetzen hatten, um ein kollektives Gegengewicht zu bewahren. (242) Nach 1890 begannen bedeutende europ\u00e4ische Milit\u00e4reins\u00e4tze und systematische Eroberungen im Regenwald. Vom unbarmherzigen Terror der Gummiunternehmen ging der st\u00e4rkste Impuls zur Gewalt aus. Sie spannten auch die Armee des Staates ein, um den Widerstand der lokalen Bev\u00f6lkerung zu unterdr\u00fccken. Manchmal wurden betr\u00e4chtliche Truppenkontingente eingesetzt. Die Gummikriege dauerten im kongolesischen Teil der Regenw\u00e4lder von 1893 bis etwa 1910.\u00a0 (244)<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>\u201eDie Gewalt und v\u00f6llige Zerst\u00f6rungskraft solcher Kolonialkriege werden oft noch immer nicht richtig eingesch\u00e4tzt\u201c, schreibt Vansina. \u201eRoutinem\u00e4\u00dfig wurde Dorf f\u00fcr Dorf niedergebrannt, die Menschen flohen, manchmal jahrelang, in tiefe W\u00e4lder, in denen sie nur die elementarste Schutzh\u00fctten bauten und in hohem Ma\u00dfe von dem abhingen, was sie zum Essen sammeln konnten. W\u00e4hrend der K\u00e4mpfe und unmittelbar danach waren die Verluste unter den Afrikanern hoch, jedoch starben sp\u00e4ter noch mehr an den kombinierten Folgen von Unterern\u00e4hrung, \u00dcberlastung und Epidemien wie Pocken, Masern, Ruhr und vor allem der Schlafkrankheit. In einigen Bezirken dauerte die Phase der Eroberung Jahre. Der daraus resultierende Tribut an Krieg, Hunger und Krankheit war furchterregend. Die vertrauten alten Lebensweisen kollabierten unter den neuartigen Katastrophen. (244)<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Vansina ist aber die Verkn\u00fcpfung zur n\u00e4chsten Phase der Kolonisation genau so wichtig: <\/em><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_10505\" style=\"width: 148px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Mbole-kl.Geha\u0308ngter.IMG_0750.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10505\" class=\"wp-image-10505\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Mbole-kl.Geha\u0308ngter.IMG_0750-119x360.jpg\" alt=\"Slg. v.Graeve\" width=\"138\" height=\"420\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-10505\" class=\"wp-caption-text\">Mbole: kleiner Geh\u00e4ngter Slg. v.Graeve (Siehe <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9306\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a>)<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\"><span class=\"\" title=\"\">\u201eDie V\u00f6lker in und um den Regenwald hatten die politische Kontrolle und damit die Initiative verloren, Institutionen zur Bew\u00e4ltigung der neuen Ordnung zu schaffen.<\/span> <span class=\"\" title=\"\">Dar\u00fcber hinaus \u00f6ffneten die bisher unerwarteten Ereignisse und Katastrophen auch eine tragische Kluft\u00a0 zwischen der physischen und der kognitiven Realit\u00e4t, die neue Erkl\u00e4rungen und gr\u00f6\u00dfere Anpassungen der \u00e4quatorialen Tradition erforderte.\u201c (245) <\/span><\/span>Die sich unmittelbar anschlie\u00dfende administrative Unterwerfung\u00a0nahm den Afrikanern die M\u00f6glichkeit, eine auf den eigenen Traditionen fu\u00dfende Antwort zu finden, wie das vorher m\u00f6glich gewesen war. <\/em><\/span><\/p>\n<div>\n<div tabindex=\"0\">\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Vansina f\u00fchrt als Beispiel ein Treffen der Kwa an, \u201eum genau zu pr\u00fcfen, ob die Epidemie gestoppt werden kann, indem ein ber\u00fchmter Hexenfinder geschickt wird. Der Missionar (&#8230;) riet ihnen stattdessen, sich auf Gott zu verlassen. Aber das war 1891 und die Leute konnten immer noch einen Wahrsager rufen (&#8230;). Schon 1920 (&#8230;) waren solche Wahrsager Gesetzlose (&#8222;outlawed&#8220;9 und wurden als Vertrauensm\u00e4nner und gef\u00e4hrliche Agitatoren verfolgt. \u201c(245)<\/em><\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Von Anfang an arbeiteten alle Kolonialisten wie selbstverst\u00e4ndlich daran, die fremden b\u00fcrokratischen Praktiken aus Europa im Regenwald zu implementieren, ob es sich nun um die Erbfolge von Chiefs, den gleichen Rechtsstatus unter D\u00f6rflern, Ehegesetz und \u00f6ffentliche Moral oder die Aush\u00f6hlung traditioneller Rechtsverfahren und -grunds\u00e4tze handelte, die danach als \u201aGewohnheitsrecht\u2019 etikettiert wurden. <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Die Mission griff entschlossen zu allen ihr verf\u00fcgbaren Mitteln, um die \u00fcberkommene soziale Hierarchie und ihre Sanktionsgewalt zu schw\u00e4chen oder abzuschaffen, sie trieb die Spaltung der Gemeinschaften voran, insbesondere die Entfremdung der jungen Generation.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Die V\u00f6lker des Regenwalds fingen an, ihr eigenes kulturelles Erbe anzuzweifeln und Teile der fremden Tradition anzunehmen. Nur an ihren Sprachen hielten sie fest und damit an manchem \u00e4lteren Inhalt, den die Sprache mit sich schleppte. &#8222;<span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\"><span class=\"\" title=\"\">So wurden sie zu kulturellen Schizophrenen und strebten nach einer neuen Synthese, die nicht erreicht werden konnte, solange ihnen die Handlungsfreiheit verweigert wurde. \u201c(247)<\/span><\/span><br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>F\u00fcr Vansina waren die Traditionen der \u00e4quatorialen Gesellschaften Ende der 1920er Jahre nicht mehr als eine konservierte leere H\u00fclle. <\/em>(246-247)<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">II<\/span><\/h3>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Pierre Petit skizziert den Prozess der Unterwerfung und Kolonisierung sowie den Beitrag <\/span><\/strong><strong><span style=\"color: #ff0000;\">&#8217;schwarzer Magie&#8216; im spirituellen Horizont der Luba.<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>\u00ab Power and Alienation among the Luba of Katanga (Congo R.D.C.) \u00bb &#8211; <\/strong><strong>communication presented at the 40th African Studies Association meeting (1997, Columbus, Ohio <\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ich \u00fcbertrage l\u00e4ngere Textausz\u00fcge ins Deutsche, weil zum Verst\u00e4ndnis etwas Vorwissen n\u00f6tig ist. Quelle f\u00fcr das Original (Englisch): academia.edu-Profil von Pierre Petit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em>Politische \u00c4mter sind in Afrika oft mit unsichtbaren oder \u00fcbermenschlichen Kr\u00e4ften verbunden. Die Quellen politischer Macht werden in Afrika st\u00e4rker au\u00dferhalb der Menschheit und im Westen mehr innerhalb der Menschheit gesehen. Dieser Unterschied f\u00fchrt zu gegens\u00e4tzlichen Konsequenzen, da jemand sich eine Macht au\u00dferhalb der Menschheit leichter aneignen kann als eine Macht, die in den sozialen Akteuren selbst verk\u00f6rpert ist. Eine solche Hypothese k\u00f6nnte das tiefe Gef\u00fchl der Entfremdung erkl\u00e4ren, das viele afrikanische V\u00f6lker &#8211; darunter die Luba &#8211; seit den fr\u00fchen Stadien der Kolonialisierung versp\u00fcren.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Die Luba von Katanga siedeln im S\u00fcdosten des Kongo<\/em> und werden<em> auf zwei Millionen gesch\u00e4tzt. Ihr uraltes K\u00f6nigreich begann um 1870 zu schw\u00e4cheln und die belgische Kolonialherrschaft beschleunigte sp\u00e4ter seine Aufl\u00f6sung. Die Mythen und Rituale des K\u00f6nigtums sind jedoch nicht verschwunden: Sie leben und entwickeln sich weiter in den neuen Verwaltungseinheiten.<\/em><em>\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Die Luba-Gesellschaft kann als eine dreischichtige gesellschaftspolitische Organisation beschrieben werden:<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Die Macht der Luba-Herrscher &#8211; seien es (fr\u00fcher) K\u00f6nige oder (derzeit) H\u00e4uptlinge &#8211; ist<\/em><em><br \/>\n<\/em><em>eng verbunden mit ihren starken Bindungen an die Geisterwelt. Nach dem Gr\u00fcndungsepos verdankt der Gr\u00fcnder der Dynastie, Ilunga Mbidi<\/em><em> Kiluwe, seinen Ruhm in erster Linie nicht dem milit\u00e4rischen oder politischen Talent, sondern der Einf\u00fchrung der Luba in die rituelle K\u00fcche. Das Essen unter Beachtung ritueller Vorschriften erm\u00f6glicht es jedem Luba, seine Schutzgeister zu kontaktieren, wer auch immer sie sind. Diese mystische Gemeinschaft wird auf jeder Ebene der Luba-Gesellschaft, von den Familien\u00e4ltesten bis zum K\u00f6nig selbst, bezeugt.<\/em><em><br \/>\n<\/em> <em><br \/>\n<\/em><em>Die zweite Schicht der Luba-Gesellschaft ist der Erdherr (&#8222;Landchief&#8220;), der im Namen seiner gesamten Linie handelt. Jedes Anwesen steht unter der Kontrolle eines W\u00e4chtergeistes, der mit einem Merkmal der Landschaft verbunden ist &#8211; normalerweise einem Teich oder einem Felsen &#8211; wo der Ritualspezialist der Eigent\u00fcmerlinie Gebete spricht und im Rahmen seiner Verehrung Essen anbietet. Im Gegenzug liefern die Schutzgeister alle territorialen Ressourcen, die der Mensch ben\u00f6tigt, sei es Wild, Fisch, Salz, Lehm, Eisen oder Edelsteine.<\/em><em><br \/>\n<\/em><em>Auch hier wurzelt die Macht im Ritual. Es wird berichtet, dass jede Usurpation entweder zum Tod des Usurpators f\u00fchr<\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em>t<\/em><em> oder zum Verschwinden der G\u00fcter des Landes.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Familien\u00e4lteste bilden die dritte und letzte Ebene. Der Kopf eines<\/em> <em>Haushalts ist verantwortlich f\u00fcr den Kult der Familienvorfahren. Diese Vorfahren bieten ihren lebenden Verwandten viele Vorteile: Sie sind die Spender der technischen Meisterschaft, die Bildhauer und T\u00f6pfer ben\u00f6tigen, sie k\u00f6nnen ihren Nachkommen bei ihren Jagdausfl\u00fcgen helfen. <\/em><em>Die Schwangerschaft steht immer unter dem Schutz eines Vorfahren der Familie, der der &#8222;Pate&#8220; des Ungeborenen ist.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Der Respekt, den Kinder ihrem Vater schulden, ist zum Teil eine Folge seiner Rolle als Familienpriester: Nur er ist in der Lage die Ahnen zu kontaktieren und sie im Krankheitsfall oder Ungl\u00fcck um Hilfe zu bitten.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Betrachten wir die j\u00fcngste Geschichte der Luba. Ab Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wurde das Luba-Reich wiederholt von Fremden angegriffen, zuletzt von den Europ\u00e4ern. Im Gegensatz zu ihren Vorg\u00e4ngern ist es den Europ\u00e4ern &#8211; den Belgiern &#8211; tats\u00e4chlich gelungen, sich unter den Luba niederzulassen und ihr Gesetz gegen die Luba im ganzen K\u00f6nigreich durchzusetzen.<\/em><em><br \/>\n<\/em><em>Aus der Perspektive der Luba hatten diese Fremden offensichtlich Erfolg, den Luba-F\u00fchrern die Quellen der drei verschiedenen Machtstufen (Oberhaupt, Land, Familie) wegzunehmen. So redet man \u00fcblicherweise unter den Luba \u00fcber das Thema.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Die katholischen Missionare waren solchen Berichten zufolge sehr feindlich gegen\u00fcber Praktiken, die f\u00fcr die Familienvorfahren bestimmt waren. Ihren Konvertiten war es verboten, Mahlzeiten mit diesen Geistern zu teilen, die verbreiteste rituelle Praxis, um sie zu ehren.<\/em> <em>Wer den Religionslehrern (Katecheten) denunziert wurde, konnte<\/em><em> ausgepeitscht oder sogar an die Zivilbeh\u00f6rden \u00fcbergeben werden. <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Nach Angaben der Luba gingen wei\u00dfe Missionare aber selber nachts auf<\/em><em> Friedh\u00f6fe, um mit den Toten zu sprechen und ihre Kraft zu erlangen (&#8222;bukomo&#8220;, &#8222;St\u00e4rke&#8220;). Sie monopolisierten so die Toten. In dieser perfiden Absicht errichteten sie sogar christliche Friedh\u00f6fe, auf Kosten der Luba-Ritualisten, die die Hilfe der Toten f\u00fcr ihre eigenen Aktivit\u00e4ten brauchten, etwa um Kranke zu heilen. Ein \u00c4ltester der Luba sagte P. Petit: &#8222;Die Ahnen antworten nicht mehr, seit wir von der Stimme Gottes aus \u00dcbersee von ihnen abgelenkt worden sind&#8220;.<\/em><em><br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Eine \u00e4hnliche Feindseligkeit richtete sich gegen die territorialen Schutzgeister. Missionare haben absichtlich heilige Pl\u00e4tze gesch\u00e4ndet, indem sie sich dem Verbot widersetzten, zu ihnen zu gehen oder indem sie in heiligen Becken badeten. <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Erdherren, die f\u00fcr den Schutzgeistkult zust\u00e4ndig sind, sind heutzutage mit der Feindseligkeit der Kirchen konfrontiert.<\/em><em> Ein H\u00e4uptling beklagte sich \u00fcber die Flucht der Geister wegen der Vermehrung von Kirchen. Ein anderer behauptete, wenn er seinen Schutzgeist wie fr\u00fcher verehre, werde er von den Dorfbewohnern ausgebuht und &#8222;Satano&#8220; genannt. <\/em><em>\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Tats\u00e4chlich werden Weisse nicht nur <\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em>beschuldigt, die <\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em>Schutzgeister <\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em>zu zerst\u00f6ren oder zu vertreiben, sondern auch, sie f\u00fcr<\/em><em> ihre eigene Zwecke zu versklaven. Im Jahr 1991 brachten Pl\u00fcnderungen der kongolesischen Armee ein wichtiges USAID Road Project zu einem pl\u00f6tzlichen Ende. Die evakuierten Ausl\u00e4nder lie\u00dfen ihre gesamte Ausr\u00fcstung zur\u00fcck. Dieser abrupte Aufbruch best\u00e4tigte den fr\u00fcheren Verdacht, dass die amerikanischen Helfer mit Hilfe der \u00f6rtlichen Schutzgeister reich geworden waren. Angeblich streiften die Amerikaner jede Nacht durch den Busch und stellten mit den Schutzgeistern Autos oder Wellblech her. Nach dem Abzug der Amerikaner erhoben die Erdherren Anspruch auf die gesamte Ausr\u00fcstung und argumentierten sehr logisch, dass diese Waren, die von Schutzgeistern hergestellt wurden, zu Recht ihnen geh\u00f6rten.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Neben der Unterwerfung dieser Geister f\u00fcr ihre eigene Bereicherung vor Ort unterstellt man den Ausl\u00e4ndern, sie nach Europa und Amerika mitgenommen zu haben, um sie in ihrem Namen arbeiten zu lassen. Einem Luba-Oberh\u00e4uptling wird sogar nachgesagt, er habe mit den Amerikanern einen Vertrag abgeschlossen, um ihnen einen der ber\u00fchmtesten Schutzgeister zu verkaufen. Es wird angenommen, dass der gefangen genommen und dank der Wissenschaft der Wei\u00dfen in einer Flasche transportiert wurde. Der Chef soll ihn in die USA gebracht haben, als er dorthin reiste. <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>P. Petit selbst war auf diesem Gebiet oft mit \u00e4hnlichen Problemen konfrontiert. Zum Beispiel, als er Nachforschungen \u00fcber die Herstellung von Salz oder T\u00f6pferwaren anstellte, wurde ihm der Zugang zu wichtigen Ton- oder Salzlagern verweigert, da einige bef\u00fcrchteten, er w\u00fcrde die Dorfbewohner dieser wertvollsten Ressource berauben.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Die Macht des K\u00f6nigtums gilt ebenfalls als gef\u00e4hrdet. Sowohl das Gr\u00fcndungsepos als auch die k\u00f6niglichen Rituale betonen eine strikte Kontinuit\u00e4t zwischen dem gegenw\u00e4rtigen Herrscher und dem Gr\u00fcndungshelden Ilunga Mbidi Kiluwe. Ger\u00fcchtweise ist jedoch zu h\u00f6ren, dass Ilunga Mbidi Kiluwe in den ersten Jahren der Kolonialisierung von Weissen gefangen genommen wurde. Sie sperrten ihn dann bis 1960, dem Jahr der Unabh\u00e4ngigkeit, in ein mysteri\u00f6ses Denkmal in Belgien. Andere Versionen behaupten, dass Ilunga Mbidi Kiluwe immer noch im Gef\u00e4ngnis schmachtet, nicht in Belgien, sondern in den Kellern des Vatikans. <\/em>(Im Netz finden sich \u00fcbrigens youtube-Predigten, die P\u00e4pste als Agenten &#8218;Luzifers&#8216; angreifen; <a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4608\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK) <\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Man darf nicht annehmen, dass der Kampf um die Macht in der Luba-Gesellschaft nur im Rahmen einer festgelegten Zahl von Kr\u00e4ften (Vorfahren, territorialen Geistern, Ilunga Mbidi Kiluwe) stattf\u00e4nde. Die Dinge sind komplexer, da neue Formen der Macht entstehen k\u00f6nnen. Zum Beispiel wurden Weisse Mitte des Jahrhunderts eines Hexerei-\u00e4hnlichen Kannibalismus beschuldigt. Angeblich fingen sie Schwarze ein, sperrten sie in Keller, f\u00fctterten sie mit Salz und verwandelten sie in Schweine, um sie bei wichtigen Gelegenheiten zu essen, vor allem an Silvester. Solche Praktiken erinnern an das, was Luba von Hexen erz\u00e4hlen, die sich zum Sabbat versammeln, um menschliches Fleisch zu essen.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>W\u00e4hrend Hexerei von den Luba als zentrales Merkmal der Weissen angesehen wird, sind die p<\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em>olitischen Amtsinhaber der Luba <\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em>nur am Rande<\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em> mit der Hexerei verbunden,<br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Eine neue Machtform ist in der vorkolonialen Gesellschaft ohne Vorbild, da ein allm\u00e4chtiger Sch\u00f6pfergott erst von den Missionaren eingef\u00fchrt wurde. Dieser <\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em>&#8222;fremde&#8220; Gott, so <\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em>glauben die Luba, bringe vor allem den Weissen, seinen Lieblingen, Vorteile. Afrikanische Pastoren f\u00f6rdern die <\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em>Glaubw\u00fcrdigkeit <\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em>dieser \u00dcberzeugung, wenn sie predigen, dass der Reichtum der Weissen keinen anderen Ursprung habe als ihren christlichen Glauben. Einige Luba kehren diese Erkl\u00e4rung um: Er sei eine Folge ihres B\u00fcndnisses mit Satan. In beiden F\u00e4llen sollen die Weissen die Hauptnutznie\u00dfer eines allm\u00e4chtigen Wesens sein, sei es Gott oder Satan.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Man k\u00f6nnte diese nerue Machtform das auch mit Ritualen demonstrieren, in welche viele Elemente der westlichen Kultur wie Fernseher, Radio<\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em> oder Bibel aufgenommen worden sind.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Die politische Unabh\u00e4ngigkeit des Kongo von 1960 hat dieses Gef\u00fchl der Entfremdung nur geringf\u00fcgig gemindert: Drei Generationen der Unfreiheit haben bleibende Erinnerungen hinterlassen. Weit davon entfernt, verschwunden zu sein, wird dieses Gef\u00fchl der Entfremdung immer wieder deutlich, verst\u00e4rkt durch den Reichtum der Wei\u00dfen, der ein R\u00e4tsel f\u00fcr die Luba bleibt, die ihn nicht als einfache Konsequenz der historischen Bewegung des Kapitalismus sehen. <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>Um mit den Worten eines Luba-\u00c4ltesten zu schlie\u00dfen, der sein Gef\u00fchl der Entfremdung zusammengefasst hat, sind die gro\u00dfen Taten der Luba-Vorfahren &#8222;nur sch\u00f6ne Geschichten. Wir sind Waisen, Verlorene, von anderen in die Irre geleitet, und wir wissen nicht mehr, was wir tun sollen\u201c.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>*<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Pierre Petit formulierte seine Rede n\u00fcchtern und fokussierte sie auf das nostalgische Milieu eines l\u00e4ngst zerfallenen ruhmreichen K\u00f6nigreichs, aber die Lekt\u00fcre ist erschreckend und hinterl\u00e4sst ein Gef\u00fchl der Hilflosigkeit. Wie bei Frantz Fanon und noch mehr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albert_Memmi\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Albert Memmi<\/a>\u00a0 (&#8222;<i>Der Kolonisator und der Kolonisierte: zwei Portr\u00e4ts.&#8220; 1957, 1988 dt.) <\/i>scheint sich eine un\u00fcberwindliche Kluft aufzutun. Alles Reden endet an diesem Punkt. Mehr Verst\u00e4ndigung scheint nicht m\u00f6glich.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>III<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<h4><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Der sehr pers\u00f6nliche Forschungsbericht von Zo\u00e9 S. Strother<\/strong><\/span><span style=\"color: #ff0000;\"><strong> erweist sich als Fallstudie mit \u00fcberraschend vielen Bez\u00fcgen zum vorigen Text.<br \/>\n<\/strong><\/span><\/h4>\n<p><strong>SUSPECTED OF SORCERY, Beitrag 6 in \u201eIn Pursuit of History \u2013 Fieldwork in Africa\u201c 1996 pp.57-74, <\/strong>Carolyn Keyes Adenaike &amp; Jan Vansina, Eds.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Zo\u00e9 S. Strother hat den\u00a0 Bericht acht Jahre nach ihrer Feldforschung in einem Dorf der \u00f6stlichen Pende verfasst, dessen Bewohner f\u00fcr die Doktorantin zwei Jahre lang Gastgeber, Informanten <u>und<\/u> Forschungsgegenstand gewesen waren.\u00a0 Sie schildert ihren Aufenthalt in seinen verschiedenen Phasen, sie analysiert freim\u00fctig im Nachhinein das Konfliktpotential der jeweiligen Situationen und zieht eine ern\u00fcchterte Bilanz.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Vom\u00a0 Konflikt \u201e<em>How a picnic led to a trial<\/em>\u201c , dessen Anlass sie bereits zu Beginn schildert, bis zu den &#8222;<em>Repercussions<\/em>\u201c (Konsequenzen) sp\u00fcrt man das ehrliche Bem\u00fchen, aber auch die \u00dcberforderung der jungen Feldforscherin, die sich f\u00fcr ihre Dissertation auf eine recht zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlte Dorfgemeinschaft eingelassen hat und zun\u00e4chst geradezu perfekte Arbeitsbedingungen vorfindet, durch die Protektion des langj\u00e4hrigen &#8211; seit 1942!\u00a0 &#8211; Oberh\u00e4uptlings (<em>paramount chief, <\/em><\/span><span style=\"color: #000000;\">65), bis sie mit seinem Tod in der Mitte ihres Aufenthalts in den Strudel einer l\u00e4ngst f\u00e4lligen Neuordnung der Machtverh\u00e4ltnisse ger\u00e4t und schlie\u00dflich schleunigst abreisen muss. Der Konflikt, um den es in dem genannten Prozess geht, ist im Grunde ein Nebenaspekt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Auch f\u00fcr sie ist der Anlass keinen Konflikt wert; doch sie macht damit eine existentielle Erfahrung, die in der bisher h\u00f6chst erfolgreichen konventionellen Datensammlung nicht m\u00f6glich war.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Bevor Strother die Region verl\u00e4sst, will sie n\u00e4mlich die arch\u00e4ologischen M\u00f6glichkeiten eines besonderen Ortes, \u201eManda\u201c, untersuchen, der zweieinhalb Meilen vom Dorf entfernt ist und unter dem Druck der Invasionen der Chokwe in den sp\u00e4ten 1880er und 1890er Jahren aufgegeben wurde. Da die Belgier es 1934 nicht zulie\u00dfen, sich an diesem abgelegenen Ort wieder niederzulassen, sondern alle zwangen, entlang der Stra\u00dfe zu bauen, wurde \u201eManda\u201c zum Thema der Nostalgie. Strother will sehen, wo und wie die Menschen vor dem Kolonialsystem gebaut hatten.\u00a0 (57\/58)\u00a0 <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Mit einem befreundeten Unterh\u00e4uptling wandert sie in zwei Stunden dorthin. Unterwegs begegnen sie einem Katecheten der ans\u00e4ssigen Kirche. Man gr\u00fc\u00dft sich. Zu ihrer beider \u00dcberraschung wird das Land aktuell von einem rivalisierenden Klan bewirtschaftet, und zu ihrer Entt\u00e4uschung ist der gesamte Boden von Erdnussfeldern \u00fcberzogen. Tonscherben und Abfall einer Schmiede liegen verstreut herum, einiges Kuriose l\u00f6st sie mit der Hacke vom Boden und steckt es ein. Dann ziehen sie sich zur\u00fcck und halten Picknick.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Am n\u00e4chsten Tag trifft vom rivalisierenden Klanchef im Dorf eine Klage folgenden Inhalts ein: \u201eIch sei mit einer Schaufel nach Manda gegangen, um die Knochen seiner Vorg\u00e4nger f\u00fcr meine Zauberei (<em>Wanga<\/em>) auszugraben. Ich h\u00e4tte den Pastor angeworben, um den Geist des Toten, der die St\u00e4tte bewachte, zu vertreiben, und dann ein Huhn geopfert und an Ort und Stelle gegessen.\u201c (59)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Weil der Kl\u00e4ger es nicht wagt &#8211; <em>das Erbe des belgischen Kolonialismus <\/em>&#8211;\u00a0 die Weisse anzuklagen, wird der Begleiter verklagt auf die Zahlung von sieben Ziegen, damals immerhin f\u00fcnfhundert Dollar. (59). Noch wildere Ger\u00fcchte laufen im Dorf um, aber ihr gegen\u00fcber tun die Bekannten so, als nehme man die Angelegenheit nicht ernst. Ein paar Tage sp\u00e4ter f\u00e4llt die Quelle im Nachbardorf trocken. Man h\u00e4lt das f\u00fcr eine Warnung der weissen Frau; viele raten dem Kl\u00e4ger, die Klage lieber zur\u00fcckzuziehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Zwar hat Strother fr\u00fcher bei jeder Gelegenheit beteuert, dass Westler kein <em>wanga<\/em>, keine Hexenmacht bes\u00e4\u00dfen, aber davon ist niemand zu \u00fcberzeugen. Wenn eine Gruppe in solch einem Luxus lebt und solche Macht \u00fcber das t\u00e4gliche Leben so vieler Menschen aus\u00fcbt wie die Weissen, muss sie einiges vom Hexenzauber verstehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die junge Frau hat das Thema bisher nur nicht auf sich pers\u00f6nlich bezogen(60, Anm. 6). Sie f\u00e4llt aus allen Wolken und fiebert auf den Prozesstag hin, wo sie alle Missverst\u00e4ndnisse aufkl\u00e4ren will. Der f\u00fcr sie zust\u00e4ndige Chief und Mentor aber lenkt am Termin die Verteidigung auf ein unverf\u00e4ngliches Gleis: Er behauptet, sie sei in seinem Auftrag unterwegs gewesen. Und an seiner Berechtigung Auftr\u00e4ge zu erteilen, ist kein Zweifel erlaubt. Er hat gewiss kein Interesse daran, das schlechte Verh\u00e4ltnis der Klans und der D\u00f6rfer durch einen Hexenprozess weiter zu belasten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die junge Frau erkennt, dass auch die Dorfbewohnerer scharfe Beobachter sind und dass sie nach orts\u00fcblichen Kriterien beobachten, ihre Dorfgenossen ein Leben lang und sie eben f\u00fcr eine gewisse Zeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Eine ganze Indizienkette beweist ihre F\u00e4higkeit zur Hexerei:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Wer immer ihr auf den erm\u00fcdenden Wegen zwischen den D\u00f6rfern zu Fu\u00df begegnete, war \u00fcberzeugt, sie w\u00fcrde wieder fliegen, sobald man wieder au\u00dfer Sichtweite war. Der junge Mann, den sie einmal ausgeschimpft hatte, weil er ohne zu fragen ihr Fahrrad ausgeliehen hatte, womit sie zu einer Versammlung fahren wollte, nahm gewiss an, sie k\u00f6nne stattdessen fliegen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Ein neuer Assistent aus einer anderen Region fiel ihr mit der wiederholten Frage l\u00e4stig, wie sie Hexer erkennen k\u00f6nne, wenn sie in ein fremdes Dorf k\u00e4me. Er verwies auf die vom Schulleiter ge\u00e4u\u00dferte und mit Fallbeispielen belegte \u00dcberzeugung (65\/66). Das ist eine Autorit\u00e4t im Dorf.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Spiegelnde Oberfl\u00e4chen in ihrer Umgebung konnten als magische Spiegel wahrgenommen werden. (66)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Manche kleine Episode sieht sie nun in anderem Licht, etwa, dass Anh\u00e4nger der heimischen Fu\u00dfballmannschaft ihren Namen rufen, sobald die Spieler den Ball f\u00fchren. (66)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Ger\u00fcchte gibt es wegen ihrer Brille, die sie immer tr\u00e4gt, sogar nachts. In dieser Gemeinschaft m\u00fcssen G\u00fcter (<em>einschlie\u00dflich M\u00e4nnerhemden<\/em>) ununterbrochen zirkulieren. Etwas, das Tag f\u00fcr Tag in den H\u00e4nden einer Person gesehen wird, wird auff\u00e4llig und verd\u00e4chtig. (67) Und dann ist ungl\u00fccklicherweise die Sehkraft ohnehin eine wichtige Metapher in der Diskussion um Zauberei. Zauberer haben \u201evier Augen\u201c.(68)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Weil manche Pflanzen in Ritualen immer wieder auftauchen, die mit Kunstobjekten zu tun haben, hat sie begonnen, Proben von Bl\u00e4ttern, Rinde, Wurzeln und Stengeln zu sammeln, in der Hoffnung, ein paar davon sp\u00e4ter in den USA identifizieren zu k\u00f6nnen. Sie glaubt die Bewohner hinreichend \u00fcber ihr Forschungsprojekt aufgekl\u00e4rt zu haben, aber wie ein Chief ihr erkl\u00e4rt, l\u00e4sst sich die Tatsache nicht leugnen: \u201e<em>Alle Bl\u00e4tter, die du siehst, sind \u201aHexenmacht\u2019.\u201c (All the leaves that you see, this is \u201awanga\u2019\u201c) <\/em>(67)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der designierte Nachfolger des verstorbenen H\u00e4uptlings bittet sie w\u00e4hrend der f\u00fcr ihn hochgef\u00e4hrlichen \u00dcbergangszeit flehentlich um ein starkes Amulett. Dass sie es ihm verweigert, nimmt er ihr sehr \u00fcbel. Sp\u00e4ter fordert er pl\u00f6tzlich ein Motorrad von ihr. Erinnert das nicht an die angebliche Zwangsarbeit \u00f6rtlicher Schutzgeister der Luba f\u00fcr die amerikanischen NGOs, von der Petit berichtet?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Man hatte die junge Frau als Studentin akzeptiert, weil mancher in der weiteren Verwandtschaft auch Studenten kannte (62). Konnte sie nicht eigens\u00fcchtigen Ehrgeiz entwickelt haben, der die d\u00f6rfliche Gesellschaft bedrohte<\/span><span style=\"color: #000000;\">? (60) Die st\u00e4rksten Ambitionen, wie das Erwerben von Wohlstand oder das \u00dcbertreffen anderer in der Praxis von <em>wanga<\/em>, erfordern die Kontrolle \u00fcber Geister auf der anderen Seite. (61) Ein selbstbewusster Zauberer mit dem Ruf eines Killers<em> (hit-man)<\/em> verriet ihr sogar einmal, was er \u00fcber den Reichtum der Weissen herausgefunden hatte: Die Weissen hatten Jesus Christus get\u00f6tet, den m\u00e4chtigsten Geist \u00fcberhaupt. So konnten sie ihn zwingen, Flugzeuge voller G\u00fcter von der anderen Seite zu ihrem gef\u00e4lligen Gebrauch zu schicken. (61)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Man muss wissen, dass Zo\u00e9 Strother nach der Entscheidung des alten <em>paramount chief<\/em> als junge Frau mit den h\u00f6chsten Geheimnistr\u00e4gern Umgang hat &#8211; selbstverst\u00e4ndlich alles erfahrene Zauberer &#8211; und als Frau mit Sondererlaubnis <\/span><span style=\"color: #000000;\">an exklusiven Zeremonien <\/span><span style=\"color: #000000;\">teilnehmen darf, bei denen die meisten M\u00e4nner nur Zaung\u00e4ste sind. Klar, dass sie auch damit Verdacht erregt. (63) Ihr Interesse an &#8222;Kunst&#8220; beginnt man als als blo\u00dfen Vorwand (\u201ePolitik\u201c) zu betrachten, um ihre metaphysischen Kr\u00e4fte zu st\u00e4rken. Wie eine alte Frau ihr sagt: \u201eKein Student arbeitet so hart!\u201c Wenn sie auch <\/span><span style=\"color: #000000;\">zur pers\u00f6nlichen Bedrohung &#8211; weil <\/span><span style=\"color: #000000;\">ohne Blutsverwandten unter den Pende &#8211; nicht in der Lage ist, so kann doch ihre Suche nach <em>wanga<\/em> auf gemeinschaftlicher Ebene in der Kontrolle \u00fcber die Toten m\u00fcnden, die die allgemeine Existenzgrundlage des Dorfes sch\u00fctzen. (73)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Wie Petit spricht auch Strother von Ger\u00fcchten, Tratsch, mit dem sich einfache Dorfgenossen, auch Frauen, untereinander wichtig machen. Bei den M\u00e4nnern der Hierarchie vermutet man\u00a0 eher durchsichtiges Taktieren und Rhetorik. Die Spitzen der Hierarchie halten sich bedeckt. Was sie wirklich denken, erfahren wir im Aufsatz nicht. Eins ist klar: Die <em>paramount chiefs<\/em> und <em>chiefs <\/em>m\u00fcssen alle Zauberer und anderen Unruhestifter im Griff haben, und wenn es\u00a0 nicht gelingt, so m\u00fcssen sie den sozialen Frieden wiederherstellen, und das mit und gegen rivalisierende Anspr\u00fcche in der Hierarchie. Der Aufsatz zeigt einige Vertreter in Aktion.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Strother spricht gegen Ende des Aufsatzes ihre Anerkennung f\u00fcr die von &#8218;ihrem&#8216; Dorf bewiesene Toleranz eigens aus: &#8222;Die Anwesenheit des Au\u00dfenstehenden erfordert Verst\u00e4ndnis, Kodifizierung, Interpretation. Mit der Zeit gen\u00fcgt es nicht mehr, das Verhalten des Ausl\u00e4nders als allgemeine Ekzentrik abzutun; sie oder er sollte es besser wissen. Die anf\u00e4ngliche Nachsicht, die ein ignoranter Besucher erf\u00e4hrt, beginnt zu schwinden, w\u00e4hrend die Person &#8211; auf welch exzentrische Weise auch immer &#8211; zum Teil der Gemeinschaft wird.&#8220; (73)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Was die Autorin nicht direkt ausspricht, ist, dass der fremde Gast nie wirklich &#8222;Teil der Gemeinschaft&#8220; werden kann und nach gewisser Zeit schlicht untragbar wird, egal woran sich das zeigt. Nur Regierungsvertreter, Milit\u00e4rs und Missionare kann man nicht wegschicken!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Dass es mit Zo\u00e9 Strother w\u00e4hrend des anschlie\u00dfenden Aufenthalts unter Maskenschnitzern <\/span><span style=\"color: #000000;\"> im Westen des Pende-Gebiets <\/span><span style=\"color: #000000;\">nicht so weit gekommen ist (BLOG &#8222;MATALA, sch\u00f6ner T\u00e4nzer &#8230;&#8220; <a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=9826\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>) , f\u00fchrt sie\u00a0 auch darauf zur\u00fcck, &#8222;<span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\"><span class=\"\" title=\"\">dass die Maskerade vollst\u00e4ndig aus ihrem urspr\u00fcnglichen rituellen Kontext entfernt wurde und die Skulptur tot ist.&#8220;<\/span> <span title=\"\">(73)<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Harte, aber klare Worte. Hier betreibt die Doktorantin Feldforschung f\u00fcr eine bereits sehr begrenzte Zeit und vor allem mit freundlicher Zustimmung der modernen afrikanischen Handwerker. Vergessen wir nicht: Die &#8218;Behelfsbr\u00fccke&#8216; s\u00e4kularisierter und kommerzieller Gesch\u00e4ftsbeziehungen zwischen Afrikanern und Weissen funktioniert schon lange.\u00a0 Etwaige Ahnen, Geister und andere Familiengeheimnisse bleiben ungest\u00f6rt und\u00a0 unsichtbar im Boden und k\u00f6nnen ihr St\u00f6rpotenzial nicht entfalten. <span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"de\"><span class=\"alt-edited\" title=\"\">(Vergessen Sie f\u00fcr einen Moment das Thema &#8218;Provenienz&#8216; !)<\/span><\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Zur\u00fcck zum Konfliktherd:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Au\u00dferhalb ihres Dorfes steigert sich der Hass auf die junge wei\u00dfe Forscherin und ihre Aktivit\u00e4ten noch einmal durch den Schock, dass weitere Quellen im Nachbardorf austrocknen. (72) Wenn der Klanchef durch die \u00f6ffentliche Anzeige die Hexerei der Wei\u00dfen nicht sanktionieren und beenden kann, was tun? War vielleicht wirklich jemand anderes schuld?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Zo\u00e9 Strother erh\u00e4lt sp\u00e4ter in Kinshasa eine naturwissenschafliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Versiegen der Quellen: Entwaldung. Sie erinnert sich: Auch in ihrem Dorf erschien im Jahr zuvor ein Lkw, finanziert von einer Schweizer \u00f6kumenischen Gruppe, um von nun an zweimal im Jahr Mais (US: <em>corn<\/em>) aufzukaufen. Damit soll f\u00fcr junge Familienv\u00e4ter eine Alternative zur Arbeit auf den wilden Diamantenfeldern der Gegend geboten werden. Ungl\u00fccklicherweise verlangt Mais frisch gerodeten reichen Boden und tr\u00e4gt entsprechend auch nur eins bis zwei Jahre. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Enthusiastisch zerst\u00f6rte man die wenigen schmalen Galeriew\u00e4lder an den Fl\u00fcssen und damit die Quellen f\u00fcr sauberes Trinkwasser in der Region. (72 Anm.19)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ich habe in zwei Beitr\u00e4gen die \u00f6kononomische und \u00f6kogische Entwicklung in der Provinz Bandundu nach offiziellen Quellen geschildert. Die Menschen sehe ich in derselben Armutsfalle. (\u201eAuf der Suche nach einer Adresse am Kwango\u201c <a style=\"color: #000000;\" href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=4300\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>\u00a0 )<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Antwort, die Zo\u00e9 Strother erh\u00e4lt, hat auf dem Dorf kaum Chance auf Akzeptanz.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Es sind Weisse der \u00f6kumenischen Gruppe in ihrer ganzen postkolonialen Autorit\u00e4t und fachlichen Inkompetenz, die diesen zerst\u00f6rerischen Prozess angesto\u00dfen haben. Welche Sekte oder fromme Wohlt\u00e4tigkeitsgemeinde ist da am Werk<\/span><span style=\"color: #000000;\">!<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Die d\u00f6rfliche F\u00fchrungsebene hat ihren jungen M\u00e4nnern (und deren Familien) etwas zu bieten. Auch behalten die Alten sie lieber unter ihrer Kontrolle im Dorf.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">\u00d6kologische Zusammenh\u00e4nge w\u00e4ren ein Thema f\u00fcr eine gezielte Bildung \u2013 ebenso wie Fragen gesunder Ern\u00e4hrung ( vgl. Maniok im K<\/span><span style=\"color: #000000;\">wango-Dossier). Wer sollte die vermitteln? Die Medien westlicher L\u00e4nder beklagen tagt\u00e4glich unsere eigenen Defizite. Auf der anderen Seite scheint die <\/span><span style=\"color: #000000;\">Bev\u00f6lkerung auf dem kongolesischen<\/span><span style=\"color: #000000;\"> Dorf <\/span><span style=\"color: #000000;\">inzwischen ihre traditionellen Einsichten und Regeln vergessen zu haben, sie greift in ihrem Elend nach dem dem schnellen Vorteil, ohne Gedanken an Morgen, und l\u00e4dt die Nachteile r\u00fccksichtslos beim N\u00e4chsten ab. Der N\u00e4chste, die N\u00e4chste kann auch die Frau oder Tochter sein, welche Wasser, egal woher und welcher Qualit\u00e4t beschaffen muss.<strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Zur\u00fcck auf Anfang!<\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nun sind wir vom \u201eTod der Traditionen des \u00e4quatorialen Afrika\u201c (J. Vansina) \u00fcber die Schwarze Magie (P. Petit und Z.S.Strother) in einer aufgeheizten, mehr oder weniger aussichtslosen Situation gelandet, in der eine Frau aus dem betroffenen Dorf jedem der\u2019s h\u00f6ren will zuruft: \u201e<em>Be careful! That woman blighted our crops and dried up all our springs for use in her sorcery!\u201c<br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>\u201e<\/em>Gebt acht! Diese Frau hat unsere Ernte verdorben und all unsere Quellen ausgetrocknet f\u00fcr die Verwendung in ihrer Zauberei! \u201c (73)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die\u00a0 drei Berichte korrespondieren miteinander auf \u00fcberraschende Weise. . Sie fordern zum Zusammendenken auf. Nehmen Sie sich vielleicht mit Ausdrucken (10 S.) Zeit. Jan Vansina: Paths in the Rainforests (1990) chapter 8\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (\u00dcberblick) Pierre Petit: Power and Alienation among the Luba of Katanga (1996) Zo\u00e9 S. Strother: Suspected in sorcery (1996)<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[251,268],"tags":[],"class_list":["post-10472","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kongo-ins-herz-der-finsternis","category-zoe-s-strother"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10472"}],"version-history":[{"count":21,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10472\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11472,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10472\/revisions\/11472"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}