{"id":10247,"date":"2021-07-02T00:02:05","date_gmt":"2021-07-01T22:02:05","guid":{"rendered":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10247"},"modified":"2024-02-14T19:57:09","modified_gmt":"2024-02-14T18:57:09","slug":"willkommen-bei-den-salampasu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10247","title":{"rendered":"WILLKOMMEN BEI DEN SALAMPASU !    aktuell"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-IMG_9593.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-10248\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-IMG_9593-254x360.jpg\" alt=\"\" width=\"268\" height=\"380\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-IMG_9593-254x360.jpg 254w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-IMG_9593-624x886.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-IMG_9593.jpg 629w\" sizes=\"auto, (max-width: 268px) 100vw, 268px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker-IMG_0998.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-10249\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker-IMG_0998-269x360.jpg\" alt=\"\" width=\"299\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker-IMG_0998-269x360.jpg 269w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker-IMG_0998-673x900.jpg 673w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker-IMG_0998-624x834.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker-IMG_0998.jpg 748w\" sizes=\"auto, (max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/><\/a>Hochgeladen 15. Mai 2019<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><\/h6>\n<p>Der Titel ist reine Ironie. Die Salampasu im S\u00fcden der DRC an der Grenze zu Angola haben einen schlechten Ruf. Schlie\u00dflich konnte ein Mann dort \u00fcber Jahrhunderte nur als J\u00e4ger, Krieger und Kannibale zu Ansehen gelangen. Und die Volksgruppe gab sp\u00e4ter neugierigen Fremden ungern ihre Familiengeheimnisse preis.<!--more--><\/p>\n<p>Als moderner Europ\u00e4er bringt man eine gewisse Sympathie f\u00fcr das exotische \u201aV\u00f6lkchen\u2019 auf. Verteidigten sich doch die <em>Salampasu<\/em> hartn\u00e4ckig gegen den Einfluss gro\u00dfer Nachbarn wie der <em>Lunda<\/em> oder <em>Luba<\/em>, die nat\u00fcrlich auch auf die \u00d6lpalmen und Eisenvorkommen der Gegend um <em>Luiza<\/em> scharf waren. Und waren darin\u00a0 sogar als \u201eakephale\u201c (w\u00f6rtlich: &#8218;kopflose&#8216;), \u00e4u\u00dferst dezentral organisierte Volksgruppe erfolgreich. Ihre Mitglieder wachten eifers\u00fcchtig \u00fcber ihre individuelle Freiheit und wurden nur durch \u00e4u\u00dfere Bedrohungen vor\u00fcbergehend geeint. Wer denkt da nicht an das gallische Dorf von\u00a0 <em>Asterix und Obelix<\/em>?<\/p>\n<p>Oder wollen Sie lieber einen weniger humoristischen Vergleich?<\/p>\n<p>Wie bei den <em>Spartanern<\/em> der Antike ging dem Mann die Ehre \u00fcber alles. Die Regeln funktionierten so, dass Status und Reichtum sich praktisch nicht vererbten. Selbst bei der <em>mungongo<\/em>, der Gesellschaft der J\u00e4ger und Krieger, konnte man in der Hierarchie nur aufsteigen, wenn man nicht allein bei der Jagd Geschick und im Krieg Mut bewies, Feinde t\u00f6tete und ihre Leichen verspeiste, man musste auch sein Verm\u00f6gen und mehr als das investieren, um die Mitglieder h\u00f6herer R\u00e4nge zufrieden zustellen. Die Frauen hatten andere Priorit\u00e4ten. Und die Ehen waren wenig stabil, aber davon weiter unten. Sie mussten \u2013 \u201e<em>patrilokal<\/em>\u201c &#8211; im Dorf des Ehemannes wohnen, ihre Kinder aber geh\u00f6rten der m\u00fctterlichen Abstammungslinie und beerbten \u2013 \u201e<em>matrilinear<\/em>\u201c &#8211; den m\u00fctterlichen Onkel. Die <em>Salampasu<\/em> f\u00fchren ihre Abstammung und ihren Namen auf eine legend\u00e4re Gr\u00fcnderin und deren sechs T\u00f6chter zur\u00fcck &#8211; gewiss zur Freude der <em>Anh\u00e4nger*innen<\/em> des \u201e<em>Matriarchats<\/em>\u201c!<\/p>\n<p>Die D\u00f6rfer lagen als wirtschaftliche und politische Konkurrenten in Dauerstreit und f\u00fchrten auch Krieg gegeneinander, was vor allem beim Ausbleiben \u00e4u\u00dferer Kriegsanl\u00e4sse den frisch initiierten Jungkriegern und ehrgeizigen erwachsenen M\u00e4nnern Gelegenheit verschaffte, sich auszuzeichnen, im Rang aufzusteigen und mit dem neu erworbenen Geheimwissen die eigenen magischen Kr\u00e4fte zu steigern.<\/p>\n<p>Kurzum, mit diesen Leuten war nicht zu spa\u00dfen. Schlie\u00dflich war Abschreckung ihr Kapital!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/F.Neyt-_-Arts...Zaire-1981-p.211.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-10274\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/F.Neyt-_-Arts...Zaire-1981-p.211-170x150.jpg\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/F.Neyt-_-Arts...Zaire-1981-p.211-337x360.jpg 337w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/F.Neyt-_-Arts...Zaire-1981-p.211-624x667.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/F.Neyt-_-Arts...Zaire-1981-p.211.jpg 644w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Ich will \u201adie gute alte Zeit\u2019 der Salampasu nicht weiter schildern. Sie endete in den 1880er Jahren mit dem Einfall der Chokwe aus dem S\u00fcden, die damals auch andere V\u00f6lker, etwa die Pende, bis hoch in den Norden an den Kasai-Fluss trieben.\u00a0 <em>Lunda<\/em> und <em>Luba<\/em> hatten es bei der Ausdehnung ihrer Reiche Jahrhunderte lang auf eine lockere Oberherrschaft abgesehen. Dem brutalen Kriegsstil der <em>Chokwe <\/em>aber waren die <em>Salampasu<\/em> nicht gewachsen. Er war auf Pl\u00fcnderung und Beute gerichtet. Danach gaben die <em>Salampasu<\/em> die \u201aspartanische\u2019 Gleichheit wenigstens so weit auf, dass sich dauerhaft H\u00e4uptlingsdynastien reicher Familien etablieren konnten, und man \u00fcbernahm von den <em>Lunda<\/em> ein gewisses Ma\u00df an Zentralisierung der Herrschaft.<\/p>\n<p>Ihr Widerstandsgeist war damit nicht erloschen. Der erste Europ\u00e4er, der 1903 ihr Gebiet durchquerte, lernte gleich ihre unangenehme Guerillataktik kennen.\u00a0 Erst 1928\/29 vermochte ein belgischer Kolonialbeamter (<em>Alfred Jobaert<\/em>) \u2013 bei den <em>Salampasu<\/em> als Krieger und J\u00e4ger in hohem Ansehen &#8211; in der Region die <em>Kasai Compagnie<\/em> dauerhaft zu etablieren. 1935 durften eine protestantische und die katholische Mission (<em>Scheut<\/em>) sich ansiedeln, offensichtlich mit begrenztem Erfolg, wenn man das Wenige bedenkt, was sie \u00fcber Kultur und Geisteswelt der Salampasu erfahren konnten.<\/p>\n<p>Erst kurz nach der Unabh\u00e4ngigkeit, in den fr\u00fchen sechziger Jahren, zerst\u00f6rten die Kriegergesellschaften\u00a0<em>mungongo\u00a0<\/em> ihre Masken und l\u00f6sten sich auf. Dem Ethnologen Pruitt zufolge waren die H\u00e4uptlinge die treibende Kraft, weil sie damit ihre Autorit\u00e4t st\u00e4rken wollten. An Kultobjekten ist kaum etwas in westliche Sammlungen gelangt.<\/p>\n<p>1975 registrierte <em>Cornet<\/em> wieder eine steigende Produktion von Masken und erkl\u00e4rte sie mit &#8222;wachsender Nachfrage&#8220;. <em>Liz Cameron<\/em> erg\u00e4nzte 1988: &#8222;die Nachfrage des internationalen Kunstmarkts&#8220;. Sie forderte dringend neue Feldforschung, solange die letzten initiierten Zeitzeugen des reichen traditionellen <em>Way of Life<\/em> noch lebten. Hat die noch stattgefunden?<\/p>\n<p>Wer vermutet, dass ich die ganze Zeit \u00fcber aus fremder Quelle sch\u00f6pfe, liegt richtig.<\/p>\n<p>Vielleicht muss man inzwischen den Begriff &#8222;traditionell&#8220; mit gr\u00f6\u00dferer Vorsicht benutzen, war doch dieser <em>way of life <\/em>gro\u00dfenteils dem Anpassungsdruck an die neue Umgebung geschuldet, in welche die <em>Salampasu<\/em> eingewandert waren. Anderswo wurde\u00a0 ein\u00a0 kleines Bergvolk des Hindukush (Afghanistan), die <em>Kafiren,<\/em> unter hundertj\u00e4hrigem Islamisierungsdruck zu einer harten Kriegergesellschaft, zum Schrecken aller Reisenden und Nachbarn.<\/p>\n<p><em><strong>Elisabeth L. Cameron<\/strong><\/em> ver\u00f6ffentlichte in<em> <strong>African Arts 1988 <\/strong><\/em> unter dem Titel <strong><em>&#8222;Sala Mpasu Masks&#8220;<\/em>, <\/strong>eine\u00a0 illustrierte zehnseitige Studie \u00fcber Geschichte, Gesellschaft und Kultur des Stammes, die kompakt den damaligen Stand der Forschung zusammenfasste. Ich muss mich auf eine grobe Skizze beschr\u00e4nken, denn ich will ja noch zwei authentische Objekte der <em>Salampasu<\/em> vorstellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Fragment eines Pfahls mit Maskengesicht<\/span><\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_9725.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-10263\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_9725-270x360.jpg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_9725-270x360.jpg 270w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_9725-675x900.jpg 675w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_9725-624x832.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_9725.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_9722.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-10264\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_9722-170x150.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"150\" \/><\/a>Im Mai 2014 wurde aus einem Container aus Kinshasa das 54 cm langes Fragment eines h\u00f6lzernen Pfahls gezogen mit dem Gesicht einer Beschneidungsmaske der <em>Salampasu.<\/em> Seine wei\u00df und rot geteilten Gesichtsz\u00fcge waren unter der rissigen Kruste von Kaolin zuerst kaum zu erkennen, bei gezielter Beleuchtung wurden sie unverwechselbar: Alles war vorhanden, zusammengedr\u00e4ngt in einem dem Stamm angepassten schmalen Gesichtsoval : die Stirnw\u00f6lbung &#8211; bei den benachbarten Pende als m\u00e4nnlich aggressiv interpretiert &#8211; die breite leicht nach oben gebogene Nase und der quadratische Mund mit spitz geschliffenen Z\u00e4hnen. Der Pfahl hat einen Durchmesser von 16 cm,\u00a0 ist oben abgerundet mit ausgeh\u00f6hlter Mitte. Heute denke ich, ihn k\u00f6nnte &#8211; wie die entsprechenden Masken &#8211; ein Kopfputz aus geflochtenen Bananenblatt-Kugeln geschm\u00fcckt haben. Unten hat sich das von Termiten abgefressene Ende dekorativ in &#8218;Waben&#8216; voll roter Erde verwandelt.<\/p>\n<p><strong>Ich schrieb <em>Elisabeth L. Cameron<\/em> im Juni 2014 an, und sie antwortete prompt:<\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;From what I can see, this is a carved post that would have stood upright at the entrance to the men&#8217;s enclosure in the forest, not the the planks that form the edge of a dance enclosure. If authentic, it is quite rare. Would it be possible to get more information from your art dealer where he obtained it and from whom?&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ich schrieb am 25. Juni:<\/p>\n<p>&#8222;<em>I met the trader again last saturday. He will go to Kinshasa next week anyway and stay in the country for two month. He said he would meet there his Salampasu connection. He took a photo with him and accepted my &#8218;cadeau&#8216; for the man, and was optimistic to get some information of village and circumstances of giving away this post away.<\/em><\/p>\n<p>Elisabeth L. Cameron:<\/p>\n<p>&#8222;<em>In the literature there are mentions of men&#8217;s enclosures in the forest secluded from women where posts and sculptures were displayed. (&#8230;) the hole in the head is common from wood sculptures that are left in the open. Water pools in the top of the and gradually the center of foot rots away. I&#8217;m interested in hearing more from the trader after he returns.<\/em><\/p>\n<p>Ich antwortete am 7. September:<\/p>\n<p><em>&#8222;My man is back from the Congo, Kinshasa and Kuba regions. He couldn&#8217;t meet his supplier and informant Katambwe (originating from Kasai), because the man had left already for the mais campaign, he said. He put me off until Christmas. &#8211; <\/em><em>Two Salampasu in Kinshasa told him, looking on the photo, that posts like this would be located in front of the circumciser&#8217;s place in the initiation compound to mark it.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_10260\" style=\"width: 215px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Bourgeois-Yaka.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10260\" class=\"size-medium wp-image-10260\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Bourgeois-Yaka-205x360.jpg\" alt=\"\" width=\"205\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Bourgeois-Yaka-205x360.jpg 205w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Bourgeois-Yaka-514x900.jpg 514w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Bourgeois-Yaka.jpg 570w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-10260\" class=\"wp-caption-text\">Bourgeois-Yaka<\/p><\/div>\n<p>Nat\u00fcrlich h\u00e4tten wir gern den Weg des Objekts zur\u00fcckverfolgt, aber das gelingt kaum, auch bei gutem Willen des letzten Zwischenh\u00e4ndlers. Zum Trost haben Initiationen und Beschneidungen in Zentralafrika ihre Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten. Und die Aufstellung ritueller Pfahlskulpturen an neuralgischen Punkten wie Prozessionsstra\u00dfen und innerhalb des Beschneidungslagers\u00a0 ist nicht ungew\u00f6hnlich, wie Pfosten der <em>Yaka<\/em> (Bourgeois) , <em>Pende<\/em> (Frobenius) oder <em>Nkanu<\/em> (<strong><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=5360\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a><\/strong>) illustrieren. \u00dcbrigens tragen sie alle die jeweils typischen Kopfbedeckungen.<\/p>\n<div id=\"attachment_10261\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Pende-Pfahl-Frob.bildarchiv_844.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10261\" class=\"wp-image-10261\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Pende-Pfahl-Frob.bildarchiv_844-360x275.png\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"160\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Pende-Pfahl-Frob.bildarchiv_844-360x275.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Pende-Pfahl-Frob.bildarchiv_844-624x477.png 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Pende-Pfahl-Frob.bildarchiv_844.png 694w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-10261\" class=\"wp-caption-text\">Pende-Pfahl-Frob.bildarchiv_844<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_10273\" style=\"width: 155px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AA-22-1988-Cameron-p.38-40cm-mask-UCLA.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10273\" class=\"wp-image-10273\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AA-22-1988-Cameron-p.38-40cm-mask-UCLA-232x360.jpg\" alt=\"\" width=\"145\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AA-22-1988-Cameron-p.38-40cm-mask-UCLA-232x360.jpg 232w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AA-22-1988-Cameron-p.38-40cm-mask-UCLA-580x900.jpg 580w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AA-22-1988-Cameron-p.38-40cm-mask-UCLA-624x968.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AA-22-1988-Cameron-p.38-40cm-mask-UCLA.jpg 644w\" sizes=\"auto, (max-width: 145px) 100vw, 145px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-10273\" class=\"wp-caption-text\">AA 22 1988 Cameron p.38 40cm, mask UCLA<\/p><\/div>\n<h4><\/h4>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Atombusen avantgardistisch<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker_IMG_1002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-10265\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker_IMG_1002-673x900.jpg\" alt=\"\" width=\"485\" height=\"649\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker_IMG_1002-673x900.jpg 673w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker_IMG_1002-269x360.jpg 269w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker_IMG_1002-624x834.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Salampasu-Hocker_IMG_1002.jpg 748w\" sizes=\"auto, (max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor einigen Wochen entdeckte ich in einer ansonsten eher langweiligen Warensendung aus Kinshasa diesen fig\u00fcrlichen Hocker, dessen Sitzfl\u00e4che irgendwann geflickt worden war. Sein Bau fasziniert mich vom ersten Moment an.<\/p>\n<p>Wenn menschliche Figuren &#8211; \u00fcberwiegend Frauen &#8211; die Sitzfl\u00e4che eines Hockers tragen oder stemmen, wird er zum <em>Karyatidenhocker<\/em>. Bei den <em>Luba<\/em>, den gro\u00dfen Nachbarn im Nordosten, waren sie \u00e4u\u00dferst stark verbreitet. Auf dem Kunstmarkt kann man sie geradezu als &#8218;Kulturbotschafter&#8216; der <em>Luba<\/em> bezeichnen. Warum nicht an eine mehr oder weniger direkte \u00dcbernahme des dinglichen Symbol f\u00fcr Herrschaft\u00a0 denken? Bei den <em>Salampasu<\/em> wie bei den <em>Luba<\/em> ist &#8218;ideologisch&#8216; an die Gr\u00fcndungsmythen mit legend\u00e4ren Stammesm\u00fcttern zu denken. Der Hocker k\u00f6nnte einem W\u00fcrdentr\u00e4ger der Abstammungslinie geh\u00f6rt haben.\u00a0 Doch genausogut einem\u00a0 der Initiierten des <em>mungongo <\/em>in den F\u00fcnfziger Jahren. Denn viel wurde er nicht mehr benutzt.<\/p>\n<p>Einen ganzen Kreis von V\u00f6lkern aus dem Luba-Reich bezeichnet man als &#8218;lubaisiert&#8216;. Doch an diesem Hocker findet sich keine einzige \u00e4sthetische Anleihe. Ich habe bisher so etwas bisher noch nirgends gesehen. Er ist formal eigenst\u00e4ndig, er ist radikal, soziologisch betrachtet ist er realistisch. Als K.F. von &#8218;Atombusen&#8216; sprach, kam mir der ketzerische Gedanke, der K\u00fcnstler habe sich vielleicht von einem in den Kasai verirrten belgischen Illustriertentitel inspirieren lassen, es w\u00e4re nicht das erste Mal gewesen (vgl. <em>Yomb\u00e9<\/em> im 19. Jh.).<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Der erste Eindruck<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<h5>Spontan erkannt: das Gesichtsschema und das \u201aklassisch\u2019 rechteckige aggressive kleine Maul mit angespitzten Z\u00e4hnen.<\/h5>\n<h5>Spontan zugegriffen, die beiden K\u00f6rper bestehen aus aufrechtem Kopf, ausladendem Busen und kantigen aktiv gebeugten Beinen, gro\u00dfen auf dem Teller haftenden F\u00fcssen, die in der Schr\u00e4ge des Untertellers eine effektive Rampe f\u00fcr den Absprung besitzen.<\/h5>\n<h5>Au\u00dfer im Gesicht und an den Schl\u00e4fen (Schmucknarben) finden sich nirgendwo Details, nur die reine Haltung &#8211; ein gerundeter R\u00fccken, der bruchlos in die vorgestrecken Oberschenkel \u00fcbergeht \u2013 und reine Formen : die Busen sind gerundete Diamantformen, darunter herrschen Blockformen vor.<\/h5>\n<h5>Gedrungen, ausgewogen, stabil, stark.<\/h5>\n<h5>St\u00e4rke auch im Verzicht auf st\u00fctzende Arme. Ein st\u00e4mmiger Nacken von kurzer R\u00f6hrenform h\u00e4lt die Last m\u00fchelos. Der Hinterkopf ist eher eingezogen.<\/h5>\n<h5>Das ist nicht <em>Wotruba<\/em> oder <em>Brancusi<\/em> (<a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=3092\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LINK<\/a>). Das ist nicht Manier, Formenspielerei oder individuelle Obsession. Dagegen stehen auf jeden Fall ein Auftrag und eine gesellschaftliche Rolle..<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Frauenpower plus Tribal Power!\u00a0<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_10253\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Sothebys-Sept.2002-no.79-IMG_4530.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10253\" class=\"size-medium wp-image-10253\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Sothebys-Sept.2002-no.79-IMG_4530-265x360.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Sothebys-Sept.2002-no.79-IMG_4530-265x360.jpg 265w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Sothebys-Sept.2002-no.79-IMG_4530-662x900.jpg 662w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Sothebys-Sept.2002-no.79-IMG_4530-624x848.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Sothebys-Sept.2002-no.79-IMG_4530.jpg 735w\" sizes=\"auto, (max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-10253\" class=\"wp-caption-text\">Sothebys Sept.2002-no.79 Initationsmaske<\/p><\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_1005.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-10268 alignnone\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_1005-269x360.jpg\" alt=\"\" width=\"269\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_1005-269x360.jpg 269w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_1005-673x900.jpg 673w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_1005-624x834.jpg 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_1005.jpg 748w\" sizes=\"auto, (max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/><\/a><\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><\/h6>\n<p>&#8218;Psychologisch&#8216; erscheint mir die Gestaltung\u00a0 der Frauen typisch <em>Salampasu,<\/em> etwas schnoddrig formuliert:\u00a0 Frauenpower plus Tribal Power!\u00a0 Ich sehe mich darin best\u00e4tigt durch die <strong>Schilderung des Scheut-Missionars P.H. Bogaerts\u00a0<\/strong> <strong> in<\/strong> \u201e<strong>Bei den Salampasu, den Kopfj\u00e4gern des Kasai<\/strong>\u201c<strong> in ZAIRE, April 1950<\/strong>.<\/p>\n<p>Ich gebe zu: der fl\u00e4mische Text hat mir Probleme bereitet. F\u00fcr die Korrektheit der \u00dcbersetzung kann ich nicht garantieren.<\/p>\n<h5><strong>Er schrieb auf S.387\/388:<br \/>\n<\/strong><\/h5>\n<h5>&#8222;Mann und Frau haben nicht das geringste \u201egemeinsame Gut\u201c, der Mann hat seines und die Frau ihres. Der Mann darf der Frau nichts nehmen, sonst: Palaver. Ein Wort ist schnell dahin gesagt &#8230;. Scheidung. Die Frau kehrt nach Hause zur\u00fcck oder zu ihrem fr\u00fcheren Ehemann, mit dem sie bereits verbunden war; weil sich eine Frau drei- bis viermal von Ehem\u00e4nnern trennt.<\/h5>\n<h5>Der Sala Mpasu glaubt nicht an die Treue seiner Frau. (<em>De Musala Mpasu gelooft niet aan het getrouwheit van sijn vrouw<\/em>)<\/h5>\n<h5>Darum fragt er nach ein paar Monaten Ehe ganz locker: \u201eSag mir, mit wem du in den Busch gehst\u201c. Wenn die Frau es nicht zugeben will, dann will der Mann nicht mehr essen, was sie f\u00fcr ihn zubereitet hat.<\/h5>\n<h5>Oder er zwingt sie zu sprechen, bedroht sie, um sich zu r\u00e4chen. Wenn sie gesteht, verlangt der Mann ein Bu\u00dfgeld von den M\u00e4nnern, mit denen die Frau gegangen ist, das sie unter anderem bezahlen sollen. Findet er die Frau ohne Schuld, macht der Mann ihr Druck, dass sie danach trachtet, den einen oder anderen jungen Mann zu umwerben und zu verleiten.<\/h5>\n<h5>Gegenseitige Beleidigungen begleiten die Scheidung, z.B.: \u201eDass eine schlimme Krankheit (Geschlechtskrankheit) dich bef\u00e4llt, wo immer du bist.&#8220; Oder: &#8222;Dieser Gott hat dir eine unheilbare Krankheit geschickt!&#8220;<\/h5>\n<h5>Oder: \u201eDeine Mutter soll die Schlafkrankheit bekommen, dass sie nicht wiederzuerkennen ist&#8220;.<\/h5>\n<h5>Diese Art von Beleidigungen bewirken unvermeidlich die Scheidung, manchmal f\u00fcr immer, zumindest f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit. Um zur\u00fcckzukommen, muss der Mann der Familie der Frau eine Ziege bezahlen.<\/h5>\n<h5>Wenn ein S\u00e4ugling krank wird (haupts\u00e4chlich auf Grund von Durchfall), entscheidet die Frau, dass sich ihr Mann schlecht benommen hat, und er ist verpflichtet, es zuzugeben. Wenn nicht, entsteht gro\u00dfer Streit. Die Sache endet mit zwei Giftproben an zwei H\u00fchnern (einem Huhn des Mannes und einem der Frau). Bleiben beide am Leben oder sterben beide, so muss ein Loswerfer versuchen, den Schuldigen zu finden.<\/h5>\n<h5>Aufgrund der engen Verbindung heiraten nahe Verwandte einander lieber nicht &#8230;.\u201c p. 388<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">AKTUALISIERUNG\u00a0<\/span><\/h2>\n<h4>Stephane Duckett schreibt mir am 3. Mai 2021:<\/h4>\n<p>\u201eEine ausgezeichnete Darstellung der <em>Salampasu<\/em> begleitete am 16. Mai 2019 einen seltenen Fund, einen fr\u00fcher einmal vor einem Initiationsbereich aufgestellten Pfosten mit unverwechselbarem, aber einfachem Gesicht, das direkt in den Pfosten eingeschnitten ist.<\/p>\n<p>Ich werde ein sehr \u00e4hnliches Objekt beschreiben, dessen Zweck jedoch ein anderer ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_12963\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Duckett-SalaMpasu-Pfahl-.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12963\" class=\"size-medium wp-image-12963\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Duckett-SalaMpasu-Pfahl--215x360.png\" alt=\"doku\" width=\"215\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Duckett-SalaMpasu-Pfahl--215x360.png 215w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Duckett-SalaMpasu-Pfahl-.png 423w\" sizes=\"auto, (max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12963\" class=\"wp-caption-text\">Duckett SalaMpasu Pfahl<\/p><\/div>\n<p>Auch der <em>Kalalaye<\/em>-Pfahl besteht aus einem Gesicht mit den bedrohlichen <em>Salampasu<\/em>-Merkmalen an einem zwischen 30 und 50 cm langen Rundholz. Einige sind durchbohrt, damit sie an einem Seil aufgeh\u00e4ngt werden k\u00f6nnen. Andere werden einfach auf einen Felsen in einem kleinen \u00fcberdachten Schutzdach gestellt.<\/p>\n<p>Laut A. Maesen (wie in Volper 2014 zitiert) wurden diese von kinderlosen Paaren in Auftrag gegeben und als Hilfe zur Fruchtbarkeit vor ihre H\u00fctte gestellt.<\/p>\n<p>Sie hei\u00dfen <em>Kalalaye <\/em>(oder <em>Tulalaye<\/em>). W\u00e4hrend pro Paar ein Kalalaye in Auftrag gegeben w\u00fcrde, k\u00f6nnten zahlreiche Kalalaye aus verschiedenen Haushalten in einer Schutzh\u00fctte aufgestellt werden. <em>Kalalaye<\/em> k\u00f6nne auch bei anderen Krankheiten helfen.<\/p>\n<p>Bogaerts (Volper 2014) schlug vor, dass es sich um Darstellungen von Ahnen handeln k\u00f6nnte, deren Hilfe zur Unterst\u00fctzung der Lebenden gesucht wird.<\/p>\n<p>Wie bei allen Angelegenheiten Salampasus war ein Tanz mit der Verwendung dieser Objekte verbunden &#8211; des Utumbu, das einen direkten therapeutischen Wert hatte und eine Verbindung zur Geisterwelt herstellte. Die spezielle vom Wahrsager vorgeschriebene Form des Tanzes w\u00fcrde dem Paar helfen.<\/p>\n<p>Wenn von dem Paar ein <em>Kalalaye<\/em> in Auftrag gegeben wurde, wirkten sie problemspezifisch, daher konnte mehr als ein <em>Kalalaye<\/em> f\u00fcr weitere Krankheiten erforderlich sein.<\/p>\n<p>Ich habe noch keinen Hinweis auf diese Pf\u00e4hle \u00fcber die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus gefunden.\u201c (\u00dcbersetzung, Original in <a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/?p=10278\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LINK)<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_12961\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bildschirmfoto-2021-05-07.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12961\" class=\"wp-image-12961\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bildschirmfoto-2021-05-07-360x289.png\" alt=\"doku\" width=\"250\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bildschirmfoto-2021-05-07-360x289.png 360w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bildschirmfoto-2021-05-07-624x500.png 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bildschirmfoto-2021-05-07.png 742w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12961\" class=\"wp-caption-text\">Kalalaye,Foto: C.Lamotte 1950<br \/>nach Volper &#8222;sI VIS&#8230;&#8220;<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_12960\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bildschirmfoto-2021-05-04.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12960\" class=\"wp-image-12960\" src=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bildschirmfoto-2021-05-04-290x360.png\" alt=\"doku\" width=\"250\" height=\"310\" srcset=\"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bildschirmfoto-2021-05-04-290x360.png 290w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bildschirmfoto-2021-05-04-624x775.png 624w, http:\/\/detlev.von.graeve.org\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bildschirmfoto-2021-05-04.png 653w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12960\" class=\"wp-caption-text\">Foto: A. Maesen 1950 nach Volper &#8222;SI VIS&#8230;&#8220;<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: center;\">*<\/h3>\n<p>Stephane Duckett macht mich hier auf eine Studie von <strong>Julien Volper<\/strong> vom <strong>Africa Museum<\/strong> aufmerksam, die <strong>2014<\/strong> erschienen ist und die Ergebnisse von Feldforschungen in den f\u00fcnfziger bis siebziger Jahren noch einmal diskutiert und mit Depot und Bildarchiv in Tervuren abgleicht.\u00a0 Der interessante Buchtitel <strong>\u201e<em>SI VIS PACEM PARA ARTEM \u2013 La cr\u00e9ation plastique chez les Salampasu<\/em>\u201c,<\/strong> eine abgewandelte altr\u00f6mische Losung, spielt auf die auf den Verteidigungsbeitrag der K\u00fcnste der <em>Salampasu<\/em> an, etwa: Wenn du Frieden bewahren willst, erhalte deine kriegerische Kultur! Der bereits zitierte Missionar Bogaerts ist einer der Zeitzeugen.<\/p>\n<p>Im schmalen Buch\u00a0 stehen die \u201aunansehnlichen\u2019 groben Pf\u00e4hle zum ersten Mal im Vordergrund, nicht allein die ber\u00fchmten Masken. Sogar Figuren und die Hocker werden kurz besprochen, wie wir weiter unten sehen.<\/p>\n<p>Volper erw\u00e4hnt keine Pfosten im Bereich der Initiation, nur beschnitzte Bretter; von meinem H\u00e4ndler befragte Gew\u00e4hrsleute in Kinshasa vermuteten den Aufstellungsort ja auch nur, und Liz Cameron fand ihn plausibel. Sie kam erst in den achtziger Jahren zu den Salampasu.<\/p>\n<p>Volper hat Duckett gegen\u00fcber ihren im Kunsthandel erworbenen Pfahl (\u201enach dem Foto\u201c) als <em>Kalalaye<\/em> identifiziert. Ich selber m\u00f6chte die Verwendung meines Pfahls in dem therapeutischen Kontext der <em>Kalalaye <\/em>nicht ausschlie\u00dfen. Zumal die m\u00e4chtigen Ahnen ihren Einfluss \u00fcberall geltend machen, und au\u00dferdem unterschiedliche Verwendungen eines Objekts nicht in einer unterschiedlichen Gestalt sichtbar werden m\u00fcssen. So etwas unterstellt vielleicht europ\u00e4isches Ordnungsdenken.<\/p>\n<p>Wie gering des heutige Wissen von den plastischen K\u00fcnsten der Salampasu ist und wohl bleiben wird, zeigt\u00a0 die Erfahrung mit meinem fig\u00fcrlichen Hocker. Julien Volper hat mich in seiner Mail nur allgemein auf die entsprechenden zwei Buchseiten hingewiesen, und war damit im Recht. Sein Befund:<\/p>\n<p>Von einem jetzt wieder beschriebenen Karyatiden-Hocker existiert keine Abbildung. Und der wohl einzige im Depot des Tervuren-Museums vertretene Hockertyp ist \u201ehandwerklich solide\u201c, aber in der Region weit verbreitet; ich besitze einen solchen von den Luba (erkennbar an zwei angeschnitzten kleinen Masken).<\/p>\n<p>Dank Frau Duckett sind wir ein St\u00fcck weiter gekommen. Danke!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochgeladen 15. Mai 2019 &nbsp; &nbsp; &nbsp; Der Titel ist reine Ironie. Die Salampasu im S\u00fcden der DRC an der Grenze zu Angola haben einen schlechten Ruf. Schlie\u00dflich konnte ein Mann dort \u00fcber Jahrhunderte nur als J\u00e4ger, Krieger und Kannibale zu Ansehen gelangen. Und die Volksgruppe gab sp\u00e4ter neugierigen Fremden ungern ihre Familiengeheimnisse preis.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[195],"tags":[],"class_list":["post-10247","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kwango-kasai"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10247","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10247"}],"version-history":[{"count":27,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10247\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15472,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10247\/revisions\/15472"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10247"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10247"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/detlev.von.graeve.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}